moms.de

U10 Untersuchung: Was Eltern über die wichtige Vorsorge wissen müssen

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 11.05.2026 Lesezeit 21 Min.
U10 Untersuchung: Was Eltern über die wichtige Vorsorge wissen müssen

Auf einen Blick

  • Die U10 findet zwischen dem 7. und 8. Geburtstag statt und schließt die Lücke zwischen U9 und U11
  • Sie erkennt Lernschwächen wie Legasthenie, Dyskalkulie oder ADHS, die sich erst in der Schule zeigen
  • Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten als freiwillige Leistung – vorher nachfragen lohnt sich

Dein Kind kommt in die Schule und plötzlich zeigen sich Schwierigkeiten beim Lesen, Rechnen oder Konzentrieren? Die U10 Untersuchung setzt genau hier an: Sie hilft dir, Entwicklungsstörungen frühzeitig zu erkennen, die im Kindergarten noch nicht sichtbar waren. Je früher du handelst, desto besser kannst du dein Kind unterstützen!

🌸 Was ist die U10 Untersuchung?

Die U10 ist eine zusätzliche Vorsorgeuntersuchung, die nicht zum gesetzlich vorgeschriebenen Programm gehört. Sie wurde nachträglich eingeführt, um die große Zeitspanne zwischen der U9 (mit 5 Jahren) und der J1 (12-14 Jahre) abzudecken. Das Untersuchungsspektrum ist nicht durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt.

Diese Vorsorge ist freiwillig und nicht verpflichtend. Deshalb übernehmen auch nicht alle Krankenkassen die Kosten als freiwillige Leistung. Einige gesetzliche Krankenversicherungen bieten die U10 als zusätzliches Leistungsangebot an, während andere sie nicht im Leistungskatalog führen.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Erkennen und der Therapieeinleitung von Entwicklungsstörungen, die sich häufig erst nach dem Schuleintritt zeigen. Der Kinderarzt prüft beispielsweise, ob Lese-Rechtschreib-Störungen (Legasthenie) oder Rechenschwäche (Dyskalkulie) vorliegen. Ohne diese Untersuchung werden solche Schwierigkeiten oft gar nicht oder zu spät festgestellt.

Gut zu wissen: Die Ergebnisse der U10 werden nicht im gelben Vorsorgeheft eingetragen, sondern in einem grünen Checkheft für optionale Untersuchungen (U10, U11 und J2).

Unterschied zu anderen U-Untersuchungen

Die U10 schließt zusammen mit der U11 die große Lücke zwischen der U9 mit fünf Jahren und der J1 von 12 bis 14 Jahren. Während die regulären U-Untersuchungen von U1 bis U9 gesetzlich vorgeschrieben sind, gehört die U10 zu den zusätzlichen Angeboten, die erst später ins Vorsorgeprogramm aufgenommen wurden.

Die U10 konzentriert sich verstärkt auf schulische Leistungsschwächen und Entwicklungsstörungen. Die reguläre U9 findet vor dem Schuleintritt statt, während die U10 mitten in der Grundschulzeit ansetzt. Zu diesem Zeitpunkt sind schulische Probleme bereits sichtbar geworden.

Andere U-Untersuchungen decken breitere Entwicklungsaspekte ab, während sich die U10 gezielt auf Lern- und Konzentrationsschwächen sowie motorische Probleme konzentriert, die sich in den ersten Schuljahren zeigen. Der Kinderarzt nutzt dabei einen speziellen Fragekatalog, um mögliche Schwierigkeiten mit Legasthenie, Dyskalkulie und ADHS zu erkennen.

📅 Wann findet die U10 statt?

Zwischen dem siebten und achten Lebensjahr steht die U10 Untersuchung an. Zu diesem Zeitpunkt besuchen eure Kinder bereits die Grundschule und haben erste Erfahrungen mit schulischen Anforderungen gesammelt. Genau deshalb ist dieser Zeitpunkt optimal gewählt.

