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Corona Impfung in der Schwangerschaft – das solltet ihr wissen

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 07.03.2026 Lesezeit 9 Min.
Corona Impfung in der Schwangerschaft – das solltet ihr wissen

Auf einen Blick

  • Die STIKO empfiehlt ungeimpften Schwangeren ab der 13. Schwangerschaftswoche die Corona-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff
  • Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen gleichen Alters
  • Antikörper werden über Plazenta und Muttermilch an das Baby weitergegeben und können einen frühen Schutz bieten

Die Frage nach der Corona-Impfung beschäftigt viele werdende Mamas. Verständlich – schließlich möchtet ihr euch und euer Baby bestmöglich schützen. Hier findet ihr alle wichtigen Informationen zu Empfehlungen, Risiken und Nutzen der Impfung in Schwangerschaft und Stillzeit.

💉 Besteht grundsätzlich die Empfehlung für eine Impfung während der Schwangerschaft?

Ungeimpfte Schwangere gehören zu der Gruppe, für die durch die STIKO eine Empfehlung zur Corona-Impfung ausgesprochen wurde. Mit dem Erreichen der 13. Schwangerschaftswoche könnt ihr euch einen Termin bei der Frauenärztin oder auch bei einem anderen Arzt holen.

Die Grundlage für die Empfehlung ist die Datenlage in Bezug auf ein Risiko einer Erkrankung mit Covid in der Schwangerschaft. Dem gegenüber steht die Effektivität, die durch die Impfung gewährleistet wird. Mögliche Komplikationen, die im Rahmen einer Impfung auftreten können, stellen damit ein deutlich geringeres Risiko dar, als ein schwerer Krankheitsverlauf.

Gut zu wissen: Die Impfung sollte mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Gebt daher bei einer Terminvereinbarung und beim Termin vor Ort immer an, dass ihr schwanger seid.

🤰 Was passiert bei einer Impfung im ersten Schwangerschaftsdrittel?

Es kann natürlich sein, dass ihr euch habt impfen lassen und gar nicht wusstet, dass ihr bereits schwanger seid. Die Empfehlungen hierzu lauten, dass ein Abbruch einer Schwangerschaft nicht notwendig ist. Fachgesellschaften verweisen darauf, dass das Risiko für Fehlbildungen gering ist. Die zweite Impfung sollte dann aber erst ab der 13. Schwangerschaftswoche erfolgen.

Beobachtungsstudien zeigen, dass schwangere Frauen gegenüber nicht schwangeren Frauen kein erhöhtes Risiko haben, Nebenwirkungen von der Impfung zu bekommen.

Tipp: Ihr gebt die Antikörper, die sich nach dem Impfen bilden, sowohl über die Plazenta als auch über die Muttermilch an das Ungeborene oder das Baby weiter. Dadurch ist ein möglicher Infektionsschutz schon bei der Geburt oder im Wochenbett gegeben.

Es gibt von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) eine Stellungnahme, die ihr einsehen könnt.

🏥 Kann eine Erkrankung mit SARS-CoV-2 schwer verlaufen?

Natürlich ist es immer ein Abwägen, ob ihr euch impfen lassen möchtet oder nicht. Umso wichtiger ist es zu analysieren, inwieweit die Impfung einen Nutzen bringt. Eine Ansteckung mit dem Virus bei Infizierten erfolgt über Tröpfchen und Aerosole. Teilweise sind sich Erkrankte nicht darüber bewusst, dass sie bereits ein Träger des Virus sind.

Es hat sich gezeigt, dass Schwangere nur in seltenen Fällen Komplikationen oder auch schwere Verläufe bei einer Infektion haben und eine intensivmedizinische Behandlung benötigen. Im Vergleich zu Frauen eures Alters, die jedoch nicht schwanger sind, ist euer Risiko allerdings erhöht.

Die Entscheidung für oder gegen die Impfung ist sehr persönlich. Ich habe mich informiert und mit meiner Ärztin gesprochen – das hat mir Sicherheit gegeben, die richtige Wahl für mich und meine Babys zu treffen.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Risikofaktoren für einen schweren Verlauf

Dazu stellt sich die Frage, ob ihr unter Vorerkrankungen oder möglichen Risikofaktoren leidet oder diese aufweist. Das kann dazu führen, dass die Gefahr für einen schweren Verlauf steigt. Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Adipositas
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Atemwegserkrankungen

Achtung: Unter einer Infektion mit dem Corona-Virus steigt zudem die Gefahr, dass ihr eine Präeklampsie erleidet. Die Schwangerschaftsvergiftung ist sowohl für euer Kind als auch für euch gefährlich.

Auch bei einem leichten symptomatischen Verlauf kann es passieren, dass ihr euch sehr unwohl fühlt. Bedenkt zudem, dass eine Geburt mit einer Infektion unter nur schwierigen Umständen stattfindet und nach der Entbindung auch eine Gefahr der Ansteckung für euer Kind bestehen kann.

🛡️ Wie gut schützt die Impfung mich und mein Baby?

