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SSW-Rechner

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 04.07.2026 Lesezeit 24 Min.
SSW-Rechner: Schwangerschaftswoche & Geburtstermin berechnen

Auf einen Blick

  • Die Schwangerschaft dauert ab dem ersten Tag der letzten Periode gerechnet durchschnittlich 40 Wochen (280 Tage)
  • Die SSW-Angabe "12+3" bedeutet: Du bist in der 13. Woche und hast 12 Wochen plus 3 Tage abgeschlossen
  • Der Geburtstermin wird nach der Naegele-Regel berechnet: Erster Tag letzte Periode + 7 Tage - 3 Monate + 1 Jahr
  • Die Schwangerschaft gliedert sich in drei Trimester: 1.-13. SSW, 14.-27. SSW und 28.-40. SSW
  • Per Ultraschall kann die SSW in der Frühschwangerschaft auf 3-5 Tage genau bestimmt werden

Du hast gerade erfahren, dass du schwanger bist – herzlichen Glückwunsch! Jetzt möchtest du natürlich wissen, in welcher Schwangerschaftswoche du dich befindest und wann dein Baby voraussichtlich zur Welt kommt. Mit unserem Rechner oben kannst du deine aktuelle SSW und den Geburtstermin ganz einfach ermitteln. In diesem Ratgeber erkläre ich dir ausführlich, wie die Berechnung funktioniert, was die verschiedenen Angaben bedeuten und worauf du dabei achten solltest.

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🤰 Warum beginnt die Schwangerschaft vor der Befruchtung?

Das klingt zunächst paradox: Die Schwangerschaft wird ab dem ersten Tag deiner letzten Periode berechnet – also zu einem Zeitpunkt, an dem du noch gar nicht schwanger warst. Tatsächlich findet die Befruchtung erst etwa zwei Wochen später statt, nämlich rund um den Eisprung. Warum also diese scheinbar unpräzise Zählweise?

Der Grund ist ganz praktisch: Den ersten Tag der letzten Menstruation kannst du dir meist gut merken oder in deinem Kalender nachschauen. Der genaue Zeitpunkt der Befruchtung hingegen lässt sich nur schwer bestimmen – selbst wenn du den Tag des Geschlechtsverkehrs kennst, können Spermien bis zu fünf Tage im Körper überleben, und die Eizelle ist nach dem Eisprung etwa 12-24 Stunden befruchtungsfähig.

Diese Berechnungsmethode hat sich in der Geburtshilfe weltweit durchgesetzt und wird auch als "Gestationsalter" bezeichnet. Sie unterscheidet sich vom "Konzeptionsalter" (ab Befruchtung), das etwa zwei Wochen kürzer ist. Wenn dein Frauenarzt also von "SSW 8" spricht, ist dein Baby tatsächlich erst etwa 6 Wochen alt.

📅 Die Naegele-Regel: So wird der Geburtstermin berechnet

Die klassische Formel zur Berechnung des voraussichtlichen Geburtstermins stammt vom deutschen Gynäkologen Franz Naegele (1778-1851) und wird noch heute verwendet. Die Naegele-Regel lautet:

Erster Tag der letzten Periode + 7 Tage - 3 Monate + 1 Jahr = Errechneter Geburtstermin

Ein Beispiel: Deine letzte Periode begann am 10. März 2024.

  • 10. März + 7 Tage = 17. März
  • 17. März - 3 Monate = 17. Dezember
  • 17. Dezember 2023 + 1 Jahr = 17. Dezember 2024

Dein errechneter Geburtstermin wäre also der 17. Dezember 2024. Diese Berechnung geht von einem regelmäßigen 28-Tage-Zyklus aus. Insgesamt ergibt sich daraus eine Schwangerschaftsdauer von 280 Tagen oder 40 Wochen ab dem ersten Tag der letzten Periode.

Nadine Scheiner

💗 Nadines Empfehlung

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Nutze den Rechner oben, um deine SSW zu berechnen – aber nimm den errechneten Geburtstermin nicht zu ernst! Bei meiner ersten Schwangerschaft habe ich mich viel zu sehr auf dieses eine Datum fixiert und war dann enttäuscht, als mein Sohn sich Zeit ließ. Nur etwa 4% aller Babys kommen tatsächlich am errechneten Termin zur Welt. Sieh ihn als grobe Orientierung für einen Zeitraum von etwa zwei Wochen davor bis zwei Wochen danach.

