Gastroschisis (Bauchspalte) – Diagnose und Behandlung
Auf einen Blick
- Gastroschisis ist eine Bauchspalte von 2-3 cm, durch die Organe (meist Darm) nach außen treten
- Die Fehlbildung wird bereits im Ultraschall während der Schwangerschaft erkannt
- Nach der Geburt erfolgt eine Operation, um die Organe zurückzulegen und die Bauchdecke zu verschließen
Wenn Du in der Schwangerschaft die Diagnose Gastroschisis erhältst, ist das erst mal ein Schock. Dein Baby kommt mit einer Bauchspalte zur Welt, durch die Organe nach außen treten. Doch die gute Nachricht: Ärzte können diese Fehlbildung heute sehr gut behandeln. Hier erfährst Du alles, was Du über Gastroschisis wissen musst – von der Diagnose bis zur Behandlung.
🔍 Was genau ist eine Gastroschisis?
Eine Gastroschisis ist ein Bauchwanddefekt, der bereits früh in der Schwangerschaft entsteht. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Bauchspaltung". Bei Deinem Baby bildet sich dabei eine Spalte in der Bauchwand von etwa 2 bis 3 Zentimetern.
Durch diese Öffnung treten innere Organe nach außen – am häufigsten der Darm, manchmal auch Leber oder Magen. Diese Organe liegen dann im Fruchtwasser, was ihre normale Entwicklung beeinträchtigt. Der Darm kann sich erweitern und größer werden als normal, es kann zu Verdrehungen, Durchblutungsstörungen oder anderen Komplikationen kommen.
Gastroschisis kommt sehr selten vor, allerdings ist die Zahl der Fälle in den vergangenen Jahren leicht angestiegen. Anders als bei einer Omphalozele (Nabelschnurdurchbruch) betreffen Begleitfehlbildungen hier vor allem den Darm selbst – insbesondere Darmatresien, also nicht durchlässige Stellen. Wenn sich die Bauchwandlücke verkleinert, können Gefäße abgeklemmt werden, was zum Verlust von Darmteilen führen kann.
Gut zu wissen: Die Bauchspalte tritt meist rechts neben dem Nabel auf und ist klar von anderen Bauchwanddefekten wie der Omphalozele zu unterscheiden.
🏥 Welche Symptome treten auf?
Während der Schwangerschaft selbst verursacht die Gastroschisis meist keine direkten Probleme für Dich. Die Fehlbildung wird bei den regulären Ultraschalluntersuchungen entdeckt – Dein Arzt kann die 2 bis 3 cm große Bauchspalte und die ausgelagerten Organe sehen. Häufig sind Darmteile zu erkennen, seltener die Leber.
Die eigentlichen Probleme entstehen nach der Geburt. Dein Baby kann Schwierigkeiten mit dem Magen-Darm-Trakt haben oder sogar einen angeborenen Darmverschluss – das kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige medizinische Maßnahmen.
Untersuchungen nach der Geburt
Direkt nach der Geburt führen die Ärzte gründliche körperliche Untersuchungen durch. Der Darm Deines Babys wird mit Ultraschall genau angeschaut. Dabei suchen die Mediziner auch nach möglichen Begleiterkrankungen und klären ab, ob es sich tatsächlich um eine Gastroschisis handelt oder um einen anderen Bauchdeckendefekt wie eine Omphalozele.
Eine Gastroschisis-Diagnose ist für Eltern zunächst erschreckend. Aber ich kann Dich beruhigen: Die Behandlungsmöglichkeiten sind heute sehr gut und die meisten Babys entwickeln sich nach der Operation völlig normal.
💭 Welche Ursachen stecken dahinter?
Die genauen Ursachen für eine Gastroschisis sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Es gibt verschiedene Theorien, aber keine abschließenden Antworten:
- Eine Theorie besagt, dass sich der Darm durch eine Öffnung im Körper drückt, sobald das Wachstum beginnt
- Eine andere These geht davon aus, dass der Verschluss einer rechtsliegenden Arterie die Spaltung verursacht
- Manche Experten vermuten eine Störung, die verhindert, dass sich die Bauchwand normal schließen kann
Welche dieser Theorien zutrifft und warum genau eine Gastroschisis entsteht, bleibt leider weiterhin ungeklärt. Wichtig für Dich zu wissen: Du hast nichts falsch gemacht – es ist keine Folge Deines Verhaltens in der Schwangerschaft.
Achtung: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Ultraschalltermine sind extrem wichtig, um eine Gastroschisis frühzeitig zu erkennen und die Geburt optimal vorzubereiten.
🏥 Wie wird eine Gastroschisis behandelt?
