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Genitalherpes in der Schwangerschaft – Risiken und Behandlung

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 13.03.2026 Lesezeit 9 Min.
Genitalherpes in der Schwangerschaft – Risiken und Behandlung

Auf einen Blick

  • Genitalherpes wird durch Sex übertragen und kann unbehandelt Komplikationen für Dich und Dein Baby verursachen
  • Besonders gefährlich ist eine Erstinfektion in der Schwangerschaft, da noch keine schützenden Antikörper vorhanden sind
  • Eine medikamentöse Behandlung mit Aciclovir ist in der Schwangerschaft möglich und für Dein Baby ungefährlich

Eine Herpes-Infektion im Genitalbereich während der Schwangerschaft – das klingt beunruhigend. Und tatsächlich ist Genitalherpes eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Behandlung lassen sich Risiken für Dich und Dein Baby deutlich minimieren.

🔍 Was ist Genitalherpes und wie wird er übertragen?

Die Herpes-Infektion gelangt über kleine Verletzungen an Deiner Haut oder Schleimhaut in Deinen Körper. Dort setzen sich die Viren an den Nervenknotenpunkten fest. Nach der ersten Infektion, also der sogenannten Erstinfektion, verbleiben sie ein Leben lang in Deinem Körper. Das bedeutet für Dich, dass es jederzeit zu einem Ausbruch der Infektion kommen kann.

Übertragen wird Genitalherpes durch:

  • Ungeschützten Geschlechtsverkehr
  • Oralverkehr
  • Schmierinfektion
  • Manuelle Stimulation

Achtung: Lippenherpes kann ebenfalls zu Genitalherpes führen. Sollte Dein Sexualpartner Lippenherpes haben, kann dies gefährlich werden, da der Herpes sich beim Oralverkehr oder mittels Schmierinfektion auf den Genitalbereich übertragen kann.

🌸 Die häufigsten Symptome von Genitalherpes

Grundsätzlich ist es der Fall, dass die Symptome bei Herpes genitales von Frau zu Frau unterschiedlich ausfallen. Du musst nicht alle Symptome gleichzeitig haben. Häufig treten bei einer Infektion nur vereinzelt Symptome auf. Es kommt dabei auf die Stärke Deiner Erkrankung an.

Bei einer Primärinfektion (Erstinfektion) kann es bis zu drei Wochen dauern, bis die ersten Symptome auftreten können. Sollte es jedoch zu einer Folgeinfektion kommen, hast Du Deine Erkrankung bereits nach drei oder fünf Tagen überstanden. Es kann aber auch zu einem symptomlosen Ausbruch kommen, sodass Du von der Infektion überhaupt nichts bemerkst.

Gut zu wissen: Sind die ersten Symptome bereits aufgetreten, ist der Virus in der Regel schon sehr stark fortgeschritten. Es kann aber auch zu späteren Ausbrüchen kommen, bei denen die vorherige Erkrankung ohne Symptome verlief.

👶 Was bedeutet Genitalherpes in der Schwangerschaft?

In der Schwangerschaft kann eine Herpeserkrankung im Genitalbereich besonders für Dein ungeborenes Kind gefährlich werden. Das Risiko besteht besonders dann, wenn Du Dich als Mutter das erste Mal infizierst. In diesem Fall hast Du noch keine Antikörper gegen den Herpes-Erreger gebildet. Wäre dies der Fall, wäre Dein Kind auch drei Monate nach der Geburt geschützt, da es immun gegen die Herpesviren wäre.

Wann ist die Ansteckung besonders gefährlich?

Besonders gefährlich ist die Ansteckung während der Geburt. In besonders seltenen Fällen kann die Infektion über die Plazenta erfolgen. Dies ist nur dann der Fall, wenn das Virus bereits auf Deinen gesamten Organismus eingegriffen hat. Aus medizinischer Sicht wird dies auch unter dem Fachbegriff Virämie geführt.

Eine Herpes-Infektion in der Schwangerschaft ist kein Grund zur Panik. Mit rechtzeitiger Diagnose und Behandlung können wir Dein Baby sehr gut schützen – vertraue auf Deinen Arzt und sprich offen über alle Symptome.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Mögliche Komplikationen bei unbehandeltem Genitalherpes

Egal wie es zu einer Herpesinfektion gekommen ist – unbehandelt kann dieser gefährlich werden. Ein unbehandelter Genitalherpes kann in Deinem Körper aufsteigen und im schlimmsten Fall Deine Fruchthöhle erreichen.

Die Virämie kann folgende Komplikationen auslösen:

  • Vorzeitige Wehen
  • Gesundheitliche Beeinträchtigungen beim Baby
  • Fehlgeburt (im schlimmsten Fall)
  • Wachstumsstörungen beim Kind
  • Störungen im Gehirn
  • Entzündungen im Gehirn

Achtung: Sobald Du eine Infektion vermutest, ist es sehr wichtig, dass Du sofort Deinen Arzt kontaktierst, um Dich untersuchen zu lassen. Umso eher die Herpes-Infektion erkannt wird, umso schneller kannst Du mit Deiner medikamentösen Therapie beginnen.