🔢 SSW-Angaben verstehen: Was bedeutet "12+3"?

Wenn du beim Frauenarzt warst oder in Schwangerschafts-Apps schaust, begegnet dir häufig eine Schreibweise wie "12+3" oder "SSW 12+3". Diese Notation verwirrt viele Schwangere zunächst, ist aber eigentlich ganz logisch:

Die erste Zahl (12) gibt an, wie viele vollständige Schwangerschaftswochen du bereits abgeschlossen hast. Du hast also 12 komplette Wochen hinter dir.

Die zweite Zahl (+3) zeigt die zusätzlichen Tage der aktuellen Woche an. Du befindest dich also im 4. Tag der 13. Schwangerschaftswoche.

Anders ausgedrückt: Bei "SSW 12+3" bist du in der 13. Schwangerschaftswoche, hast aber erst 12 Wochen und 3 Tage vollendet. Diese präzise Angabe ist besonders in der Frühschwangerschaft wichtig, da sich dein Baby jetzt sehr schnell entwickelt und jeder Tag zählt.

Wichtig zu wissen: Wenn du "in der 13. SSW" bist, bedeutet das SSW 12+0 bis 12+6. Erst ab SSW 13+0 bist du in der 14. Schwangerschaftswoche. Diese Zählweise ist anfangs gewöhnungsbedürftig, wird dir aber bald in Fleisch und Blut übergehen.

📊 Die drei Trimester: Deine Schwangerschaft in Dritteln

Die 40 Schwangerschaftswochen werden traditionell in drei Trimester (Schwangerschaftsdrittel) unterteilt. Jedes Trimester ist durch besondere Entwicklungsschritte deines Babys und typische Veränderungen in deinem Körper gekennzeichnet:

Erstes Trimester (SSW 1-13)

Das erste Trimester umfasst die Wochen 1 bis 13 und ist die Zeit der größten Umstellung. In diesen ersten drei Monaten entwickeln sich alle wichtigen Organe deines Babys. Viele Schwangere leiden jetzt unter Übelkeit, extremer Müdigkeit und Stimmungsschwankungen. Das Risiko einer Fehlgeburt ist in diesem Trimester am höchsten, sinkt aber nach der 12. Woche deutlich. Deshalb warten viele Paare bis zum Ende des ersten Trimesters, bevor sie ihre Schwangerschaft verkünden.

Zweites Trimester (SSW 14-27)

Das zweite Trimester gilt oft als die angenehmste Phase der Schwangerschaft. Die anfänglichen Beschwerden lassen meist nach, du hast wieder mehr Energie, und dein Babybauch wird langsam sichtbar. Zwischen SSW 18 und 22 spürst du wahrscheinlich die ersten Kindsbewegungen – ein magischer Moment! In dieser Zeit finden auch die wichtigen Ultraschalluntersuchungen statt, bei denen die Entwicklung deines Babys genau überprüft wird.

Drittes Trimester (SSW 28-40)

Im letzten Trimester bereitet sich dein Körper intensiv auf die Geburt vor. Dein Baby legt jetzt vor allem an Gewicht zu und nimmt seine Geburtsposition ein. Du wirst wahrscheinlich Übungswehen spüren, häufiger zur Toilette müssen und vielleicht Schwierigkeiten beim Schlafen haben. Ab SSW 37 gilt dein Baby als "termingerecht" – es könnte jederzeit kommen. Die letzten Wochen können sich endlos anfühlen, aber nutze sie, um dich auszuruhen und alles für die Ankunft deines Babys vorzubereiten.

📊

Die Schwangerschaft in Zahlen

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40
Wochen durchschnittliche Schwangerschaftsdauer
280
Tage ab letzter Periode bis zum errechneten Termin
3
Trimester gliedern die Schwangerschaft
4%
der Babys kommen exakt am errechneten Termin

🔄 Zykluslänge-Korrektur: Wenn dein Zyklus nicht 28 Tage hat

Die Naegele-Regel und die Standard-SSW-Berechnung gehen von einem idealen 28-Tage-Zyklus mit Eisprung am 14. Tag aus. Doch viele Frauen haben längere oder kürzere Zyklen. Wenn dein Zyklus regelmäßig ist, aber von 28 Tagen abweicht, sollte dies bei der Berechnung berücksichtigt werden.

