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Trinkmenge Baby: Wie viel Milch & Wasser braucht dein Baby?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 05.07.2026 Lesezeit 21 Min.
Trinkmenge Baby: Wie viel Milch & Wasser braucht dein Baby?

Auf einen Blick

  • Gestillte Neugeborene trinken 8–12 Mal täglich, Flaschenbabys ca. 6–8 Mal; die Trinkmenge steigt von 30–60 ml auf bis zu 200 ml pro Mahlzeit im ersten Lebensjahr
  • Zusätzliches Wasser ist bei ausschließlichem Stillen oder Flaschennahrung in den ersten 6 Monaten normalerweise nicht nötig – Muttermilch und Pre-Nahrung enthalten genug Flüssigkeit
  • Ab Beikoststart (ca. 6. Monat) solltest du deinem Baby Wasser anbieten; mit einem Jahr trinken Kleinkinder etwa 600 ml Flüssigkeit zusätzlich zur Milch
  • Warnzeichen für zu wenig Flüssigkeit: weniger als 6 nasse Windeln in 24 Stunden, dunkler Urin, eingesunkene Fontanelle oder trockene Lippen – dann bitte zum Kinderarzt

Die Frage nach der richtigen Trinkmenge beschäftigt fast alle frischgebackenen Eltern: Bekommt mein Baby genug? Trinkt es vielleicht zu viel? Gerade in den ersten Lebenswochen ist die Unsicherheit oft groß. Keine Sorge – ich zeige dir, wie viel Milch und Wasser dein Baby in welchem Alter wirklich braucht und woran du erkennst, dass alles in Ordnung ist.

🍼 Trinkmenge nach Alter: So viel braucht dein Baby

Die Trinkmenge deines Babys verändert sich rasant in den ersten Lebensmonaten. Was am Anfang nur wenige Milliliter sind, steigert sich kontinuierlich – und das ist völlig normal. Dein Baby wächst schließlich in keiner anderen Lebensphase so schnell wie im ersten Jahr.

Die ersten Lebenstage: Kolostrum reicht aus

In den ersten 2–3 Tagen nach der Geburt produziert deine Brust das sogenannte Kolostrum, die Vormilch. Diese dickflüssige, gelbliche Milch ist extrem nährstoffreich und perfekt auf die winzige Magengröße deines Neugeborenen abgestimmt. Der Magen eines Neugeborenen fasst am ersten Tag nur etwa 5–7 ml – ungefähr so viel wie eine Murmel. Dein Baby trinkt daher nur kleine Mengen von etwa 2–10 ml pro Mahlzeit, dafür aber sehr häufig.

Erste Lebenswoche: Der Magen wächst mit

Bereits am dritten Tag hat sich die Magenkapazität auf etwa 22–30 ml vergrößert (etwa so groß wie eine Walnuss). Jetzt trinkt dein Baby pro Stillmahlzeit etwa 30–60 ml. Die Milchproduktion steigt in dieser Zeit deutlich an – der sogenannte Milcheinschuss findet meist zwischen dem zweiten und fünften Tag statt.

Alter Trinkmenge pro Mahlzeit Anzahl Mahlzeiten Gesamtmenge pro Tag
1. Tag 2–10 ml 8–12 ca. 30–60 ml
3. Tag 30–60 ml 8–12 ca. 300–500 ml
1. Woche 50–80 ml 8–12 ca. 400–700 ml
2. Woche 60–90 ml 8–10 ca. 500–750 ml
1. Monat 80–120 ml 6–8 ca. 600–800 ml
2. Monat 120–150 ml 6–7 ca. 750–900 ml
3.–4. Monat 150–180 ml 5–6 ca. 800–1000 ml
5.–6. Monat 180–200 ml 4–5 ca. 900–1000 ml
7.–12. Monat 180–220 ml 3–4 (+ Beikost) ca. 600–800 ml Milch + Wasser

Wichtig: Diese Werte sind Durchschnittswerte und Richtwerte. Jedes Baby ist individuell – manche trinken etwas mehr, andere weniger. Solange dein Baby gut zunimmt und ausreichend nasse Windeln hat, ist alles in Ordnung.

