Corona in der Schwangerschaft – das solltet ihr wissen
Auf einen Blick
- Schwangere haben kein erhöhtes Ansteckungsrisiko, aber ein höheres Risiko für Komplikationen – besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel
- Eine Übertragung auf das Ungeborene im Mutterleib ist nach aktuellem Stand sehr unwahrscheinlich
- Die STIKO empfiehlt eine Impfung ab der 13. Schwangerschaftswoche
Eine Schwangerschaft ist eine Zeit voller Vorfreude – aber auch voller Sorgen um die Gesundheit eures Babys. Gerade wenn es um Corona geht, habt ihr sicher viele Fragen: Bin ich jetzt besonders gefährdet? Was passiert, wenn ich mich anstecke? Hier findet ihr alle wichtigen Informationen, die euch helfen, gut informiert durch diese besondere Zeit zu kommen.
🔍 Sind Schwangere besonders gefährdet?
Die gute Nachricht zuerst: Ihr seid als Schwangere nicht anfälliger dafür, euch mit Corona anzustecken. Weder national noch international gibt es Hinweise darauf, dass Schwangere sich leichter infizieren als andere Frauen im gleichen Alter.
Was sich allerdings gezeigt hat: Wenn ihr euch infiziert, ist euer Risiko für Komplikationen beim Verlauf der Infektion erhöht. Besonders kritisch ist dabei das letzte Schwangerschaftsdrittel – also die Zeit zwischen der 28. und 40. Schwangerschaftswoche.
Gut zu wissen: Die meisten Schwangeren haben einen milden Verlauf und müssen nicht auf die Intensivstation. Dennoch solltet ihr den Infektionsschutz sehr ernst nehmen.
Es gibt bestimmte Faktoren, die euer Risiko für Komplikationen erhöhen können:
- Ihr befindet euch im dritten Trimenon
- Ihr habt Vorerkrankungen
- Ihr habt Übergewicht
- Ihr seid 35 Jahre oder älter
- Ihr habt einen Diabetes
- Ihr leidet unter chronischen Erkrankungen der Atemwege
- Ihr habt Bluthochdruck
- Ihr seid ungeimpft
Tipp: Informiert euch bei eurem Gynäkologen und bei den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission über die aktuellen Erkenntnisse und Hinweise zu eurem individuellen Risiko.
📊 Wie sind die aktuellen Statistiken zur Entwicklung einer schweren Infektion?
Untersuchungen haben gezeigt, dass rund 10 % der Schwangeren einen schweren Verlauf haben. Im Vergleich zu Frauen im gleichen Alter, die aktuell nicht schwanger sind, allerdings eine Coronainfektion haben, werden Schwangere häufiger auf die Intensivstation gebracht.
Es hat sich auch gezeigt, dass ein mögliches Risiko für die Ausbildung einer Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) steigt.
Achtung: Beobachtet den Verlauf einer Erkrankung genau und holt euch ärztlichen Rat, wenn es Auffälligkeiten gibt. Lieber einmal zu viel anrufen als zu wenig!
👶 Kann sich eine Erkrankung auf das Ungeborene auswirken?
Die wohl größte Sorge ist, dass sich eine Erkrankung auf das Ungeborene auswirkt. Die gute Nachricht: Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Erkrankung Frühgeburten oder Fehlgeburten auslösen kann.
Aktuell wird davon ausgegangen, dass eine intrauterine Übertragung nicht erfolgt. Das heißt, erkrankte werdende Mütter übertragen das Virus nicht auf das Ungeborene. Daher scheint es so, als wäre eine Infektion als Auslöser für Fehlbildungen nicht zu erwarten.
Ich weiß, wie sehr einen die Sorge um das Baby umtreiben kann. Aber die Forschung zeigt: Euer Körper schützt euer Baby im Bauch sehr gut. Konzentriert euch darauf, euch selbst zu schützen – dann schützt ihr auch euer Kind.
🏥 Wie sind die Vorgaben im Kreißsaal?
Steht ihr kurz vor der Geburt, dann möchtet ihr natürlich wissen, wie die Vorgaben im Kreißsaal sind. Im Rahmen der Pandemie hat sich hier viel getan:
- Vor der Entbindung wird ein Test gemacht
- Infizierten ist der Zugang zum Kreißsaal verboten
- Wer nicht geimpft ist, darf als Begleitperson oft nicht in den Kreißsaal
- Besuche auf der Wochenbettstation sind häufig nicht erlaubt
Tipp: Jedes Krankenhaus hat andere Vorgaben. Schaut kurz vor dem Entbindungstermin noch einmal auf der Webseite der Klinik oder ruft dort an, um euch zu informieren.
Bedenkt immer, dass es grundsätzlich darum geht, euch sowie euer Ungeborenes zu schützen. Auch im Wochenbett wird auf den Infektionsschutz geachtet.
💪 Risiko für eine Erkrankung reduzieren – Infektionsschutz im Fokus
Gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, dass ihr alle Vorgaben einhaltet, um eine Ansteckung zu verhindern. Vorbeugen ist deutlich besser, als die Erkrankung zu durchlaufen.
So schützt ihr euch am besten:
- Wascht und desinfiziert regelmäßig eure Hände
- Meidet große Menschenansammlungen
- Tragt eine Mund-Nasen-Maske in Innenräumen
- Zieht euch zurück, wenn in eurem direkten Umfeld gehäuft Infektionen auftreten
Habt ihr die Vermutung, dass ihr euch in der Schwangerschaft mit dem Coronavirus infiziert habt, dann solltet ihr zuerst einen Schnelltest machen und euch anschließend an euren Gynäkologen oder eure Hebamme wenden. Hier erfahrt ihr die weiteren Schritte.