Die Korrektur ist relativ einfach:

  • Bei längerem Zyklus: Ziehe die Differenz zu 28 Tagen vom errechneten Geburtstermin ab. Bei einem 32-Tage-Zyklus würdest du 4 Tage abziehen.
  • Bei kürzerem Zyklus: Addiere die Differenz zum errechneten Geburtstermin. Bei einem 25-Tage-Zyklus würdest du 3 Tage hinzufügen.

Beispiel: Deine letzte Periode begann am 1. April, und du hast einen regelmäßigen 32-Tage-Zyklus. Nach der Standard-Naegele-Regel wäre der Geburtstermin der 8. Januar. Da dein Zyklus aber 4 Tage länger ist, findet auch der Eisprung später statt – der korrigierte Termin wäre der 4. Januar.

Unser Rechner oben berücksichtigt diese Zykluslänge automatisch, wenn du sie eingibst. So erhältst du einen genaueren errechneten Geburtstermin, der besser zu deinem individuellen Zyklus passt.

🔬 SSW-Bestimmung per Ultraschall: Die präziseste Methode

Die Berechnung anhand der letzten Periode ist eine gute erste Orientierung, aber nicht immer präzise – besonders wenn dein Zyklus unregelmäßig ist oder du dir beim Datum nicht ganz sicher bist. Die genaueste Methode zur SSW-Bestimmung ist die Ultraschalluntersuchung in der Frühschwangerschaft.

Messung der Scheitel-Steiß-Länge (SSL)

Zwischen SSW 7 und SSW 13 kann dein Frauenarzt die Schwangerschaftswoche sehr präzise bestimmen, indem er die Scheitel-Steiß-Länge (SSL oder englisch CRL – Crown-Rump-Length) misst. Dabei wird die Länge des Embryos vom höchsten Punkt des Köpfchens bis zum Steiß gemessen.

In dieser frühen Phase entwickeln sich alle Babys sehr ähnlich, unabhängig von genetischen Faktoren oder späteren Größenunterschieden. Die SSL-Messung ist deshalb auf etwa 3-5 Tage genau und gilt als zuverlässigster Indikator für die tatsächliche Schwangerschaftswoche.

Korrektur des errechneten Termins

Wenn die Ultraschalluntersuchung eine Abweichung von mehr als 5-7 Tagen zur rechnerischen SSW zeigt, wird dein Frauenarzt den Geburtstermin meist korrigieren. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Es bedeutet lediglich, dass die Berechnung nach der letzten Periode in deinem Fall nicht ganz genau war – vielleicht weil dein Eisprung früher oder später stattfand als angenommen.

Diese Korrektur wird dann für die gesamte Schwangerschaft beibehalten. In deinem Mutterpass wird sowohl der ursprünglich errechnete als auch der korrigierte Termin eingetragen.

Bei meiner zweiten Schwangerschaft wurde der Geburtstermin nach dem ersten Ultraschall um eine Woche nach vorne korrigiert. Anfangs war ich verunsichert, aber meine Frauenärztin erklärte mir, dass die Ultraschallmessung in der Frühschwangerschaft viel zuverlässiger ist als die Berechnung nach der letzten Periode. Und tatsächlich: Meine Tochter kam fast genau zum korrigierten Termin zur Welt.

Nadine Scheiner Redakteurin & Mama

📆 Von Wochen in Monate umrechnen: Wie weit bin ich wirklich?

Eine der häufigsten Fragen, die man dir in der Schwangerschaft stellen wird, ist: "In welchem Monat bist du?" Die Antwort darauf ist gar nicht so einfach, denn die Umrechnung von Schwangerschaftswochen in Monate ist nicht eindeutig. Das liegt daran, dass Monate unterschiedlich lang sind (28-31 Tage), während die SSW-Berechnung mit exakten Wochen arbeitet.

Als Faustregel gilt: Eine Schwangerschaft dauert etwa 9 Kalendermonate oder genauer 10 Mondmonate (à 28 Tage). Die gängigste Umrechnung orientiert sich an 4-Wochen-Einheiten:

Schwangerschaftswochen Schwangerschaftsmonat Trimester Entwicklungsphase
SSW 1-4 1. Monat 1. Trimester Befruchtung & Einnistung
SSW 5-8 2. Monat 1. Trimester Embryonalphase, Herzschlag sichtbar
SSW 9-12 3. Monat 1. Trimester Alle Organe angelegt
SSW 13-16 4. Monat 2. Trimester Fetalphase beginnt
SSW 17-20 5. Monat 2. Trimester Erste Kindsbewegungen spürbar
SSW 21-24 6. Monat 2. Trimester Große Vorsorgeuntersuchung
SSW 25-28 7. Monat 3. Trimester Augen öffnen sich
SSW 29-32 8. Monat 3. Trimester Gewichtszunahme, Lungenreife
SSW 33-36 9. Monat 3. Trimester Vorbereitung auf die Geburt
SSW 37-40 10. Monat 3. Trimester Geburtstermin, Baby ist bereit

