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Zahnen beim Baby: Anzeichen, Reihenfolge & was hilft

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 04.07.2026 Lesezeit 22 Min.
Zahnen beim Baby: Anzeichen, Reihenfolge & was hilft

Auf einen Blick

  • Die ersten Zähnchen brechen meist zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat durch – manche Babys zahnen früher, andere später.
  • Typische Anzeichen sind vermehrtes Sabbern, gerötetes Zahnfleisch, Quengeligkeit und das Bedürfnis, auf allem herumzukauen.
  • Die Reihenfolge ist meist gleich: erst die unteren Schneidezähne, dann die oberen, gefolgt von Eckzähnen und Backenzähnen.
  • Kühle Beißringe, sanfte Zahnfleischmassagen und viel Nähe helfen den meisten Babys durch die beschwerliche Zeit.

Das erste Zähnchen ist ein Meilenstein – doch der Weg dorthin kann für dein Baby ganz schön anstrengend sein. Viele Eltern fragen sich: Ist das schon das Zahnen oder nur eine Phase? In diesem Ratgeber erfährst du alles über die Anzeichen, den typischen Verlauf und bewährte Hilfen, die deinem Schatz die Zeit erleichtern.

🔍 Was passiert beim Zahnen?

Zahnen ist ein natürlicher Entwicklungsprozess, bei dem die Milchzähne deines Babys durch das Zahnfleisch brechen. Dieser Vorgang beginnt meist im zweiten Lebenshalbjahr, kann aber individuell sehr unterschiedlich verlaufen. Manche Babys bekommen bereits mit vier Monaten ihr erstes Zähnchen, andere lassen sich bis zum ersten Geburtstag Zeit – beides ist völlig normal.

Die Milchzähne sind bereits vor der Geburt im Kiefer angelegt. Wenn sie sich ihren Weg durch das Zahnfleisch bahnen, kann das Gewebe anschwellen, sich röten und empfindlich werden. Dieser Prozess verläuft schubweise: Mal ist dein Baby beschwerdefrei, dann kommen wieder intensivere Phasen, in denen gleich mehrere Zähne gleichzeitig durchbrechen wollen.

Insgesamt bekommt dein Kind 20 Milchzähne, die bis zum dritten Lebensjahr vollständig durchgebrochen sein sollten. Diese ersten Zähnchen sind wichtig für die Sprachentwicklung, das Kauen und dienen als Platzhalter für die bleibenden Zähne.

👀 Typische Anzeichen: Woran erkennst du, dass dein Baby zahnt?

Die Symptome beim Zahnen können von Baby zu Baby sehr unterschiedlich ausfallen. Während manche Kinder kaum Beschwerden zeigen und die Eltern das neue Zähnchen erst beim Füttern mit dem Löffel bemerken, haben andere deutlich mehr zu kämpfen. Hier sind die häufigsten Anzeichen:

Vermehrter Speichelfluss

Eines der frühesten und auffälligsten Zeichen ist das verstärkte Sabbern. Der Speichelfluss wird angeregt, und dein Baby kann die Flüssigkeit noch nicht gut im Mund behalten. Das Lätzchen wird zur Dauerausstattung, und manchmal entwickelt sich durch den ständigen Speichel ein leichter Hautausschlag um den Mund oder am Kinn.

Gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch

Schau dir das Zahnfleisch deines Babys genau an: Dort, wo ein Zahn durchbrechen möchte, ist das Gewebe oft gerötet, geschwollen und gespannt. Manchmal kannst du sogar eine kleine weiße Erhebung unter der Oberfläche erkennen – das ist die Zahnspitze, die sich ihren Weg bahnt.

Erhöhtes Kaubedürfnis

Dein Baby steckt plötzlich alles in den Mund? Das ist typisch fürs Zahnen. Der Gegendruck beim Kauen verschafft Erleichterung. Ob Beißring, Stofftier, deine Finger oder der eigene Daumen – alles wird angeknabbert. Dieses Verhalten ist völlig normal und hilft deinem Kind, den Druck auf dem Zahnfleisch zu lindern.

Unruhe und Quengeligkeit

Viele Babys sind während des Zahnens weinerlicher und reizbarer als sonst. Das Unbehagen im Mund macht ihnen zu schaffen, besonders nachts. Der Schlaf kann unruhiger werden, und dein Baby braucht jetzt besonders viel Nähe und Trost.

