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Baby baden: Ab wann, wie oft & worauf achten

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 05.07.2026 Lesezeit 23 Min.
Baby baden: Ab wann, wie oft & worauf achten

Auf einen Blick

  • Das erste Bad ist möglich, sobald der Nabelschnurrest abgefallen und die Stelle verheilt ist – meist nach 7-14 Tagen
  • Neugeborene und Säuglinge brauchen nur 1-2x pro Woche ein Vollbad, häufigeres Baden kann die empfindliche Haut austrocknen
  • Die ideale Wassertemperatur liegt bei 37-38°C, die Badedauer bei maximal 5-10 Minuten
  • Auf Badezusätze kannst du in den ersten Lebensmonaten meist verzichten – klares Wasser reicht völlig aus

Das erste Bad deines Babys ist ein besonderer Moment – und wirft gleichzeitig viele Fragen auf. Wann ist der richtige Zeitpunkt, wie oft solltest du dein Kleines baden, und worauf musst du achten, damit das Baden sicher und angenehm wird? In diesem Ratgeber erfährst du alles Wichtige rund ums Babybaden – von der optimalen Vorbereitung bis zu häufigen Unsicherheiten.

🍼 Ab wann darf ich mein Baby das erste Mal baden?

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für das erste Bad beschäftigt viele frischgebackene Eltern. Die gute Nachricht: Du musst nicht lange warten, aber ein paar Tage Geduld sind wichtig.

Der Nabelschnurrest als Orientierung

Das erste richtige Vollbad solltest du erst geben, wenn der Nabelschnurrest vollständig abgefallen und die Nabelwunde komplett verheilt ist. Das dauert in der Regel zwischen 7 und 14 Tagen nach der Geburt, manchmal auch etwas länger. Bis dahin ist die Nabelstelle eine offene Wunde, die trocken gehalten werden sollte, um Infektionen zu vermeiden.

In dieser ersten Zeit reicht es völlig aus, dein Baby mit einem weichen, lauwarmen Waschlappen zu reinigen – das nennt man auch "Katzenwäsche". Dabei wäschst du sanft Gesicht, Hals, Hände und den Windelbereich, ohne den Nabelbereich nass zu machen.

Woran erkennst du, dass die Nabelwunde verheilt ist?

  • Der Nabelschnurrest ist von selbst abgefallen
  • Die Stelle ist trocken, ohne Nässen oder Sekretbildung
  • Es zeigen sich keine Rötungen oder Schwellungen um den Nabel herum
  • Es riecht nicht unangenehm

Gut zu wissen: Manche Hebammen und Kinderärzte geben grünes Licht für ein vorsichtiges Bad bereits nach wenigen Tagen, solange du den Nabelbereich danach gut abtrocknest. Besprich am besten mit deiner Hebamme, was sie in eurem Fall empfiehlt.

🛁 Wie oft sollte ich mein Baby baden?

Anders als viele denken, brauchen Babys gar nicht so häufig ein Vollbad. Die Haut von Neugeborenen ist noch sehr dünn und empfindlich – zu häufiges Baden kann sie austrocknen und ihren natürlichen Schutzmantel schwächen.

Empfohlene Badehäufigkeit nach Alter

Alter Empfohlene Häufigkeit Besonderheiten
0-3 Monate 1-2x pro Woche Katzenwäsche täglich im Gesicht und Windelbereich ausreichend
3-6 Monate 2x pro Woche Bei Bedarf (z.B. nach Stuhlgang) zusätzlich Windelbereich waschen
6-12 Monate 2-3x pro Woche Mit Beikoststart wird häufigeres Baden oft nötig
Ab 12 Monaten 2-3x pro Woche oder täglich kurz Je nach Aktivitätslevel und persönlicher Vorliebe

Zwischen den Bädern genügt es, Gesicht, Hals, Hände und den Windelbereich täglich mit einem feuchten Waschlappen zu reinigen. Besonders wichtig sind die Hautfalten am Hals, hinter den Ohren, in den Achseln und in der Leiste – dort sammeln sich gerne Schweiß und Milchreste.