Die Behandlung hängt vom individuellen Krankheitsbild Deines Babys ab. Die Kinderchirurgen haben verschiedene Möglichkeiten:
Bei Darmverschluss
Liegt ein Darmverschluss vor, stellen die Ärzte zunächst die Darmpassage wieder her. In seltenen Fällen ist ein künstlicher Darmausgang (Anus praeter) nötig – eine spezielle Vorrichtung, die Deinem Baby hilft, Stuhl abzugeben. Diese Maßnahme ist meist für zwei bis sechs Wochen notwendig und schlägt in der Regel sehr gut an.
Tipp: Bei einem künstlichen Darmausgang stehen Dir Therapeuten zur Seite, die Dir die notwendige Pflege zeigen. Scheue Dich nicht, alle Fragen zu stellen – die Pflege ist erlernbar und Du wirst schnell sicherer.
Direkte Rückverlagerung
Bei weniger stark ausgeprägter Gastroschisis können die Darmanteile direkt in den Bauchraum zurückverlegt und die Bauchspalte verschlossen werden. Nach einer kurzen Operation und etwa zwei Wochen Behandlung ist das Schlimmste überstanden.
Schrittweise Rückverlagerung
Eine weitere Methode: Die Kinderchirurgen nutzen einen Plastiksack, um die ausgetretenen Organe schrittweise in den Bauchraum zurückzulegen, bevor der Bauch verschlossen wird. Oft wird zusätzlich eine künstliche Membran verwendet, um die Bauchdecke zu stärken.
📅 Was passiert nach der Operation?
Nach der Behandlung sind regelmäßige Nachsorgetermine wichtig, um den Behandlungserfolg zu kontrollieren. Viele Babys mit Gastroschisis müssen zunächst künstlich ernährt werden, können aber nach der Operation auf normale Kost umgestellt werden.
Eine erfolgreiche Therapie dauert in der Regel etwa vier Wochen. In dieser Zeit ist es wichtig, dass Du Ruhe bewahrst und Dein Baby bestmöglich unterstützt. Eine Narbe wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bleiben – aber Dein Kind wird sich trotzdem normal entwickeln können.
Gut zu wissen: Die kinderärztliche Betreuung nach einer Gastroschisis-Operation ist intensiv, aber genau das sorgt dafür, dass Dein Baby die beste Versorgung bekommt.
✨ Die wichtigsten Fakten zur Gastroschisis im Überblick
- Die Gastroschisis ist eine Bauchspalte, die durch eine Fehlbildung entsteht
- Die Bauchspalte entwickelt sich beim ungeborenen Kind
- In vielen Fällen liegen Darmanteile und Leber außen
- In den meisten Fällen kann die Fehlbildung operativ behandelt werden
- Umfassende Eingriffe durch Kinderchirurgen sind möglich
- Kinderärztliche Betreuung ist unumgänglich
- Gastroschisis Bilder helfen, sich ein Bild der Fehlbildung zu machen
Häufig gestellte Fragen
Kann ich während der Schwangerschaft etwas tun, um meinem Baby zu helfen?
Während der Schwangerschaft kannst Du die Gastroschisis selbst nicht beeinflussen. Wichtig ist, dass Du alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmst und eng mit Deinen Ärzten zusammenarbeitest, um die Geburt optimal vorzubereiten. Die eigentliche Behandlung erfolgt nach der Geburt.
Wie lange muss mein Baby nach der Operation im Krankenhaus bleiben?
Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel etwa vier Wochen. Je nach Schwere der Gastroschisis und möglichen Komplikationen kann es auch länger dauern. Dein Baby wird intensiv betreut und Du kannst die meiste Zeit bei ihm sein.
Wird mein Kind später ein normales Leben führen können?
Ja, die meisten Kinder mit erfolgreich behandelter Gastroschisis entwickeln sich völlig normal. Eine Narbe bleibt zwar sichtbar, aber die Organfunktionen sind in der Regel nicht dauerhaft beeinträchtigt. Regelmäßige Nachkontrollen stellen sicher, dass alles gut verheilt.
Muss mein Baby künstlich ernährt werden?
Viele Babys mit Gastroschisis müssen zunächst künstlich ernährt werden, bis der Darm sich erholt hat und normal funktioniert. Die Umstellung auf normale Kost erfolgt schrittweise nach der Operation. Dein Behandlungsteam begleitet Euch dabei eng.
Wie hoch ist das Risiko für weitere Kinder?
Das Risiko, dass ein weiteres Kind ebenfalls eine Gastroschisis hat, ist sehr gering. Die Fehlbildung tritt meist sporadisch auf. Wenn Du Dir Sorgen machst, sprich mit Deinem Arzt über eine genetische Beratung vor einer weiteren Schwangerschaft.
Wo sollte mein Baby am besten zur Welt kommen?
Bei einer Gastroschisis-Diagnose sollte die Geburt in einem Perinatalzentrum mit angeschlossener Kinderchirurgie stattfinden. So kann Dein Baby sofort nach der Geburt optimal versorgt werden. Dein Frauenarzt wird die Geburt entsprechend planen.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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