Die 36. Schwangerschaftswoche – in der 36. SSW lässt die Kurzatmigkeit nach
Auf einen Blick
- Dein Baby wiegt jetzt etwa 2.500 Gramm und ist rund 47 cm groß – komplett fertig ausgebildet
- Die Kurzatmigkeit lässt nach, weil dein Baby tiefer ins Becken rutscht
- Noch 5 Wochen bis zum errechneten Termin – jetzt ist die perfekte Zeit, das Wochenbett vorzubereiten
Nur noch fünf Wochen bis zum großen Tag! Vielleicht merkst du schon, wie sich dein Körper verändert: Du kannst plötzlich wieder tiefer durchatmen, spürst aber dafür mehr Druck nach unten. Dein Baby macht sich bereit für die Geburt – und du darfst dich jetzt auch schon auf die Zeit danach vorbereiten.
👶 Was dein Baby in der 36. SSW macht
Dein Baby erreicht in dieser Woche ein Gewicht von rund 2.500 Gramm und eine Größe von etwa 47 cm. Es ist komplett fertig ausgebildet – jetzt geht es nur noch um die Feinheiten. Außerdem senkt sich dein Kleines immer mehr nach unten ins Becken.
Das Immunsystem wird aufgebaut
Dein Baby war bisher im Fruchtwasser gut vor Viren und Bakterien geschützt. Jetzt zieht sich die Plazentaschranke immer mehr zurück – und das ist gut so! Denn dadurch werden deine Antikörper an dein Baby weitergegeben. Das ist die wichtigste Grundlage für den Nestschutz, den dein Kleines in den ersten Wochen nach der Geburt hat. Zusätzliche Antikörper bekommt es später auf dem Weg durch den Geburtskanal und durch das Kolostrum (die erste Muttermilch). Nach der Geburt entwickelt sich das Immunsystem dann weiter.
Gut zu wissen: Jede Kontraktion deiner Gebärmutter bereitet dein Baby auf die Geburt vor. Wenn dein Bauch hart wird, spürt dein Baby diese Kontraktionen mit.
Schlaf- und Wachphasen werden deutlicher
Du spürst dein Baby jetzt vor allem mit sehr kräftigen Tritten – vermutlich sogar zu bestimmten Tageszeiten und auch nachts. Viele Babys haben ihren eigenen Rhythmus entwickelt. Dieser gibt zwar nicht unbedingt Aufschluss darüber, wie aktiv dein Baby nach der Geburt ist, aber er gibt dir als werdende Mutter Sicherheit, dass alles in Ordnung ist. Dein Baby träumt bereits ganz eifrig und bewegt sich auch im Schlaf. Wenn sich die Schlaf- und Wachphasen ändern, ist das nicht unbedingt ein Zeichen für die bevorstehende Geburt – aber auch dein Baby merkt, dass etwas Aufregendes bevorsteht.
Die Bewegungen werden ruhiger
Das Training der Muskeln erfolgt weiterhin durch Bewegungen, auch wenn diese nachlassen und vielleicht nicht mehr ganz so stark sind wie noch vor einigen Wochen. Das liegt daran, dass es Tag für Tag enger in der Gebärmutter wird. Dadurch werden die Bewegungen etwas träger. Das ist grundsätzlich kein Problem, denn die Muskeln werden auch nach der Geburt weiter trainiert.
Achtung: Wenn du gar keine Bewegungen mehr spürst, wende dich direkt an deine Hebamme oder das Krankenhaus. Es muss sichergestellt werden, dass die Versorgung deines Babys weiterhin gut gewährleistet ist.
Die Organe üben fleißig
Die Organe deines Babys sind schon gut geübt und wissen, was sie zu tun haben. Beim Training der Atmung nimmt dein Baby jeden Tag eine Menge Fruchtwasser auf. Das Fruchtwasser muss durch den Magen- und Darmtrakt, wodurch diese Organe trainiert werden. Auch die Nieren haben viel zu tun. Es passiert so viel, dass sich sogar Ablagerungen im Darm bilden – das Mekonium, das auch unter der Bezeichnung „Kindspech" bekannt ist.
