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Gefahren im Internet für Kinder: Expertenrat für mehr Online-Sicherheit

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 12.03.2026 Lesezeit 19 Min.
Gefahren im Internet für Kinder: Expertenrat für mehr Online-Sicherheit

Auf einen Blick

  • Alle halbe Sekunde geht ein Kind zum ersten Mal online – 2023 wurden 7.645 Verstöße gegen den Kinder- und Jugendschutz gemeldet
  • 90% der Teenager haben bereits Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht, jedes fünfte Kind wurde bereits Opfer
  • Technische Schutzmaßnahmen allein reichen nicht – offene Gespräche und Medienkompetenz sind der wichtigste Schutz

Das Smartphone Deines Kindes piept, es schaut drauf – und plötzlich wirkt es verstört. Als Mama kennst Du diesen Moment vielleicht: Die digitale Welt bietet unseren Kindern unendliche Möglichkeiten, birgt aber auch echte Gefahren. Von Cybermobbing über Kostenfallen bis hin zu gefährlichen Kontakten – die Risiken sind real und nehmen zu. Doch mit dem richtigen Wissen kannst Du Dein Kind schützen, ohne ihm die positiven Seiten des Internets vorzuenthalten.

🔍 Was Kinder im Internet besonders gefährdet

Das digitale Zeitalter konfrontiert unsere Kinder mit Risiken, die wir als Eltern oft kaum überblicken können. Besonders alarmierend: Im Jahr 2023 wurden 7.645 Verstöße gegen den Kinder- und Jugendschutz im Internet registriert – 282 mehr als im Vorjahr. Alle halbe Sekunde geht zum ersten Mal ein Kind online – eine erschreckende Statistik von UNICEF.

Ungeeignete Inhalte wie Gewalt oder Pornografie

Die virtuelle Welt ist für Kinder ein gefährliches Terrain, da ungeeignete Inhalte nur einen Mausklick entfernt sind. Besonders beunruhigend: 42% der 12- bis 14-Jährigen und sogar 65% der 15- bis 17-Jährigen kamen innerhalb eines Jahres mit sexuellen Darstellungen in Kontakt. Kinder sehen durchschnittlich bereits mit elf Jahren erstmals pornografische Inhalte.

Der Zugang zu Gewaltdarstellungen ist erschreckend einfach: 6% der Jugendlichen schauen sich täglich oder mehrmals wöchentlich brutale Videos an. Die Folgen sind gravierend – gewalttätige Szenen können bei Kindern Angstzustände auslösen, während der Konsum von Pornografie ihre Entwicklung und ihr Verständnis von Beziehungen nachhaltig verzerrt.

Achtung: 25% der Jugendlichen berichten von ungewolltem Kontakt mit pornografischen Inhalten. Manchmal werden solche Inhalte sogar als "Mutproben" unter Gleichaltrigen weitergeleitet.

Kontakt zu Fremden und Cybergrooming

Eine der heimtückischsten Gefahren ist Cybergrooming – die gezielte Anbahnung sexueller Kontakte mit Minderjährigen. Die Täter gehen dabei erschreckend systematisch vor: Sie geben sich in Chats oder Online-Communities als Gleichaltrige aus oder als verständnisvolle Erwachsene mit ähnlichen Interessen.

Das Ziel dieser Manipulation ist es, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. In vielen Fällen bringen sie die Minderjährigen dazu, freizügige Selbstporträts zu senden, die dann als Druckmittel eingesetzt werden. Besonders alarmierend: 3% der Jugendlichen haben bereits mindestens einmal Sextortion (Erpressung mit erotischen Medien) erlebt.

Warnzeichen für Cybergrooming sind besonders:

  • Der Chatpartner fragt, ob das Kind alleine chattet
  • Die Aufforderung, die Webcam einzuschalten, während der Partner seine ausgeschaltet lässt
  • Nachfragen nach persönlichen Daten und Bildern
  • Bitten, den Chat geheim zu halten, besonders vor den Eltern

Gut zu wissen: In Deutschland ist Cybergrooming als Begehungsform des sexuellen Missbrauchs von Kindern strafbar und kann mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet werden. Bereits die bloße Kontaktaufnahme mit der Absicht, das Kind zu sexuellen Handlungen zu bringen, ist strafbar.

Verbreitung von Hass und Extremismus

Extremistische Gruppen nutzen zunehmend das Internet, um gezielt Kinder und Jugendliche für ihre Ideologien zu gewinnen. Rechtsextreme Inhalte im Netz bestehen laut eines Reports von jugendschutz.net vor allem aus rassistischer Hetze gegen Geflüchtete, Falschmeldungen, drastischen Gewaltszenen als Propaganda und Verschwörungstheorien.

