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Milch abpumpen – So funktioniert es richtig

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 18.03.2026 Lesezeit 12 Min.
Milch abpumpen - So funktioniert es richtig

Auf einen Blick

  • Muttermilch abpumpen ermöglicht flexible Fütterung und schont die Brustwarzen – mit der richtigen Technik ist es unkompliziert
  • Abgepumpte Muttermilch hält im Kühlschrank 3-8 Tage, eingefroren bis zu 6 Monate ohne Nährstoffverlust
  • Falsches Abpumpen kann zu Schmerzen, blauen Flecken oder sogar Mastitis führen – die richtige Technik ist entscheidend

Du möchtest oder musst Muttermilch abpumpen, bist dir aber unsicher, wie es richtig funktioniert? Keine Sorge – mit der passenden Technik und ein paar hilfreichen Tipps wird das Abpumpen schnell zur Routine. Wir zeigen dir, worauf es ankommt und wie du häufige Fehler vermeidest.

🌸 Warum pumpen immer mehr Mütter ihre Milch ab?

Muttermilch abpumpen ist längst nicht mehr nur noch Sache von Frauen, deren Babys zu wenig säugen oder die zu viel Milch produzieren. Im 21. Jahrhundert pumpen insbesondere junge Mütter immer häufiger ihre Muttermilch ab, um diese zur späteren Verwendung aufzubewahren.

Ob aus beruflichen Gründen oder der Aufteilung der Elternzeit mit dem Vater des Babys – Muttermilch abpumpen gehört für viele Frauen zum Alltag. Der Vorteil von abgepumpter Muttermilch gegenüber künstlicher Muttermilch: Sie ist viel reichhaltiger und verliert auch beim Einfrieren keine Nährstoffe.

Es ist somit auch möglich, die Muttermilch Tage oder Monate später aufzutauen und dem Säugling aufgewärmt (nicht gekocht!) zu reichen. Nützlich ist dies zum Beispiel dann, wenn du auf Geschäftsreise bist und der Vater mit dem Baby alleine bleibt.

Gut zu wissen: Abgepumpte Muttermilch behält alle wichtigen Nährstoffe – selbst nach dem Einfrieren. Sie ist damit künstlicher Säuglingsnahrung deutlich überlegen.

Weitere Gründe, warum Frauen ihre Muttermilch abpumpen

Berufliche Gründe stellen jedoch nicht die einzige Ursache für das Abpumpen der Muttermilch dar. Es gibt Frauen, die ihre Milch aus gesundheitlichen Gründen abpumpen müssen, denn zu viel Milch in der Brust kann zu Druck und Schmerzen führen und zudem Reizungen verursachen.

Aus den Reizungen der Milchkanäle und Milchdrüsen können schnell Entzündungen werden, die schmerzhaft sind und zudem die Muttermilch ungenießbar für das Baby machen, wenn du aufgrund der Milchdrüsenentzündung Fieber bekommst.

Des Weiteren können sich bei zu viel Milch in der Brust Schwellungen und Knoten bilden, die ebenfalls schmerzhaft und unangenehm sind und ebenfalls eine Mastitis verursachen können.

Achtung: Falsches Abpumpen kann zu blauen Flecken, Schmerzen beim Säugen oder sogar zu einer Mastitis führen – einer Brustentzündung mit hohem Fieber und starken Schmerzen.

🏥 Wann solltest du mit deinem Arzt oder deiner Hebamme sprechen?

Es wird jeder Mutter geraten, ihren Arzt oder ihre Hebamme um Rat zu fragen, wenn sie unsicher ist, ob ein Abpumpen nötig ist. Willst du mit deinem Arzt über das Abpumpen deiner Muttermilch sprechen, stelle ihm zum Beispiel folgende Fragen:

  • Ab wann kann ich nach der Geburt mit dem Abpumpen von Muttermilch beginnen?
  • Wie lange kann ich Muttermilch abpumpen und aufbewahren?
  • Welche Art von Fläschchen sollte ich verwenden, um Muttermilch aufzubewahren?
  • Was soll ich tun, wenn mein Baby das Fläschchen dem Stillen vorzieht?
  • Was passiert, wenn ich meinem Baby aus Versehen verdorbene Muttermilch gebe?
  • Können die Medikamente, die ich einnehme, in meine Muttermilch übergehen?
  • Wie kann Muttermilch abgepumpt werden?

💡 Das solltest du über abgepumpte Muttermilch wissen

Es gibt einige Aspekte, die du kennen solltest, da es sonst zu Verwirrung und Unsicherheit kommen kann. Es ist zum Beispiel normal, dass die Farbe der aufbewahrten Muttermilch variiert. Sie kann bläulich, gelblich oder bräunlich sein.

