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Leistenbruch in der Schwangerschaft – Ursachen & Behandlung

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 20.04.2026 Lesezeit 9 Min.
Leistenbruch in der Schwangerschaft – Ursachen & Behandlung

Auf einen Blick

  • Leistenbrüche sind bei Frauen seltener als bei Männern, können aber in der Schwangerschaft durch erhöhten Bauchdruck entstehen
  • Typisches Anzeichen ist eine tastbare Vorwölbung in der Leiste mit ziehenden Schmerzen
  • Eine Operation wird meist erst nach der Geburt durchgeführt – außer bei akuter Darmeinklemmung

Leistenschmerzen in der Schwangerschaft können verunsichern – besonders, wenn Du eine Vorwölbung in der Leiste bemerkst. Ein Leistenbruch ist zwar bei Frauen seltener als bei Männern, aber durch den erhöhten Druck in Deinem Bauchraum während der Schwangerschaft kann er entstehen. Hier erfährst Du, wie Du einen Leistenbruch erkennst und welche Behandlungsmöglichkeiten es für Dich als werdende Mama gibt.

🔍 Wie entsteht ein Leistenbruch bei Frauen?

Leistenbrüche bei Frauen entstehen in der Regel aufgrund von Schwachstellen an der vorderen Bauchwand. Dieser Bereich wird auch Leistenkanal genannt. Dein Leistenkanal verläuft von Deinem Hüftknochen an, schräg nach unten bis hin zu Deinem Schambein. Dort verbindet er Deine Bauchhöhle mit Deiner Leistengegend.

Dein Leistenkanal hat auch noch weitere Funktionen und Aufgaben. In ihm verlaufen wichtige Nerven und Lymphgefäße, die wichtig für Dein Mutterband sind. Das Mutterband hält Deine Gebärmutter. Kommt es daher zu einem Leistenbruch, wölbt sich Dein Bauchfell, das Fettgewebe oder Dein Darm vor.

Gut zu wissen: Bei Frauen ist der Leistenkanal deutlich enger als bei Männern. Vielmehr ist es das schwache Bindegewebe, welches das Risiko für einen Leistenbruch erhöht. Sogar mit dem Alter steigt das Risiko.

Mittlerweile sind mehr als 250 000 Menschen im Jahr von einem Leistenbruch betroffen. Schwangere haben dabei ein etwas höheres Risiko, da sich in der Schwangerschaft ein erhöhter Druck in der Bauchhöhle bildet und die Bauchmuskulatur stark gelockert wird.

🌸 Wie bemerkt man als Frau einen Leistenbruch?

Generell sind die ersten Anzeichen einer Leistenhernie sehr schnell zu erkennen. Die Vorwölbung in der Leiste ist einer der typischen Anzeichen. Diese kannst Du relativ einfach ertasten.

Meistens treten Beschwerden durch einen Leistenbruch erst dann auf, wenn man schwere Lasten hebt oder trägt. Auch bei starkem Husten kann es zu Leistenschmerzen kommen. Der ziehende Schmerz in der Leistengegend zieht bei Frauen bis in den Bereich der Schamlippen. Die Leistenschmerzen können daher schnell auf andere Bereiche des Körpers strahlen.

Typische Symptome eines Leistenbruchs:

  • Tastbare Vorwölbung in der Leiste
  • Ziehende Schmerzen beim Heben oder Tragen
  • Schmerzen beim Husten
  • Ausstrahlung bis in die Schamlippen

Achtung: In seltenen Fällen kann ein Leistenbruch zu einer lebensgefährlichen Darmeinklemmung (Darm-Inkarzeration) führen. Diese zieht starke Schmerzen mit sich und kann zu Übelkeit, Erbrechen und Fieber führen. Sollte es bei Dir zu einer Darmeinklemmung kommen, muss in der Regel sofort operiert werden.

💪 Hernien in der Schwangerschaft – Welche gibt es noch?

Neben dem Leistenbruch, der eher selten bei Frauen ist, kann es jedoch zu weiteren Hernien (Brüchen) kommen. Der Nabelbruch, der Narbenbruch oder der Bauchwandbruch treten bei Frauen oftmals häufiger auf. Nicht selten entstehen diese sogenannten Hernien im Zusammenhang mit Deiner Schwangerschaft.

Achtung: Sollte bei Dir der Verdacht bestehen, an einer der Hernien zu leiden, ist es wichtig, dass Du sofort Deinen Arzt kontaktierst. Besonders in der Schwangerschaft kann dies vor weiteren Komplikationen schützen.

🏥 Was tun bei Leistenschmerzen in der Schwangerschaft?

Solltest Du in Deiner Schwangerschaft unter Schmerzen in der Leistenregion leiden, ist es wichtig, dass Du bei andauernden oder besonders starken Schmerzen einen Arzt aufsuchst. Besonders, wenn die Schmerzen über einen längeren Zeitraum anhalten, ist es wichtig, dass Du sofort einen Arzt aufsuchst, um eventuelle weitere Schmerzen und Komplikationen vermeiden zu können.

Solltest Du vor allem den Verdacht auf einen Leistenbruch haben, ist es wichtig, diesen sofort untersuchen zu lassen. Besonders bei eingeklemmten Organen, wie beispielsweise dem Darm, kann es zu schweren Komplikationen kommen. Eine Kontrolle und gezielte Untersuchung ist daher von Vorteil und kann Dich vor weiteren Problemen schützen.

Leistenschmerzen in der Schwangerschaft solltest Du immer ernst nehmen. Lieber einmal zu viel zum Arzt als zu spät – gerade wenn es um Deine Gesundheit und die Deines Babys geht.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

✨ Leistenbruch in der Schwangerschaft – was tun?