Besonders besorgniserregend: Junge Menschen glauben eher als ältere Generationen schädliche Mythen über beispielsweise jüdische Macht oder den Holocaust. Dank der algorithmischen Verstärkung auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) oder TikTok werden Jugendlichen ähnliche Inhalte vorgeschlagen wie diejenigen, bei denen sie viel Zeit verbringen – was dazu führen kann, dass sie immer tiefer in extremistische Netzwerke eintauchen.

💔 Cybermobbing: Wenn das Netz zum Albtraum wird

Cybermobbing zählt zu den besonders schwerwiegenden Gefahren im Internet für Kinder. Laut aktuellen Studien wurde bereits jede fünfte Schülerin bzw. jeder fünfte Schüler (16,7 Prozent) zwischen acht und 21 Jahren Opfer von Cybermobbing. Was die Situation besonders problematisch macht: Die digitale Belästigung findet nicht nur in der Schule statt, sondern verfolgt die Betroffenen bis nach Hause.

Wie Cybermobbing entsteht

Im Gegensatz zum klassischen Mobbing auf dem Schulhof kennt Cybermobbing weder räumliche noch zeitliche Grenzen. Die Täter können ihr Opfer jederzeit und von überall attackieren, während sie selbst im Schutz der Anonymität agieren. Erschreckend: Der häufigste Grund für Cybermobbing ist schlichtweg Langeweile.

Der zweitwichtigste Grund ist noch beunruhigender: "Nur zum Spaß". Hierbei geht es nicht um freundschaftliches Necken, sondern um aktives Mobben, Beleidigen und Stalken – ausschließlich zur eigenen Belustigung. Andere häufige Motive sind:

  • "Weil andere das auch machen" (Gruppenzwang)
  • "Weil die Person es verdient hat"
  • "Zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls"
  • "Aus Langeweile oder Neid"

Als Mutter von zwei Kindern weiß ich: Die digitale Welt macht uns Angst, weil wir sie nicht komplett kontrollieren können. Aber genau deshalb ist es so wichtig, unseren Kindern beizubringen, wie sie sich selbst schützen können – mit offenen Gesprächen statt Verboten.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Anzeichen erkennen und richtig reagieren

Als Mama ist es wichtig, auf subtile Veränderungen im Verhalten Deines Kindes zu achten. Typische Warnzeichen, dass ein Kind von Cybermobbing betroffen sein könnte:

  1. Verhaltensänderungen: Das Kind wird verschlossener, zurückhaltender oder wirkt niedergeschlagen
  2. Schulische Probleme: Plötzlicher Leistungsabfall und Konzentrationsschwierigkeiten
  3. Vermeidungsverhalten: Das Kind möchte nicht mehr zur Schule oder zu Freizeitaktivitäten gehen
  4. Körperliche Symptome: Kopf- oder Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen
  5. Auffälliges Medienverhalten: Das Kind schließt Internetanwendungen, sobald Du den Raum betrittst, oder wirkt nach dem Blick aufs Smartphone verstört

Tipp: Wenn Du solche Anzeichen bemerkst, frage behutsam nach und reagiere nicht impulsiv. Gib Deinem Kind Rückhalt und verdeutliche, dass es keine Schuld trägt. Dokumentiere alle Vorfälle mit Screenshots – das kann später wichtig werden.

Falls das Cybermobbing im schulischen Umfeld stattfindet, solltest Du das Gespräch mit der Klassenlehrperson oder dem Schulsozialdienst suchen. Die Schule kann mit bewährten Interventionsmethoden wie dem "No Blame Approach" reagieren – ein lösungsorientierter Ansatz, bei dem auf Schuldzuweisungen verzichtet wird.

In schwerwiegenden Fällen ist professionelle Hilfe unerlässlich. Beratungsstellen wie die "Nummer gegen Kummer" (116 111) bieten kostenlose und anonyme Unterstützung. Überlege auch mit Deinem Kind, ob eine Anzeige erstattet werden soll, denn alles, was offline strafbar ist – Nötigung, Erpressung, Drohungen – ist es auch online.

🔐 Gefahren durch Datenweitergabe und Privatsphäre

Im digitalen Alltag hinterlassen Kinder unzählige Datenspuren – oft ohne sich dessen bewusst zu sein. Besonders alarmierend: 96 Prozent aller 12- bis 19-Jährigen besitzen ein eigenes Smartphone, mit dem sie täglich Daten erzeugen und teilen.