🤱 Unterschiede zwischen Stillen und Flasche

Die Trinkmenge unterscheidet sich je nachdem, ob du stillst oder die Flasche gibst. Das hat verschiedene Gründe, die wichtig zu verstehen sind.

Gestillte Babys: Häufiger, aber flexibler

Stillbabys trinken in der Regel häufiger als Flaschenbabys – oft 8–12 Mal in 24 Stunden, manchmal sogar mehr. Das liegt daran, dass Muttermilch schneller verdaut wird als Formulanahrung. Außerdem ist die Zusammensetzung der Muttermilch nicht konstant: Die Vormilch zu Beginn einer Stillmahlzeit ist dünnflüssiger und durstlöschend, die fettreiche Hintermilch sättigend.

Ein großer Vorteil beim Stillen: Dein Baby reguliert die Trinkmenge selbst. Es ist nahezu unmöglich, ein gestilltes Baby zu überfüttern. Die genaue Trinkmenge lässt sich beim Stillen nicht messen – und das ist auch nicht nötig. Vertraue auf die Signale deines Babys und stille nach Bedarf.

Nadine Scheiner

💗 Nadines Empfehlung

Nadine Scheiner

Als ich mein erstes Kind stillte, habe ich mich anfangs verrückt gemacht, weil ich nicht wusste, wie viel es trank. Meine Hebamme gab mir den besten Rat: „Zähl die Windeln, nicht die Minuten an der Brust." Sechs bis acht nasse Windeln pro Tag zeigen dir zuverlässig, dass dein Baby genug bekommt. Bei meinem zweiten Kind war ich viel entspannter – und siehe da, auch dieses Kind gedieh prächtig. Vertraue deinem Baby und deinem Körper!

Flaschenbabys: Planbarere Mengen

Bei der Flaschenernährung kannst du die Trinkmenge genau sehen und kontrollieren. Pre-Nahrung oder Anfangsmilch 1 kannst du wie Muttermilch nach Bedarf füttern. Eine grobe Faustregel für die Berechnung der Tagesgesamtmenge lautet: Ein Sechstel des Körpergewichts. Ein Baby mit 4000 g würde demnach etwa 660 ml pro Tag trinken.

Eine andere Berechnungsformel, die Kinderärzte oft empfehlen: (Gewicht in Gramm ÷ 6) + 250 ml. Diese Formel berücksichtigt, dass größere Babys relativ gesehen etwas weniger pro Kilogramm Körpergewicht benötigen.

Achtung: Überfütterung ist bei Flaschennahrung möglich. Achte auf die Sättigungssignale deines Babys: Dreht es den Kopf weg, schiebt die Flasche mit der Zunge heraus oder schläft ein? Dann ist es satt – auch wenn die Flasche noch nicht leer ist. Zwinge dein Baby niemals, die Flasche auszutrinken.

💧 Wasser für Babys: Wann und wie viel?

Die Frage, ob Babys zusätzlich Wasser brauchen, sorgt oft für Verwirrung. Die Antwort hängt vom Alter und der Ernährung deines Babys ab.

0–6 Monate: Normalerweise kein Wasser nötig

Solange dein Baby ausschließlich gestillt wird oder Pre-Nahrung bekommt, braucht es in der Regel kein zusätzliches Wasser – auch nicht bei warmem Wetter. Muttermilch und korrekt zubereitete Säuglingsnahrung bestehen zu etwa 88% aus Wasser und decken den gesamten Flüssigkeitsbedarf.

Tatsächlich kann zu viel Wasser bei sehr kleinen Babys sogar gefährlich sein: Es kann zu einer Wasservergiftung (Hyponatriämie) führen, bei der das Blut zu stark verdünnt wird. Die Nieren eines Neugeborenen sind noch nicht ausgereift genug, um große Wassermengen zu verarbeiten.