Verändertes Essverhalten

Manche Babys verweigern plötzlich die Brust oder das Fläschchen, weil das Saugen unangenehm ist. Andere haben mehr Appetit, weil der Druck beim Trinken guttut. Auch bei Beikost kann sich das Essverhalten ändern – manche mögen jetzt lieber weiche, kühle Speisen.

📊

Die 4 Hauptsymptome beim Zahnen

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💧
Vermehrtes Sabbern Der Speichelfluss nimmt deutlich zu, Lätzchen werden zur Pflicht
🔴
Gerötetes Zahnfleisch Schwellung und Rötung an der Durchbruchstelle des Zahns
🍼
Kaubedürfnis Alles wird in den Mund gesteckt, um Gegendruck zu erzeugen
😢
Unruhe & Weinen Erhöhte Reizbarkeit und schlechterer Schlaf durch Unbehagen

Weitere mögliche Begleiterscheinungen

Zusätzlich zu den Hauptsymptomen berichten manche Eltern von:

  • Leicht erhöhter Temperatur: Eine Körpertemperatur bis 38°C kann vorkommen, ist aber umstritten. Echtes Fieber über 38,5°C hat meist andere Ursachen.
  • Wunden Po: Durch die Zusammensetzung des Speichels kann sich der Stuhl verändern und die Haut im Windelbereich reizen.
  • Ohrziehen oder Wangenreiben: Der Schmerz kann ausstrahlen, sodass Babys sich an Ohren oder Wangen fassen.
  • Appetitlosigkeit: Durch die Schmerzen mögen manche Babys zeitweise weniger essen.

Wichtig: Nicht jedes Symptom ist automatisch aufs Zahnen zurückzuführen. Hohes Fieber, Durchfall, Erbrechen oder starke Krankheitszeichen solltest du immer kinderärztlich abklären lassen. Das Zahnen schwächt das Immunsystem nicht – wenn dein Baby krank wird, ist das meist ein Zufall.

📅 Die Reihenfolge der Milchzähne: Wann kommt welcher Zahn?

Auch wenn jedes Kind sein eigenes Tempo hat, gibt es eine typische Reihenfolge, in der die Milchzähne durchbrechen. Diese Übersicht hilft dir, den Prozess besser einzuordnen:

Zahn Durchbruch (Alter in Monaten) Besonderheiten
Untere mittlere Schneidezähne 6–10 Monate Meist die ersten Zähne, oft mit wenig Beschwerden
Obere mittlere Schneidezähne 8–12 Monate Folgen kurz nach den unteren
Obere seitliche Schneidezähne 9–13 Monate Komplettieren das obere Zahnbild
Untere seitliche Schneidezähne 10–16 Monate Nun sind 8 Schneidezähne da
Erste Backenzähne (Molaren) oben & unten 13–19 Monate Größere Kaufläche, oft beschwerlicher
Eckzähne oben & unten 16–23 Monate Füllen die Lücken, können schmerzhaft sein
Zweite Backenzähne (Molaren) oben & unten 23–33 Monate Die letzten Milchzähne, Gebiss ist komplett

Diese Zeitangaben sind Durchschnittswerte. Manche Babys bekommen ihr erstes Zähnchen schon mit vier Monaten, andere erst mit zwölf Monaten – beides liegt im normalen Bereich. Auch die Reihenfolge kann variieren. Wichtiger als der genaue Zeitpunkt ist, dass die Zähne überhaupt kommen und sich das Gebiss harmonisch entwickelt.

Wann solltest du mit deinem Baby zum Zahnarzt?

Der erste Zahnarztbesuch wird empfohlen, sobald der erste Zahn durchgebrochen ist, spätestens aber zum ersten Geburtstag. Dieser Termin dient vor allem der Beratung: Du erfährst, wie du die Zähnchen richtig pflegst und worauf du achten solltest. Wenn dein Kind mit 18 Monaten noch keinen einzigen Zahn hat, sprich mit deinem Kinderarzt oder deiner Kinderärztin darüber.

Nadine Scheiner

💗 Nadines Empfehlung

Nadine Scheiner

Bei meinen beiden Kindern habe ich die besten Erfahrungen mit gekühlten Beißringen aus Silikon gemacht – die kamen direkt aus dem Kühlschrank (nicht Gefrierfach!) und haben sofort Linderung gebracht. Außerdem: Unterschätze nicht die Kraft der Nähe. Manchmal half nichts so gut wie Kuscheln, Stillen oder Tragen. Und ganz ehrlich: In besonders schweren Nächten darfst du auch mal zu Schmerzmitteln greifen – nach Rücksprache mit dem Kinderarzt ist das völlig in Ordnung und erspart allen Beteiligten schlaflose Nächte.