Was Kinder unbewusst preisgeben

Die digitale Welt ist darauf ausgelegt, möglichst viele Daten zu erfassen – einerseits zur Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit, hauptsächlich jedoch, um Geld zu verdienen. Kinder werden dabei auf verschiedene Weise zur Preisgabe persönlicher Daten verleitet:

  • Bei Registrierungen und Anmeldungen: Vollständiger Name, Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse werden abgefragt
  • In Sozialen Netzwerken: Kinder posten Texte, Fotos und Videos, die Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit zulassen
  • Beim Surfen und Spielen: Nutzungsdaten wie Besuchsdauer, aufgerufene Seiten und sogar Standortdaten werden im Hintergrund erfasst
  • In Chats und Messenger-Diensten: Hier werden oft unbedacht persönliche Informationen geteilt

Besonders problematisch: Auch beliebte Spiele-Apps für Kinder erheben häufig mehr Daten als für das Spiel notwendig wäre. Selbst bekannte Spiele wie "Pokémon Go" oder "Minecraft" sammeln übermäßig viele Daten und geben diese an Werbenetzwerke weiter.

Warum harmlose Infos gefährlich werden können

Was auf den ersten Blick harmlos erscheint, kann schwerwiegende Folgen haben. Das Internet vergisst nicht – was einmal hochgeladen wurde, lässt sich kaum mehr vollständig entfernen.

Die Konsequenzen unbedachter Datenweitergabe sind vielfältig:

Identitätsrisiken: Nachname, Adresse, Telefonnummer und Schulangaben ermöglichen Rückschlüsse auf die Person. Sind diese Informationen einmal über das Smartphone verschickt oder im Internet veröffentlicht, können auch Fremde darauf zugreifen. Dies macht Kinder anfällig für Cybergrooming oder Belästigung.

Kommerzielle Ausbeutung: Nicht selten werden beim Surfen personenbezogene Daten wie das Surfverhalten erfasst, sodass Warenangebote gezielt auf junge Nutzer zugeschnitten werden können. Insbesondere bei Gewinnspielen geben Kinder oft bereitwillig ihre Daten preis, ohne die Folgen zu bedenken.

Langzeitfolgen: Es ist nahezu unmöglich, persönliche Informationen vollständig aus dem Internet zu entfernen – das Internet hat ein langes Gedächtnis. Selbst wenn ein Kind ein Video wieder löscht, können andere es bereits kopiert haben und anderswo wieder zeigen.

Achtung: Die im Internet veröffentlichten Daten bieten eine beliebte Angriffsfläche für Cybermobbing. Einmal geteilte peinliche Fotos oder private Informationen können zum Ausgangspunkt für Belästigungen werden.

🖥️ Technische Risiken: Viren, Phishing und Co.

Der Weg für Schadsoftware auf die Geräte unserer Kinder ist erschreckend einfach. Bereits durch den bloßen Besuch bestimmter Webseiten können Computer mit bösartigen Programmen wie Viren, Würmern oder Trojanern infiziert werden. Daneben locken Cyberkriminelle mit täuschend echten Downloads angeblicher Spiele, hinter denen sich tatsächlich Malware verbirgt.

Laut Sicherheitsexperten nutzen Angreifer dabei verschiedene Einfallstore:

  • Infizierte E-Mails oder elektronische Nachrichten
  • Unsichere Downloads, besonders bei Spielen
  • Links in Chats oder Messengern, selbst wenn diese scheinbar von Freunden kommen
  • Kostenlose Software-Download-Bundles
  • USB-Sticks mit infizierter Firmware

Die Folgen einer Infektion sind weitreichend: Ein Virus kann nicht nur das Gerät lahmlegen, sondern mittels Trojaner werden auch persönliche Daten ausgespäht. In besonders schweren Fällen kann Ransomware den Zugriff auf den Computer blockieren und erst nach Zahlung eines Lösegelds wieder freigeben.

Phishing erkennen und vermeiden

Phishing zählt zu den gefährlichsten Bedrohungen im digitalen Alltag. Dabei geben sich Betrüger als vertrauenswürdige Absender aus, um nach persönlichen Informationen zu "fischen". Besonders beunruhigend: Mit weniger Erfahrung in der digitalen Welt sind Kinder deutlich anfälliger für diese Cyberangriffe.

