Babykissen – Sinnvoll oder Gefährlich?
Auf einen Blick
- Babykissen sind in den ersten Lebensmonaten nicht empfehlenswert – Erstickungsgefahr!
- Ab etwa 1 Jahr kannst Du ein flaches, atmungsaktives Babykissen (40 x 60 cm) verwenden
- Wichtig: Waschbar bei 60°C, leicht, mit Steppung gegen Verrutschen der Füllung
Ein Kissen gehört für uns Erwachsene selbstverständlich ins Bett – aber gilt das auch für Dein Baby? Die Antwort ist nicht so einfach, wie Du vielleicht denkst. Denn was für uns bequem ist, kann für die Kleinsten sogar gefährlich werden. Hier erfährst Du, wann ein Babykissen sinnvoll ist und worauf Du beim Kauf unbedingt achten solltest.
🛏️ Warum Babys anfangs ohne Kissen schlafen sollten
In den ersten Lebensmonaten ist ein Kissen im Babybett tatsächlich ein Risiko. Dein Baby könnte das Kissen unbewusst über den Kopf ziehen und dadurch in Atemnot geraten oder im schlimmsten Fall ersticken. Um dem plötzlichen Kindstod vorzubeugen, gelten beim Babyschlaf besondere Sicherheitsregeln:
- Keine Kissen, Kuscheltiere oder Nestchen im Bett
- Schlafsack statt Decke verwenden
- Baby in Rückenlage schlafen legen
- Raumtemperatur und Schlafkleidung aufeinander abstimmen
Achtung: Verzichte in den ersten Lebensmonaten komplett auf ein Kissen im Babybett. Die Sicherheit Deines Babys geht immer vor Gemütlichkeit!
📅 Ab wann ist ein Babykissen sinnvoll?
Wenn Dein Baby etwas älter ist – etwa ab dem ersten Geburtstag – kannst Du beginnen, ein spezielles Babykissen zu verwenden. Wichtig ist dabei, dass es genau auf die Bedürfnisse Deines Kindes abgestimmt ist. Ab etwa drei Jahren ist Dein Kind auch im Schlaf in der Lage, sich von Gegenständen zu befreien, die auf dem Gesicht liegen – dann kannst Du auch zu einem etwas dickeren Kissen übergehen.
🔍 So erkennst Du ein gutes Babykissen
Ein Babykissen muss viele verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Nicht nur Größe und Material sind wichtig, sondern auch Gewicht und Pflegeleichtigkeit. Dein Baby sondert im Schlaf viel Speichel ab, daher sollte eine schnelle und unkomplizierte Reinigung jederzeit möglich sein.
Die richtige Größe und Form
Kaufe immer ein neues Babykissen, denn ein älteres Kissen hat möglicherweise die Form verloren und kann nicht mehr richtig stützen. Das kann zu Verspannungen und Nackenschmerzen führen. Selbst kleine Klümpchen oder Verformungen reichen aus, um Beschwerden zu verursachen – die Muskulatur Deines Babys ist noch nicht stark genug, um gegenzusteuern.
Das Babykissen sollte niemals breiter als das Bett sein und nur den Kopfbereich bedecken. Ein Babykissen mit den Maßen 40 x 60 cm ist ideal – es liegt locker im Bett und ist nicht eingeklemmt.
Tipp: Achte darauf, dass das Kissen recht flach ist. Ein zu dickes Kissen kann die natürliche Haltung der Wirbelsäule beeinträchtigen.
Das beste Material für die Füllung
Babykissen sind mit unterschiedlichsten Materialien gefüllt. Damit Du das Kissen schnell und einfach reinigen kannst, solltest Du Dich für ein Material entscheiden, das diese Voraussetzung erfüllt. Besonders gut ist es, wenn das Babykissen kochfest ist – so kannst Du hartnäckige Flecken oder Milben zuverlässig entfernen.
Besonders geeignet sind synthetische Füllungen:
- Latex oder Schaumstoff
- Polyester – sehr leicht, gut zu reinigen, formstabil
- Materialien mit Steppung, damit die Füllung nicht verrutscht
Achtung: Federkissen sind für Babys nur bedingt geeignet. Auch wenn sie sicher erscheinen – kein Hersteller gibt eine Garantie, dass nicht doch ein Federkiel durch das Material bohren kann. Die Federn könnten verschluckt oder eingeatmet werden.
Kissen mit Steppung sind besonders empfehlenswert. Die Steppung stellt sicher, dass das Innenmaterial nicht verrutscht und die Füllung gleichmäßig verteilt bleibt. So ist ein angenehmes Liegen jederzeit gewährleistet.
Bei beiden meinen Kindern habe ich erst ab dem ersten Geburtstag ein flaches Babykissen eingeführt – und auch nur, weil sie selbst danach verlangt haben. Sicherheit geht immer vor, auch wenn man als Mama manchmal denkt, ein Kissen wäre gemütlicher.
