Kind Ja oder Nein – gibt es beim Kinderwunsch eine Pro und Kontra Liste?
Auf einen Blick
- Die Entscheidung für oder gegen ein Kind ist hochindividuell – es gibt keine allgemeingültig "richtige" Antwort
- Durchschnittlich kostet ein Kind etwa 550 Euro monatlich, bis zum 18. Lebensjahr kommen erhebliche Summen zusammen
- Die Fruchtbarkeit von Frauen nimmt ab etwa 35 Jahren deutlich ab – biologische Faktoren sollten in die Zeitplanung einfließen
Die Frage "Kind ja oder nein?" gehört zu den weitreichendsten Entscheidungen im Leben. Viele Paare stehen irgendwann vor diesem Punkt und fühlen sich von Zweifeln, Ängsten und gesellschaftlichen Erwartungen überwältigt. Dabei gibt es keine pauschale Antwort – nur Deine ganz persönliche. Hier findest Du wichtige Denkanstöße und Hilfestellungen für Deinen Weg zur Entscheidung.
💭 Warum die Entscheidung so schwer fällt
Wenn Du vor der Frage stehst, ob Du Mutter oder Vater werden möchtest, kannst Du die Folgen für Dein gesamtes Leben oft nicht absehen. Aus diesem Grund sind mit der Entscheidung viele unterschiedliche Ängste verbunden:
- Werde ich eine gute Mutter sein? Werde ich ein guter Vater sein?
- Bin ich im Alter alleine, wenn ich keine Kinder bekomme?
- Kann ich meinen Kindern auch finanziell ein gutes Leben bieten?
- Werde ich mich durch die Schwangerschaft und die Geburt verändern?
- Werde ich noch Zeit für die Dinge haben, die mir wichtig sind?
- Werde ich die Entscheidung irgendwann bereuen?
- Was werden Verwandte und Freunde zu meiner Entscheidung sagen?
- Werde ich allen Herausforderungen gewachsen sein?
Diese Aufzählung kann nur einen Teil der möglichen Ängste und Unsicherheiten abbilden. Sie sind sehr individuell und können nicht immer abschließend beantwortet werden. Und gerade bei der Entscheidung, ob Du Deinen Kinderwunsch erfüllen solltest, gibt es keine Möglichkeit für einen Test oder eine Rücknahme. Daher können die Gedanken in diesem Zusammenhang überwältigend scheinen.
Achtung: Lass Dich nicht von Deinen Ängsten überwältigen. Wenn sie zu viel Raum bekommen, führen sie dazu, dass Du alle Risiken vermeiden willst. Solche Vermeidungsstrategien machen aber in der Regel nicht glücklich. Nimm Deine Ängste ernst, aber lass sie nicht die Kontrolle übernehmen.
🔍 Welche Faktoren Deine Entscheidung beeinflussen
Bei der Entscheidung für oder gegen ein Kind können viele Faktoren eine Rolle spielen. Die wichtigsten Punkte, die Du dabei mit in den Blick nehmen solltest, sind unter anderem die folgenden:
- Lebensplanung
- Partnerschaft
- Finanzen
- Karriere
- Mögliche Unterstützung
- Betreuungsmöglichkeiten
- Das „richtige" Alter
Welche Grundvoraussetzungen in diesen Feldern erfüllt sein sollten, hängt stark von Deinen eigenen Bedürfnissen ab.
Darüber hinaus kommt die Frage nicht unbedingt nur beim ersten Kind auf. Auch die Entscheidung für ein weiteres Kind sollte gut überdacht werden. Denn egal, ob es das erste Kind, das zweite Kind, das dritte Kind ist, jedes weitere Kind bringt eine Veränderung mit sich.
Die Rollenverteilung in der Familie muss verändert werden und Ressourcen müssen anders verteilt werden. Hier spielt zusätzlich der Charakter der Geschwister und der Altersabstand eine große Rolle. Du solltest auch wissen, dass eine Geschwisterbeziehung nicht unbedingt mit großer Freude und Glück einhergeht. Als Eltern könnt ihr mit etwas Aufmerksamkeit aber dafür sorgen, dass die Grundbedürfnisse aller Kinder erfüllt sind.