🛠️ Was hilft beim Zahnen? Bewährte Tipps und Hausmittel

Es gibt viele Möglichkeiten, deinem Baby die Zahnenzeit zu erleichtern. Nicht alles funktioniert bei jedem Kind gleich gut – probiere aus, was deinem Schatz am besten hilft.

Kühlung verschafft Linderung

Kälte wirkt abschwellend und betäubend. Bewährte Methoden sind:

  • Gekühlte Beißringe: Lege sie für etwa 30 Minuten in den Kühlschrank (nicht ins Gefrierfach – zu kalt kann schaden). Achte auf schadstofffreie Materialien ohne BPA.
  • Gekühlter Waschlappen: Befeuchte einen sauberen Waschlappen mit Wasser oder Kamillentee, wringe ihn aus und lege ihn kurz in den Kühlschrank. Dein Baby kann darauf herumkauen.
  • Kalte Nahrung: Wenn dein Baby schon Beikost bekommt, biete gekühltes Obstmus, Naturjoghurt oder gekühlte Gurkensticks an (bei Letzterem immer beaufsichtigen wegen Verschluckungsgefahr).

Zahnfleischmassage

Mit sauberem Finger oder einem speziellen Fingerling aus der Apotheke kannst du das Zahnfleisch sanft massieren. Der Gegendruck tut vielen Babys gut. Manche mögen es fester, andere ganz zart – taste dich vorsichtig heran.

Veilchenwurzel – ein Klassiker

Die getrocknete Veilchenwurzel ist ein traditionelles Naturheilmittel. Sie ist hart genug zum Kauen, gibt beim Sabbern leicht ätherische Öle ab, die leicht betäubend wirken, und fasert nicht. Wichtig: Kaufe sie nur in der Apotheke, achte auf Bio-Qualität und ersetze sie regelmäßig aus hygienischen Gründen.

Bernsteinketten – umstritten

Bernsteinketten sind beliebt, aber aus medizinischer Sicht umstritten. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für ihre Wirkung, und sie bergen Strangulations- und Erstickungsrisiken. Kinderärzte und Kinderärztinnen raten meist davon ab. Wenn du dennoch eine verwenden möchtest, achte darauf, dass sie nur unter Aufsicht getragen wird und nachts abgenommen wird.

Schmerzmittel in Absprache mit dem Arzt

Bei starken Beschwerden können Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen (in altersgerechter Dosierung) helfen. Sprich vorher mit deinem Kinderarzt oder deiner Kinderärztin. Diese Mittel sollten nicht dauerhaft gegeben werden, können aber in besonders schweren Phasen für Erleichterung sorgen.

Zahnungsgele und homöopathische Mittel

In der Apotheke gibt es spezielle Zahnungsgele, teils mit pflanzlichen Wirkstoffen wie Kamille oder leicht betäubenden Substanzen. Lass dich beraten und achte auf Produkte ohne Zucker und Alkohol. Homöopathische Globuli oder Zäpfchen sind ebenfalls beliebt – ihre Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt, viele Eltern berichten aber von positiven Erfahrungen.

Tipp: Führe ein kleines Zahnen-Tagebuch. Notiere, wann welche Symptome auftreten und was geholfen hat. So erkennst du Muster und bist bei den nächsten Zähnen besser vorbereitet.

Nähe und Ablenkung

Manchmal ist das Beste, was du tun kannst, einfach für dein Baby da zu sein. Tragen, kuscheln, singen, spielen – Ablenkung und körperliche Nähe sind unbezahlbar. Dein Baby spürt, dass du es verstehst und tröstest, und das gibt Sicherheit.

⚠️ Wann solltest du zum Arzt?

In den meisten Fällen verläuft das Zahnen problemlos und erfordert keine ärztliche Behandlung. Es gibt aber Situationen, in denen du lieber Rat einholen solltest:

  • Fieber über 38,5°C: Hohes Fieber ist kein typisches Zahnen-Symptom und deutet auf eine Infektion hin.
  • Starker Durchfall oder Erbrechen: Auch das gehört nicht zum normalen Zahnen und sollte abgeklärt werden.
  • Verweigerung von Nahrung über längere Zeit: Wenn dein Baby mehrere Mahlzeiten hintereinander nichts zu sich nimmt, ist ein Arztbesuch ratsam.
  • Starke Schwellung oder Blutung am Zahnfleisch: Ein kleines Hämatom ist normal, großflächige Schwellungen oder Blutungen sollten untersucht werden.
  • Auffälligkeiten bei der Zahnstellung: Wenn Zähne sehr schief durchbrechen oder große Lücken entstehen, kann eine zahnärztliche Kontrolle sinnvoll sein.
  • Keine Zähne mit 18 Monaten: Sprich mit deinem Kinderarzt, wenn dein Kind mit anderthalb Jahren noch keinen einzigen Zahn hat.

