Pränataldiagnostik – Krankheiten bei ungeborenem Kind feststellen
Auf einen Blick
- Pränataldiagnostik umfasst alle Untersuchungen vor der Geburt, die über die normale Vorsorge hinausgehen
- Es gibt nicht-invasive Methoden (z.B. Ultraschall) und invasive Methoden (z.B. Fruchtwasseruntersuchung)
- Dein Arzt muss dich über alle Möglichkeiten aufklären, wenn ein erhöhtes Risiko besteht
Wenn du schwanger bist, möchtest du natürlich, dass mit deinem Baby alles in Ordnung ist. Die Pränataldiagnostik bietet dir verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten, um die Gesundheit deines ungeborenen Kindes zu überprüfen. Doch welche Methoden gibt es und wann sind sie sinnvoll?
🔍 Was ist Pränataldiagnostik? - Die Definition
Die Pränataldiagnostik, kurz auch PND genannt, fasst alle Untersuchungsmethoden vor der Geburt deines Kindes zusammen. Diese Untersuchungen sollen Aufschluss darüber geben, ob dein Kind eine Behinderung bekommt oder anderen Krankheiten ausgesetzt ist. Sogar Fehlbildungen können durch die verschiedenen Untersuchungsmethoden schneller diagnostiziert werden.
Alle Untersuchungen, die nicht Bestandteil der normalen Vorsorgeuntersuchungen in deiner Schwangerschaft sind, zählen zur Pränataldiagnostik. Dein Arzt ist sogar dazu verpflichtet, alle Möglichkeiten der Pränataldiagnostik vorzustellen, sobald ein Risiko besteht, dass dein Kind aus familiären oder anderen Gründen schwer erkranken könnte. Auch bei Risikoschwangerschaften wird die Feindiagnostik genutzt, um genetische Komplikationen zu minimieren und eine weiterführende Organdiagnostik durchführen zu können.
🏥 Die zwei Arten der Pränataldiagnostik
Es gibt insgesamt zwei unterschiedliche Methoden der Pränataldiagnostik, die sich grundlegend voneinander unterscheiden.
Die nicht-invasiven pränatalen Untersuchungsmethoden
Bei diesen Untersuchungen erfolgt kein körperlicher Eingriff. Diese Untersuchungen stellen keinerlei Gefahren für dein ungeborenes Kind dar.
Gut zu wissen: Bei der nicht-invasiven pränatalen Untersuchung liegt noch keine eindeutige Diagnose vor, sondern eher eine erfasste Wahrscheinlichkeit. Lass dich von solchen Zahlen nicht verunsichern – es handelt sich nicht um eine konkrete Diagnosestellung.
Beispiele für die Feindiagnostik oder Untersuchungen sind die folgenden:
- Nasenbeinmessung
- Nackentransparenzmessung
- 4D Ultraschalluntersuchung
- 3D Ultraschalluntersuchung
- Fetometrie
- Triple-Test
Die invasiven pränatalen Untersuchungsmethoden
Bei diesen Untersuchungen der Pränataldiagnostik greift der Arzt in deinen Körper ein. Bei solchen Untersuchungen lassen sich beispielsweise Gewebeproben deiner Plazenta (Mutterkuchen) entnehmen oder auch Fruchtwasserproben, in Form einer Amniozentese.
Anhand solcher Proben oder solcher Untersuchungen können die Ärzte genau feststellen, ob bei deinem ungeborenen Kind bereits Chromosomenstörungen vorliegen oder auch andere schwerwiegende Erkrankungen möglich sind.
Die nachfolgende Feindiagnostik ist bei den invasiven Methoden möglich:
- Chorionzottenbiopsie
- Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)
- Plazentapunktion
- Nabelschnurpunktion (Chordozentese)
💭 Warum entscheiden sich Paare für Pränataldiagnostik?
Die Pränataldiagnostik oder weiterführende Organdiagnostik ist für viele Paare heute sehr wichtig. Mehr und mehr Paare informieren sich bereits bei der BZGA Pränataldiagnostik und wollen dort alle wichtigen Informationen zu den weiteren Untersuchungsmöglichkeiten bekommen. Bei der BZGA bekommst du auch zusätzliche Hilfe zu Methoden und auffälligen Befunden.
Es gibt viele Gründe, warum viele Paare auf die Methoden der Pränataldiagnostik zurückgreifen. Die häufigsten sind die folgenden:
- Der Wunsch nach einem gesunden Baby wird größer
- Minimierung der Risiken des ungeborenen Kindes
- Anraten des Arztes auf eine Pränataldiagnostik
- Schwangere Frauen ab 35 Jahre haben Angst vor Komplikationen
- Chancen auf Heilung stehen bei Behinderung mit Hilfe der Pränataldiagnostik besser
Die Entscheidung für oder gegen eine Pränataldiagnostik ist sehr persönlich. Nimm dir Zeit, alle Optionen mit deinem Partner und deinem Arzt zu besprechen – es gibt kein Richtig oder Falsch.
🌸 Wann rät dein Arzt zur Pränataldiagnostik?
Doch auch die Mediziner selbst raten ihren Patienten oftmals zu diesen Methoden. Dein Arzt kann dir aus folgenden Gründen zu einer Pränataldiagnostik raten:
- Du hast bereits mehr als fünf Kinder geboren
- Du hattest in einer oder mehreren vorherigen Schwangerschaften bereits Probleme
- Du bist über 35 Jahre alt bei deiner ersten Schwangerschaft
- Du leidest unter Infektionskrankheiten oder Diabetes
- Du bist drogen- oder alkoholabhängig
Tipp: Die Methoden der Pränataldiagnostik sind sehr breit gefächert, sodass das Risiko in deiner Schwangerschaft stark minimiert werden kann. Besprich deine Bedenken und Sorgen direkt mit deinem Arzt, damit dieser dir genau aufzeigen kann, welche Untersuchungen möglich sind.