Gut zu wissen: Es ist verständlich, dass ihr euch bei einer Infektion viele Sorgen macht. Bittet euren Gynäkologen nach der Infektion daher ruhig um eine engmaschige Kontrolle.
📅 Vorsorgeuntersuchungen bei einer bestehenden Coronainfektion
Ihr habt euch mit Corona in der Schwangerschaft infiziert? Dann gilt natürlich auch für euch die Vorgabe, in Isolation zu gehen. Aber was ist, wenn in genau diese Zeit eure Vorsorgeuntersuchungen fallen?
Die Isolation dauert, abhängig vom Bundesland, bis zu 14 Tage. Ist euer Coronatest dann noch positiv, kann eine Verlängerung erfolgen. Selbst dann, wenn es zu Überschneidungen mit der Isolation kommt, ist ein Verschieben der Vorsorgeuntersuchung normalerweise unproblematisch.
Tipp: Nehmt direkt nach einem positiven Test Kontakt mit eurem Gynäkologen auf und informiert diesen über die Erkrankung. Er kann dann entscheiden, ob es möglich ist, den Termin zu verlegen.
Es kann natürlich immer zu einem Notfall kommen. In diesem Fall werden das Gesundheitsamt sowie die Mediziner entscheiden, wie das weitere Vorgehen ist. Umso wichtiger ist es, dass ihr immer in Kontakt mit den zuständigen Stellen bleibt.
🍼 Kann es nach der Geburt zu einer Übertragung kommen, wenn ich infiziert bin?
Geht ihr mit einer Infektion in die Geburt, muss das Geburtsteam darüber natürlich informiert werden. Die Übertragung der Viren erfolgt über Aerosole und Tröpfcheninfektion. Daher kann es leider passieren, dass ihr euer Baby ansteckt, wenn es auf der Welt ist.
Daher wird euer Baby regelmäßig getestet. Bei einer bestehenden Infektion macht ihr euch sicher auch Sorgen darüber, ob ihr nach der Entbindung bei eurem Baby sein könnt. Ihr werdet über alle Risiken dazu aufgeklärt und entscheidet dann, wie ihr weiter vorgehen wollt.
💉 Kann ich mich impfen lassen?
Die STIKO hat seit September 2021 eine Impfempfehlung für Schwangere ausgesprochen. Hier ist vermerkt, dass eine Schutzimpfung ab der 13. Schwangerschaftswoche empfohlen wird.
Grundsätzlich liegt die Entscheidung für oder gegen eine Impfung natürlich bei euch. Empfehlenswert ist es, dass ihr euch umfassend über die Vorteile und Risiken informiert.
Gut zu wissen: Solltet ihr bereits eine Impfung erhalten haben und dann erst die Schwangerschaft feststellen, wird empfohlen, mit der zweiten Impfung zu warten, bis ihr das zweite Drittel der Schwangerschaft erreicht habt.
Auch eine Boosterimpfung ist während der Schwangerschaft möglich. Auch hier wird eine Empfehlung ab dem zweiten Drittel eurer Schwangerschaft ausgesprochen.
🌸 Fazit: Aufmerksam sein, aber nicht in Panik verfallen
Wenn es um eine Infektion mit Corona in der Schwangerschaft geht, dann kann es schnell zu einer Panik kommen. Die Sorgen um das Ungeborene sind groß und absolut verständlich.
Wichtig zu wissen: 90 % der Schwangeren haben einen milden Verlauf mit wenigen oder gar keinen Symptomen. Wird bei euch eine Infektion festgestellt, solltet ihr euch isolieren und mögliche Anzeichen sowie den Verlauf beobachten. Bleibt in engem Kontakt mit eurem Gynäkologen oder eurer Hebamme – sie sind eure besten Ansprechpartner in dieser Situation.
Häufig gestellte Fragen
Bin ich als Schwangere anfälliger für eine Corona-Infektion?
Nein, Schwangere haben kein erhöhtes Risiko, sich anzustecken. Allerdings kann der Verlauf einer Infektion schwerer sein, besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel. Daher ist guter Infektionsschutz besonders wichtig.
Kann ich mein Baby im Bauch mit Corona anstecken?
Nach aktuellem Kenntnisstand ist eine Übertragung auf das Ungeborene im Mutterleib sehr unwahrscheinlich. Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Virus intrauterin übertragen wird oder Fehlbildungen verursacht.
Was passiert, wenn ich kurz vor der Geburt positiv getestet werde?
Informiert sofort das Geburtsteam. Ihr werdet über alle Risiken aufgeklärt und könnt dann gemeinsam mit den Ärzten entscheiden, wie ihr weiter vorgehen möchtet. Euer Baby wird nach der Geburt regelmäßig getestet.
Kann ich mich während der Schwangerschaft impfen lassen?
Ja, die STIKO empfiehlt eine Impfung ab der 13. Schwangerschaftswoche. Auch eine Boosterimpfung ist ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel möglich. Sprecht mit eurem Gynäkologen über eure individuelle Situation.
Was mache ich, wenn meine Vorsorgeuntersuchung in die Isolation fällt?
Informiert sofort euren Gynäkologen über die Infektion. In den meisten Fällen ist ein Verschieben der Vorsorgeuntersuchung unproblematisch. Bei einem Notfall entscheiden Gesundheitsamt und Mediziner über das weitere Vorgehen.
Welche Risikofaktoren erhöhen die Gefahr für einen schweren Verlauf?
Besonders gefährdet seid ihr im dritten Trimenon, bei Vorerkrankungen, Übergewicht, ab 35 Jahren, bei Diabetes, chronischen Atemwegserkrankungen, Bluthochdruck oder wenn ihr ungeimpft seid. Sprecht mit eurem Arzt über euer individuelles Risiko.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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