Vertraue deinem Bauchgefühl: Wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, ist es immer besser, einmal zu viel als zu wenig nachzufragen.

🦷 Zahnpflege von Anfang an

Sobald das erste Zähnchen da ist, beginnt die Zahnpflege. Auch Milchzähne können Karies bekommen, und gesunde Milchzähne sind wichtig für die Entwicklung der bleibenden Zähne.

Die richtige Zahnbürste

Verwende eine weiche Babyzahnbürste mit kleinem Kopf. Es gibt spezielle Modelle für verschiedene Altersstufen. Manche Eltern nutzen auch Fingerlinge mit weichen Borsten für die ganz Kleinen.

Zahnpasta – ja oder nein?

Ja, ab dem ersten Zahn solltest du fluoridhaltige Kinderzahnpasta verwenden. Die Menge macht's: Bis zum zweiten Geburtstag reicht eine reiskorngroße Menge (etwa 0,125 g), danach eine erbsengroße Portion. Fluorid härtet den Zahnschmelz und schützt vor Karies. Sprich mit deinem Kinderarzt über die richtige Fluoridprophylaxe – manchmal werden zusätzlich Fluoridtabletten empfohlen.

Wie oft putzen?

Zweimal täglich – morgens und abends. Mache es zu einem festen Ritual. Anfangs übernimmst du das Putzen komplett, später darf dein Kind mithelfen, du putzt aber immer nach.

Ernährung und Zahngesundheit

Vermeide zuckerhaltige Getränke in der Nuckelflasche, besonders zum Einschlafen. Der ständige Zuckerkontakt fördert Karies („Nuckelflaschenkaries"). Auch Fruchtsäfte sollten nur verdünnt und aus dem Becher getrunken werden. Stilles Wasser und ungesüßter Tee sind die besten Durstlöscher.

Ich erinnere mich noch gut an die erste Zahnen-Phase meiner Tochter. Tagsüber war sie meist gut gelaunt, aber nachts wurde es richtig hart. Was mir geholfen hat: Akzeptieren, dass diese Zeit vorübergeht, und mir selbst Pausen gönnen. Mein Partner und ich haben uns abgewechselt, sodass jeder auch mal durchschlafen konnte. Und: Nicht alles auf das Zahnen schieben – manchmal steckte auch ein Entwicklungsschub oder eine Erkältung dahinter.

Nadine Scheiner Redakteurin & Mama

🔬 Mythen rund ums Zahnen – was stimmt wirklich?

Um das Zahnen ranken sich viele Geschichten. Manche stimmen, andere sind längst widerlegt. Hier eine Aufklärung:

„Zahnen verursacht Fieber"

Nicht ganz richtig. Eine leicht erhöhte Temperatur (bis 38°C) kann vorkommen, echtes Fieber über 38,5°C ist aber kein Zahnen-Symptom. Der Zeitpunkt des Zahnens fällt oft mit dem Nachlassen des Nestschutzes zusammen, weshalb Babys jetzt anfälliger für Infekte sind – daher die Verwechslung.

„Zahnen schwächt das Immunsystem"

Falsch. Das Zahnen selbst schwächt die Abwehrkräfte nicht. Es ist eher so, dass ab dem sechsten Monat der mütterliche Nestschutz nachlässt und Babys mehr Kontakt zur Umwelt haben – deshalb werden sie jetzt häufiger krank.

„Jedes Kind zahnt anders"

Absolut richtig. Die Bandbreite ist riesig: von völlig beschwerdefrei bis zu schlaflosen Nächten. Vergleiche mit anderen Babys helfen nicht – jedes Kind hat sein eigenes Tempo und seine eigene Art, mit dem Zahnen umzugehen.

„Bernsteinketten helfen beim Zahnen"

Wissenschaftlich nicht belegt und potenziell gefährlich. Die angeblich schmerzlindernde Wirkung durch Bernsteinsäure ist nicht nachgewiesen, und die Ketten bergen Strangulations- und Erstickungsrisiken.