⚖️ Pro und Kontra – Was für und gegen Kinder spricht
Wenn ein Kind aus einem Liebespaar Eltern macht, verändert sich das Leben deutlich. Das bringt viele schöne Momente und Erlebnisse mit sich, aber es gibt auch schwierige Zeiten, Zweifel und Nachteile. Allgemein ist das Leben eines Elternteils einfach anders als das Leben eines kinderlosen Menschen.
Die Argumente, die für und gegen ein Kind sprechen sind teilweise emotional und oft hoch individuell. Was für Dich davon wichtig und richtig ist, kannst nur Du selbst bestimmen. Andere Punkte lassen sich auch ganz objektiv messen und nachweisen.
Was spricht für Kinder:
- Die Verbindung zwischen Kindern und Eltern ist intensiv und etwas Besonderes.
- Das Leben mit Kindern bringt viele einmalige Erlebnisse mit sich.
- Mit Kindern können viele Erwachsene das Leben aus einem ganz anderen Blickwinkel noch einmal neu entdecken.
- Kinder geben vielen Eltern einen besonderen Sinn im Leben und das Gefühl gebraucht zu werden.
- Die meisten Eltern erleben viele besondere Glücksmomente mit ihren Kindern.
- Kinder lieben ihre Eltern bedingungslos.
Was spricht gegen Kinder:
- Kinder kosten viel Geld.
- Kinder brauchen Zeit.
- Eltern haben eine ständige Verantwortung gegenüber ihren Kindern.
- Viele Eltern erleben eine starke Fremdbestimmung durch die Familiengründung, weil sich vor allem in der ersten Zeit alles nach den Kindern richten muss.
- Gerade am Anfang müssen viele Eltern mit einem erheblichen Schlafmangel kämpfen.
Tipp: Erstelle Deine ganz eigene Pro-und-Kontra-Liste. Sei dabei absolut ehrlich zu Dir selbst. Was für andere ein Vorteil ist, kann für Dich ein Nachteil sein – und umgekehrt. Deine persönlichen Prioritäten zählen.
🌸 Wie sich Dein Alltag mit Baby verändert
Bevor Du Dich für ein Kind entscheidest, solltest Du die Auswirkungen auf Dein gemeinsames Leben genau in Augenschein nehmen. Durch die Elternschaft treten oft ganz neue Herausforderungen auf, die viele Menschen durch mangelnde Erfahrung nicht im Voraus einschätzen können.
Ein Umstand, der viele Eltern vor eine große Herausforderung stellt, ist die große Fremdbestimmung. Gerade im Babyalter wird Dich Dein Kind rund um die Uhr brauchen. Wenn der Hunger groß oder die Windel voll ist, musst Du umgehend reagieren und Dich um Deinen Schatz kümmern.
Dabei gibt es deutliche Unterschiede im Temperament der Kleinen. Einige Babys sind oft zufrieden, wenn sie in einem Laufstall oder Stubenwagen liegen und ihre Umgebung im Blick behalten können. Andere Kinder brauchen dagegen fast dauerhaften Körperkontakt, um wirklich zufrieden zu sein. Dazwischen gibt es aber viele unterschiedliche Abstufungen.
Die ersten Monate mit Baby sind intensiv – und das ist völlig normal. Jedes Kind ist anders, und Du wirst Deinen eigenen Rhythmus finden. Vertraue darauf, dass Du lernst, Dein Baby zu verstehen.
Du solltest auf jeden Fall bedenken, dass auch ein pflegeleichtes Baby immer mal wieder schwierige Phasen haben wird. Oftmals gehen Entwicklungsschritte mit einer größeren Unruhe und Unzufriedenheit einher. Andere Gründe für schwierige Phasen können unter anderem folgende Umstände sein:
- Das Baby zahnt
- Das Kind ist krank
- Das Kind wurde geimpft
- Es gibt eine Veränderung im Leben des Kindes
Auch nach dem Babyalter können immer wieder schwierige Phasen auftreten. Wichtig für Dich als Eltern ist es dann, möglichst auf Unterstützung durch andere Menschen zu setzen. Das können Verwandte und Freunde sein, aber auch professionelle Stellen wie eine Kindertagesstätte, eine Tagesmutter oder ein Tagesvater. Zusätzlich können Ärzte und Beratungsstellen hilfreiche Informationen und Ratschläge geben.
