moms.de

Blasenschwäche während der Schwangerschaft – Ursachen & Tipps

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 22.04.2026 Lesezeit 8 Min.
Blasenschwäche während der Schwangerschaft – Ursachen & Tipps

Auf einen Blick

  • Blasenschwäche tritt meist ab der 6. Schwangerschaftswoche auf und ist völlig normal
  • Hormone und der Druck des Babys auf die Blase sind die Hauptursachen
  • Beckenbodentraining und leichte Bewegung können die Beschwerden lindern

Du rennst ständig zur Toilette und fragst Dich, ob das normal ist? Keine Sorge – Blasenschwäche gehört zu den häufigsten Begleiterscheinungen in der Schwangerschaft. Bis zu drei Viertel aller Schwangeren kennen das Gefühl, dass die Blase plötzlich ihr eigenes Leben führt. Lass uns gemeinsam schauen, was dahintersteckt und wie Du damit am besten umgehst.

🔍 Was genau passiert da in Deinem Körper?

Schon in der frühen Schwangerschaft merkst Du vielleicht, dass Du öfter auf die Toilette musst – manche Frauen schlafen nachts nicht mehr durch. Dafür ist hauptsächlich das Schwangerschaftshormon Progesteron verantwortlich. Es entspannt Deine Muskeln, auch die Blasenmuskulatur. Gleichzeitig lockert das Hormon Östrogen zusätzlich Dein Gewebe auf.

Das Verrückte dabei: Deine Harnblase ist meist nicht einmal prall gefüllt. Doch aufgrund der entspannten Muskeln entsteht trotzdem das Gefühl des intensiven Harndrangs. Hinzu kommt, dass Deine Nieren jetzt deutlich besser durchblutet werden und mehr Urin produzieren.

Gut zu wissen: Die Blasenschwäche ist eines der unspezifischen Anzeichen dafür, dass Dein Baby bereits unterwegs sein könnte – schon bevor der Test positiv ist.

📅 Wann tritt die Blasenschwäche auf?

Die Frage „Ab wann Blasenschwäche in der Schwangerschaft?" lässt sich nicht pauschal beantworten. Jede Frau ist anders. Laut Erfahrungen vieler Mamas beginnt der vermehrte Harndrang bereits ab der sechsten Schwangerschaftswoche. Die meisten bemerken zu diesem Zeitpunkt noch keine deutliche Blasenschwäche, müssen aber öfter auf die Toilette als zuvor.

So verläuft es in den drei Trimestern

  1. Erstes Schwangerschaftsdrittel: Sehr viele Frauen berichten von Problemen mit der Blase. Gerade zu Beginn Deiner Schwangerschaft werden die Nieren besonders stark durchblutet, wodurch deutlich mehr Urin produziert wird. Deine wachsende Gebärmutter übt bereits Druck auf die Blase aus.
  2. Zweites Schwangerschaftsdrittel: In der Regel geht der Harndrang in diesem Drittel zurück auf ein normales Niveau. Durch die Aufrichtung Deiner Gebärmutter hat die Blase wieder deutlich mehr Platz. Viele Frauen sagen, dass das zweite Schwangerschaftsdrittel das schönste ist, da zu diesem Zeitraum die wenigsten Beschwerden auffallen.
  3. Drittes Schwangerschaftsdrittel: Im dritten Drittel kommt der vermehrte Harndrang wieder zurück. Du hast schon einiges an Gewicht zugelegt, Dein Baby ist meistens schon deutlich nach unten gerutscht und drückt demnach auf die Blase.

Bei meiner ersten Schwangerschaft war ich überrascht, wie sehr sich die Blasenschwäche von Trimester zu Trimester verändert hat. Das zweite Drittel war wirklich eine Erholung – nur um dann im letzten Trimester wieder ständig zur Toilette zu rennen.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

💪 Was kannst Du gegen Blasenschwäche tun?

Es gibt einige praktische Maßnahmen, die Dir im Alltag helfen können:

Slipeinlagen und Binden

Bei einer leichten Blasenschwäche in der Schwangerschaft kann es helfen, eine Slipeinlage oder dünne Binde zu tragen. Viele Frauen fühlen sich damit einfach sicherer und können entspannter durch den Tag gehen.

Trinkmenge anpassen

Auch wenn es schwer fällt, kann es sinnvoll sein, unterwegs die Trinkmenge zu reduzieren. Dadurch musst Du weniger auf die Toilette und verspürst den Harndrang nicht so stark wie zuhause.

Achtung: Reduziere Deine Trinkmenge nur unterwegs und zeitweise – ausreichend Flüssigkeit ist in der Schwangerschaft wichtig!

Bewegung und Sport

Leichte Bewegungen sollen dabei helfen, die Blasenschwäche etwas zu reduzieren. Damit ist beispielsweise Radfahren, Wandern oder Schwimmen gemeint. Alles, was Deinen Beckenboden trainiert, hat zugleich positive Auswirkungen auf Deine Blasenschwäche. Sogar eine Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining kann bereits helfen, die Blasenschwäche in der Schwangerschaft in den Griff zu bekommen.