Nadine Scheiner

💗 Nadines Empfehlung

Nadine Scheiner

Bei meinen beiden Kindern habe ich schnell gemerkt: Weniger ist mehr. Zweimal pro Woche ein entspanntes Bad mit viel Zeit zum Planschen hat uns allen mehr Freude gemacht als tägliches Baden unter Zeitdruck. Und die Haut meiner Kleinen dankte es mir – keine trockenen Stellen, kein Jucken. An den anderen Tagen reichte eine gründliche Wäsche mit dem Waschlappen völlig aus.

🌡️ Die richtige Wassertemperatur und Badedauer

Die Wassertemperatur ist entscheidend dafür, dass sich dein Baby im Bad wohlfühlt und nicht auskühlt oder überhitzt.

Optimale Wassertemperatur

Die ideale Badetemperatur für Babys liegt zwischen 37 und 38 Grad Celsius – also etwa auf Körpertemperatur. Diese Temperatur empfinden Babys als angenehm warm, ohne dass die Gefahr einer Überhitzung oder Unterkühlung besteht.

So überprüfst du die Temperatur richtig:

  • Badethermometer: Am sichersten ist ein spezielles Badethermometer, das du direkt ins Wasser hältst
  • Ellenbogen-Test: Tauche deinen Ellenbogen (nicht die Hand!) ins Wasser – es sollte sich angenehm warm, aber nicht heiß anfühlen
  • Innenseite des Handgelenks: Auch diese empfindliche Stelle eignet sich zum Testen

Achtung: Teste die Wassertemperatur niemals mit der Hand – unsere Hände sind weniger temperaturempfindlich als Babyhaut. Was für dich angenehm warm ist, kann für dein Baby bereits zu heiß sein. Verbrühungsgefahr besteht ab etwa 45 Grad Celsius.

Wie lange sollte das Bad dauern?

Neugeborene und junge Säuglinge sollten nicht länger als 5 bis 10 Minuten im Wasser bleiben. Ihre Körpertemperatur-Regulation funktioniert noch nicht perfekt, und sie kühlen im Wasser schneller aus, als du denkst – auch wenn das Wasser warm ist.

Anzeichen, dass dein Baby auskühlt:

  • Bläuliche Verfärbung der Lippen oder Fingernägel
  • Zittern oder Frösteln
  • Unruhiges Verhalten oder Weinen
  • Kühle Haut trotz warmem Wasser

Mit zunehmendem Alter und wenn dein Baby Freude am Baden entwickelt, kannst du die Badedauer auf 15-20 Minuten ausdehnen – immer vorausgesetzt, das Wasser bleibt warm genug.

🧴 Badezusätze und Pflegeprodukte: Was braucht Babyhaut wirklich?

Die Haut von Neugeborenen ist etwa fünfmal dünner als die von Erwachsenen und ihr Säureschutzmantel noch nicht vollständig entwickelt. Deshalb gilt: Weniger ist mehr.

In den ersten Lebenswochen

Für Neugeborene reicht klares, warmes Wasser völlig aus. Die Haut ist noch mit der sogenannten Käseschmiere (Vernix caseosa) geschützt, die nach und nach von selbst verschwindet. Zusätzliche Produkte sind nicht nötig und können die empfindliche Haut sogar reizen.

Ab dem zweiten Lebensmonat

Wenn du Badezusätze verwenden möchtest, achte auf folgende Kriterien:

  • pH-neutral oder leicht sauer (pH-Wert 5,5): unterstützt den natürlichen Säureschutzmantel
  • Parfümfrei oder mit natürlichen Duftstoffen: synthetische Duftstoffe können Allergien auslösen
  • Frei von Parabenen, Silikonen und Mineralölen
  • Speziell für Babys entwickelt und dermatologisch getestet
  • Rückfettend: verhindert das Austrocknen der Haut

Wann sind Badezusätze sinnvoll?

Bei sehr trockener Haut oder Neurodermitis-Neigung können spezielle Baby-Badeöle hilfreich sein. Sie legen einen schützenden Fettfilm auf die Haut und verhindern übermäßigen Feuchtigkeitsverlust. Besprich die Verwendung aber am besten mit deinem Kinderarzt oder deiner Hebamme.