Der Kinderarzt kann die U10 durchführen, solange dein Kind noch sieben oder acht Jahre alt ist. Konkret bedeutet dies: Die Untersuchung sollte bis einen Tag vor dem neunten Geburtstag stattfinden. Nach diesem Stichtag gilt das Kind als zu alt für die U10, und die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht mehr.

Achtung: Nach dem neunten Geburtstag ist das Zeitfenster geschlossen – die Untersuchung kann dann nicht mehr als U10 abgerechnet werden. Vereinbare rechtzeitig einen Termin!

Warum gerade dieses Alter? Nach ein bis zwei Schuljahren zeigen sich Lernschwierigkeiten, Konzentrationsprobleme oder motorische Defizite deutlicher als vorher. Während der Kindergartenzeit fallen solche Entwicklungsstörungen oft noch nicht auf. Erst wenn Kinder regelmäßig lesen, schreiben und rechnen müssen, werden mögliche Schwächen sichtbar.

Zeitfenster und Termine

Das Zeitfenster für die U10 Untersuchung erstreckt sich über zwei Jahre. Du hast also nicht nur einen festen Termin, sondern kannst innerhalb dieser Spanne flexibel planen. Trotzdem empfiehlt sich eine zeitnahe Terminvereinbarung, sobald dein Kind sieben Jahre alt wird.

Plane den Termin am besten so, dass du genug Zeit für ein ausführliches Gespräch hast. Die U10 umfasst nicht nur körperliche Checks, sondern auch Entwicklungstests und eine Beratung zu schulischen Themen. Rechne mit etwa 30 bis 45 Minuten in der Arztpraxis.

Berücksichtige bei der Terminwahl auch den Schulrhythmus deines Kindes. Nach den ersten Schulmonaten habt ihr bereits Erfahrungen gesammelt, über die ihr mit dem Kinderarzt sprechen könnt. Andererseits solltest du nicht zu lange warten, damit bei erkannten Auffälligkeiten noch ausreichend Zeit für Fördermaßnahmen bleibt.

🔍 Was wird bei der U10 untersucht?

Körperliche Untersuchungen

Der Kinderarzt beginnt mit einer allgemeinen körperlichen Untersuchung. Dabei misst er Körpergröße und Gewicht deines Kindes. Aus diesen Werten berechnet er den Body-Mass-Index (BMI), um zu prüfen, ob das Gewicht im gesunden Bereich liegt.

Der Blutdruck wird ebenfalls gemessen. Diese Kontrolle zeigt, ob das Herz-Kreislauf-System altersgerecht funktioniert. Anschließend hört der Arzt mit dem Stethoskop Herz und Lunge ab und tastet den Bauch ab, um die Organfunktionen zu beurteilen.

Die Geschlechtsentwicklung wird nach den sogenannten Tanner-Stadien beurteilt. Der Kinderarzt prüft, ob die körperliche Entwicklung dem Alter entspricht. Falls dein Kind nicht regelmäßig zu zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen geht, sieht sich der Arzt auch die Zähne und deren Stellung im Kiefer an.

Besonders wichtig ist die Überprüfung des Impfstatus. Der Kinderarzt schaut nach, ob alle empfohlenen Impfungen erfolgt sind, und berät dich zur Verbesserung des Impfschutzes.

Seh- und Hörtest

Hör- und Sehtests gehören zu den standardmäßigen Untersuchungen bei der U10. Der Sehtest prüft, ob dein Kind Buchstaben und Zahlen an der Tafel erkennen kann. Sehschwächen fallen im Schulalltag häufig erst auf, wenn Kinder Schwierigkeiten beim Lesen haben.

Beim Hörtest wird überprüft, ob dein Kind verschiedene Tonfrequenzen wahrnimmt. Hörprobleme können dazu führen, dass Kinder dem Unterricht nicht richtig folgen können. Werden solche Defizite rechtzeitig erkannt, lassen sich Brillen oder Hörgeräte anpassen.

Motorische Entwicklung

Die motorische Entwicklung steht ebenfalls im Fokus der Untersuchung. Der Arzt beurteilt Grob- und Feinmotorik deines Kindes. Dabei achtet er auf Bewegungsabläufe und Koordination.