Folgende Warnzeichen solltest Du Deinem Kind beibringen:

  1. Dringlichkeit: Nachrichten, die sofortiges Handeln fordern
  2. Unerwartete Anfragen, selbst wenn sie von vertrauten Absendern zu kommen scheinen
  3. Grammatik- und Rechtschreibfehler sowie unpersönliche Anreden
  4. Verdächtige Links oder Aufforderungen zur Eingabe persönlicher Daten

Tipp: Erkläre Deinem Kind, was Computerschädlinge sind und welche Konsequenzen eine Infektion haben kann – bis hin zum Verlust sämtlicher Daten, Fotos und Spiele. Richtet gemeinsam Accounts sicher ein und besprecht potenzielle Gefahren.

💰 Kostenfallen und Abzocke in Spielen und Apps

"Kostenlos spielen" – dieses Versprechen lockt viele Kinder bei Apps und Spielen. Dahinter verbirgt sich jedoch häufig ein lukratives Geschäftsmodell, das zu den größten finanziellen Gefahren im Internet für Kinder zählt. Während der Download tatsächlich nichts kostet, warten im Spiel selbst zahlreiche Verlockungen, die schnell ins Geld gehen können.

In-App-Käufe und versteckte Abos

Das Prinzip der sogenannten "Free-to-Play"-Spiele ist einfach: Der Einstieg ist kostenlos und unkompliziert. Innerhalb des Spiels werden jedoch Zusatzinhalte angeboten, die echtes Geld kosten und darauf abzielen, Einschränkungen wie Wartezeiten aufzuheben oder schnellere Fortschritte zu ermöglichen. Besonders perfide: Für Kinder sind diese Kaufoptionen oft schwer als solche zu erkennen.

Viele kleine In-App-Käufe summieren sich schnell zu erheblichen Beträgen. In manchen Fällen stellen Eltern unerwartete Abbuchungen in Höhe von Hunderten oder sogar über tausend Euro fest.

Neben einmaligen Käufen lauern auch gefährliche Abo-Fallen. Ein unbedachter Klick auf ein Werbebanner kann ausreichen, um in eine solche Falle zu tappen. Das Ergebnis sind ungewollte Abonnements, die teilweise bis zu 9,99 Euro pro Woche kosten können.

Wie man Bezahlfunktionen einschränkt

Grundsätzlich müssen Eltern nicht für die Käufe ihrer minderjährigen Kinder aufkommen, denn Kinder bis 7 Jahre sind nicht geschäftsfähig, und Kinder zwischen 7 und 18 Jahren nur beschränkt geschäftsfähig. Allerdings gilt: Wer zunächst die Käufe duldet und nicht zeitnah Einspruch einlegt, kann unter Umständen zahlungspflichtig werden.

Um Kostenfallen von vornherein zu vermeiden, empfehle ich folgende Maßnahmen:

  1. In-App-Käufe deaktivieren: Bei iOS-Geräten gehst Du zu Einstellungen > Bildschirmzeit > Einschränkungen einschalten > App-Installationen & Käufe und wählst bei In-App-Käufe "Nicht erlauben". Bei Android-Geräten öffnest Du den Google Play Store, gehst zu Einstellungen und aktivierst "Passwort für Käufe erforderlich".
  2. Drittanbietersperre einrichten: Kontaktiere Deinen Mobilfunkanbieter und lass eine Drittanbietersperre einrichten. Diese verhindert, dass Kosten über die Telefonrechnung abgewickelt werden können.
  3. Keine Zahlungsdaten hinterlegen: Speichere niemals Kreditkarten- oder Bankdaten auf Geräten, die von Kindern genutzt werden. Verwende stattdessen Prepaid-Gutscheine, um den Überblick über die Ausgaben zu behalten.
  4. Authentifizierung aktivieren: Richte ein Passwort ein, das vor jedem Kauf eingegeben werden muss. Alternativ kannst Du bei manchen Geräten auch biometrische Bestätigung aktivieren.

💪 Was Du konkret tun kannst

Der Schutz unserer Kinder im Internet beginnt nicht erst bei Problemen. Mit vorausschauenden Maßnahmen kannst Du einen sicheren digitalen Raum schaffen, in dem Dein Kind positive Online-Erfahrungen sammelt.

Kindgerechte Einstellungen am Gerät

Das Einrichten eines eigenen Benutzerkontos mit eingeschränkten Rechten ist der erste wichtige Schritt zur Absicherung. Damit stellst Du sicher, dass Dein Kind nur auf freigegebene Anwendungen zugreifen kann. Darüber hinaus empfiehlt es sich, App-Verhalten zu regulieren, besonders um teure In-App-Käufe zu verhindern. Bei Smartphones und Tablets bieten "Kindersicherungsfunktionen" die Möglichkeit, den Zugang zu nicht jugendfreien Inhalten einzuschränken.