🛁

Die 4 wichtigsten Bade-Regeln

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🌡️
37-38°C Wassertemperatur Mit Badethermometer kontrollieren – Körpertemperatur ist ideal
⏱️
5-10 Minuten Badedauer Kurze Bäder schützen vor Auskühlung und trockener Haut
💧
Klares Wasser genügt In den ersten Wochen sind keine Badezusätze nötig
👁️
Niemals allein lassen Auch nicht für Sekunden – Ertrinken passiert lautlos und schnell

🎯 Schritt-für-Schritt: So badest du dein Baby sicher

Mit der richtigen Vorbereitung und Technik wird das Baden für euch beide zu einem entspannten Ritual.

Vorbereitung ist alles

Lege dir vor dem Baden alles bereit, was du brauchst:

  • Babywanne oder Badeeimer (alternativ: Waschbecken oder große Badewanne)
  • Badethermometer
  • Weiches Handtuch oder Kapuzenhandtuch
  • Frische Windel
  • Saubere Kleidung
  • Eventuell Pflegeprodukte (Wundschutzcreme, Babyöl)
  • Weicher Waschlappen

Der Badevorgang

1. Wasser einlassen: Fülle die Wanne etwa 5-10 cm hoch mit warmem Wasser (37-38°C). Für Neugeborene reicht weniger Wasser, ältere Babys dürfen etwas mehr haben – der Kopf muss aber immer über Wasser bleiben.

2. Baby ausziehen: Ziehe dein Baby in einem warmen Raum aus. Die Raumtemperatur sollte mindestens 22-24°C betragen, damit dein Kleines nicht friert.

3. Ins Wasser gleiten lassen: Halte dein Baby sicher mit einer Hand unter dem Kopf und Nacken, die andere Hand stützt den Po und die Oberschenkel. Lass es langsam ins Wasser gleiten – Füße zuerst, damit es sich an die Temperatur gewöhnen kann.

4. Sicherer Halt: Eine Hand bleibt immer unter Kopf und Nacken, sodass der Kopf über Wasser liegt. Mit der anderen Hand kannst du dein Baby waschen. Bei größeren Babys kannst du auch den Kopf auf deinem Unterarm ablegen und mit dieser Hand unter der Achsel durchgreifen – so hast du eine Hand frei.

5. Waschen: Beginne mit dem Gesicht (nur mit klarem Wasser), dann Kopf, Körper, Arme und Beine. Vergiss die Hautfalten nicht – Hals, Achseln, Leiste, hinter den Ohren. Der Windelbereich kommt zum Schluss.

6. Herausheben: Nach 5-10 Minuten hebst du dein Baby vorsichtig heraus. Achtung: Nasse Babys sind rutschig! Wickle es sofort in ein vorgewärmtes Handtuch.

7. Abtrocknen: Tupfe dein Baby sanft trocken – nicht rubbeln. Achte besonders auf die Hautfalten, die gründlich getrocknet werden müssen, um Wundsein zu vermeiden.

8. Pflege: Bei Bedarf kannst du jetzt den Windelbereich mit Wundschutzcreme eincremen oder bei sehr trockener Haut ein mildes Babyöl verwenden.

Alternative Bademöglichkeiten

Babybadewanne: Praktisch und rückenschonend, wenn sie auf einem Gestell oder der normalen Badewanne steht. Für die ersten Monate ideal.

Badeeimer: Manche Babys lieben die geborgene, aufrechte Position im Badeeimer. Das Wasser bleibt länger warm, und die Haltung erinnert ans Fruchtwasser.

Waschbecken: Für Neugeborene eine praktische Lösung – angenehme Arbeitshöhe, wenig Wasserverbrauch. Achte darauf, dass der Wasserhahn nicht im Weg ist.

Große Badewanne: Ab etwa 6 Monaten kannst du mit deinem Baby auch in die große Wanne – viele Babys genießen das gemeinsame Baden mit Mama oder Papa.

⚠️ Sicherheit beim Baden: Worauf du unbedingt achten musst

Baden ist normalerweise ungefährlich, wenn du einige wichtige Sicherheitsregeln beachtest.

