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So motivierst Du Dein Kind zum Sport

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 09.05.2026 Lesezeit 7 Min.

Auf einen Blick

  • Sport im Verein hilft Kindern, Freunde zu finden und ein Hobby fürs Leben zu entdecken
  • Eltern sollten selbst Vorbild sein und gemeinsam mit dem Kind aktiv werden
  • Der passende Sport sollte Spaß machen – Schnupperkurse helfen beim Ausprobieren

Während manche Kinder nicht stillsitzen können, gibt es auch die gemütlicheren Typen. Doch gerade für Bewegungsmuffel ist Sport wichtig – nicht nur für die Gesundheit, sondern auch fürs Selbstbewusstsein und neue Freundschaften. Wie Du Dein Kind sanft in Bewegung bringst, erfährst Du hier.

👨‍👩‍👧 Sei selbst ein gutes Vorbild

Vielleicht hat Dein Kind seine bequeme Art von Dir geerbt? Wenn dem so ist, könnt ihr gemeinsam euren inneren Schweinehund besiegen und anfangen gemeinsam zu sporteln. Spaziergänge und Besuche im Schwimmbad sind da ein guter Anfang. Vielleicht ist eine Anmeldung im Schwimmverein der nächste Schritt. Es gibt auch, gerade für jüngere Kinder Kurse, die mit den Eltern zusammen belegt werden können.

Wer kein großer „Draußen" Fan ist und keine Lust auf einen Verein hat, kann auch Zuhause sportlich werden. Bei youtube finden sich kostenlose Videos für Kinderyoga oder andere Übungen, die ihr bequem zu Hause ausprobieren könnt. Vielleicht verwandelt Ihr euch ja dann gemeinsam in Sportkanonen.

Tipp: Startet mit gemeinsamen Spaziergängen oder Schwimmbadbesuchen – so wird Bewegung zur Familienzeit statt zur Pflicht.

🔍 Den passenden Sport finden

Sport sollte keine Strafe sein, sondern Deinem Kind vor allem Spaß machen. Dann ist die Motivation auch viel einfacher und die Gegenwehr für Dich umso geringer. Perfekt ist es natürlich, wenn Dein Kind einen Freund im Sportverein hat, der ein zusätzlicher Grund ist regelmäßig hinzugehen.

Es dauert vielleicht ein wenig, bis der passende Sport für den Nachwuchs gefunden wird. Nehmt Euch Zeit mit den Kindern auszuprobieren und setzt eure Kinder nicht unter Druck! Vor allem solltet ihr nicht probieren Eure Kinder für einen Sport zu begeistern, der ihnen nicht liegt, nur weil ihr ihn mögt. Viele Sportvereine bieten Schnupperkurse an und gerade für jüngere Kinder Sportstunden, in denen alles mal ausprobiert werden kann. Ansonsten müsst Ihr euch damit abfinden, dass Ihr kleine Fußballerinnen nicht zu Ballerinas machen könnt.

Gut zu wissen: Viele Sportvereine bieten Schnupperkurse an – so kann Dein Kind verschiedene Sportarten unverbindlich testen.

Bei uns hat es drei Anläufe gebraucht, bis wir den richtigen Sport gefunden haben. Heute lieben meine Kinder ihr Training – weil sie selbst entscheiden durften, was ihnen Spaß macht.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

📅 Der Alltag muss weiter laufen

Denkt immer daran – an einem stressigen Tag mit vielen Terminen muss es noch möglich sein, das Kind zum Sport zu bringen. Vielleicht schließt Du Dich mit anderen Eltern zusammen und wechselt euch ab? Ein Sportverein um die Ecke ist dem Verein, 6 Kilometer entfernt immer vorzuziehen. Wenn Du keine Lust hast, die Kinder zum Sport zu bringen, ist das eine leichte Ausrede für Dein Kind nicht zu gehen!

Achtung: Wähle einen Verein in der Nähe – lange Anfahrtswege werden schnell zur Belastung und zur Ausrede fürs Fernbleiben.