Motorische Beschwerden zeigen sich oft im Sportunterricht. Kinder, die Probleme mit Gleichgewicht, Koordination oder Bewegungsabläufen haben, fallen beim Turnen oder bei Ballspielen auf. Der Kinderarzt fragt gezielt nach solchen Schwierigkeiten, um Störungen der motorischen Entwicklung frühzeitig zu erkennen.

Ich habe bei meinen beiden Kindern die U10 gemacht – und bin froh darüber! Gerade in der Grundschulzeit zeigt sich so viel, was vorher nicht sichtbar war. Die U10 gibt dir als Mama Sicherheit und hilft, rechtzeitig zu handeln.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Verhaltensbeobachtung und Tests

Der Kinderarzt befragt dich zum sozialen und emotionalen Umfeld deines Kindes. Dabei spricht er auch direkt mit deinem Kind über dessen Alltag und Befinden. Während der U10 wird thematisiert, ob sich dein Kind seelisch wohlfühlt.

Die Untersuchung umfasst verschiedene Tests, die Aufschluss über mögliche Schulleistungs-, Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen geben können. Der Arzt ist darauf angewiesen, dass du ihm alle Beschwerden und Auffälligkeiten mitteilst. Dazu gehören Probleme beim Schreiben, Lesen oder Rechnen sowie Konzentrationsstörungen.

Du erhältst einen Fragebogen, in dem du das Verhalten deines Kindes beurteilen sollst. Mit einem speziellen Fragebogen kann der Kinderarzt bei Verdacht die Möglichkeit einer ADS-Erkrankung überprüfen. Körperliche Unruhe, Bewegungsdrang und impulsives Handeln werden dabei abgefragt.

🖤 Entwicklungsstörungen frühzeitig erkennen

Schulische Lernschwächen zeigen sich meist erst nach dem Schuleintritt deutlich. Die U10 Untersuchung setzt genau hier an und hilft dabei, Lernschwächen oder Entwicklungsstörungen bei Schulkindern frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Drei Bereiche stehen dabei besonders im Fokus: Lese-Rechtschreib-Schwäche, Rechenschwäche und Aufmerksamkeitsstörungen.

Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie)

Häufiges Vertauschen oder Auslassen von Wörtern sind typische Merkmale der Legasthenie. Dein Kind liest sehr verlangsamt mit Stockungen. Der Kinderarzt kann sich anhand verschiedener Tests ein Bild davon machen, ob dein Kind unter LRS leidet.

Betroffene Kinder machen immer wieder auffällig viele Rechtschreibfehler und beherrschen die Rechtschreibregeln auch nach intensivem Üben nicht. Die U10 soll eine mögliche Rechtschreibschwäche aufdecken, sodass diese Thematik hier zur Sprache kommt.

Tipp: Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben weder etwas mit geringer Intelligenz zu tun, noch sind sie eine Behinderung. Werden Lese-Rechtschreib-Schwächen frühzeitig erkannt, sind die Chancen sehr groß, dass diese Störung erfolgreich therapiert wird.

Bei der U10 wirst du unter anderem gefragt: Bereitet deinem Kind Schreiben oder Lesen Probleme? Sind Auffälligkeiten in der Sprache zu beobachten, etwa ein Stottern oder Poltern?

Rechenschwäche (Dyskalkulie)

Rund fünf Prozent aller Grundschulkinder gelten nach neuesten Studien als massiv rechenschwach. Sie sind trotz schulischer Fördermaßnahmen und zeitaufwendigem Üben nicht in der Lage, einfache mathematische Kenntnisse zu behalten. Bei der Rechenschwäche hat das Kind selbst bei einfachsten Rechenübungen Probleme.

Rechenschwache Kinder haben keine oder nicht ausreichende Vorstellungen von Mengen und Anzahlen entwickelt. Sie bleiben lange beim Abzählen haften, während andere Kinder schon kleine Aufgaben automatisch lösen. Viele rechenschwache Kinder halten Zahlen für Nummern.