Vertrauensvolle Gespräche führen

Technische Einstellungen allein bieten keinen hundertprozentigen Schutz. Deshalb ist es entscheidend, mit Deinem Kind regelmäßig über seine Online-Erfahrungen zu sprechen. Erkläre ihm altersgerecht, warum sensible Informationen nicht preisgegeben werden sollten und wie es verdächtige Nachrichten erkennt. Dein Kind muss wissen, dass es sich bei ungewöhnlichen Erlebnissen jederzeit an Dich wenden kann, ohne Strafen befürchten zu müssen.

Sichere Startseiten und Filter nutzen

Für einen sicheren Internetzugang ist die Einrichtung einer kindgerechten Startseite im Browser sinnvoll. Kindersuchmaschinen wie FragFinn oder Blinde Kuh bieten einen geschützten Suchraum. Zusätzlich lohnt sich die Installation von Jugendschutzfiltern, die problematische Inhalte blockieren. Allerdings ist zu beachten: Filter sind nach eigenen Angaben der Betreiber nicht immer 100-prozentig zuverlässig.

Gut zu wissen: Experten empfehlen für Kinder unter 3 Jahren keine Bildschirmmedien, bei Vorschulkindern maximal 30 Minuten und bei Grundschulkindern 45 Minuten täglich. Biete attraktive Offline-Alternativen an, etwa gemeinsame Brettspiele oder Aktivitäten an der frischen Luft.

Verantwortungsvoller Umgang mit dem Internetzugang

Vereinbare feste Surfzeiten mit Deinem Kind. Überlege außerdem, welche Geräte überhaupt Internetverbindung benötigen. Neben PC und Smartphone ermöglichen heutzutage auch Spielekonsolen, Musik-Player und sogar Spielzeug den Zugriff auf das Internet. Je nach Alter und Medienkompetenz Deines Kindes solltest Du entscheiden, welche dieser Geräte tatsächlich online sein müssen.

Zweifellos stellen die digitalen Gefahren für unsere Kinder eine wachsende Herausforderung dar. Deine Aufgabe als Mama besteht darin, einen sicheren Internetzugang zu gewährleisten und gleichzeitig die digitale Entwicklung Deines Kindes zu fördern.

Technische Schutzmaßnahmen bilden dabei nur die erste Verteidigungslinie. Der wichtigste Schutzfaktor bleibt das offene Gespräch mit unseren Kindern. Sie müssen wissen, dass wir ihnen zuhören und sie bei Problemen unterstützen – sei es bei Cybermobbing, fragwürdigen Online-Kontakten oder versehentlichen In-App-Käufen.

Letztendlich geht es nicht darum, Kindern das Internet zu verbieten. Stattdessen müssen wir ihnen beibringen, Gefahren zu erkennen und verantwortungsvoll mit digitalen Medien umzugehen. Diese digitale Medienkompetenz wird sie ihr Leben lang begleiten und schützen.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich mein Kind vor unangemessenen Inhalten im Internet schützen?

Nutze Jugendschutzfilter und kindgerechte Suchmaschinen, richte ein eigenes Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten ein und führe regelmäßige Gespräche über Online-Erfahrungen. Technische Lösungen allein bieten keinen vollständigen Schutz, daher ist die offene Kommunikation besonders wichtig.

Was sind die Anzeichen dafür, dass mein Kind Opfer von Cybermobbing sein könnte?

Achte auf Verhaltensänderungen wie Verschlossenheit, plötzlichen Leistungsabfall in der Schule, Vermeidung sozialer Aktivitäten, körperliche Symptome wie Kopf- oder Bauchschmerzen und auffälliges Verhalten beim Nutzen digitaler Geräte. Sprich behutsam mit Deinem Kind, wenn Du solche Anzeichen bemerkst.

Wie kann ich In-App-Käufe und Kostenfallen bei Spielen und Apps verhindern?

Deaktiviere In-App-Käufe in den Geräteeinstellungen, richte eine Drittanbietersperre ein, hinterlege keine Zahlungsdaten auf Geräten, die von Kindern genutzt werden, und aktiviere eine Authentifizierung für Käufe. Erkläre Deinem Kind auch die Gefahren von Kostenfallen in scheinbar kostenlosen Spielen.

Welche Gefahren birgt die unbedachte Preisgabe persönlicher Daten im Internet?

Die Preisgabe persönlicher Daten kann zu Identitätsdiebstahl, kommerzieller Ausbeutung und Cybermobbing führen. Einmal geteilte Informationen sind schwer zu entfernen und können langfristige Folgen haben. Erkläre Deinem Kind, welche Informationen privat bleiben sollten und wie man verantwortungsvoll mit persönlichen Daten umgeht.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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