Ausnahmen: Wann Wasser schon früher sinnvoll ist

Es gibt einige Situationen, in denen auch jüngere Babys kleine Mengen Wasser bekommen können:

  • Bei Fieber oder Durchfall: Nach Rücksprache mit dem Kinderarzt kann zusätzliche Flüssigkeit nötig sein
  • Bei extremer Hitze: Manche Kinderärzte empfehlen an sehr heißen Tagen kleine Wassermengen (10–20 ml)
  • Bei Verstopfung: Manchmal kann etwas Wasser die Verdauung unterstützen – besprich das aber mit deinem Kinderarzt

Ab 6 Monaten: Wasser wird wichtig

Mit der Einführung der Beikost ändert sich der Flüssigkeitsbedarf. Feste Nahrung enthält weniger Wasser als Milch, daher solltest du deinem Baby nun zu jeder Beikost-Mahlzeit Wasser anbieten. Anfangs werden es nur kleine Schlucke sein – viele Babys müssen das Trinken aus Becher oder Tasse erst lernen.

💧

Wasserbedarf nach Beikoststart

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🥄
6–8 Monate Etwa 200 ml Wasser täglich zusätzlich zur Milch anbieten
🍽️
8–12 Monate Circa 400 ml Wasser pro Tag, da Beikost-Anteil steigt
🧃
Ab 12 Monaten 600 ml Flüssigkeit zusätzlich zur Milch (Wasser oder ungesüßter Tee)
🚰
Leitungswasser In Deutschland meist geeignet – bei Bleileitungen abkochen oder Babywasser nutzen

Welches Wasser ist geeignet?

Für Babys eignet sich stilles Wasser am besten. In Deutschland ist Leitungswasser in den meisten Regionen von sehr guter Qualität und kann für Babys verwendet werden. Allerdings gibt es einige Punkte zu beachten:

  • Leitungswasser abkochen: Im ersten Lebensjahr solltest du Leitungswasser abkochen und auf Trinktemperatur abkühlen lassen
  • Bleileitungen ausschließen: In Altbauten können noch Bleileitungen vorhanden sein – lass das Wasser im Zweifel testen
  • Wasser laufen lassen: Lass das Wasser morgens oder nach längerer Standzeit kurz laufen, bevor du es verwendest
  • Babywasser: Spezielles Babywasser aus dem Supermarkt ist streng kontrolliert und muss nicht abgekocht werden – praktisch unterwegs
  • Mineralwasser: Wenn du Mineralwasser verwendest, achte auf den Hinweis „für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet" – es sollte natriumarm sein (unter 20 mg/l)

🔍 Woran erkenne ich, dass mein Baby genug trinkt?

Die Angst, das Baby könnte zu wenig trinken, ist eine der häufigsten Sorgen junger Eltern. Es gibt aber zuverlässige Anzeichen, an denen du erkennst, dass alles in Ordnung ist.

Positive Zeichen: Dein Baby bekommt genug

Diese Signale zeigen dir, dass dein Baby ausreichend Flüssigkeit bekommt:

  • Nasse Windeln: Mindestens 6–8 nasse Windeln in 24 Stunden (nach der ersten Lebenswoche)
  • Heller Urin: Der Urin ist hellgelb bis fast farblos – dunkler, konzentrierter Urin kann auf Flüssigkeitsmangel hindeuten
  • Regelmäßiger Stuhlgang: Gestillte Babys haben anfangs mehrmals täglich Stuhlgang, später kann es auch nur alle paar Tage sein – beides ist normal
  • Gewichtszunahme: Dein Baby nimmt stetig zu (nach den ersten Tagen, in denen ein leichter Gewichtsverlust normal ist)
  • Zufriedenes Verhalten: Dein Baby ist zwischen den Mahlzeiten zufrieden, wach und aktiv
  • Feuchte Schleimhäute: Mund und Lippen sind feucht, nicht trocken oder rissig
  • Elastische Haut: Wenn du die Haut leicht anhebst, geht sie sofort wieder zurück
  • Normale Fontanelle: Die weiche Stelle am Kopf ist weder eingefallen noch stark gewölbt