📸 Pränataldiagnostik Ultraschall – 4D und 3D Untersuchungen
Ultraschalluntersuchungen (Sonographie) dienen in der Regel zur Beobachtung deines ungeborenen Kindes. Mittlerweile gibt es sogar schon 3D und 4D Untersuchungen, bei denen du Auffälligkeiten deines Kindes sofort erkennen kannst. Der Ultraschall ist beispielsweise eine gute Möglichkeit, um dein ungeborenes Kind zu beobachten.
Die herkömmlichen Ultraschalluntersuchungen (Sonographie) gehören mittlerweile zu den klassischen Vorsorgeuntersuchungen dazu. 3D und 4D Untersuchungen gehören vielmehr zu den weiteren Untersuchungsmethoden, die schon zur Pränataldiagnostik zählen.
💬 Die Beratung ist bei einer Pränataldiagnostik das A und O
Wie schon erwähnt ist dein Arzt dazu verpflichtet, dich über alle Untersuchungsmethoden der Pränataldiagnostik zu informieren und zu beraten. Sogar Grenzen und Alternativen müssen dir bei diesem Beratungsgespräch genannt werden. Sollte es zu Komplikationen, ethischen Aspekten oder Konsequenzen kommen, muss dein Gynäkologe auch das mit dir besprechen. Bevor es daher zu einer Untersuchung der Pränataldiagnostik kommt, ist ein ausführliches Gespräch mit deinem Arzt notwendig. Erst dann kannst du allein oder mit deinem Partner eine Entscheidung treffen.
Achtung: Bis es zu einer Diagnose oder einem Befund kommt, kann es einige Tage dauern. Diese Wartezeit kann für viele Eltern sehr belastend sein. Scheue dich nicht, in dieser Zeit Unterstützung zu suchen.
In einigen Fällen kommt es sogar zu psychosozialen Betreuungsmaßnahmen durch einen Psychologen. Doch auch ein Humangenetiker kann hilfreich sein, um die genetische Betreuung zu übernehmen, falls notwendig. Die oben genannte Schwangerschaftsberatungsstelle BZGA kann dir ebenfalls helfen, wenn du Bedenken oder Fragen hast. Schließlich ist ein solcher Entscheidungsprozess, je nach Untersuchungsmethode nicht immer leicht. Daher sind Beratungsgespräche an verschiedenen Stellen sehr wichtig.
Hinzu kommt, dass auch nach einem solchen Eingriff sehr viel Geduld gefragt ist. Viele Eltern werden genau dann auf eine große Belastungsprobe gestellt. Je nachdem welcher Verdacht für dein ungeborenes Kind besteht oder welche Maßnahmen aus der Pränataldiagnostik gemacht wurden, kann dies zu großer Sorge führen. Sollte dies auch bei dir der Fall sein, kannst du dich ebenfalls an die Schwangerschaftsberatungsstelle BZGA wenden oder einen Psychologen aufsuchen, der dir und deinem Partner während dieser Zeit beratend zur Seite steht. Für eine genetische Beratung und Diagnostik steht das Genetikum Institut zur Verfügung, welches ebenfalls beratend an deiner Seite stehen wird.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist eine Pränataldiagnostik sinnvoll?
Eine Pränataldiagnostik ist besonders sinnvoll, wenn du über 35 Jahre alt bist, bereits Schwangerschaftskomplikationen hattest, an bestimmten Erkrankungen leidest oder dein Arzt ein erhöhtes Risiko feststellt. Letztendlich ist es aber deine persönliche Entscheidung.
Sind die Untersuchungen gefährlich für mein Baby?
Nicht-invasive Methoden wie Ultraschall sind völlig ungefährlich. Bei invasiven Methoden wie der Fruchtwasseruntersuchung besteht ein geringes Risiko. Dein Arzt wird dich über alle Risiken ausführlich aufklären.
Muss ich die Pränataldiagnostik selbst bezahlen?
Das hängt von der Untersuchung und deiner individuellen Situation ab. Einige Untersuchungen werden von der Krankenkasse übernommen, andere musst du selbst bezahlen. Sprich am besten mit deiner Krankenkasse und deinem Arzt darüber.
Wie lange dauert es bis zum Ergebnis?
Das ist je nach Untersuchungsmethode unterschiedlich. Bei Ultraschalluntersuchungen erhältst du sofort ein Ergebnis, bei invasiven Methoden wie der Fruchtwasseruntersuchung kann es einige Tage bis zu zwei Wochen dauern.
Wo kann ich mich beraten lassen?
Dein Frauenarzt ist die erste Anlaufstelle. Zusätzlich kannst du dich an die BZGA Schwangerschaftsberatung wenden, einen Humangenetiker oder auch einen Psychologen konsultieren, wenn du emotionale Unterstützung brauchst.
Was ist der Unterschied zwischen 3D und 4D Ultraschall?
Beim 3D-Ultraschall siehst du ein dreidimensionales Standbild deines Babys. Der 4D-Ultraschall zeigt zusätzlich die Bewegungen in Echtzeit – also quasi ein 3D-Video. Beide gehören zur erweiterten Pränataldiagnostik und sind nicht Teil der regulären Vorsorge.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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