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Taschengeld Ratgeber – Ab wann wie viel für mein Kind?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 27.05.2026 Lesezeit 6 Min.
Taschengeld Ratgeber – Ab wann wie viel für mein Kind?

Auf einen Blick

  • Taschengeld hilft Kindern, den verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu lernen
  • Bis 9 Jahre wöchentlich auszahlen, ab 10 Jahren monatlich
  • Kleidung, Essen und Schulbedarf werden weiterhin von den Eltern bezahlt

Irgendwann ist es soweit: Dein Kind möchte sich kleine Wünsche selbst erfüllen und eigene Entscheidungen treffen. Taschengeld ist der erste Schritt in die finanzielle Selbstständigkeit – doch wie viel ist richtig? Und wie bringst Du Deinem Kind bei, klug damit umzugehen? Hier findest Du alle wichtigen Antworten.

💰 Wie viel Taschengeld ist angemessen?

Die Höhe des Taschengeldes hängt vom Alter Deines Kindes ab. Dabei handelt es sich um Richtwerte – Du entscheidest natürlich selbst, was für Deine Familie passt.

Für Kinder zwischen 4 und 9 Jahren

In diesem Alter ist eine wöchentliche Auszahlung sinnvoll, da es Kindern noch schwerfällt, über einen ganzen Monat hinweg zu planen.

  • 4 bis 5 Jahre: 0,50 EUR
  • 6 bis 7 Jahre: 1,50 bis 2,00 EUR
  • 8 bis 9 Jahre: 2,00 bis 3,00 EUR

Tipp: Gib das Taschengeld immer am gleichen Wochentag aus – so entwickelt Dein Kind ein Gefühl für regelmäßige Einnahmen.

Für Kinder zwischen 10 und 18 Jahren

Ab 10 Jahren kannst Du auf monatliche Auszahlung umstellen. So lernt Dein Kind, auch über längere Zeiträume zu planen.

  • 10 bis 11 Jahre: 10,00 bis 13,00 EUR
  • 12 bis 13 Jahre: 18,00 bis 22,00 EUR
  • 14 bis 15 Jahre: 25,00 bis 30,00 EUR
  • 16 bis 17 Jahre: 35,00 bis 45,00 EUR
  • 18 Jahre: 70,00 EUR

🛍️ Wofür darf das Taschengeld ausgegeben werden?

Besprich mit Deinem Kind in Ruhe, wofür es sein Taschengeld verwenden darf. Die Wünsche Deines Kindes stehen dabei im Mittelpunkt. Typische Ausgaben sind:

  • Spielzeug und Spiele
  • Süßigkeiten und kleine Snacks
  • Bücher, Zeitschriften oder Comics
  • Freizeitaktivitäten wie Zoo- oder Kinobesuche

Achtung: Kleidung, Essen und Schulbedarf gehören zu den Grundbedürfnissen und werden weiterhin von Dir bezahlt – nicht vom Taschengeld Deines Kindes.

Taschengeld sollte niemals als Belohnung oder Strafe eingesetzt werden. Nur wenn Kinder verlässlich mit ihrem Geld planen können, lernen sie den richtigen Umgang damit.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🚫 Taschengeld niemals als Druckmittel einsetzen

Taschengeld darf nie instrumentalisiert werden. Das bedeutet konkret:

  • Kein Taschengeld-Entzug als Strafe für schlechtes Benehmen
  • Keine Erhöhung als Belohnung für gute Noten
  • Keine Koppelung an Hausarbeiten oder Leistungen

Solche Maßnahmen wirken sich negativ auf den richtigen Umgang mit Geld aus und vermitteln falsche Werte.

💪 Wenn das Geld zu schnell weg ist

Zu Beginn gehören kleine Pannen einfach dazu. Vielleicht hat Dein Kind sein ganzes Taschengeld für Süßigkeiten ausgegeben und kann sich jetzt das gewünschte Spielzeug nicht mehr leisten.

In solchen Momenten kannst Du Deinem Kind tröstend zur Seite stehen und gemeinsam überlegen, wie es beim nächsten Mal besser planen kann. Wichtig: Gib auf keinen Fall aus Mitleid zusätzliches Geld. Sonst lernt Dein Kind nur, dass es bei Fehlern einfach Nachschub bekommt – und das ist definitiv der falsche Weg.