Warnzeichen: Wann du handeln solltest

Diese Anzeichen können auf eine Dehydrierung oder zu geringe Trinkmenge hinweisen – kontaktiere dann zeitnah deinen Kinderarzt:

Warnzeichen Bedeutung Handlung
Weniger als 6 nasse Windeln in 24 Stunden Möglicherweise zu wenig Flüssigkeit Kinderarzt kontaktieren
Dunkler, konzentrierter Urin Zeichen von Dehydrierung Mehr Flüssigkeit anbieten, bei Anhalten zum Arzt
Eingesunkene Fontanelle Deutliches Zeichen für Flüssigkeitsmangel Sofort zum Kinderarzt
Trockene Lippen und Mund Dehydrierung Flüssigkeit anbieten, Arzt konsultieren
Keine Tränen beim Weinen Möglicher Flüssigkeitsmangel Kinderarzt aufsuchen
Lethargie, Teilnahmslosigkeit Kann auf verschiedene Probleme hinweisen Zeitnah ärztlich abklären
Keine Gewichtszunahme oder Gewichtsverlust Zu geringe Nahrungs-/Flüssigkeitsaufnahme Kinderarzt und ggf. Stillberatung
Ungewöhnlich schläfrig, schwer zu wecken Ernstes Warnzeichen Sofort ärztliche Hilfe

Notfall: Wenn dein Baby zusätzlich zu den Warnzeichen hohes Fieber hat, erbricht, Durchfall hat oder du dir aus einem anderen Grund große Sorgen machst, zögere nicht und suche sofort ärztliche Hilfe. Bei Säuglingen können sich Zustände schnell verschlechtern.

📈 Besondere Situationen: Wenn der Bedarf steigt

Es gibt Phasen und Situationen, in denen dein Baby mehr Flüssigkeit benötigt als gewöhnlich. Es ist wichtig, diese zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Wachstumsschübe

Während der typischen Wachstumsschübe (um die 3., 6., 12., 19., 26., 37. und 46. Woche) möchte dein Baby oft deutlich häufiger trinken. Das ist völlig normal und kein Zeichen dafür, dass deine Milch nicht mehr reicht. Im Gegenteil: Durch das häufigere Anlegen steigert dein Baby die Milchproduktion genau auf seinen erhöhten Bedarf. Diese Phasen dauern meist nur wenige Tage.

Krankheit

Wenn dein Baby krank ist, besonders bei Fieber, Durchfall oder Erbrechen, ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig. Biete häufiger die Brust oder Flasche an. Bei gestillten Babys ist Muttermilch jetzt ideal, da sie nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Antikörper liefert.

Bei Magen-Darm-Infekten mit Durchfall kann der Kinderarzt spezielle Elektrolytlösungen empfehlen. Diese gleichen den Verlust von Mineralstoffen aus. Gib sie aber nie auf eigene Faust, sondern immer nur nach ärztlicher Anweisung.

Hitze und warmes Wetter

An heißen Sommertagen oder in überheizten Räumen kann der Flüssigkeitsbedarf steigen. Gestillte Babys unter 6 Monaten regulieren das meist selbst durch häufigeres Trinken – biete einfach öfter die Brust an. Bei Flaschenkindern kannst du nach Rücksprache mit dem Kinderarzt kleine Mengen zusätzliches Wasser anbieten.

Wichtiger als zusätzliches Wasser ist aber, dein Baby vor Überhitzung zu schützen: leichte Kleidung, kühle Räume, Schatten und keine direkte Sonne.

🍶 Trinkmenge bei Beikost: Die Umstellung

Mit der Einführung der Beikost ab etwa dem 6. Monat ändert sich die Trinkroutine deines Babys grundlegend. Dieser Übergang braucht Zeit und Geduld.