🌸 Was sich in deinem Körper verändert
In der 36. SSW tut sich einiges in deinem Körper. Du wirst merken, dass einige Schwangerschaftsbeschwerden nachlassen und andere zunehmen. Aber da du weißt, dass es nur noch einige Wochen bis zur Entbindung sind, lassen sich diese Beschwerden fast viel leichter ertragen.
Endlich wieder durchatmen!
Du wirst nun vermehrt Vorwehen und Senkwehen wahrnehmen. Die Senkwehen wirken sich immer mehr auf dein Baby aus – es rutscht tiefer ins Becken hinein. Das merkst du sogar: Die Kurzatmigkeit lässt nach und du kannst wieder tiefer einatmen. Wenn du bisher unter sehr starkem Sodbrennen gelitten hast, lässt dieses möglicherweise auch nach.
Dafür stellen sich andere Beschwerden ein: Der Druck auf das Becken erhöht sich und damit auch der Druck auf die Blase. Möglicherweise musst du häufiger auf die Toilette. Es kann sich schwierig gestalten, länger zu sitzen oder in einer Position zu verharren. Viele Frauen empfinden es als angenehm, sich zu bewegen. Kurze Spaziergänge in einem für dich angenehmen Abstand sind daher eine gute Idee.
Die letzten Wochen können körperlich anstrengend sein, aber sie sind auch eine wertvolle Zeit der Vorbereitung. Gönn dir Ruhe, wenn du sie brauchst – dein Körper leistet Unglaubliches.
Körperliche Nähe ist erlaubt
Du verspürst den verstärkten Bedarf nach körperlicher Nähe mit deinem Partner? Die Hormone spielen verrückt und das ist auch gut so. Der Wunsch, die Nähe des Partners zu genießen, ist ganz natürlich und du kannst dich darauf auch ruhig einlassen. Geschlechtsverkehr ist bis zum Ende der Schwangerschaft möglich, wenn du eine unauffällige Schwangerschaft hast. Dabei solltest du allerdings auch wissen, dass das in Sperma enthaltene Prostaglandin die Wehentätigkeiten anregen kann.
Die Wehen werden intensiver
Jetzt wird es immer ernster und vielleicht merkst du das auch. Es kann sein, dass deine Wehen von der Stärke her zunehmen. Gerade wenn du sehr schlank bist, bemerkst du sicher schon länger die Kontraktionen. Diese können sich nun noch stärker anfühlen und einen Druck nach unten ausüben. Das ist ein typisches Anzeichen für die Senkwehen – sie drücken dein Baby weiter ins Becken.
Jetzt kommt es darauf an, dass die Lage stimmt. Normalerweise sollte dein Baby nun die Beckenendlage eingenommen haben. Befindet es sich noch in Steißlage, kann es jetzt schwierig werden, es noch zu drehen. Von selbst wird es sich vermutlich nicht mehr drehen, da es einfach zu eng in der Gebärmutter ist.
Gut zu wissen: Sollten jetzt die Wehen einsetzen und dein Baby zur Welt kommen, ist es rechnerisch noch immer eine Frühgeburt. Allerdings sind die Überlebenschancen sehr hoch, denn dein Baby ist in der Lage, die Temperatur zu halten und zu atmen.
Ausfluss und Schmerzen
Rückenschmerzen und Bauchschmerzen begleiten dich wahrscheinlich schon eine ganze Weile. Dennoch können sich diese Schmerzen jetzt verändern. Einige Frauen verspüren die Wehen im Rücken. Zum Ende der Schwangerschaft hin können sich die Rückenschmerzen daher verstärken. Vielleicht stellt sich Ausfluss ein. Nach und nach löst sich nun der Schleimpfropf. Es kann auch sein, dass er ganz abgeht. Das ist kein Grund zur Sorge, lediglich ein weiterer Schritt näher zu deinem Baby.
