Quetschies – Süßer Snack oder Zuckerbombe
Auf einen Blick
- Quetschies sind praktische Fruchtpüree-Beutel für unterwegs, aber nicht für den täglichen Verzehr geeignet
- Der hohe Fruchtzuckergehalt kann die Milchzähne angreifen – maximal ein Beutel pro Tag ist empfehlenswert
- Ab etwa 6-12 Monaten geeignet, wenn Dein Kind selbstständig saugen kann
Du kennst das sicher: Unterwegs quengelt Dein Kleines, der Hunger kommt plötzlich und ein schneller Snack muss her. Quetschies scheinen da die perfekte Lösung – praktisch, sauber, und die Kinder lieben sie. Aber sind die bunten Fruchtbeutel wirklich so gesund, wie sie aussehen? Lass uns gemeinsam einen ehrlichen Blick darauf werfen.
🍓 Was sind Quetschies eigentlich?
Quetschies sind kleine Beutel meist aus beschichtetem Kunststoff, die mit Fruchtpürees gefüllt sind. Oben ist eine Öffnung, ebenfalls meist aus Kunststoff, die mit einem Schraubverschluss verschlossen wird. Um an das Püree zu gelangen, wird der Verschluss geöffnet und der Inhalt durch Saugen oder Drücken in den Mund befördert. Daher sind die Beutel zum Quetschen vor allem bei kleinen Kindern so beliebt, da sie eigenständig und ohne Löffel an den Inhalt gelangen können.
Wie werden die Fruchtpürees hergestellt?
Die Herstellung der Fruchtpürees ist vergleichbar mit dem Verfahren, wie andere Pürees hergestellt werden. Ausgewählte Obstsorten werden fein zu einem Brei zerkleinert. Kerne werden, je nach Obstsorte, vorher entfernt oder gemeinsam mit der Frucht püriert, was häufig bei Beeren der Fall ist. Anschließend wird das Fruchtpüree durch ein feines Sieb passiert und in die Beutel abgefüllt. Je nach Produkt werden dem Fruchtpüree vorher noch Aromen oder Zucker zugesetzt.
Gut zu wissen: Die Beutel werden nach dem Abfüllen hoch erhitzt, um sie haltbar zu machen. Das schadet den Vitaminen nicht, tötet aber Mikroorganismen ab. Dadurch sind die Produkte mehrere Monate haltbar – sogar ohne Kühlung.
Haltbarkeit nach dem Öffnen
Ist ein Quetschie erst einmal geöffnet, muss er innerhalb kürzester Zeit verbraucht werden. Am besten wird ein Beutel innerhalb eines Tages verbraucht. Eine Aufbewahrung über mehrere Tage ist meist nicht empfehlenswert.
🥕 Woraus bestehen Quetschies?
Die ersten Quetschbeutel waren vorwiegend aus Fruchtpüree, mittlerweile gibt es aber auch weitere Zutaten wie verschiedenes Gemüse. Daneben finden sich in den Beuteln oft auch noch weitere Zusätze wie Aromen oder Fruchtsaftkonzentrate. Nicht selten ist in den Beuteln auch zusätzlicher Zucker zugesetzt. Bedingt ist eine kleine Menge raffinierter Zucker durchaus bei der Verdauung von Fruchtzucker förderlich. Zu viel zusätzlicher Zucker sollte jedoch nicht zugesetzt werden. Bio-Quetschbeutel sind hingegen oft frei von Zusatzstoffen, hier kommt tatsächlich nur das Püree in den Beutel.
Quetschies mit Obst
Hauptbestandteil der Quetschbeutel ist in der Regel Obst. Es werden beispielsweise süße Erdbeeren mit etwas säuerlichen Äpfeln kombiniert, wodurch ein fruchtig süßer Mix entsteht, der bei den Kindern sehr beliebt ist. Grundsätzlich sind für die Produkte alle Obstsorten denkbar, die Hersteller beschränken sich aber auf gängige Obstsorten. Dazu gehören beispielsweise verschiedene Beeren wie Himbeeren, Brombeeren oder Erdbeeren, Äpfel, Bananen sowie Früchte mit einem eher geringen Fruchtsäuregehalt.
Quetschies mit Obst und Gemüse
Neben Fruchtbeuteln ausschließlich mit Obst, wird immer häufiger auch verschiedenes Gemüse verwendet. Das Gemüse mit seinen Ballaststoffen ist ein sehr guter Ausgleich zum Fruchtzucker.
Tipp: Wähle am besten Produkte mit Gemüseanteil – die haben weniger Fruchtzucker und mehr Ballaststoffe. Ideal sind Bio-Varianten ohne künstliche Zusätze.
