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Eierstockentzündung während der Schwangerschaft

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 23.05.2026 Lesezeit 8 Min.
Eierstockentzündung während der Schwangerschaft

Auf einen Blick

  • Eine Eierstockentzündung (Adnexitis) wird meist durch Bakterien verursacht und lässt sich mit Antibiotika gut behandeln – auch in der Schwangerschaft
  • Typische Symptome sind Unterbauchschmerzen, Fieber und Ausfluss – bei Verdacht sofort zum Arzt gehen
  • Unbehandelt kann die Entzündung zu Komplikationen führen, mit rechtzeitiger Therapie ist Dein Baby aber gut geschützt

Unterbauchschmerzen in der Schwangerschaft – sind das vorzeitige Wehen oder steckt etwas anderes dahinter? Eine Eierstockentzündung tritt häufiger auf als viele denken und kann gerade in der Schwangerschaft verunsichern. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Behandlung besteht kein Grund zur Sorge um Dein Baby.

🔍 Was ist eine Eierstockentzündung genau?

Eine Eierstockentzündung, medizinisch Adnexitis genannt, ist eine gynäkologische Erkrankung durch entzündliche Prozesse im Bereich der Eierstöcke. Meistens tritt sie in Kombination mit einer Entzündung des Eileiters auf – daher auch der Fachbegriff Adnexitis (von lat. Adnexe = Anhangsgebilde der Gebärmutter).

Die Entzündung kann einseitig oder beidseitig auftreten. Bei einer akuten Adnexitis treten schwere Schmerzen im Unterbauch auf. Wird die Entzündung nicht behandelt, kann es zu Narbenbildungen und anderen Beschwerden kommen, die sogar Jahre später wieder auftreten können – dann spricht man von einer chronischen Erkrankung.

Achtung: Aus einer akuten Entzündung kann eine chronische Beeinträchtigung werden, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. In der Schwangerschaft sollte es dazu aber nicht kommen – Dein Frauenarzt wird Dich engmaschig betreuen.

🌸 Ursachen: Wie entsteht eine Adnexitis?

Frauen, die jung und sexuell aktiv sind, erkranken häufiger an einer Eierstockentzündung. Oftmals geht diese aus einer Scheidenentzündung hervor, die von den Eileitern hinauf in die Eierstöcke steigt. Eine weitere häufige Ursache ist die sexuelle Übertragung von Bakterien wie Gonokokken, Trichomonaden oder Chlamydien.

Die Risikofaktoren für eine aufsteigende Eierstockentzündung aus der Scheide sind vielfältig:

  • Gynäkologische Eingriffe
  • Schleimhautveränderungen am Gebärmutterhals
  • Häufig wechselnde Sexualpartner
  • Gutartige Tumore und Polypen
  • Schwaches Immunsystem
  • Diabetes oder Östrogenmangel
  • Schwangerschaftsbedingte Veränderungen des Stoffwechsels

💪 Symptome: Woran erkennst Du eine Eierstockentzündung?

Die Symptome einer Eierstockentzündung können besonders vielfältig ausfallen. Oftmals sind sie unspezifisch und nicht sofort zu erkennen. Die ersten Anzeichen sind Unterbauchschmerzen – diese können nur auf einer oder auf beiden Seiten auftreten. Während Deiner Schwangerschaft kann es passieren, dass diese Unterbauchschmerzen als vorzeitige Wehen gedeutet werden.

Häufig leiden Frauen bei einer Entzündung zusätzlich an Fieber und haben ein starkes Krankheitsgefühl. Bei vielen wird der Unterbauch und die Gebärmutter sehr druckempfindlich. Nicht selten ist der Bauch aufgebläht und spannt besonders stark.

Gut zu wissen: Bei einer gynäkologischen Untersuchung kann es zu Schmerzen kommen – das ist ein wichtiges Diagnose-Kriterium für Deinen Arzt.

Weitere mögliche Symptome sind:

  • Durchfall, Verstopfung und Erbrechen
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Vaginale Blutungen
  • Starker, eitriger Scheidenausfluss
  • Rückenschmerzen (bei chronischem Verlauf)
  • Abfallende Leistungsfähigkeit (bei chronischem Verlauf)

Schwere und vor allem unbehandelte Entzündungen können sich in Deinem gesamten Bauchraum ausweiten.

Bei unklaren Unterbauchschmerzen in der Schwangerschaft solltest Du immer Deinen Arzt kontaktieren. Lieber einmal zu viel nachfragen als eine Entzündung übersehen – für Dich und Dein Baby.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🏥 Diagnose und Behandlung: So wird Dir geholfen

Bevor es zur Diagnose kommt, wird durch Deinen Gynäkologen eine ausführliche Anamnese gemacht. Mit Hilfe eines Blut- und Urintests ist es ebenfalls möglich, eine konkrete Diagnose zu stellen. Dort können zusätzlich die Entzündungsparameter bestimmt werden.