Diese Tabelle zeigt die gängigste Einteilung, aber es gibt auch andere Varianten. Manche Quellen rechnen mit Kalendermonaten und kommen so auf 9 Monate. Wichtig ist: Unter Medizinern wird immer in Schwangerschaftswochen kommuniziert, weil das die präziseste Angabe ist. Die Monatsangabe ist eher für den Alltag und Gespräche mit Familie und Freunden gedacht.

🎯 Wie genau ist der errechnete Geburtstermin wirklich?

Jetzt kommt die ernüchternde Wahrheit: Der errechnete Geburtstermin ist eine statistische Schätzung, keine Prophezeiung. Tatsächlich kommen nur etwa 4% aller Babys genau am errechneten Termin zur Welt. Die große Mehrheit wird in einem Zeitfenster von zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem errechneten Termin geboren – das ist völlig normal.

Der "normale" Geburtszeitraum

Medizinisch gesehen gilt eine Geburt als "termingerecht", wenn sie zwischen SSW 37+0 und SSW 41+6 stattfindet. Das ist ein Zeitraum von fünf Wochen! Innerhalb dieses Fensters gilt dein Baby als vollständig entwickelt und bereit für die Welt außerhalb deines Bauches.

  • Frühgeburt: Vor SSW 37+0
  • Termingeburt: SSW 37+0 bis 41+6
  • Übertragung: Ab SSW 42+0

Faktoren, die den Geburtszeitpunkt beeinflussen

Warum ist die Vorhersage so ungenau? Viele Faktoren spielen eine Rolle:

  • Genetik: Wenn deine Mutter dich übertragen hat, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass auch du länger schwanger bist.
  • Erste vs. weitere Schwangerschaften: Erstgebärende bringen ihr Baby oft etwas später zur Welt als beim zweiten oder dritten Kind.
  • Zykluslänge: Frauen mit längeren Zyklen haben tendenziell auch längere Schwangerschaften.
  • Individuelle Entwicklung: Jedes Baby hat sein eigenes Tempo und ist zu unterschiedlichen Zeitpunkten "fertig".

Deshalb ist es so wichtig, den errechneten Termin als Orientierung zu sehen, nicht als festes Datum. Versuche, flexibel zu bleiben und nicht zu enttäuscht zu sein, wenn dein Baby sich Zeit lässt – oder früher kommt als erwartet.

🔍 Besondere Situationen bei der SSW-Berechnung

Unregelmäßiger oder unbekannter Zyklus

Wenn dein Zyklus sehr unregelmäßig ist oder du die Pille oder andere hormonelle Verhütungsmittel abgesetzt hast, ist die Berechnung nach der letzten Periode weniger zuverlässig. In diesem Fall ist die frühe Ultraschalluntersuchung besonders wichtig. Dein Frauenarzt wird die SSW und den Geburtstermin dann primär anhand der SSL-Messung festlegen.

Schwangerschaft nach künstlicher Befruchtung

Bei einer IVF (In-vitro-Fertilisation) oder ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) ist der Befruchtungszeitpunkt genau bekannt. Hier wird anders gerechnet: Vom Tag der Punktion (Eizellentnahme) werden 14 Tage abgezogen, um den "ersten Tag der letzten Periode" zu simulieren. Bei einer Kryotransfer (Transfer eingefrorener Embryonen) wird entsprechend das Alter des Embryos berücksichtigt.

Zwillinge oder Mehrlinge

Bei Zwillingen oder Mehrlingen wird die SSW genauso berechnet wie bei einer Einlingsschwangerschaft. Allerdings kommen Mehrlinge häufig früher zur Welt. Zwillinge werden im Durchschnitt um SSW 37 geboren, Drillinge oft schon um SSW 33. Dein Frauenarzt wird dich in einer Mehrlingsschwangerschaft engmaschiger überwachen und möglicherweise einen früheren "Zieltermin" anpeilen.