Gut zu wissen: Fehler beim Umgang mit Taschengeld sind wichtige Lernerfahrungen. Nur so entwickelt Dein Kind ein Gefühl für den Wert von Geld.

🐷 So animierst Du Dein Kind zum Sparen

Kinder sind oft ungeduldig und möchten ein bestimmtes Spielzeug, eine Konsole oder ein neues Fahrrad am liebsten sofort haben. Hier kannst Du ansetzen und zeigen, dass Sparen sich lohnt.

Erkläre Deinem Kind, dass es einen Teil seines Taschengeldes zur Seite legen kann, um sich nach einer gewissen Zeit einen größeren Wunsch zu erfüllen. Bei jüngeren Kindern ist eine Spardose ein guter Einstieg.

Tipp: Lass Dein Kind die Spardose selbst aussuchen und eigenständig entscheiden, wie viel es sparen möchte. So bleibt die Motivation hoch.

🤝 Wenn Dein Kind Geld verleiht oder Schulden macht

Viele Eltern machen sich Sorgen, wenn das Kind Klassenkameraden Geld leiht oder selbst Schulden macht. Zunächst solltest Du Deinem Kind vertrauen.

Verleiht Dein Kind aber öfter sein Taschengeld und bekommt es nicht zurück, oder macht es zu hohe Schulden, ist ein ausführliches Gespräch wichtig. Sucht gemeinsam nach Lösungen und beziehe auch die Ideen Deines Kindes mit ein. Nur so kann es aus der Situation lernen und solche Fehler künftig vermeiden.

🛒 Gemeinsam shoppen gehen

Es kann sehr sinnvoll sein, wenn Du mit Deinem Kind zusammen einkaufen gehst. So zeigst Du ihm:

  • Wie man das Preis-Leistungs-Verhältnis verschiedener Waren vergleicht
  • Dass man ruhig Fachverkäufer ansprechen kann, wenn Fragen auftauchen
  • Wie man gezielt nach bestimmten Artikeln sucht

Alles in allem ist wichtig, dass Du mit Deinem Kind im Gespräch bleibst und immer ein Auge auf den Umgang mit dem Taschengeld hast. So könnt ihr auftretende Probleme rechtzeitig besprechen und gemeinsam Lösungen finden.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter sollte mein Kind Taschengeld bekommen?

Ab etwa 4 bis 5 Jahren kannst Du mit einem kleinen wöchentlichen Taschengeld von 0,50 EUR beginnen. In diesem Alter entwickeln Kinder ein erstes Verständnis für Geld.

Sollte ich das Taschengeld erhöhen, wenn mein Kind gute Noten schreibt?

Nein, Taschengeld sollte niemals an Leistungen oder Verhalten gekoppelt werden. Das vermittelt falsche Werte und beeinträchtigt den gesunden Umgang mit Geld.

Was mache ich, wenn mein Kind sein Taschengeld immer sofort ausgibt?

Sprich mit Deinem Kind über seine Wünsche und erkläre den Wert des Sparens. Eine Spardose kann helfen, größere Ziele zu visualisieren. Wichtig: Gib kein zusätzliches Geld, wenn das Taschengeld aufgebraucht ist.

Muss mein Kind von seinem Taschengeld auch Schulsachen kaufen?

Nein, Schulbedarf gehört zu den Grundbedürfnissen und wird weiterhin von Dir als Elternteil bezahlt. Das Gleiche gilt für Kleidung und Essen.

Wie oft sollte ich die Höhe des Taschengeldes anpassen?

Eine Anpassung macht Sinn, wenn Dein Kind in die nächste Altersgruppe kommt oder sich die familiäre Situation ändert. Orientiere Dich an den Richtwerten, aber entscheide individuell nach Euren Möglichkeiten.

Was tue ich, wenn mein Kind ständig Geld von Freunden leiht?

Setze Dich mit Deinem Kind zusammen und sprich offen über die Situation. Findet gemeinsam heraus, warum das Taschengeld nicht reicht und sucht nach Lösungen. Beziehe auch die Ideen Deines Kindes mit ein.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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