Die Behandlung erfolgt in der Regel mit einem Antibiotikum, um die Entzündung an den Eierstöcken einzudämmen und abheilen zu lassen. Zusätzlich zum Antibiotikum werden weitere Schmerzmittel und Entzündungshemmer verabreicht. In der Regel verläuft die Therapie rund 20 Tage.

Tipp: Brich die Antibiotika-Therapie nicht ab, auch wenn Deine Beschwerden nach einiger Zeit abklingen. Die vollständige Behandlung ist wichtig, damit die Entzündung komplett ausheilt.

In Deiner Schwangerschaft brauchst Du nichts zu befürchten, da es Antibiotika gibt, die Du auch während der Schwangerschaft einnehmen kannst. Es stehen verschiedene Präparate in der modernen Medizin zur Verfügung.

👶 Ist eine Eierstockentzündung gefährlich für Dein Baby?

Gerade in der Schwangerschaft sind Entzündungen, Infektionen und andere Krankheitsprozesse oftmals mit einem Risiko verbunden. Viele Erkrankungen können sogar einen ungünstigen Einfluss auf Deine Schwangerschaft haben. Mit Hilfe einer zielgerichteten und raschen Behandlung Deiner Eierstockentzündung ist es jedoch möglich, das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt zu minimieren.

In der Regel können die Bakterien, die sich in Deinen Eierstöcken befinden, die Plazentaschranke nicht durchbrechen. Diese ist dazu da, um Infektionen, Viren und Bakterien von Deinem ungeborenen Kind fernzuhalten.

Achtung: Gefährlich wird es erst, wenn Du Dich mit anderen Infektionskrankheiten wie Gonokokken oder Chlamydien infizierst. Eine solche Infektion kann in nur wenigen Tagen zur Erblindung Deines Kindes führen. Auch Infektionen der Lunge oder der Augen sind möglich.

Es ist daher wichtig, dass Du bei dem kleinsten Verdacht einen Arzt aufsuchst und Dich gründlich untersuchen lässt.

✨ Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Die Adnexitis ist eine schwere Erkrankung. Bleibt sie unbehandelt, kann dies zu schweren Komplikationen für Dich und das ungeborene Kind führen
  • Eine Eierstockentzündung wird durch unterschiedliche Bakterien verursacht und lässt sich mit Hilfe eines Antibiotikums gut behandeln – in Deiner Schwangerschaft stehen verschiedene Präparate zur Verfügung
  • Eine Vorsorgeuntersuchung ist während Deiner Schwangerschaft sehr wichtig, damit Entzündungen an den Eierstöcken und andere Krankheiten frühzeitig erkannt oder ausgeschlossen werden können
  • Solltest Du an unklaren Schmerzen im Unterbauch leiden, ist es wichtig, dass Du Deinen Arzt um Rat fragst – dies können bereits die ersten Anzeichen einer Eierstockentzündung sein

Häufig gestellte Fragen

Kann ich trotz Eierstockentzündung schwanger werden?

Ja, eine Schwangerschaft ist möglich. Allerdings kann eine unbehandelte oder chronische Eierstockentzündung durch Narbenbildung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Deshalb ist eine rechtzeitige Behandlung so wichtig.

Welche Antibiotika sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Es gibt verschiedene Antibiotika, die auch in der Schwangerschaft sicher eingenommen werden können. Dein Frauenarzt wird ein geeignetes Präparat für Dich auswählen, das sowohl wirksam gegen die Bakterien ist als auch Dein Baby nicht gefährdet.

Wie lange dauert die Behandlung einer Eierstockentzündung?

Die Therapie mit Antibiotika verläuft in der Regel rund 20 Tage. Wichtig ist, dass Du die Behandlung nicht vorzeitig abbrichst, auch wenn die Beschwerden schon früher abklingen.

Kann mein Baby sich durch die Entzündung anstecken?

Die Bakterien der Eierstockentzündung können normalerweise die Plazentaschranke nicht durchbrechen. Gefährlich wird es erst bei bestimmten Infektionen wie Chlamydien oder Gonokokken, die bei der Geburt auf das Baby übertragen werden können.

Wann sollte ich unbedingt zum Arzt gehen?

Bei unklaren Unterbauchschmerzen, Fieber, ungewöhnlichem Ausfluss oder einem starken Krankheitsgefühl solltest Du sofort Deinen Frauenarzt kontaktieren. Lieber einmal zu viel nachfragen als eine Entzündung übersehen.

Kann eine Eierstockentzündung zu einer Fehlgeburt führen?

Unbehandelt kann eine Eierstockentzündung das Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt erhöhen. Mit einer zielgerichteten und raschen Behandlung lässt sich dieses Risiko jedoch deutlich minimieren.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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