📱 Digitale Helfer: Apps und Tools zur SSW-Berechnung

Neben unserem Rechner oben gibt es zahlreiche Apps und digitale Tools, die dir helfen, deine Schwangerschaftswoche im Blick zu behalten und mehr über die aktuelle Entwicklungsphase zu erfahren. Die meisten Schwangerschafts-Apps bieten:

  • Tägliche Updates zur Entwicklung deines Babys
  • Größenvergleiche (z.B. "Dein Baby ist jetzt so groß wie eine Avocado")
  • Erinnerungen an Vorsorgetermine und wichtige To-dos
  • Tipps zu Ernährung, Bewegung und Beschwerden
  • Kick-Counter zum Zählen der Kindsbewegungen
  • Wehen-Timer für die Geburt

Beliebte Apps sind unter anderem "Schwangerschaft+" (Pregnancy+), "Ovia Schwangerschaft", "BabyCenter" oder "Keleya". Achte darauf, eine App zu wählen, die medizinisch fundierte Informationen bietet und deine Daten sicher behandelt.

Trotz aller digitalen Helfer: Der Rechner und die App ersetzen nicht die Betreuung durch deinen Frauenarzt oder deine Hebamme. Sie sind wunderbare Ergänzungen, um informiert und verbunden mit deinem Baby zu bleiben, aber bei Fragen oder Unsicherheiten solltest du immer professionellen Rat einholen.

📋 Der Mutterpass: Dein wichtigstes Dokument

Sobald deine Schwangerschaft ärztlich bestätigt ist, erhältst du deinen Mutterpass. In diesem kleinen blauen Heft werden alle wichtigen Daten und Untersuchungsergebnisse dokumentiert. Für die SSW-Berechnung sind besonders relevant:

  • Seite 5: Hier wird der errechnete Geburtstermin eingetragen (sowohl nach letzter Periode als auch nach Ultraschall, falls korrigiert)
  • Seite 7-8: Dokumentation der Ultraschalluntersuchungen mit SSL-Messung und SSW-Angabe
  • Seite 10-15: Gravidogramm mit allen Vorsorgeuntersuchungen und jeweiliger SSW

Trage deinen Mutterpass immer bei dir, besonders ab dem zweiten Trimester. Im Notfall können Ärzte so sofort sehen, in welcher SSW du bist und ob es Besonderheiten in deiner Schwangerschaft gibt.

🌡️ SSW-spezifische Meilensteine und Untersuchungen

Bestimmte Schwangerschaftswochen sind mit wichtigen Untersuchungen oder Entwicklungsmeilensteinen verbunden. Hier ein Überblick über die wichtigsten SSW-Termine:

SSW 5-7: Erste Ultraschalluntersuchung

Oft findet hier die erste Ultraschalluntersuchung statt, bei der die Schwangerschaft in der Gebärmutter bestätigt und der Herzschlag sichtbar wird. Ein magischer Moment!

SSW 9-12: Erstes Screening

Die erste große Vorsorgeuntersuchung mit ausführlichem Ultraschall. Hier wird die SSL gemessen und die SSW präzise bestimmt. Optional kann das Ersttrimester-Screening zur Risikoabschätzung für Chromosomenanomalien durchgeführt werden.

SSW 19-22: Große Ultraschalluntersuchung

Die zweite große Vorsorgeuntersuchung, auch "Feindiagnostik" oder "großer Ultraschall" genannt. Alle Organe werden detailliert untersucht. Jetzt kannst du auch das Geschlecht erfahren, wenn du möchtest.

SSW 24: Grenze der Lebensfähigkeit

Ab dieser Woche hätte dein Baby bei einer Frühgeburt mit intensivmedizinischer Betreuung Überlebenschancen. Mit jeder weiteren Woche steigen diese deutlich.

SSW 29-32: Dritte Ultraschalluntersuchung

Die letzte routinemäßige Ultraschalluntersuchung überprüft Wachstum, Fruchtwassermenge und Lage des Babys.

SSW 35-36: Geburtsplanung

Jetzt wird konkret über die Geburt gesprochen: Wo möchtest du entbinden? Gibt es Besonderheiten zu beachten? Der B-Streptokokken-Test wird durchgeführt.

SSW 40: Errechneter Termin

Der große Tag – oder auch nicht! Wenn dein Baby sich Zeit lässt, ist das völlig normal.

SSW 40+: Überwachung bei Terminüberschreitung

Ab dem errechneten Termin wirst du engmaschiger überwacht (meist alle 2 Tage). Ab SSW 41+0 wird oft über eine Geburtseinleitung gesprochen.