Die wichtigste Regel: Niemals allein lassen

Lass dein Baby niemals – auch nicht für wenige Sekunden – allein in der Badewanne oder im Waschbecken. Babys können bereits in wenigen Zentimetern Wasser ertrinken, und das geschieht erschreckend schnell und lautlos. Wenn es klingelt oder du etwas vergessen hast: Nimm dein Baby aus der Wanne, wickle es ins Handtuch und nimm es mit.

Weitere Sicherheitstipps

  • Rutschfeste Unterlage: Verwende eine rutschfeste Matte in der Wanne, sobald dein Baby sich bewegen kann
  • Wasserhahn absichern: Drehe den Wasserhahn zur Wand oder sichere ihn mit einem Schutz – Babys können sich daran stoßen oder verbrühen
  • Erst kaltes, dann warmes Wasser: Beim Einlassen immer erst kaltes, dann warmes Wasser hinzugeben und gut mischen
  • Wassertemperatur vor dem Baden prüfen: Auch wenn du gerade eingelassen hast – teste nochmal
  • Steckdosen sichern: Halte elektrische Geräte vom Wasser fern
  • Fester Stand: Stelle die Babywanne auf eine stabile, rutschfeste Unterlage

Wichtig: Auch Badehilfen wie Badesitze oder -ringe ersetzen nicht deine Aufsicht. Sie können umkippen oder wegrutschen. Verlasse dich niemals auf solche Hilfsmittel als Sicherheitsmaßnahme.

😊 Wenn dein Baby das Baden nicht mag: Tipps für Bademuffel

Nicht alle Babys sind von Anfang an Wasserratten. Manche weinen beim Baden, andere versteifen sich oder zeigen deutlich, dass sie sich unwohl fühlen. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge.

Mögliche Gründe für Badeunlust

  • Das Wasser ist zu warm oder zu kalt
  • Der Raum ist zu kühl, das Baby friert beim Ausziehen
  • Die Bewegung vom Wickeltisch zur Wanne ist unangenehm
  • Das Gefühl der Schwerelosigkeit im Wasser ist ungewohnt
  • Hunger oder Müdigkeit – falscher Zeitpunkt
  • Zu viel Trubel, zu helles Licht, zu laute Geräusche
  • Das Baby vermisst die körperliche Nähe

Was du ausprobieren kannst

Pucken im Wasser: Wickle dein Baby in ein dünnes Mulltuch und lass es so ins Wasser gleiten. Das gibt Sicherheit und Begrenzung. Nach ein paar Minuten kannst du das Tuch vorsichtig öffnen.

Gemeinsam baden: Viele Babys entspannen sich, wenn sie mit Mama oder Papa in der Wanne liegen – Hautkontakt beruhigt.

Ruhige Atmosphäre: Dimme das Licht, sprich leise und beruhigend, vermeide hektische Bewegungen.

Langsam eingewöhnen: Beginne mit einer Katzenwäsche, dann nur die Füße ins Wasser, dann die Beine – steigere langsam.

Zeitpunkt wählen: Bade dein Baby, wenn es ausgeschlafen und satt ist, aber nicht unmittelbar nach dem Essen.

Wärme sicherstellen: Wärme das Handtuch vor (auf der Heizung oder im Trockner), heize das Badezimmer gut auf.

Alternativen nutzen: Wenn gar nichts hilft, ist das auch okay. Eine gründliche Wäsche mit dem Waschlappen erfüllt denselben Zweck. Viele Babys mögen das Baden später, wenn sie sitzen können und mit Spielzeug planschen dürfen.

Meine Tochter hat die ersten drei Monate beim Baden geweint – jedes Mal. Ich habe mich so hilflos gefühlt. Dann habe ich angefangen, mit ihr zusammen zu baden, und es war wie verwandelt. Sie kuschelte sich an mich, entspannte sich und genoss das warme Wasser plötzlich. Manchmal brauchen unsere Kleinen einfach unsere Nähe, um sich sicher zu fühlen.

Nadine Scheiner Redakteurin & Mama

🧼 Haare waschen: So klappt es ohne Tränen

Das Haarewaschen ist oft der unbeliebteste Teil des Badens – viele Babys und Kleinkinder mögen kein Wasser im Gesicht.

In den ersten Lebensmonaten

Neugeborene haben meist nur wenig Haar, das nicht täglich gewaschen werden muss. Ein- bis zweimal pro Woche reicht völlig aus. Verwende klares Wasser oder ein mildes Baby-Shampoo.