Andere Auswirkungen der Familiengründung betreffen Deinen Körper. Gerade Frauen machen während der Schwangerschaft große Veränderungen durch, die sie auch in ihrem Frausein beeinträchtigen können. Und auch Männer beobachten oft Veränderungen an sich.
Neben dem Körper kann auch die Psyche beeinträchtigt werden. Diese Veränderungen können so stark werden, dass eine postnatale Depression eintritt. In diesem Fall sollten die Mütter oder Väter umgehend ärztliche Hilfe suchen.
Aber auch die schönen Seiten solltest Du nicht vergessen. Kinder bringen Freude und Lachen ins Haus. Viele Eltern fühlen sich gebraucht und haben einen Sinn im Leben durch ihre Kinder.
💰 Was ein Kind finanziell bedeutet
Ein Kind kann Deine finanzielle Lage in erheblichem Maße beeinflussen. Durchschnittlich 550 Euro müssen Eltern laut dem Statistischen Bundesamt monatlich für ein Kind ausgeben. Bis das Kind dann auf eigenen Füßen steht, kann eine stattliche Summe zusammenkommen.
Daher ist es wichtig, dass Du vor der Entscheidung für oder gegen ein Kind auch Deine finanzielle Situation anschaust und genau planst. Gerade wenn Du bisher kaum über Geld nachdenken musstest, solltest Du Dir jetzt angewöhnen sachlich über Ausgaben und Einnahmen zu reden.
Diese Ausgaben kommen auf Dich zu:
- Kleidung
- Nahrung
- Kosten für Arztbesuche und Medikamente
- Versicherungen
- Pflege (Windeln, Cremes, Shampoo etc.)
- Transport (Tragetücher, Kinderwägen, Kindersitze und ähnliches)
- Kinderzimmerausstattung
- Betreuungskosten
- Schulsachen
- Spielzeug und Unterhaltung
- Hobbies
- Führerschein
- Eigene Wohnung in der Ausbildung oder dem Studium
Die Auflistung zeigt wie umfangreich die Ausgaben sein können, die durch ein Kind verursacht werden. Dabei sind die anderen Ansprüche an die Wohnung oder das Haus und an das Auto noch gar nicht eingerechnet. Auch ein Urlaub sieht mit Kind ganz anders aus und kann unter Umständen mehr kosten. Zusätzlich sollte auch ein eventuell verändertes Einkommen in Deine Überlegungen mit einfließen. Darüber hinaus können auch Behandlungen zur Empfängnishilfe mit hohen Kosten zu Buche schlagen.
Diese Förderungen kannst Du nutzen:
- Elterngeld
- Kindergeld
- Bafög
- Steuererleichterungen
- Wohngeld für Familien
- Kinderzuschlag
- Vergünstigungen für verschiedene Bereiche
Gut zu wissen: Bei allen Anschaffungen solltest Du auch immer in Betracht ziehen, ob sie wirklich nötig sind. Oftmals sind auch gebrauchte Dinge eine gute Möglichkeit bei der Ausstattung zu sparen. Manche Dinge kannst Du Dir auch leihen, weil sie sowieso nicht lange gebraucht werden.
💼 Wie sich ein Kind auf Deine Karriere auswirkt
Ein Kind kann einen großen Einfluss auf die Karriere haben. Dabei sind Frauen in der Regel immer noch stärker eingeschränkt als Männer. Viele Mütter nehmen mindestens ein Jahr Elternzeit während Väter ihren Job oft nur kurz unterbrechen. Nicht umsonst wird das Wort „Vätermonate" für die zwei Monate Elternzeit genutzt, die viele Väter übernehmen.