💡 Praktische Tipps für den Umgang mit der SSW-Berechnung

Zum Abschluss noch ein paar praktische Ratschläge aus meiner eigenen Erfahrung und der vieler anderer Mamas:

  • Notiere dir das Datum deiner letzten Periode: Am besten in einer App oder im Kalender, dann hast du es immer griffbereit.
  • Nutze den Rechner oben regelmäßig: Besonders am Anfang hilft es, sich zu orientieren und die Entwicklung zu verfolgen.
  • Vergleiche nicht zu viel: Jede Schwangerschaft verläuft anders. Wenn deine Freundin in derselben SSW ist, aber einen größeren Bauch hat oder andere Symptome, ist das kein Grund zur Sorge.
  • Kommuniziere klar mit deinem Arbeitgeber: Für Mutterschutz und Elternzeit ist die genaue SSW wichtig. Der Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Termin.
  • Plane flexibel: Setze wichtige Termine nicht zu nah an den errechneten Geburtstermin. Babys halten sich selten an Pläne!
  • Genieße die Reise: Statt dich nur auf den Endtermin zu fokussieren, versuche jede Phase der Schwangerschaft bewusst zu erleben.

❓ Häufige Fragen zur SSW-Berechnung

Warum unterscheiden sich die SSW-Angaben bei verschiedenen Rechnern manchmal?

Kleine Abweichungen können durch unterschiedliche Berechnungsmethoden entstehen, besonders bei der Frage, ob der erste Tag der letzten Periode als SSW 0+0 oder 0+1 gezählt wird. Auch die Berücksichtigung der Zykluslänge variiert. Unser Rechner oben verwendet die medizinisch standardisierte Methode. Bei Unsicherheiten gilt immer die Angabe deines Frauenarztes nach Ultraschall als verbindlich.

Kann sich die SSW im Verlauf der Schwangerschaft ändern?

Die SSW selbst ändert sich natürlich nicht rückwirkend, aber der errechnete Geburtstermin kann nach einer frühen Ultraschalluntersuchung korrigiert werden. Das passiert, wenn die gemessene Größe des Embryos nicht zur rechnerischen SSW passt. Diese Korrektur wird dann für die gesamte Schwangerschaft beibehalten. Spätere Ultraschallmessungen führen normalerweise nicht mehr zu einer Terminänderung, da Babys ab dem zweiten Trimester unterschiedlich schnell wachsen.

Was bedeutet es, wenn mein Baby laut Ultraschall kleiner oder größer ist als es für die SSW typisch wäre?

In der Frühschwangerschaft (bis etwa SSW 13) deutet eine Größenabweichung meist darauf hin, dass die SSW-Berechnung korrigiert werden sollte. Ab dem zweiten Trimester entwickeln Babys individuelle Wachstumsmuster – manche sind einfach größer oder kleiner. Dein Frauenarzt wird das Wachstum im Verlauf beobachten. Solange es kontinuierlich ist und innerhalb der Normkurve liegt, ist alles in Ordnung. Bei Auffälligkeiten werden weitere Untersuchungen veranlasst, aber lass dich nicht verrückt machen – die meisten Abweichungen sind harmlos.

Muss ich den Geburtstermin meinem Arbeitgeber mitteilen?

Ja, für die Berechnung des Mutterschutzes benötigt dein Arbeitgeber den errechneten Geburtstermin. Der Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Termin und endet regulär 8 Wochen nach der Geburt (bei Früh- oder Mehrlingsgeburten 12 Wochen). Du solltest deinen Arbeitgeber spätestens in der 12. SSW informieren, damit er rechtzeitig planen kann. Reiche dazu eine ärztliche Bescheinigung mit dem errechneten Geburtstermin ein – das genaue Datum deiner letzten Periode musst du nicht nennen.

Wie genau muss ich bei der Angabe der letzten Periode sein?

Für eine einigermaßen genaue Berechnung solltest du den ersten Tag deiner letzten Periode kennen – also den Tag, an dem die Blutung begann, nicht den letzten Tag. Wenn du dir nicht ganz sicher bist (plus/minus 1-2 Tage), ist das nicht dramatisch – die frühe Ultraschalluntersuchung wird die SSW ohnehin präzisieren. Wenn du das Datum gar nicht mehr weißt oder dein Zyklus sehr unregelmäßig war, teile das deinem Frauenarzt mit. Er wird die SSW dann ausschließlich per Ultraschall bestimmen.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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