Die ersten Beikost-Wochen

Anfangs ersetzt die Beikost noch keine Milchmahlzeit, sondern ergänzt sie nur. Dein Baby bekommt weiterhin seine gewohnte Milchmenge. Biete aber zu jeder Beikost-Mahlzeit ein paar Schlucke Wasser an – aus einem Becher oder einer Schnabeltasse. Viele Babys spielen zunächst mehr mit dem Wasser als dass sie trinken, und das ist völlig in Ordnung.

Schrittweise Reduktion der Milch

Im Laufe der Monate ersetzt die Beikost nach und nach einzelne Milchmahlzeiten. Parallel dazu sollte die Wassermenge steigen. Mit etwa einem Jahr essen die meisten Kinder drei Hauptmahlzeiten und 1–2 Zwischenmahlzeiten. Die Milchmenge reduziert sich auf etwa 300–400 ml pro Tag (morgens und abends), dazu kommen etwa 600 ml Wasser oder ungesüßter Tee.

Ich erinnere mich noch gut an die Beikost-Zeit mit meinem Sohn. Er war so fasziniert vom Essen, dass er das Trinken fast vergaß. Ich stellte ihm einfach immer einen kleinen Becher mit Wasser hin – ohne Druck. Nach ein paar Wochen hatte er den Dreh raus und trank ganz selbstverständlich dazu. Manchmal brauchen unsere Kleinen einfach Zeit, um neue Fähigkeiten zu entwickeln.

Nadine Scheiner Redakteurin & Mama

Geeignete Trinkgefäße

Die Wahl des richtigen Trinkgefäßes kann den Übergang erleichtern:

  • Offener Becher: Fördert die Mundmotorik am besten, erfordert aber Übung und führt anfangs zu viel Geklecker
  • Lernbecher mit Griffen: Erleichtert das Festhalten, oft mit weichem Trinkrand
  • Schnabeltasse: Praktisch für unterwegs, aber nicht ideal für die Mundentwicklung bei Dauergebrauch
  • Trinklernbecher mit 360°-Rand: Moderne Alternative, die das Trinken aus einem normalen Becher simuliert

Vermeide Nuckelflaschen für Wasser oder Saft, da ständiges Nuckeln die Zähne schädigen kann (Nursing-Bottle-Syndrom).

⚖️ Zu viel oder zu wenig: Die richtige Balance finden

Sowohl zu wenig als auch zu viel Flüssigkeit können problematisch sein. Die richtige Balance zu finden, ist manchmal eine Herausforderung.

Zu wenig trinken: Ursachen und Lösungen

Manche Babys trinken von sich aus zu wenig. Mögliche Gründe:

  • Ablenkung: Ältere Babys sind oft so fasziniert von ihrer Umgebung, dass sie das Trinken vergessen
  • Schmerzen: Zahnungsschmerzen, Soor (Mundsoor) oder eine Mittelohrentzündung können das Trinken unangenehm machen
  • Verstopfte Nase: Bei Schnupfen können Babys schlecht trinken, weil sie nicht gleichzeitig atmen können
  • Saugverwirrung: Wechsel zwischen Brust und Flasche kann manche Babys irritieren
  • Geschmack: Manche Babys mögen den Geschmack bestimmter Nahrung oder von Wasser nicht

Lösungsansätze:

  • Schaffe eine ruhige Umgebung beim Füttern, besonders bei leicht ablenkbaren Babys
  • Biete häufiger kleinere Mengen an statt seltener großer Mahlzeiten
  • Bei Schnupfen: Nase vor dem Trinken mit Kochsalzlösung reinigen
  • Lass Schmerzen oder Erkrankungen ärztlich abklären
  • Probiere verschiedene Temperaturen – manche Babys bevorzugen kühlere oder wärmere Milch

Zu viel trinken: Gibt es das?