Relevant ist für euch die Frage, ob bei geimpften Frauen die Gefahr für das Baby reduziert werden kann. Es ist nachgewiesen worden, dass ihr die Antikörper über die Plazenta an euer Ungeborenes weitergebt. Nicht deutlich wurde in den Untersuchungen bisher allerdings, ob damit das Neugeborene nach der Entbindung auch direkt einen relevanten Schutz hat.

Für euch sinkt das Risiko, dass eine mögliche Erkrankung mit dem Virus einen schweren Verlauf nimmt, bei dem ihr klinisch behandelt werden müsst.

💊 Wie sieht es mit Nebenwirkungen aus?

Natürlich wurden auch Tests zu Nebenwirkungen durchgeführt. Bisher zeigen die Daten keinen Hinweis, dass eine Impfung in der Schwangerschaft ein Auslöser für sogenannte UAW sein kann. Hierbei handelt es sich um die schwangerschaftsbedingten unerwünschten Wirkungen. Dazu gehören:

  • Fehlbildungen
  • Totgeburten
  • Frühgeburten
  • Fehlgeburten

Das heißt, es gibt keine gehäuften Hinweise dazu, dass eines der genannten Ereignisse mit der Impfung einhergehen könnte.

Gut zu wissen: Zu den Nebenwirkungen, die bei euch auftreten können, gehören vor allem Schmerzen im Arm, erhöhte Temperatur, Müdigkeit und Unwohlsein. Dies sind auch die Nebenwirkungen, die häufig bei nicht schwangeren Personen auftreten.

🍼 Kann ich mich in der Stillzeit impfen lassen?

Eine eurer Impfungen würde dann in die Stillzeit fallen? Auch für Stillende wurde die allgemeine Empfehlung durch die STIKO ausgesprochen. Die generelle Empfehlung basiert auf Untersuchungen in Bezug auf die Wirksamkeit, den Transfer von Antikörpern über die Muttermilch sowie die Immunogenität.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen, dass der Nutzen einer Impfung in der Stillzeit dem Risiko überwiegt und daher die generelle Empfehlung ausgesprochen werden kann.

💭 Umfassend informieren und dann die Entscheidung treffen

Wie bei allen Entscheidungen in der Schwangerschaft, ist auch der Blick auf die Impfung bei werdenden Müttern meist mit Sorgen verbunden. Das ist verständlich. Wenn ihr unsicher seid, ob ihr euch impfen lassen sollt, sind ein Allgemeinarzt oder auch ein Arzt für Frauenheilkunde die richtige Anlaufstelle.

Möglicherweise werdet ihr von Freunden und Bekannten unterschiedliche Erfahrungen in Bezug auf die Impfung während der Schwangerschaft oder Stillzeit hören. Das ist für euch hilfreich, kann aber auch Sorgen schüren.

Tipp: Nennt alle eure Unsicherheiten im Gespräch mit Medizinern und fragt auch direkt nach Nebenwirkungen, Risiken oder Studien, in die ihr euch einlesen könnt.

Achtung: Fühlt ihr euch nach der Impfung nicht wohl oder seid ihr am Corona-Virus erkrankt und habt starke Symptome, dann sucht immer einen Arzt auf. Dieser wird euch und euer Ungeborenes untersuchen und euch engmaschig kontrollieren, um die Entwicklung im Blick zu behalten.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann kann ich mich in der Schwangerschaft impfen lassen?

Die STIKO empfiehlt die Corona-Impfung ab der 13. Schwangerschaftswoche. Wenn ihr euch bereits im ersten Trimester habt impfen lassen, ist das aber kein Grund zur Sorge – ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht notwendig. Die zweite Impfung sollte dann aber erst ab der 13. Woche erfolgen.

Welcher Impfstoff wird für Schwangere empfohlen?

Für Schwangere wird ein mRNA-Impfstoff empfohlen. Gebt bei der Terminvereinbarung und beim Impftermin immer an, dass ihr schwanger seid, damit die Mediziner den richtigen Impfstoff auswählen können.

Schützt die Impfung auch mein Baby?

Ja, die Antikörper werden über die Plazenta und die Muttermilch an euer Baby weitergegeben. Dadurch kann ein möglicher Infektionsschutz schon bei der Geburt oder im Wochenbett gegeben sein. Wie stark dieser Schutz genau ist, wird noch weiter untersucht.

Erhöht die Impfung das Risiko für Fehlgeburten oder Fehlbildungen?

Nein, die bisherigen Daten zeigen keine gehäuften Hinweise darauf, dass die Impfung das Risiko für Fehlgeburten, Totgeburten, Frühgeburten oder Fehlbildungen erhöht.

Kann ich mich auch während der Stillzeit impfen lassen?

Ja, die STIKO hat auch für Stillende eine allgemeine Impfempfehlung ausgesprochen. Die Untersuchungen zeigen, dass der Nutzen einer Impfung in der Stillzeit dem Risiko überwiegt. Zudem werden Antikörper über die Muttermilch an euer Baby weitergegeben.

Welche Nebenwirkungen können nach der Impfung auftreten?

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Schmerzen im Arm, erhöhte Temperatur, Müdigkeit und Unwohlsein – also die gleichen Nebenwirkungen wie bei nicht schwangeren Personen. Schwangere haben kein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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