Nach der Elternzeit kehren viele Mütter erstmal in Teilzeit in den Beruf zurück. Allerdings ist das meist ein Aus für die vorher erfolgreiche Karriere. Gerade Führungspositionen gelten als nicht in Teilzeit machbar. Daher tritt nach der Elternzeit oft ein Karriereknick für Frauen ein.
Du solltest Dich als Paar auch Unterhaltungen über diese Fragen führen. Denn oftmals führt die Mutterschaft und die Unterbrechung durch die Elternzeit zu einer stärker traditionellen Rollenverteilung. Die Frau übernimmt direkt nach der Geburt und im größten Teil des Babyjahres den größten Teil der Versorgung des Kindes. Eine Rückkehr in Teilzeit lässt dann abermals der Mutter mehr Raum für die Übernahme von Kinderbetreuung und Haushalt.
Diese Tendenzen solltet ihr euch vor der Entscheidung Kind Ja oder Nein gemeinsam bewusst machen. Denn nur dann könnt ihr ihnen entgegenwirken und Reue vermeiden. Väter können mehr Elternzeit nehmen und auch in Teilzeit gehen. Diese Entscheidungen müssen aber oft vor dem Umfeld verteidigt werden.
Es gibt aber auch Paare, die sich bewusst für eine traditionelle Aufteilung entscheiden. Es ist aber gut, wenn diese Entscheidung gemeinsam gefällt wird. So wird Frust vermieden und die Partner können auch über die finanziellen Folgen reden. Denn das Elternteil, das kein eigenes Einkommen hat, sollte über zusätzliche Pläne und Verträge finanziell abgesichert sein.
💕 Was ein Kind für Deine Beziehung bedeutet
Einige denken sogar, dass ein Kind eine Paarbeziehung retten kann. Dies ist jedoch nur sehr selten der Fall. In der Regel sorgt die zusätzliche Belastung eher für verstärkte Streitpunkte und eine Überforderung zwischen den Partnern. Solche schwierigen Punkte umfassen zum Beispiel diese Fragen:
- Wer übernimmt welche Aufgaben?
- Wer hat mehr Freizeit?
- Wer bekommt mehr Schlaf?
- Wer gibt wann und für was Geld aus?
Streit und Unstimmigkeiten in der Beziehung als Elternpaar gehören daher meist zum neuen Leben mit dazu. Wichtig ist daher, dass ihr als Paar schon vor der Familienplanung Möglichkeiten und Wege kennt, euch auf gute Art mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Ihr solltet in der Lage sein, Konflikte möglichst sachlich besprechen und Lösungen finden zu können.
Achtung: Prüfe vor dem Umsetzen des Kinderwunsches genau, wie ihr in schwierigen Situationen zusammenarbeiten könnt. Ihr solltet in einem Gespräch in der Lage sein, offen und ehrlich über eure Gefühle, Wünsche und Sorgen zu sprechen. Außerdem sollten sowohl Mama als auch Papa regelmäßige Freiheiten genießen dürfen.
In jeder Familie gibt es von Zeit zu Zeit Krisen. Wie ihr als Elternpaar durch diese schwierigen Zeiten kommt und wie gut ihr Lösungen finden könnt, kann dabei als wichtiges Beispiel für eure Kinder dienen. Es ist am besten wenn ihr ein gutes Vorbild sein könnt und damit euren Kindern Wege für die Konfliktlösung mitgebt.
👥 Wie wichtig ist die Meinung Deines Umfeldes?
Die Gesellschaft und Dein direktes Umfeld haben wahrscheinlich einen großen Einfluss darauf, wie Du über die Familienplanung denkst. Es kann sein, dass Deine Eltern Kommentare abgeben, die sich auf den richtigen Zeitpunkt für die Kinderplanung beziehen. Vielleicht hast Du im Umfeld auch eine bestimmte Lebendplanung vorgelebt bekommen. Oder alle befreundeten Paare bekommen plötzlich Kinder.