💪 Am Ball bleiben und Fortschritte feiern

Es ist wichtig, die Entwicklung und den Fortschritt des Kindes zu sehen. Hat Dein Kind nach Wochen endlich einen Purzelbaum geschafft? Super! Vielleicht sieht es aber seinen Fortschritt gar nicht, weil alle anderen Kinder schon ein Rad schlagen können. Da ist es doppelt wichtig Deinem Kind zu zeigen, dass auch hier der Weg das Ziel ist. Nicht jeder kleine Fussballer muss der nächste Mario Götze werden, aber es ist wichtig, dass Du stolz auf Dein Kind bist.

Manchmal haben Kinder einfach keine Lust, sind frustriert oder müde, dann ist etwas Nachdruck gefragt. Manchmal musst Du das Kind auch zum Training schleifen. Das sollte aber die Ausnahme bleiben. Wenn Ihr dann da seid und das Kind hat Spaß, hast Du alles richtig gemacht! Sollte Dein Kind auch vor Ort verweigern mitzumachen, musst Du vielleicht mal mit den Trainern sprechen. Ist die Entwicklung schon länger so, ist ein Wechsel der Sportart vielleicht angebracht.

✨ Zeige aufrichtiges Interesse

Natürlich musst Du nicht bei jeder Turnstunde danebensitzen! Da würdest Du wahrscheinlich eher ablenken. Aber Du kannst beim Abholen fragen, wie es war, Dir merken woran die Kinder gerade arbeiten und Deinen Kindern aufrichtiges (!) Interesse entgegen bringen. Wirklich hilfreich ist Sport vor allem dann, wenn es zu einer dauerhaften Angewohnheit wird. Bleibt also mit Euren Kindern gemeinsam am Ball!

Tipp: Frage beim Abholen konkret nach: „Woran habt ihr heute gearbeitet?" zeigt mehr Interesse als ein einfaches „War's schön?"

🌸 Fazit: Jedes Kind kann seinen Sport finden

Kleine Sportmuffel werden nur schwer zu Supersportlern werden. Das ist okay, Kinder haben unterschiedliche Interessen und Stärken. Mit etwas Liebe, Unterstützung und manchmal sanften Druck kann aber jedes Kind seinen Lieblingssport finden.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter sollte mein Kind mit Sport anfangen?

Schon im Kleinkindalter kannst Du mit Bewegungsspielen starten. Für organisierte Sportvereine sind die meisten Kinder ab 4-5 Jahren bereit. Wichtig ist, dass der Sport altersgerecht ist und Spaß macht.

Was tun, wenn mein Kind nach ein paar Wochen keine Lust mehr hat?

Kurze Unlust-Phasen sind normal. Sprich mit Deinem Kind über die Gründe und zeige Verständnis, aber bleibe konsequent. Manchmal braucht es sanften Nachdruck. Hält die Unlust länger an, sprich mit den Trainern oder überlege einen Sportwechsel.

Muss mein Kind unbedingt in einen Verein?

Nein, Sport zu Hause ist auch möglich! Youtube bietet viele kostenlose Videos für Kinderyoga oder andere Übungen. Ein Verein hat aber den Vorteil, dass Kinder dort Freunde finden und regelmäßige Termine haben.

Wie viele Sportarten sollte mein Kind ausprobieren?

Nimm Dir Zeit zum Ausprobieren, aber setze Dein Kind nicht unter Druck. Nutze Schnupperkurse und lass Dein Kind mitentscheiden. Manchmal braucht es mehrere Anläufe, bis der richtige Sport gefunden ist.

Was, wenn mein Kind lieber liest oder malt statt Sport zu machen?

Nicht jedes Kind wird zum Supersportler – und das ist völlig okay. Trotzdem ist Bewegung wichtig für die Gesundheit. Suche nach Sportarten, die weniger wettkampforientiert sind, wie Tanzen, Schwimmen oder Klettern.

Soll ich bei den Trainingseinheiten dabei bleiben?

Bei jüngeren Kindern kann Deine Anwesenheit anfangs helfen, aber generell lenkst Du eher ab. Zeige stattdessen beim Abholen aufrichtiges Interesse und frage konkret nach dem Training.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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