Ein frühzeitiges Erkennen von elementaren Leistungsschwierigkeiten beim Rechnen und eine gezielte Förderung sind wesentlich. Sollte eine Teilleistungsschwäche nicht frühzeitig erkannt werden, könnten als Folge Ängste und andere psychosomatische Auffälligkeiten beim Kind auftreten.

ADHS und Aufmerksamkeitsstörungen

ADHS ist durch drei Kernsymptome gekennzeichnet: eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, der Impulskontrolle und der Aktivität. Hinweise auf ADHS sind impulsives Handeln, Konzentrationsstörungen sowie ein unruhiger und starker Bewegungsdrang.

Etwa 60 Prozent der betroffenen Kinder weist Begleiterscheinungen auf. Hierzu zählen Entwicklungsstörungen im motorischen und sprachlichen Bereich sowie schulische Leistungsdefizite und Hinweise auf Teilleistungsschwächen wie Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche.

Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen fallen durch erhöhte Ablenkbarkeit, Konzentrationsmangel und Abbruch von Tätigkeiten auf. Besonders stark ausgeprägt sind die Anzeichen, wenn ihnen Aufgaben vorgegeben werden oder Regeln einzuhalten sind.

Bei der U10 wirst du gefragt: Hat dein Kind Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren? Ist es körperlich sehr unruhig? Hat es einen erhöhten Bewegungsdrang? Handelt es oft sehr unüberlegt und impulsiv?

🏫 Schulleistung und Verhalten im Fokus

Schulische Herausforderungen besprechen

Schulische Leistungsschwächen, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen stehen bei der U10 im Vordergrund. Der Arzt spricht mit dir und deinem Kind darüber, ob es sich seelisch wohlfühlt. Je nach Bedarf bespricht er Schwierigkeiten in der Schule.

Schulleistungsprobleme führen häufig zu körperlichen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Schlaflosigkeit und Übelkeit. Diese Symptome sind oft Anzeichen dafür, dass dein Kind unter Druck steht. Weitere Anzeichen können Nägelkauen und Zurückgezogenheit sein.

Achtung: Werden Teilleistungsschwächen nicht frühzeitig erkannt, können als Folge Ängste und andere psychosomatische Auffälligkeiten beim Kind auftreten. Nicht diagnostizierte schwere Lern- oder Rechenstörungen verhindern oftmals eine gesunde kindliche Entwicklung.

Sozialverhalten und Emotionen

Die Beurteilung der sozialen Fähigkeiten gehört zu den Schwerpunkten der U10. Der Arzt möchte das seelische Befinden deines Kindes erfahren. Dein Kind wird feinfühlig zu seinem Alltag befragt und ermutigt, Dinge anzusprechen, die ihm möglicherweise auf der Seele brennen.

Den Arzt interessiert unter anderem, ob das Kind in der Klassengemeinschaft gut integriert ist, ob es Freunde hat und ob es Gleichaltrigen gegenüber aufgeschlossen oder besonders schüchtern ist. Diese Aspekte des Sozialverhaltens geben wichtige Hinweise auf die emotionale Entwicklung deines Kindes.

Ergebnisse des vom Robert-Koch-Institut durchgeführten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys KIGGs zeigen: Fast jedes fünfte Kind zwischen sieben und 13 Jahren leidet unter emotionalen Problemen. Bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 sind es immer noch über 15 Prozent.

Stressbewältigung im Schulalltag

Stress ist längst kein reines Erwachsenenproblem mehr. Immer mehr Kinder spüren tagtäglich immensen Druck. Viele äußere Einflüsse, vor allem in der Schule, haben Auswirkungen auf die körperliche und seelische Verfassung eines Kindes.

Eine Untersuchung des Entwicklungspsychologen Professor Dr. Arnold Lohaus kommt zu beunruhigenden Ergebnissen: Unter den von ihm befragten 2000 Schülerinnen und Schülern gaben 20 Prozent an, in der letzten Woche mehrmals Kopfschmerzen gehabt zu haben. Auch Unkonzentriertheit, Schlaflosigkeit und Unruhe sind unter Jugendlichen weit verbreitet.