🏥 Wie erfolgt die Diagnose und Behandlung?

Bei der Behandlung kommt es immer drauf an, ob eine Primärinfektion oder Folgeinfektion besteht. In der Schwangerschaft ist eine medikamentöse Behandlung die Regel. Meistens wird dafür das Medikament Aciclovir eingesetzt. Diese dauert insgesamt nur fünf Tage und ist für Dein ungeborenes Kind nicht gefährlich.

Behandlung in den ersten beiden Trimestern

In den ersten beiden Trimestern Deiner Schwangerschaft ist die Behandlung mit Medikamenten, wie beispielsweise Aciclovir, möglich. Das bedeutet für Dich, dass kein Kaiserschnitt erforderlich ist, da Du als Mutter die Infektion bis zur Geburt erfolgreich bekämpft hast.

In der Regel werden die Medikamente eingesetzt, um:

  • Deine Beschwerden während der Infektion zu lindern
  • Dafür zu sorgen, dass die Bläschen in Deinem Genitalbereich schneller verschwinden
  • Erhebliche Schmerzen zu reduzieren

Infektion im letzten Schwangerschaftsdrittel

Infizierst Du Dich jedoch erst im letzten Schwangerschaftsdrittel, das bedeutet in den letzten Monaten Deiner Schwangerschaft, empfehlen die meisten Ärzte bereits einen Kaiserschnitt. Durch diesen wird das Infektionsrisiko auf Dein ungeborenes Kind minimiert. Dies ist auch dann der Fall, wenn Du Dich kurz vor Deiner Geburt mit dem Virus infizierst.

Tipp: Während Deiner Infektion ist es außerdem sehr wichtig, dass Du auf sexuelle Kontakte verzichtest, um eine weitere Übertragung zu vermeiden.

💪 Besteht die Möglichkeit, vor einer Infektion vorzubeugen?

Jede werdende Mutter möchte sich und ihr Kind weitestgehend vor Infektionskrankheiten und anderen Beschwerden schützen. Doch ist das auch bei Genitalherpes möglich? Vielen Frauen ist nicht einmal bewusst, welches hohe Risiko eine solche Infektion mit sich bringt.

Wichtige Vorsichtsmaßnahmen:

  • Geschützter Geschlechtsverkehr, besonders bei wechselnden Sexualpartnern
  • Vorsicht bei Sexualpartnern mit bekannter Herpes-Infektion
  • Verzicht auf sexuelle Kontakte bei aktiver Infektion
  • Vorsicht bei Lippenherpes des Partners (kein Oralverkehr)

In der Partnerschaft stellt dies meistens kein Problem dar. Es ist jedoch nicht unbekannt, dass Herpes genitales durch Sexualkontakte entsteht. Ungeschützter Sex, ständig wechselnde Sexualpartner oder Sexualpartner, die infiziert sind, stellen daher ein großes Problem dar.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis Symptome von Genitalherpes auftreten?

Bei einer Primärinfektion (Erstinfektion) kann es bis zu drei Wochen dauern, bis die ersten Symptome auftreten. Bei einer Folgeinfektion hast Du die Erkrankung meist bereits nach drei bis fünf Tagen überstanden. Es kann aber auch zu symptomlosen Ausbrüchen kommen.

Ist die Behandlung mit Aciclovir in der Schwangerschaft sicher?

Ja, die medikamentöse Behandlung mit Aciclovir ist in der Schwangerschaft sicher und für Dein ungeborenes Kind nicht gefährlich. Die Behandlung dauert in der Regel nur fünf Tage und lindert Deine Beschwerden effektiv.

Wann ist ein Kaiserschnitt wegen Genitalherpes notwendig?

Ein Kaiserschnitt wird empfohlen, wenn Du Dich erst im letzten Schwangerschaftsdrittel oder kurz vor der Geburt mit dem Virus infizierst. Dadurch wird das Infektionsrisiko für Dein Baby während der Geburt minimiert.

Kann Lippenherpes zu Genitalherpes führen?

Ja, Lippenherpes kann ebenfalls zu Genitalherpes führen. Sollte Dein Sexualpartner Lippenherpes haben, kann dies gefährlich werden, da der Herpes sich beim Oralverkehr oder mittels Schmierinfektion auf den Genitalbereich übertragen kann.

Wie wird mein Baby geschützt, wenn ich schon vor der Schwangerschaft Herpes hatte?

Wenn Du bereits vor der Schwangerschaft Antikörper gegen den Herpes-Erreger gebildet hast, ist Dein Kind auch drei Monate nach der Geburt geschützt, da es immun gegen die Herpesviren ist. Das Risiko ist dann deutlich geringer als bei einer Erstinfektion.

Welche Komplikationen drohen bei unbehandeltem Genitalherpes in der Schwangerschaft?

Ein unbehandelter Genitalherpes kann vorzeitige Wehen, gesundheitliche Beeinträchtigungen beim Baby, im schlimmsten Fall eine Fehlgeburt, Wachstumsstörungen, Störungen im Gehirn und Entzündungen im Gehirn auslösen. Deshalb ist eine schnelle Behandlung so wichtig.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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