Oftmals werden solche Kommentare und Beobachtungen im Unterbewusstsein verankert und kommen als Glaubenssätze wieder zum Vorschein. Wenn Du Dich der Entscheidung Kind Ja oder Nein stellst, solltest Du Dir dieser unbewussten Botschaften zum Kinderkriegen bewusstwerden und Dich von ihnen frei machen. Auch über die Mutterrolle und die Vaterrolle existieren viele oftmals unbewusste Glaubenssätze.
Die Meinungen von Verwandten und Freunden sollten Dich nicht beeinflussen, denn nur Du musst am Ende mit der Entscheidung leben. Es kann aber hilfreich sein, wenn Du Deine Gedanken mit einer vertrauten Person besprichst. Dann können die Hinweise und Ideen, die Du gewinnst, eine wichtige Entscheidungshilfe sein. Aber lass Dir auf keinen Fall Deine eigene Entscheidungskompetenz absprechen.
🤝 Auf welche Unterstützung Du zählen kannst
Ganz wichtig bei der Entscheidung für oder gegen Kinder ist auch die Frage nach Unterstützung. Ein Kind ins Leben zu begleiten ist eine große Aufgabe, die viel fordert. Daher ist es gut, wenn Du Dir auch Pausen gönnen kannst.
Eine Form der Unterstützung können Verwandte und Freunde sein. Gibt es Personen in Deinem Umfeld, denen Du ein Kind anvertrauen würdest? Und sind diese Personen auch bereit dazu?
Auch offizielle und professionelle Stellen und Personen können Dich bei der Erziehung unterstützen. Dazu zählen unter anderem:
- Kindertagesstätten oder Kindergärten
- Tagesmütter oder Tagesväter
- Schulen
- Hebammen
- Ärzte
- Erziehungsberatungsstellen
- Babysitter Dienste
- Familiencoach
📅 Gibt es den richtigen Zeitpunkt?
Vielleicht wünschst Du Dir, dass irgendjemand Dir den optimalen Zeitpunkt für die Kinderplanung nennt. Die Entscheidung würde leichter fallen, wenn Du sicher sein könntest, dass alle Voraussetzungen optimal erfüllt sind. Allerdings gibt es diesen optimalen Zeitpunkt leider nicht, weil viele unterschiedliche Umstände eine Rolle spielen. Außerdem stellt ein Kind den Alltag immer erst einmal auf den Kopf, weil Du Dich viel um die Bedürfnisse des kleinen hilflosen Menschen kümmern musst.
Zu den wichtigsten Punkten zur Beantwortung der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt zum Kinderkriegen zählen unter anderem:
- Wie lange dauert Deine Ausbildung voraussichtlich?
- Gibt es wichtige Erfolge, die Du vor dem ersten Kind erreichen willst?
- Wie wichtig ist Dir Sicherheit?
- Wie steht es um Deine Gesundheit und Deine Fruchtbarkeit?
Dabei gibt es keine allgemeingültigen Antworten. Jedes Paar muss die Antworten für sich festlegen. Sicherlich müssen alle Eltern viele Kompromisse eingehen, egal wann das erste Kind sie zur Familie gemacht hat. Es kann für Dich einfacher sein, wenn Du früh Eltern wirst und schon während der Ausbildung oder des Studiums die ersten Jahre Deiner Kinder begleitest. Andere Menschen brauchen dagegen die Möglichkeit sich erst voll auf sich selbst zu konzentrieren und können sich erst später auf die Bedürfnisse eines Kindes einlassen.
Biologische Faktoren nicht vergessen
Bei der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt solltest Du aber auf keinen Fall die biologischen Grundlagen außer Acht lassen. Während Männer relativ unabhängig von ihrem Alter zeugungsfähig sind, hat eine Frau nur ein beschränktes Zeitfenster für die Kinderplanung.
Mit steigendem Alter nimmt die Fruchtbarkeit von Frauen ab und das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt steigen. Viele Mediziner sehen ein Alter zwischen 20 und 30 als optimal für eine Schwangerschaft an. Ab einem Alter von 35 gilt eine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft, weil genetische Defekte, wie zum Beispiel ein Down-Syndrom, dann häufiger auftreten. Auch die Fruchtbarkeit lässt ab 35 deutlich nach. Allerdings können auch viele Frauen über 35 noch völlig problemlose Schwangerschaften erleben.
Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für Nachwuchs wird auch davon beeinflusst, wie lange es dauern kann, bis eine Schwangerschaft eintritt. Im Durchschnitt wird eine Frau nach vier Monaten schwanger und bei 90 Prozent der Paare tritt eine Schwangerschaft innerhalb eines Jahres ein. Andere Paare brauchen dagegen länger.
Gut zu wissen: Du solltest auch immer die Möglichkeit bedenken, dass Du medizinische Hilfe beim Kinderwunsch brauchen könntest. Der Frauenarzt und der Urologe sind die richtigen Anlaufstellen, wenn es mit der Schwangerschaft nicht klappen mag. Die Ärzte können die gesundheitliche Verfassung und die Fruchtbarkeit untersuchen und dann eventuell weitere Behandlungen für die Empfängnishilfe einleiten.
Der Frauenarzt kann mit einem Test überprüfen, wie viele Eizellen einer Frau noch bleiben. Darüber hinaus kann auch die Hormonlage genau bestimmt werden. Der Urologe ist deshalb ein wichtiger Ansprechpartner, weil auch die Qualität der Spermien überprüft werden sollte. Bei allen Untersuchungen solltet ihr euren Partner oder eure Partnerin unterstützen.
✨ So gehst Du die Entscheidung optimal an
Es wird klar, dass Du bei der Entscheidungsfindung viele unterschiedliche Aspekte bedenken solltest. Die folgenden Tipps können auch dabei eine gute Hilfe sein:
- Spiele durch, wie Du Dir die Zukunft mit und ohne Kind vorstellst.
- Schreibe Deine ganz persönlichen Argumente für und gegen das Elternsein auf.
- Stelle Dir mögliche Schwierigkeiten vor und sammle Möglichkeiten, wie Du ihnen begegnen willst.
- Jeder von euch sollte unbedingt auch alleine für sich überlegen.
- Lass Dich nicht von Deinen Ängsten überwältigen.
- Höre auf Dein Bauchgefühl.
- Schaue Dir Deine Lebenssituation und Deine Entscheidungsoptionen genau an.
Wenn Du verschiedene Situationen durchspielst, solltest Du neben den sachlichen Argumenten auch immer Deine Gefühle mit einbeziehen. Dein Bauch kann Dir auf dem Weg zur richtigen Entscheidung eine wichtige Hilfe sein.
🧠 Vorsicht vor dem Bestätigungsfehler
Unter dem Begriff Bestätigungsfehler versteht man einen psychologischen Effekt. Wir Menschen neigen unbewusst dazu unsere Erwartungen zu bestätigen. Daher suchen wir nach Informationen, die zu unserer Sicht passen.
Wenn jemand also gerne Vater oder Mutter werden möchte, wird diese Person eher auf Argumente für den Kinderwunsch stoßen. Wer dagegen den Kinderwunsch kritisch sieht, wird eher gegenteilige Informationen finden.
Um den Bestätigungsfehler zu vermeiden, ist es vor allem wichtig, dass Du den Begriff und das Konzept dahinter kennst. So kannst Du aktiv nach beiden Positionen suchen und eine ausgewogene Pro und Kontra Liste erstellen. Auch das Einnehmen von extremen Positionen kann Dir dabei helfen, den Bestätigungsfehler zu umgehen.
Stelle Dir zur Vermeidung des Bestätigungsfehlers jeweils vor, was eine Person sagen würde, die:
- Auf gar keinen Fall Kinder bekommen möchte
- Es für wichtig oder sogar notwendig hält, ein Kind zu bekommen.
Bei einer kompletten Ablehnung der Familiengründung kann auch eine sogenannte Tokophobie vorliegen. Darunter versteht man die Angst vor einer Schwangerschaft.
🤔 Was, wenn sich der Kinderwunsch nicht erfüllt?
Unter den vielen Überlegungen, die Du vor Deiner endgültigen Entscheidung durchgehen solltest, ist auch die Frage nach alternativen Plänen. Nicht jeder Kinderwunsch erfüllt
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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