Während der U10 erhältst du wichtige Tipps zu Sport und Bewegung, Mediennutzung, Gewaltprävention und Stressbewältigung. Der Arzt berät dich auch zu Themen wie gesunde Ernährung und wie ausreichend Bewegung in den Alltag integriert werden kann.

Tipp: Kinder brauchen Zeit zum Spielen, zum Ausleben ihrer Fantasien und zum Entspannen, um den Anforderungen im Schulalltag gewachsen zu sein. Vielen Kindern helfen autogenes Training, Yoga oder andere Entspannungsübungen.

💡 Beratungsthemen während der U10

Gesunde Ernährung und Bewegung

Neben den medizinischen Untersuchungen nutzt der Kinderarzt die U10 für wichtige Beratungsgespräche zu Alltagsthemen. Die Fernseh-, Computer- und Ernährungsgewohnheiten deines Kindes werden dabei genauso besprochen wie Bewegung und Sport.

Gesunde Ernährung bildet die Grundlage für eine altersgerechte Entwicklung. Der Kinderarzt spricht mit dir über ausgewogene Mahlzeiten, ausreichend Obst und Gemüse sowie den richtigen Umgang mit Süßigkeiten. Gleichzeitig thematisiert er den Bewegungsmangel, unter dem viele Schulkinder leiden.

Regelmäßige körperliche Aktivität fördert nicht nur die motorische Entwicklung, sondern hilft auch beim Stressabbau und verbessert die Konzentrationsfähigkeit. Der Arzt bespricht mit dir auch den Umgang mit Suchtmitteln in der Familie, da dein Vorbild entscheidend für das spätere Verhalten der Kinder ist.

Mediennutzung und Bildschirmzeit

Die Mediennutzung stellt einen zentralen Beratungspunkt während der U10 dar. Für Kinder zwischen sechs und neun Jahren empfehlen Experten eine Bildschirmzeit von höchstens 30 bis 45 Minuten täglich in der Freizeit. Diese Empfehlung bezieht sich auf die gemeinsame Nutzung von Fernsehen, Video, Computer, Spielekonsolen, Tablets und Smartphones.

Andere Quellen nennen als Orientierungswert für diese Altersgruppe bis zu einer Stunde Bildschirmzeit am Tag. Die Nutzung digitaler Medien für die Schule wird bei den Bildschirmzeiten nicht angerechnet.

Gut zu wissen: Bei den Mahlzeiten sollten Bildschirmmedien Pause haben, und möglichst eine Stunde vor dem Schlafengehen heißt es am besten: Abschalten. Wenn Kinder zu viel fernsehen oder im Internet surfen, bewegen sie sich weniger und können sich schlechter konzentrieren.

Der Kinderarzt berät dich dazu, wie du feste Zeiten vereinbarst, die deine Kinder an Bildschirmen verbringen dürfen. Besonders wichtig ist der verantwortungsvolle Umgang mit sozialen Netzwerken und die Aufklärung über Risiken wie Cybermobbing.

Unfallprävention und Sicherheit

Gewaltprävention und Unfallverhütung gehören ebenfalls zu den Beratungsthemen. Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die jährlich nach Unfallverletzung ärztlich versorgt werden müssen, wird auf mindestens 1,88 Millionen geschätzt. 194.042 Kinder unter 17 Jahren wurden 2019 wegen einer Verletzung im Krankenhaus behandelt.

Jungen sind mit 18,6 Prozent häufiger von Unfällen betroffen als Mädchen mit 14,3 Prozent. Kinderunfälle sind außerdem die häufigste Todesursache für Kinder ab einem Jahr in Deutschland und Europa.

Grundschulkinder verunglücken in erster Linie im häuslichen Bereich sowie in der Freizeit, Schule oder im Kindergarten. Mit zunehmendem Lebensalter und wachsender Mobilität gewinnen weitere Unfallorte an Bedeutung, wie Spiel- und Sportplätze, öffentliche Verkehrswege oder beim Aufenthalt im Freien.

💰 Kosten und Kostenübernahme

Welche Krankenkassen zahlen die U10?