„Spätes Zahnen bedeutet spätere Zahnprobleme"

Falsch. Der Zeitpunkt des ersten Zahns sagt nichts über die spätere Zahngesundheit aus. Wichtig ist die Pflege, nicht der Durchbruch-Zeitpunkt.

🌙 Zahnen und Schlaf – Tipps für ruhigere Nächte

Die Nächte sind oft die schwierigste Zeit beim Zahnen. Der Schmerz wird im Liegen intensiver wahrgenommen, und dein Baby kann sich nicht ablenken. Hier einige Strategien:

  • Schmerzmittel rechtzeitig geben: Wenn du weißt, dass eine schwere Nacht bevorsteht, kannst du nach Absprache mit dem Arzt abends ein Schmerzmittel geben.
  • Erhöhte Schlafposition: Manche Babys schlafen besser, wenn der Kopf leicht erhöht liegt (z.B. durch ein zusammengerolltes Handtuch unter der Matratze – nicht im Bett wegen Erstickungsgefahr).
  • Kühler Waschlappen vor dem Schlafengehen: Lass dein Baby noch einmal auf einem gekühlten Waschlappen kauen.
  • Nähe anbieten: Viele Zahnen-Babys schlafen besser in Körpernähe. Wenn du magst, nimm dein Baby mit ins Familienbett oder stelle das Beistellbett direkt ans Elternbett.
  • Geduld haben: Diese Phase geht vorbei. Manchmal hilft nur Durchhalten und Trösten.

🍼 Zahnen und Stillen/Füttern

Manche Babys beißen beim Stillen, wenn die Zähne durchbrechen. Das kann schmerzhaft sein, ist aber meist keine böse Absicht. Tipps:

  • Vor dem Stillen kauen lassen: Biete einen Beißring an, damit dein Baby den ersten Druck los wird.
  • Richtig anlegen: Achte darauf, dass dein Baby die Brustwarze tief im Mund hat – dann kann es nicht so leicht zubeißen.
  • Bei Bissen sofort reagieren: Nimm dein Baby ruhig, aber bestimmt von der Brust und sage „Nein". Babys lernen schnell, dass Beißen das Stillen beendet.
  • Geduld: Diese Phase geht meist schnell vorbei.

Beim Fläschchen kann es helfen, auf einen weicheren Sauger umzusteigen oder die Nahrung etwas zu kühlen.

📋 Checkliste: Zahnen-Notfall-Paket für unterwegs

Damit du auch unterwegs gut vorbereitet bist, packe dir ein kleines Zahnen-Set:

  • Zwei bis drei Beißringe (einer geht immer verloren)
  • Saubere Waschlappen oder Mulltücher
  • Zahnungsgel oder homöopathische Globuli
  • Kühltasche für längere Ausflüge
  • Ersatzlätzchen (wegen des Sabberns)
  • Schmerzmittel in der richtigen Dosierung (nach ärztlicher Absprache)
  • Lieblingskuscheltier oder Schnuller zum Trösten
Situation Was tun? Wann zum Arzt?
Leicht erhöhte Temperatur (bis 38°C) Beobachten, viel trinken lassen, leicht bekleiden Wenn Fieber steigt oder länger als 2 Tage anhält
Starkes Sabbern mit Hautausschlag Lätzchen häufig wechseln, Haut mit Wundschutzcreme pflegen Bei nässenden oder infizierten Stellen
Verweigerung von Nahrung Kühle, weiche Speisen anbieten, nicht zwingen Wenn Baby länger als 24h kaum isst oder trinkt
Unruhiger Schlaf Nähe geben, ggf. Schmerzmittel nach Absprache Wenn andere Symptome hinzukommen
Durchfall Viel Flüssigkeit, Windeln häufig wechseln Bei wässrigem Durchfall, Blut im Stuhl oder Austrocknung

👨‍👩‍👧 Zahnen beim Geschwisterkind – was ist anders?

Wenn du bereits ein Kind hast, das gezahnt hat, wirst du vielleicht überrascht sein, wie unterschiedlich das zweite Kind reagiert. Jedes Baby ist einzigartig. Manche Eltern berichten, dass das zweite Kind viel unkomplizierter gezahnt hat, andere erleben das Gegenteil.

Der Vorteil: Du bist erfahrener, weißt, was hilft, und kannst gelassener bleiben. Der Nachteil: Du hast weniger Zeit, dich nur um das zahnende Baby zu kümmern. Versuche, dir trotzdem Auszeiten zu nehmen und Unterstützung anzunehmen.