✨ Spezielle Babykissen für besondere Bedürfnisse
Neben dem klassischen Kopfkissen gibt es auch spezielle Babykissen für unterschiedliche Zwecke:
- Stillkissen – werden in den ersten Wochen gern als Begrenzung im Babybett verwendet
- Stützkissen – halten die seitliche Schlafposition des Babys
- Kopfstützen mit Vertiefung – speziell geformt, damit das Baby besonders sicher liegt
- Lagerungskissen – entwickelt, um Kopfverformungen durch langes Liegen in Rückenlage vorzubeugen oder entgegenzuwirken
🌸 Der richtige Kissenbezug macht den Unterschied
Für das Babykissen ist der Bezug das wichtigste Zubehör. Er wird meist in Kombination mit einem Bettdeckenbezug verkauft, ist aber auch einzeln erhältlich. Achte beim Kauf auf folgende Punkte:
- Passende Maße zum Kissen (meist 40 x 60 cm)
- Keine aufwendigen Stickereien oder Accessoires – jede Naht könnte stören
- Weich und atmungsaktiv
- Waschbar bei mindestens 60°C
- Hautfreundliches Material wie Baumwolle
Gut zu wissen: Der Kissenbezug sollte nicht als Dekoration dienen, sondern als funktionale Unterlage für den Kopf Deines Babys. Verzichte daher auf unnötige Verzierungen.
💰 Darauf solltest Du beim Kauf achten
Im Handel findest Du die verschiedensten Arten von Babykissen – unterschiedliche Größen, Füllungen und Härtegrade. Beim Kauf solltest Du auf folgende Kriterien achten:
- Nicht zu groß (40 x 60 cm ist ideal)
- Recht flach
- Hautfreundliches Material, das Allergien vermeidet
- Pflegeleicht und waschbar bei 60°C oder höher
- Weich und leicht
- Atmungsaktiv
- Mit Steppung gegen Verrutschen der Füllung
Tipp: Wenn Dein Baby das Kissen als störend empfindet, zwinge es nicht dazu. Versuche es einfach zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal – oft kommt der Wunsch nach einem Kissen von selbst.
🖤 Kann ich ein Babykissen selbst herstellen?
Wenn Du nähen kannst, ist es durchaus möglich, ein Babykissen selbst herzustellen. Dabei solltest Du jedoch nur natürliche Materialien wie Baumwolle verwenden und anschmiegsame Füllungen wie Hirse wählen. Wichtig ist, dass sich das Material an den Kopf Deines Babys anschmiegt und nicht kratzt. Achte auch hier auf eine gute Waschbarkeit und verwende keine Materialien, die Allergien auslösen könnten.
Häufig gestellte Fragen
Ist ein Babykissen für ein Neugeborenes empfehlenswert?
Nein, keinesfalls. In den ersten Wochen und Monaten ist ein Kissen noch nicht empfehlenswert, da Dein Baby das Kissen unbewusst über den Kopf ziehen und dadurch in Atemnot geraten oder sogar ersticken könnte.
Welche Besonderheiten weist ein Babykissen auf?
Das Kissen sollte leicht sein und sich gut reinigen lassen. Besonders geeignet sind Kissen mit Steppung – dadurch wird sichergestellt, dass das Innenmaterial nicht verrutscht und die Füllung gleichmäßig verteilt bleibt. So ist ein angenehmes Liegen jederzeit gewährleistet.
Kann ich ein gebrauchtes Kissen nutzen?
Auf keinen Fall solltest Du ein gebrauchtes Babykissen nutzen. Dieses hat meist seine Form schon verloren und das kann zu Verspannungen und Nackenschmerzen bei Deinem Baby führen.
Kann ich ein Babykissen selbst herstellen?
Wenn Du nähen kannst, kannst Du sicherlich auch ein Babykissen selbst herstellen. Dabei solltest Du jedoch nur natürliche Materialien wie Baumwolle und anschmiegsame Füllungen wie Hirse nutzen. Wichtig ist, dass sich das Material an den Kopf Deines Babys anschmiegt und nicht kratzt.
Gibt es auch spezielle Babykissen?
Ja, neben den sogenannten Flachkissen gibt es auch speziell für den Babykopf entwickelte Kissen. Diese werden mit dem Anspruch gefertigt, der Gefahr der Kopfverformung durch zu langes Liegen in der Rückenlage vorzubeugen oder bereits entstandenen Verformungen entgegenzuwirken.
Was mache ich, wenn mein Baby das Kissen nicht mag?
Wenn Dein Baby sich auf dem Kissen nicht wohlfühlt oder es als störend empfindet, zwinge es nicht dazu. Versuche es einfach zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal. Oft kommt der Wunsch nach einem Kissen mit der Zeit von Deinem Kind selbst.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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