So geht's:

  • Halte den Kopf deines Babys über die Wanne, leicht nach hinten geneigt
  • Gieße mit der freien Hand vorsichtig Wasser über den Kopf – von vorne nach hinten
  • Massiere sanft mit den Fingerspitzen, auch über die Fontanelle (keine Angst, sie ist gut geschützt)
  • Spüle gründlich aus, sodass keine Seifenreste bleiben

Tipps für ältere Babys

Waschlappen aufs Gesicht: Viele Kinder finden es angenehmer, wenn sie beim Haarewaschen einen feuchten Waschlappen aufs Gesicht halten dürfen – so kommt kein Wasser in Augen und Nase.

Nach hinten spülen: Neige den Kopf nach hinten, nicht nach vorne, sodass das Wasser nach hinten abläuft.

Spezielle Hilfsmittel: Es gibt Shampoo-Schutzkappen, die wie ein Schirm um den Kopf gelegt werden und das Gesicht schützen.

Spielerisch ablenken: Singe Lieder, erzähle Geschichten, lass dein Kind ein Spielzeug halten.

"Tränenfreie" Shampoos: Verwende Produkte, die nicht in den Augen brennen – auch wenn trotzdem etwas hineinläuft.

Kopfgneis und Milchschorf

Viele Babys entwickeln in den ersten Lebenswochen gelbliche, schuppige Ablagerungen auf der Kopfhaut – den sogenannten Kopfgneis (nicht zu verwechseln mit Milchschorf, der meist später auftritt und mit Neurodermitis zusammenhängen kann).

Kopfgneis ist harmlos und verschwindet meist von selbst. Du kannst ihn behandeln, indem du vor dem Baden etwas Babyöl auf die Kopfhaut massierst, 30 Minuten einwirken lässt und die Schuppen dann beim Baden vorsichtig mit einer weichen Babybürste löst. Erzwinge nichts – was nicht von selbst abgeht, braucht noch Zeit.

🩺 Wann zum Arzt? Probleme beim oder nach dem Baden

In den meisten Fällen ist Baden völlig unproblematisch. Trotzdem gibt es Situationen, in denen du ärztlichen Rat einholen solltest.

Hautreaktionen nach dem Baden

Kontaktiere deinen Kinderarzt, wenn:

  • Die Haut nach dem Baden stark gerötet ist und nicht innerhalb von 30 Minuten abklingt
  • Ausschlag, Pusteln oder Bläschen auftreten
  • Die Haut extrem trocken wird, schuppt oder einreißt
  • Dein Baby sich ständig kratzt und die Haut wund wird
  • Anzeichen einer allergischen Reaktion auftreten (Schwellungen, Atembeschwerden)

Probleme mit dem Nabel

Suche einen Arzt auf, wenn:

  • Der Nabel auch nach 3 Wochen noch nicht abgeheilt ist
  • Die Nabelwunde nässt, eitert oder übel riecht
  • Die Haut um den Nabel gerötet, geschwollen oder heiß ist
  • Dein Baby Fieber entwickelt

Auffälliges Verhalten

Wenn dein Baby nach dem Baden:

  • Ungewöhnlich schläfrig oder schwer weckbar ist
  • Bläulich verfärbt bleibt (Lippen, Fingernägel)
  • Auffällig zittert oder krampft
  • Sich erbricht oder Durchfall bekommt
Symptom Mögliche Ursache Maßnahme
Trockene, schuppige Haut Zu häufiges Baden, zu heißes Wasser, austrocknende Produkte Seltener baden, rückfettende Pflege, Kinderarzt konsultieren
Rötungen in Hautfalten Nicht gründlich abgetrocknet, Pilzinfektion Gründlich trocknen, bei Verschlechterung zum Arzt
Ausschlag nach Baden Allergische Reaktion auf Badezusatz Produkt weglassen, nur klares Wasser, bei Verschlimmerung Arzt
Starkes Weinen beim Baden Wasser zu heiß/kalt, Angst, Unwohlsein Temperatur prüfen, Zeitpunkt ändern, Alternativen probieren
Nässender Nabel Noch nicht verheilt oder Infektion Trocken halten, Hebamme/Kinderarzt kontrollieren lassen

🌿 Natürliche Badezusätze und Hausmittel

Wenn du auf natürliche Pflege setzen möchtest, gibt es einige sanfte Hausmittel, die sich für Babys eignen – allerdings erst ab etwa 3 Monaten und in Maßen.