Bei gestillten Babys ist Überfütterung praktisch unmöglich – sie regulieren die Menge selbst. Bei Flaschennahrung kann es jedoch vorkommen, dass Babys mehr trinken als nötig, besonders wenn die Flasche als Beruhigung eingesetzt wird.

Anzeichen für zu viel Milch:

  • Starkes, häufiges Spucken oder Erbrechen nach den Mahlzeiten
  • Übermäßige Gewichtszunahme (deutlich über den Perzentilen)
  • Unruhe und Bauchschmerzen nach dem Trinken
  • Sehr häufiger, wässriger Stuhlgang

Wenn du vermutest, dass dein Baby zu viel trinkt, sprich mit deinem Kinderarzt. Möglicherweise ist eine Anpassung der Flaschenmenge oder des Saugers nötig.

🎯 Praktische Tipps für den Alltag

Diese bewährten Strategien helfen dir, die Trinkmenge deines Babys im Blick zu behalten und eine gesunde Trinkroutine zu etablieren.

Führe ein Trink-Tagebuch

Gerade in den ersten Wochen kann es hilfreich sein, Trinkzeiten und -mengen zu notieren. Das gibt dir Sicherheit und hilft dem Kinderarzt bei der Beurteilung, falls Probleme auftreten. Viele Baby-Apps bieten diese Funktion an. Notiere auch die Anzahl der nassen Windeln – das ist oft aussagekräftiger als die genaue Trinkmenge.

Erkenne Hungerzeichen früh

Warte nicht, bis dein Baby schreit – das ist bereits ein spätes Hungerzeichen. Frühe Signale sind:

  • Schmatzen, Lecken der Lippen
  • Suchbewegungen mit dem Kopf
  • Hand-zum-Mund-Bewegungen
  • Unruhe, leichtes Quengeln

Wenn du auf diese frühen Zeichen reagierst, ist das Füttern für beide entspannter.

Schaffe Trinkrituale

Feste Rituale helfen älteren Babys, eine gesunde Trinkroutine zu entwickeln:

  • Stelle zu jeder Mahlzeit einen Becher mit Wasser bereit
  • Trinke selbst demonstrativ Wasser – Babys lernen durch Nachahmung
  • Mache das Trinken nicht zum Zwang, sondern biete es freundlich an
  • Lobe dein Baby, wenn es trinkt, aber ohne übertriebenen Druck

Unterwegs vorbereitet sein

Für unterwegs ist es praktisch, immer Folgendes dabei zu haben:

  • Vorportioniertes Milchpulver in einem Milchpulver-Portionierer
  • Abgekochtes Wasser in einer Thermoskanne (für Flaschennahrung)
  • Einen kleinen Becher mit Wasser für ältere Babys
  • Bei Stillbabys: ein Stilltuch für diskrete Stillmöglichkeiten

🩺 Wann zum Kinderarzt?

In den meisten Fällen reguliert sich die Trinkmenge von selbst. Es gibt aber Situationen, in denen ärztlicher Rat wichtig ist.

Routinekontrollen nutzen

Bei den regulären U-Untersuchungen wird immer auch die Gewichtsentwicklung kontrolliert. Das ist der beste Indikator dafür, ob dein Baby ausreichend Nahrung und Flüssigkeit bekommt. Nutze diese Termine, um Fragen zur Trinkmenge zu stellen.

Akute Warnsignale

Suche zeitnah ärztliche Hilfe, wenn:

  • Dein Baby plötzlich deutlich weniger trinkt als gewohnt
  • Anzeichen von Dehydrierung auftreten (siehe Tabelle oben)
  • Dein Baby nicht zunimmt oder sogar abnimmt
  • Fieber, Erbrechen oder Durchfall hinzukommen
  • Dein Baby apathisch wirkt oder ungewöhnlich viel schläft
  • Du dir aus einem anderen Grund ernsthafte Sorgen machst

Stillprobleme professionell angehen

Wenn du stillst und unsicher bist, ob dein Baby genug bekommt, kann eine Stillberaterin (IBCLC) helfen. Sie kann:

  • Die Anlegetechnik überprüfen und optimieren
  • Eine Wiegeprobe durchführen (Baby vor und nach dem Stillen wiegen)
  • Bei Milchbildungsproblemen beraten
  • Emotionale Unterstützung geben

Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für Stillberatung, zumindest teilweise.