👶 Ab welchem Alter sind Quetschies geeignet?
Ein Quetschie ist vergleichbar mit einem Obstbrei in Gläsern. In beiden Fällen ist das Fruchtmus nicht für ein Baby geeignet. Zum einen kann ein Baby mit dem Quetschie noch nicht umgehen, zum anderen ist der Gehalt an Fruchtsäure oft sehr hoch, was die Zähne von einem Baby angreifen kann. Etwa ab dem sechsten bis zwölften Lebensmonat kann einem Baby Fruchtmus gegeben werden. In der Regel bekommen Kinder ein Quetschie aber erst viel später, weil es dazu gedacht ist, dass sie selbst den Inhalt auslutschen. Solange Kinder zahnen, ist die Kunststofföffnung oft zu hart für den empfindlichen Mundraum.
Ich gebe meinen Kindern Quetschies nur für unterwegs – als Notfall-Snack sozusagen. Zuhause gibt's lieber frisches Obst zum Kauen, das ist besser für die Zähne und die Kieferentwicklung.
Wie viele Beutel sind pro Tag gesund?
Ein Quetschie hat in der Regel einen sehr hohen Anteil an Zucker. Dabei handelt es sich bei einem Bio-Produkt nicht um künstlichen Zucker, sondern um natürlichen Fruchtzucker. Selbst wenn Obst als gesund gilt, kann zu viel Fruchtzucker den Zähnen von einem Baby schaden. Die Milchzähne von Kindern reagieren empfindlich auf zu viel Zucker, weshalb ein Quetschie einem Kind gelegentlich gegeben werden kann, als tägliche Mahlzeit ist es jedoch nicht geeignet.
⚠️ Ist das Fruchtmus schädlich?
Wie jedes Lebensmittel gilt auch bei einem Quetschie, solange es im vernünftigen Maß gegessen wird, spricht nichts dagegen. Du solltest allerdings bedenken, dass in einem Beutel eine große Menge Obst enthalten ist. Würde diese Menge vor den Kindern auf dem Teller liegen, können sie es so oft gar nicht essen. Daher ist es sinnvoller lieber Produkte zu wählen, mit einem geringen Inhalt.
Achtung: In einem einzigen Quetschie steckt oft so viel Obst, wie Dein Kind normalerweise nicht auf einmal essen würde. Achte auf kleinere Portionsgrößen und den Zuckergehalt auf der Verpackung.
Auf den Zuckergehalt achten!
Wenn Du ein Quetschie für Kinder kaufst, dann solltest Du darauf achten, wie hoch der Zuckergehalt ist. Dieser sollte möglichst gering sein, weshalb Produkte, die mit Gemüse kombiniert wurden, meist die bessere Wahl sind. Ideal ist es, wenn für das Fruchtmus Bio-Gemüse verwendet wurde und natürlich auf künstliche Zusätze wie Aromen oder Konservierungsstoffe verzichtet wurde.
🏠 Kann man Quetschies selber machen?
Du kannst ein Quetschie für Kinder auch selbst machen. Wichtig dafür ist, Bio-Produkte zu verwenden. Das Fruchtmus wird ganz normal zubereitet und anschließend in ein Quetschie, das wiederbefüllbar ist, abgefüllt. Ein Quetschbeutel aus dem Handel, der bereits geleert wurde, ist in der Regel dafür nicht geeignet. Es gibt aber eigene Quetschiebeutel, die gut zu reinigen sind.
Worauf ist bei selbst gemachten Quetschbeuteln besonders zu achten?
Vor allem beim Quetschbeutel, der wiederverwendet wird, sollte auf Sauberkeit geachtet werden. Nach der Verwendung sollten die Beutel möglichst rasch gereinigt werden. Wer selbst ein Quetschie für Kinder macht, der sollte bedenken, dass die Haltbarkeit von diesen Produkten extrem kurz ist. Im Haushalt gibt es nicht die Möglichkeit die Beutel gleichermaßen zu sterilisieren, wie es die Industrie kann. Gekühlt ist das Mus einige Tage haltbar, ohne Kühlung sollte es innerhalb eines Tages verzehrt werden.
Tipp: Selbstgemachte Quetschies kannst Du auch mit Getreideflocken oder als flüssigen Smoothie abfüllen. So hast Du die volle Kontrolle über die Zutaten und kannst den Zuckergehalt selbst bestimmen.
Selbstgemachte Quetschies nicht nur mit Obst und Gemüse?