Muttermilch im Badewasser

Ein altbewährtes Hausmittel: Ein Schuss Muttermilch im Badewasser soll die Haut pflegen und beruhigen. Muttermilch enthält Fette und antibakterielle Substanzen. Wissenschaftlich ist die Wirkung nicht eindeutig belegt, aber schaden kann es nicht.

Haferflocken bei gereizter Haut

Bei sehr trockener oder gereizter Haut können fein gemahlene Haferflocken (Kolloidales Hafermehl) im Badewasser lindernd wirken. Gib etwa 2-3 Esslöffel in ein Baumwollsäckchen oder einen alten Strumpf und lass es im Badewasser ziehen. Haferflocken wirken beruhigend und juckreizlindernd.

Kamillenblüten

Kamille wirkt entzündungshemmend und beruhigend. Du kannst einen Aufguss aus Kamillenblüten (nicht Kamillentee aus Beuteln – der enthält oft Zusätze) zubereiten und ins Badewasser geben. Achtung: Manche Babys reagieren allergisch auf Kamille. Teste es zunächst an einer kleinen Hautstelle.

Mandelöl oder Olivenöl

Ein Teelöffel hochwertiges Mandel- oder Olivenöl im Badewasser pflegt trockene Haut. Achte darauf, dass die Wanne danach rutschig sein kann.

Wichtig: Auch natürliche Zusätze können Allergien oder Hautreizungen auslösen. Führe neue Produkte immer einzeln ein und beobachte die Reaktion deines Babys. Bei Unsicherheit frage deinen Kinderarzt.

🎉 Baden als Ritual: So wird es zur Wohlfühlzeit

Das Baden kann mehr sein als nur Körperpflege – es kann zu einem entspannenden Ritual werden, das euch beiden guttut.

Der richtige Zeitpunkt

Viele Eltern baden ihr Baby abends vor dem Schlafengehen. Das warme Wasser entspannt, macht müde und kann beim Einschlafen helfen. Andere Babys werden vom Baden eher wach und aktiv – dann ist der Vormittag oder frühe Nachmittag besser geeignet.

Finde heraus, was für euch passt, und bleibe dann dabei. Regelmäßige Abläufe geben Babys Sicherheit.

Rituale rund ums Baden

  • Immer gleicher Ablauf: Baden, abtrocknen, eincremen, anziehen, Gute-Nacht-Lied – Wiederholung schafft Vertrautheit
  • Massage nach dem Baden: Eine sanfte Babymassage mit warmem Öl entspannt zusätzlich
  • Ruhige Atmosphäre: Gedämpftes Licht, leise Musik oder deine Stimme schaffen Geborgenheit
  • Zeit nehmen: Plane genug Zeit ein, damit du nicht hetzen musst
  • Blickkontakt und Sprechen: Erkläre, was du tust, singe, lächle – das stärkt eure Bindung

Spielen im Wasser

Ab etwa 6 Monaten beginnen Babys, das Baden richtig zu genießen. Jetzt darf auch Spielzeug mit in die Wanne:

  • Schwimmende Enten oder Boote
  • Becher zum Schöpfen und Gießen
  • Wasserfeste Bücher
  • Spritzfiguren
  • Badewannenfarben (ab 1 Jahr)

Das Planschen fördert die Motorik, das Verständnis für Ursache und Wirkung und macht einfach Spaß.

🏊‍♀️ Babyschwimmen: Eine schöne Ergänzung

Viele Eltern fragen sich, ob Babyschwimmen eine gute Idee ist und ab wann es sinnvoll ist.

Ab wann ist Babyschwimmen möglich?

Die meisten Babyschwimm-Kurse nehmen Babys ab etwa 3-4 Monaten auf. Manche Angebote starten auch schon früher. Wichtig ist, dass dein Baby seinen Kopf schon einigermaßen halten kann und die Nabelwunde vollständig verheilt ist.