Tipp: Du hast häufiger Verstopfungen? Verzichte auf Lebensmittel mit stopfendem Effekt wie Schokolade. Greif lieber zu Ballaststoffen und Gemüse. Eine große Hilfe für die Verdauung ist es zudem, wenn du ausreichend Flüssigkeit zu dir nimmst.
✨ Jetzt schon ans Wochenbett denken
Die Geburt klopft leise an die Tür und du solltest dich nun langsam mit der Frage beschäftigen, wie es danach weitergehen soll. Das Wochenbett dauert acht Wochen an. Diese acht Wochen gehören dem Baby und der engsten Familie. Inzwischen hat es sich so eingebürgert, dass sich recht schnell die Verwandten ankündigen und zu Besuch kommen. Hier ist jeder Mensch anders. Hebammen verweisen gerne mit einem Spruch auf die notwendige Ruhe: „Das Wochenbett ist kein Wochenmarkt."
Tatsächlich sollte nur das zugelassen werden, womit du dich auch wohl fühlst. Es ist leichter, die eigenen Wünsche vor der Entbindung zu kommunizieren. Dein Baby ist auch noch nach einigen Wochen süß anzusehen. Wer dich wirklich gerne mag, wird es verstehen, dass du deine Ruhe möchtest, um als Familie anzukommen.
Tipp: Bereite das Wochenbett schon vor der Entbindung vor. Sorge dafür, dass du genug Essen im Haus hast. Du kannst schon vorkochen und die Mahlzeiten einfrieren. Das nimmt auch den Druck von deinem Partner. Vielleicht bieten sich auch Freunde oder Verwandte an, euch etwas zum Essen zu bringen – das sollten dann aber nur sehr kurze Besuche sein.
Häufig gestellte Fragen
Wie groß und schwer ist mein Baby in der 36. SSW?
In der 36. Schwangerschaftswoche wiegt dein Baby etwa 2.500 Gramm und ist rund 47 cm groß. Es ist komplett fertig ausgebildet und legt jetzt vor allem noch an Gewicht zu.
Warum kann ich plötzlich wieder besser atmen?
Das liegt an den Senkwehen, die dein Baby tiefer ins Becken drücken. Dadurch wird der Druck auf dein Zwerchfell weniger und du kannst wieder tiefer einatmen. Auch Sodbrennen lässt oft nach.
Ist es normal, dass sich mein Baby jetzt weniger bewegt?
Ja, die Bewegungen werden oft etwas träger, weil es in der Gebärmutter immer enger wird. Solange du noch regelmäßig Bewegungen spürst, ist alles in Ordnung. Wenn du gar keine Bewegungen mehr wahrnimmst, kontaktiere sofort deine Hebamme oder das Krankenhaus.
Kann mein Baby sich jetzt noch drehen, wenn es in Steißlage liegt?
Es wird jetzt immer schwieriger für dein Baby, sich selbst zu drehen, da der Platz in der Gebärmutter sehr eng geworden ist. Sprich mit deiner Hebamme oder deinem Arzt über mögliche Maßnahmen wie eine äußere Wendung.
Darf ich in der 36. SSW noch Sex haben?
Ja, bei einer unauffälligen Schwangerschaft ist Geschlechtsverkehr bis zum Ende der Schwangerschaft möglich. Beachte aber, dass das im Sperma enthaltene Prostaglandin die Wehentätigkeit anregen kann.
Wie bereite ich mich am besten auf das Wochenbett vor?
Koch schon jetzt vor und friere Mahlzeiten ein, damit du nach der Geburt nicht ans Kochen denken musst. Kommuniziere deine Wünsche bezüglich Besuch klar vor der Entbindung. Denk daran: Das Wochenbett ist kein Wochenmarkt – du darfst dir Ruhe nehmen!
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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