Während Deiner Schwangerschaft ist es wichtig, dass Du auf Dich und Deine Gesundheit achtest. Du kannst vielen Beschwerden bereits vorbeugen, indem Du Dich gesund und ausgewogen ernährst und viel bewegst.

Wie bereits erwähnt, hängt die Behandlung Deiner Leistenschmerzen davon ab, in welchem Schweregrad die Schmerzen einzustufen sind. Sollte beispielsweise eine Bänderdehnung der Grund für die Leistenschmerzen sein, kannst Du mit den folgenden Tipps Linderung schaffen:

Tipps zur Linderung von Leistenschmerzen:

  • Viel Ruhe und Entspannung kann helfen
  • Betroffene Schmerzregionen mit Wärme behandeln
  • Stützgürtel tragen
  • Gute Schlafposition finden (die schmerzfrei macht)

Tipp: Die körperliche Schonung kann von Vorteil sein, vor allem wenn es sich nur um Schmerzen in der Leistenregion handelt und nicht gezielt um einen Bruch. Als Schwangere kannst Du gerne auch Pilates-Übungen oder anderen Sport machen, um Deine Bänder und Sehnen beweglicher zu machen.

🏥 Wann muss ein Leistenbruch in der Schwangerschaft operiert werden?

Ein Leistenbruch kann sich bei Frauen nicht von allein zurückbilden oder selbst heilen. Daher werden Leistenhernien in der Regel operiert. Dies ist auch notwendig, damit keine weiteren Probleme, wie beispielsweise eine Inkarzeration anderer Organe, entstehen.

Sollte der Leistenbruch allerdings in Deiner Schwangerschaft auftreten, sind viele Frauen sehr stark verunsichert. Operationen sämtlicher Art können schließlich dem ungeborenen Kind schaden, sodass eine Leistenbruchoperation in der Schwangerschaft nicht ohne Weiteres möglich ist.

Je nach Schweregrad des Bruches kann Dein Arzt individuell entscheiden, mit welchen Behandlungsschritten er vorgehen möchte. Sollte eine akute Gefahr für Dich als Mutter oder Dein ungeborenes Kind entstehen, muss die Operation bis nach der Geburt Deines Kindes verschoben werden. Eine Operation ist nur dann notwendig, wenn bereits Anzeichen einer Darmeinklemmung vorhanden sind. Gerade dann muss der Arzt sofort operieren.

Das Bruchband als Alternative

Eine sehr gute Alternative zu einer Operation ist das Bruchband. Dieses Band musst Du als Schwangere im Falle eines Leistenbruches tragen. Das Bruchband soll verhindern, dass Dein Darm in Deinem Bauchraum ragt. Passiert das, kann es zu schweren bis hin zu lebensgefährlichen Verletzungen kommen.

Gut zu wissen: Du darfst nicht vergessen, dass ein Bruchband kein Ersatz für eine Operation ist. Hierbei handelt es sich lediglich um eine vorübergehende Lösung in Deiner Schwangerschaft. Im Anschluss ist eine Operation unumgänglich.

Häufig gestellte Fragen

Kann ein Leistenbruch in der Schwangerschaft von alleine heilen?

Nein, ein Leistenbruch kann sich bei Frauen nicht von allein zurückbilden oder selbst heilen. Daher werden Leistenhernien in der Regel operiert – allerdings meist erst nach der Geburt. Während der Schwangerschaft kann ein Bruchband als vorübergehende Lösung getragen werden.

Wann muss ein Leistenbruch in der Schwangerschaft sofort operiert werden?

Eine sofortige Operation ist nur dann notwendig, wenn bereits Anzeichen einer Darmeinklemmung (Inkarzeration) vorhanden sind. Diese äußert sich durch starke Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und eventuell Fieber. In diesem Fall besteht akute Lebensgefahr und es muss sofort operiert werden.

Wie erkenne ich einen Leistenbruch in der Schwangerschaft?

Typische Anzeichen sind eine tastbare Vorwölbung in der Leiste und ziehende Schmerzen, die bis in die Schamlippen ausstrahlen können. Die Beschwerden verstärken sich meist beim Heben schwerer Lasten oder beim Husten. Bei Verdacht solltest Du sofort Deinen Arzt aufsuchen.

Was ist ein Bruchband und wie hilft es bei einem Leistenbruch?

Ein Bruchband ist eine vorübergehende Lösung während der Schwangerschaft. Es soll verhindern, dass Dein Darm in den Bauchraum ragt und schwere Verletzungen entstehen. Das Bruchband ist jedoch kein Ersatz für eine Operation – diese wird nach der Geburt nachgeholt.

Welche anderen Hernien können in der Schwangerschaft auftreten?

Neben dem Leistenbruch können bei Frauen auch Nabelbrüche, Narbenbrüche oder Bauchwandbrüche auftreten. Diese entstehen nicht selten im Zusammenhang mit der Schwangerschaft. Bei Verdacht solltest Du sofort Deinen Arzt kontaktieren.

Was kann ich selbst tun, um Leistenschmerzen in der Schwangerschaft zu lindern?

Bei leichteren Beschwerden können Ruhe, Wärmebehandlung der betroffenen Region, das Tragen eines Stützgürtels und das Finden einer schmerzfreien Schlafposition helfen. Auch sanfte Bewegung wie Pilates kann Deine Bänder und Sehnen beweglicher machen. Bei anhaltenden oder starken Schmerzen solltest Du jedoch immer einen Arzt aufsuchen.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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