Vorteile von Babyschwimmen

  • Fördert die motorische Entwicklung
  • Stärkt die Eltern-Kind-Bindung
  • Gewöhnt ans Wasser und kann späteres Schwimmenlernen erleichtern
  • Macht vielen Babys großen Spaß
  • Kontakt zu anderen Eltern und Babys

Worauf achten?

  • Die Wassertemperatur sollte mindestens 32°C betragen
  • Beginne mit kurzen Einheiten (15-20 Minuten)
  • Dein Baby sollte gesund sein (keine Erkältung, kein Fieber)
  • Füttere dein Baby etwa 30-60 Minuten vor dem Schwimmen, nicht unmittelbar davor
  • Ziehe dein Baby danach warm an und vermeide Zugluft
  • Nicht alle Babys mögen Babyschwimmen – zwinge nichts

❓ Häufige Fragen

Kann ich mein Baby baden, wenn es Schnupfen hat?

Ja, bei einem leichten Schnupfen ohne Fieber kannst du dein Baby baden. Das warme Wasser und der Dampf können sogar helfen, die Atemwege zu befreien. Achte aber darauf, dass das Badezimmer gut beheizt ist und dein Baby nach dem Baden nicht auskühlt. Trockne es gründlich ab und ziehe es warm an. Bei Fieber, starkem Husten oder wenn dein Baby sehr schlapp ist, solltest du aufs Baden verzichten und nur eine Katzenwäsche machen.

Muss ich das Badewasser abkochen?

Nein, in Deutschland brauchst du Leitungswasser für das Baden nicht abzukochen. Unser Trinkwasser hat eine sehr gute Qualität und ist für Babys unbedenklich. Nur für die Zubereitung von Säuglingsnahrung solltest du in den ersten Lebensmonaten abgekochtes Wasser verwenden. Bei sehr alten Wasserleitungen oder wenn du unsicher bist, kannst du beim örtlichen Wasserwerk nachfragen oder das Wasser testen lassen.

Darf ich mein Baby nach dem Impfen baden?

Ja, Baden nach einer Impfung ist in der Regel kein Problem. Früher wurde oft davon abgeraten, aber nach heutigem Kenntnisstand spricht nichts dagegen. Die Einstichstelle darf nass werden. Wenn dein Baby nach der Impfung Fieber hat oder sehr quengelig ist, kann ein Bad sogar entspannend wirken. Reibe die Einstichstelle beim Abtrocknen nur vorsichtig trocken, nicht rubbeln.

Was mache ich, wenn Wasser in die Ohren kommt?

Das ist normalerweise kein Problem. Neige nach dem Baden den Kopf deines Babys sanft zur Seite, damit das Wasser ablaufen kann. Tupfe die Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen Tuch trocken – aber stecke niemals Wattestäbchen in den Gehörgang! Das Trommelfell schützt das Mittelohr, sodass beim normalen Baden kein Wasser ins Innenohr gelangen kann. Nur bei einer bestehenden Ohrentzündung oder einem Loch im Trommelfell solltest du vorsichtig sein und mit dem Kinderarzt sprechen.

Wie oft muss ich die Babywanne reinigen?

Spüle die Babywanne nach jedem Baden gründlich mit klarem Wasser aus und lass sie trocknen. Eine gründliche Reinigung mit mildem Spülmittel reicht einmal pro Woche. Aggressive Reiniger oder Desinfektionsmittel sind nicht nötig und können Rückstände hinterlassen, die die empfindliche Babyhaut reizen. Achte darauf, dass die Wanne zwischen den Bädern gut trocknet, damit sich kein Schimmel bildet.

Ab wann kann mein Baby in der großen Badewanne baden?

Das ist unterschiedlich und hängt davon ab, wie sicher du dich fühlst und wie gut dein Baby schon sitzen kann. Viele Eltern wechseln zwischen dem 6. und 9. Monat zur großen Wanne, wenn das Baby stabiler sitzt. Du kannst auch schon früher gemeinsam mit deinem Baby in die große Wanne – dann hast du es sicher im Arm. Verwende rutschfeste Unterlagen und lass dein Baby niemals unbeaufsichtigt, auch nicht für Sekunden.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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