Die Kosten für diese zusätzliche Vorsorgeuntersuchung werden von einzelnen Krankenkassen als freiwillige Leistung übernommen. Nicht alle gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die U10, da sie nicht zum Pflichtleistungskatalog gehört. Viele Krankenkassen haben jedoch erkannt, wie wichtig diese Lücke im Vorsorgeprogramm ist und bieten die Kostenübernahme an.

Folgende Krankenkassen übernehmen die U10:

  • Techniker Krankenkasse (vollständige Kostenübernahme)
  • DAK-Gesundheit (als freiwillige Mehrleistung)
  • KKH (wenn die Praxis am Vertrag mit dem BVKJ teilnimmt)
  • IKK Südwest (als freiwillige Zusatzleistung)
  • AOK Bremen/Bremerhaven, AOK Hessen, AOK NordWest, AOK PLUS, AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
  • BIG direkt gesund
  • Mobil Krankenkasse (im Rahmen von STARKE KIDS by BKK)
  • IKK classic, SBK, WMF BKK, Continentale BKK
  • hkk (sofern der Arzt am speziellen Vertrag teilnimmt)

Eigenleistung und Erstattung

Falls deine Krankenkasse die U10 nicht übernimmt, musst du die Kosten selbst tragen. Für diese Untersuchung solltest du mit etwa 50 Euro rechnen. Frage am besten vorab bei deiner Krankenkasse nach, ob sie die Kosten übernimmt.

Die KKH übernimmt seit dem 01.01.2025 bis zu 55 Euro für die U10. Bei dieser Kasse funktioniert die Kostenerstattung folgendermaßen: Du zahlst die Rechnung zunächst selbst und reichst sie anschließend bei der Kasse ein. Bestätige der Kasse zudem formlos, gern direkt auf der Rechnung, dass die Untersuchung zur Abklärung von Risikofaktoren erforderlich war.

Bei vielen anderen Krankenkassen läuft die Abrechnung einfacher. Die TK hat Verträge mit allen Kinder- und Jugendarztpraxen abgeschlossen, sodass die Untersuchung direkt über die Versichertenkarte abgerechnet werden kann. Ebenso können Versicherte der AOK NordWest die Abrechnung serviceorientiert über die elektronische Gesundheitskarte vornehmen lassen.

Ist die U10 Pflicht?

Die U10 ist eine freiwillige Vorsorgeuntersuchung und nicht gesetzlich vorgeschrieben. Sie gehört nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung sind nur die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9 als Pflichtleistung festgehalten.

Du entscheidest selbst, ob du diese zusätzliche Untersuchung in Anspruch nehmen möchtest. Es gibt keine behördlichen Aufforderungen wie bei den regulären U-Untersuchungen. Dennoch lohnt sich die U10, denn sie ermöglicht das frühzeitige Erkennen von Entwicklungsstörungen und Lernschwächen genau zu dem Zeitpunkt, wenn diese im Schulalltag sichtbar werden.

✨ Nach der U10: Weitere Schritte

Fördermöglichkeiten bei Auffälligkeiten

Falls bei der U10 eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Rechenschwäche festgestellt wird, erhältst du als Elternteil Informationen über mögliche Fördermaßnahmen. Der Schwerpunkt der Beratung liegt auf konkreten Unterstützungsangeboten wie Legasthenie-Training oder Verhaltenstherapie. Diese gezielten Fördermaßnahmen können die Entwicklung deines Kindes nachhaltig unterstützen.

Pädagogisches Training gehört ebenfalls zu den empfohlenen Maßnahmen. Je früher solche Programme beginnen, desto besser sind die Erfolgsaussichten! Der Kinderarzt bespricht mit dir individuell, welche Fördermöglichkeiten für dein Kind am besten geeignet sind.

Überweisung zu Fachärzten

Besteht der Verdacht auf eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, überweist der Kinderarzt dich an eine spezialisierte Fachpraxis. Dort wird eine umfassende Diagnostik durchgeführt. Diese genauere Untersuchung ist notwendig, da ADHS eine komplexe Störung ist, die eine Fach

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

Mehr über Nadine →