❓ Häufige Fragen

Muss ich nachts abstillen oder die Flasche reduzieren, damit mein Baby mehr isst?

Nein, das ist ein Mythos. Babys brauchen nachts oft noch lange Nahrung, besonders in den ersten Lebensmonaten. Das nächtliche Trinken hat keinen negativen Einfluss auf die Beikost-Akzeptanz tagsüber. Lass dein Baby das Tempo bestimmen – die meisten Kinder reduzieren die nächtlichen Mahlzeiten von selbst, wenn sie tagsüber genug essen.

Wie erkenne ich bei einem gestillten Baby, ob es genug trinkt?

Die zuverlässigsten Zeichen sind: mindestens 6 nasse Windeln in 24 Stunden (nach der ersten Woche), regelmäßige Gewichtszunahme (etwa 150–200 g pro Woche in den ersten Monaten) und ein zufriedenes, waches Baby zwischen den Mahlzeiten. Höre beim Stillen auf Schluckgeräusche – diese zeigen, dass dein Baby aktiv trinkt. Wenn du unsicher bist, kann eine Wiegeprobe bei der Hebamme oder Stillberaterin Klarheit schaffen.

Darf ich meinem Baby Tee geben statt Wasser?

Ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee ist grundsätzlich möglich, aber Wasser ist die bessere Wahl. Tee sollte nie gesüßt werden und nicht die Hauptflüssigkeit sein. Manche Teesorten (wie Fenchel- oder Kümmeltee) können bei Blähungen helfen, sollten aber nicht dauerhaft gegeben werden. Schwarzer oder grüner Tee ist für Babys ungeeignet. Im Zweifel: Wasser ist immer die richtige Wahl.

Mein Baby trinkt plötzlich viel weniger – ist das normal?

Kurzzeitige Schwankungen sind normal und können verschiedene Ursachen haben: Zahnen, eine leichte Erkältung, warmes Wetter oder einfach ein geringerer Bedarf an diesem Tag. Beobachte dein Baby: Wenn es fröhlich ist, normale nasse Windeln hat und kein Fieber, ist wahrscheinlich alles in Ordnung. Hält die reduzierte Trinkmenge mehrere Tage an oder kommen andere Symptome hinzu, kontaktiere deinen Kinderarzt.

Kann ich die Milch durch Wasser ersetzen, wenn mein Baby ein Jahr alt ist?

Nein, Milch sollte nicht komplett durch Wasser ersetzt werden. Auch nach dem ersten Geburtstag ist Milch eine wichtige Kalzium- und Nährstoffquelle. Experten empfehlen etwa 300–400 ml Milch pro Tag für Kleinkinder (als Trinkmilch oder in Form von Milchprodukten wie Joghurt oder Käse). Zusätzlich sollte dein Kind etwa 600 ml Wasser oder ungesüßte Getränke trinken. Die Milch wird also ergänzt, nicht ersetzt.

Wie gewöhne ich mein Baby an Wasser, wenn es nur Milch will?

Geduld ist hier der Schlüssel. Biete Wasser regelmäßig an, ohne Druck auszuüben. Manche Tricks helfen: Trinke selbst demonstrativ Wasser, probiere verschiedene Becher oder Temperaturen, biete Wasser zu den Mahlzeiten an, wenn dein Baby durstig ist. Manche Babys mögen anfangs leicht aufgegossenes Wasser (mit einem Spritzer ungesüßtem Früchtetee für Geschmack) – reduziere den Tee-Anteil dann schrittweise. Zwinge dein Baby nie zum Trinken, das führt nur zu Machtkämpfen.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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