Beckenboden anspannen

Viele Frauen sind sich sicher, dass die Blasenschwäche nachlässt, wenn sie ihren Beckenboden anspannen. Du kannst dies selbst testen, wenn Du auf die Toilette gehst. Beim Anhalten Deines Urins werden die Beckenbodenmuskeln benutzt. Auch zur Unterbrechung des Urinstrahls verwendest Du Deine Beckenbodenmuskeln.

Damit Du ein Gefühl bekommst, wo diese Muskeln liegen, kannst Du während des Wasserlassens einfach mal eine kurze Zeit anhalten. Du wirst erkennen, welche Muskeln Du dazu betätigen musst. Die gleichen Muskeln sind es auch in Deiner Schwangerschaft. Ob es Sinn macht oder hilfreich ist, solltest Du einfach selbst testen. Wichtig dabei ist das Ein- und Ausatmen. Spanne den Beckenboden wenige Sekunden an und lass danach wieder locker.

Tipp: Übe das Anspannen des Beckenbodens nicht regelmäßig beim Wasserlassen – das kann auf Dauer die Blasenentleerung stören. Nutze es nur einmalig, um die richtigen Muskeln zu finden.

🌸 Wie kannst Du vorbeugen?

Die Blasenschwäche in der Schwangerschaft lässt sich keineswegs komplett vermeiden – sie gehört einfach dazu. Bei den meisten Frauen verschwinden diese Probleme schon nach der Geburt von allein. Allerdings kann es vorkommen, dass Du trotzdem öfter auf die Toilette musst, da Dein Körper das überschüssige Wasser loswerden muss.

Es gibt jedoch einige Tipps, die Dir helfen werden, einer Blasenschwäche in der Schwangerschaft vorzubeugen:

  • Nicht Rauchen: Frauen sollten in der Schwangerschaft nicht rauchen. Dies kann weitere Beschwerden hervorrufen und zu einem größeren Druck im Bauchraum führen.
  • Normalgewicht anstreben: Übergewicht kann ebenfalls einen Einfluss auf die Beckenbodenmuskulatur haben. Es ist von Vorteil, wenn Du vor der Schwangerschaft Dein Normalgewicht erreicht hast, damit es nicht zu weiteren Komplikationen kommt.
  • Ausreichend Bewegung: Bewegung ist in der Schwangerschaft von Vorteil, um Problemen mit Deiner Blase vorzubeugen. Dabei kannst Du vielmehr auf sanfte Sportarten wie beispielsweise Gymnastik oder Yoga zurückgreifen. Ein regelmäßiges Beckenbodentraining kann ebenfalls sinnvoll sein.
  • Verstopfungen vermeiden: Achte in Deiner Schwangerschaft darauf, dass es nicht verstärkt zu Verstopfungen kommt. Auch das kann sich negativ auf Deine Blase auswirken. Ernähre Dich am besten ballaststoffreich und gesund und achte darauf, viele Naturprodukte zu Dir zu nehmen.
  • Damm-Massage: In einer Studie aus Skandinavien wurde gesagt, dass während der Geburt eine Damm-Massage das Gewebe stärken soll. Dies hat einen positiven Einfluss auf die schwangerschaftsbedingte Blasenschwäche.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann tritt Blasenschwäche in der Schwangerschaft auf?

Die meisten Frauen bemerken ab der sechsten Schwangerschaftswoche einen vermehrten Harndrang. Der genaue Zeitpunkt ist aber individuell verschieden – manche spüren es früher, andere später.

Ist Blasenschwäche in der Schwangerschaft normal?

Ja, absolut! Blasenschwäche gehört zu den häufigsten Begleiterscheinungen in der Schwangerschaft. Sie wird durch Hormone und den Druck des Babys auf die Blase verursacht und verschwindet bei den meisten Frauen nach der Geburt wieder.

Hilft Beckenbodentraining wirklich gegen Blasenschwäche?

Ja, Beckenbodentraining kann die Beschwerden deutlich lindern. Alles, was Deinen Beckenboden stärkt – wie Gymnastik, Yoga, Schwimmen oder spezielle Übungen – hat positive Auswirkungen auf die Blasenschwäche.

Sollte ich weniger trinken, um seltener zur Toilette zu müssen?

Nein, grundsätzlich solltest Du in der Schwangerschaft ausreichend trinken. Du kannst die Trinkmenge nur zeitweise unterwegs etwas reduzieren, wenn Du nicht ständig eine Toilette in der Nähe hast. Zuhause solltest Du normal weitertrinken.

Wann wird die Blasenschwäche wieder besser?

Im zweiten Schwangerschaftsdrittel geht der Harndrang meist zurück, da die Gebärmutter sich aufrichtet und mehr Platz für die Blase lässt. Im dritten Trimester kommt die Blasenschwäche allerdings wieder, wenn das Baby nach unten rutscht.

Verschwindet die Blasenschwäche nach der Geburt?

Bei den meisten Frauen verschwinden die Probleme nach der Geburt von allein. Allerdings kann es vorkommen, dass Du in den ersten Wochen nach der Geburt noch öfter zur Toilette musst, da Dein Körper überschüssiges Wasser loswerden muss.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

Mehr über Nadine →