Ein selbstgemachtes Quetschie für Kinder kannst Du unterschiedlich zusammenstellen. Du kannst sogar flüssige Smoothies abfüllen oder den Brei mit Getreideflocken ergänzen bzw. Getreideflocken mit pürieren. Der Vorteil von einem selbst gemachten Quetschie ist, dass auch ein Mus für ein Baby unterwegs sicher und platzsparend zu transportieren ist. Du kannst selbst bestimmen, was hinein kommt und kannst Bio-Produkte, die gesund sind, wählen oder nicht ausschließlich Obst mit viel Fruchtzucker verwenden.
✈️ Welche Vorteile haben Quetschies?
Kinder haben die Quetschbeutel deshalb so gerne, weil er ein idealer Snack für zwischendurch ist. Der Fruchtzucker ist in geringen Mengen gesund und gibt neue Energie. Eltern sollten daher darauf achten, dass Kinder nicht unmittelbar vor Schlafenszeiten noch ein Fruchtmus essen, denn der Zucker kann dafür sorgen, dass zu viel Energie vorhanden ist und die Kinder nicht schlafen können.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Praktisch für unterwegs – kein Löffel nötig
- Bruchsicher im Gegensatz zu Gläschen
- Als Babynahrung im Flugzeug als Handgepäck erlaubt
- Lange haltbar ohne Kühlung
- Kinder können sie selbstständig essen
Quetschbeutel auch als Handgepäck im Flugzeug erlaubt!
Einen großen Pluspunkt haben die Beutel auf Reisen. Sie gelten beispielsweise als Nahrung für ein Baby und können im Flugzeug als Handgepäck mitgenommen werden. Die Beutel sind sicherer als die Gläschen für ein Baby, da sie nicht zu Bruch gehen können.
Quetschbeutel als fruchtiger Snack auch für Erwachsene!
Nicht nur Kinder mögen Quetschies, auch Erwachsene mögen die Fruchtbeutel. Für sie sind kleinere Mengen ebenfalls gesund, vor allem, weil viele Erwachsene zu wenig Obst essen. Damit es aber gesund bleibt, sollte drauf geachtet werden, wie viel Zucker enthalten ist und ob Bio-Produkte verwendet wurden.
Häufig gestellte Fragen
Ab wann darf mein Baby Quetschies essen?
Etwa ab dem 6. bis 12. Lebensmonat kann Dein Baby Fruchtmus bekommen. Für das selbstständige Lutschen aus dem Quetschie sollte Dein Kind aber sicher sitzen und gut saugen können – das ist meist erst später der Fall. Während der Zahnungsphase ist die Kunststofföffnung oft zu hart für den empfindlichen Mundraum.
Wie viele Quetschies darf mein Kind pro Tag essen?
Maximal ein Quetschie pro Tag ist empfehlenswert. Der hohe Fruchtzuckergehalt kann die Milchzähne angreifen, auch wenn es sich um natürlichen Zucker handelt. Als tägliche Mahlzeit sind Quetschies nicht geeignet – besser als gelegentlicher Snack für unterwegs.
Sind selbstgemachte Quetschies gesünder als gekaufte?
Ja, bei selbstgemachten Quetschies hast Du die volle Kontrolle über die Zutaten. Du kannst Bio-Produkte verwenden, den Zuckergehalt bestimmen und auf Zusatzstoffe verzichten. Beachte aber: Selbstgemachte Quetschies sind nur wenige Tage gekühlt haltbar und sollten ohne Kühlung innerhalb eines Tages verbraucht werden.
Worauf sollte ich beim Kauf von Quetschies achten?
Achte auf einen möglichst geringen Zuckergehalt und wähle Produkte mit Gemüseanteil – die haben mehr Ballaststoffe und weniger Fruchtzucker. Ideal sind Bio-Varianten ohne künstliche Aromen oder Konservierungsstoffe. Kleinere Portionsgrößen sind besser als große Beutel.
Wie lange ist ein geöffneter Quetschie haltbar?
Ein geöffneter Quetschie sollte innerhalb eines Tages verbraucht werden. Ungeöffnet sind die Beutel durch die thermische Konservierung mehrere Monate haltbar, auch ohne Kühlung. Sie vertragen sogar Hitze verhältnismäßig gut, sollten aber nicht in der prallen Sonne liegen.
Darf ich Quetschies mit ins Flugzeug nehmen?
Ja, Quetschies gelten als Babynahrung und dürfen im Flugzeug als Handgepäck mitgenommen werden. Das ist ein großer Vorteil gegenüber Gläschen, die zu Bruch gehen können. Perfekt für Reisen mit kleinen Kindern!
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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