🧬 Gibt es genetische Faktoren beim Zahnen?

Ja, tatsächlich spielt die Vererbung eine Rolle. Wenn du oder dein Partner früh oder spät gezahnt habt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass euer Kind ein ähnliches Muster zeigt. Auch die Reihenfolge und die Intensität der Beschwerden können familiär gehäuft auftreten. Das ist aber keine feste Regel – Überraschungen sind immer möglich.

❓ Häufige Fragen zum Zahnen

Ab wann zahnen Babys normalerweise?

Die meisten Babys bekommen ihren ersten Zahn zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat. Manche zahnen bereits ab dem 4. Monat, andere erst mit 12 Monaten oder später. Alle diese Varianten sind normal. Wenn dein Baby mit 18 Monaten noch keinen Zahn hat, solltest du das kinderärztlich abklären lassen.

Kann mein Baby schon vor dem ersten Zahn Zahnungsschmerzen haben?

Ja, absolut. Die Zähne arbeiten sich oft wochenlang durch das Zahnfleisch, bevor sie sichtbar werden. Dein Baby kann also schon Beschwerden haben, obwohl noch kein Zahn zu sehen ist. Achte auf die typischen Anzeichen wie Sabbern, Kauen und gerötetes Zahnfleisch.

Wie lange dauert es, bis ein Zahn durchgebrochen ist?

Das ist sehr unterschiedlich. Manche Zähne brechen innerhalb weniger Tage durch, andere brauchen Wochen. Die Beschwerden kommen meist in Schüben – es gibt ruhigere und intensivere Phasen. Besonders die Backenzähne können länger brauchen, weil sie eine größere Fläche haben.

Darf ich meinem Baby Schmerzmittel geben?

In Absprache mit deinem Kinderarzt oder deiner Kinderärztin ist das in Ordnung. Paracetamol oder Ibuprofen in altersgerechter Dosierung können bei starken Beschwerden helfen. Sie sollten aber nicht dauerhaft gegeben werden, sondern nur in besonders schweren Phasen. Lass dich zur richtigen Dosierung beraten.

Muss ich die Milchzähne genauso pflegen wie bleibende Zähne?

Ja, unbedingt. Milchzähne können genauso Karies bekommen wie bleibende Zähne. Außerdem sind sie wichtig für die Sprachentwicklung, das Kauen und als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Putze zweimal täglich mit einer weichen Babyzahnbürste und fluoridierter Kinderzahnpasta.

Warum sabbert mein Baby beim Zahnen so viel?

Der Speichelfluss wird durch den Zahndurchbruch angeregt. Babys können den vielen Speichel noch nicht gut schlucken oder im Mund behalten, deshalb läuft er heraus. Das Sabbern ist völlig normal und lässt nach, sobald der Zahn durchgebrochen ist. Wechsle Lätzchen häufig und creme das Kinn ein, um Hautreizungen zu vermeiden.

Können beim Zahnen mehrere Zähne gleichzeitig kommen?

Ja, das kommt vor und kann besonders beschwerlich sein. Oft brechen Zähne paarweise durch, zum Beispiel beide unteren Schneidezähne gleichzeitig. Manchmal arbeiten sich auch Zähne an verschiedenen Stellen gleichzeitig durch das Zahnfleisch. In solchen Phasen braucht dein Baby besonders viel Zuwendung und Schmerzlinderung.

💚 Zum Abschluss: Du schaffst das!

Das Zahnen ist eine herausfordernde Zeit – für dein Baby und für dich. Manche Tage und Nächte werden anstrengend sein, und es ist völlig okay, wenn du dich manchmal überfordert fühlst. Wichtig ist, dass du weißt: Diese Phase geht vorbei. Jeder durchgebrochene Zahn ist ein kleiner Meilenstein, und bald wird dein Baby dich mit einem zahnigen Lächeln belohnen.

Vertraue auf dein Bauchgefühl, probiere verschiedene Hilfsmittel aus und scheue dich nicht, um Unterstützung zu bitten – sei es bei deinem Partner, der Familie oder medizinischem Fachpersonal. Du machst das großartig, und dein Baby spürt, dass es sich auf dich verlassen kann.

Denke daran: Nicht jedes Quengeln ist Zahnen, und nicht jedes Zahnen ist schmerzhaft. Beobachte dein Kind aufmerksam, aber bleibe entspannt. Mit Geduld, Liebe und den richtigen Hilfsmitteln kommt ihr gemeinsam gut durch diese aufregende Entwicklungsphase.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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