Es ist außerdem normal, dass sich die Muttermilch absetzt. Der fettige Teil der Milch befindet sich dann oben. Schüttle die verschlossene Flasche oder Tüte und das Fett sollte sich wieder mit der Milch vermischen. Wenn nicht, kann die Muttermilch schlecht sein.

Am besten riechst du an der Milch, bevor du sie deinem Baby gibst. Schlechte Milch riecht sauer. Wenn du dir immer noch nicht sicher bist, probiere die Milch. Schmeckt sie sauer, ist sie verdorben und sollte weggeworfen werden.

Viele Mütter sind anfangs unsicher beim Abpumpen. Mein Tipp: Gib dir Zeit, die richtige Technik zu finden – mit etwas Übung wird es schnell zur Routine und du gewinnst so viel Flexibilität im Alltag.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

So taust du eingefrorene Muttermilch richtig auf

Wenn du die Muttermilch in der Tiefkühltruhe einfrieren möchtest, musst du sie natürlich auftauen, bevor du sie deinem Baby gibst. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Milch wieder aufzutauen:

  1. Stelle den Behälter oder die Flasche mit der eingefrorenen Muttermilch in warmes Wasser und bewege den Behälter gelegentlich, bis die Milch aufgetaut ist
  2. Stelle die Muttermilch am Tag vor der Verwendung in den Kühlschrank und lasse sie dort auftauen

Achtung: Verwende zum Auftauen kein heißes Wasser und keine Mikrowelle! Die Milch könnte zu heiß werden oder wichtige Proteine könnten zerstört werden.

Aufgetaute Muttermilch kann bis zu 24 Stunden gekühlt aufbewahrt werden, sollte aber nicht wieder eingefroren werden.

Tipp: Gib etwas erwärmte Milch auf den Rücken deiner Hand zwischen Daumen und Zeigefinger, dort wo die Haut am dünnsten ist. An dieser Stelle fühlst du am besten, ob die Milch zu heiß ist.

🍼 Wie Muttermilch abpumpen? Die verschiedenen Methoden

Du kannst deine Muttermilch manuell oder maschinell abpumpen. Für welche Variante du dich entscheidest, ist zum einen von deiner bevorzugten Art abhängig und zum anderen davon, wie es dir möglich ist, deine Milch abzupumpen.

Das manuelle Abpumpen

Es ist eine weltweit angewandte Technik, die es Frauen ermöglicht, sich mit ihrer Brust vertraut zu machen und die Angst vor dem Abpumpen zu verlieren. Um das manuelle Abpumpen durchzuführen, ist es lediglich notwendig, die Technik zu erlernen.

Diese Art des Abpumpens ist ideal für die ersten Tage nach der Geburt, da die produzierten Kolostrum-Mengen sehr gering sind und somit in einem Löffel gesammelt und dem Kind angeboten werden können. Nicht viele Frauen erreichen große Mengen ohne elektrische Pumpe, dennoch bevorzugen viele diese Methode des Milchpumpens.

Mechanisches Abpumpen

Der Erfolg dieses Verfahrens hängt hauptsächlich von der Wahl einer guten Milchpumpe und der „Zusammenarbeit" ab, die mit der Handpumpe erzielt wird, da der Lärm und die Situation manche Mütter einschüchtern.

Bei der Auswahl einer Milchpumpe solltest du Folgendes berücksichtigen:

  • Die Effizienz
  • Eine einfache Handhabung
  • Möglichst geringe bis gar keine Verletzungsgefahr der Brust
  • Ein leichter Betrieb
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Eine gute Milchpumpe muss in der Lage sein, die Brust zu entleeren und die Milchproduktion anzuregen. Die Pumpe muss zudem sauber und frei von schädlichen Materialien sein und zudem einfach zu bedienen und zu reinigen sein.

Tipp: Achte unbedingt auf eine gründliche Reinigung der Milchpumpe nach jeder Anwendung. Das minimiert das Risiko, dass die Milch schlecht oder unrein wird.

Es ist auch wichtig, dass die Auffangflasche zum Füttern des Babys oder zum Aufbewahren der Milch verwendet werden kann. Mit dieser Möglichkeit minimierst du das Risiko von Verunreinigungen ebenfalls auf ein Minimum, da die abgepumpte Milch nicht von Behälter zu Behälter weitergereicht wird.

Es gibt zwei Arten von Milchpumpen: elektrische (einige können auch mit Batterien betrieben werden) und manuelle Milchpumpen.

📦 Wie Muttermilch transportieren und aufbewahren?

Pumpst du die Milch nicht nur zu Hause, sondern zum Beispiel auch auf der Arbeit ab, gibt es kleine Kühlboxen, in denen ein Fach für die Milchpumpe integriert ist. Natürlich erfüllt jeder normale Kühlschrank die gleiche Funktion, sodass du die abgepumpte Milch in einer geeigneten Flasche problemlos auch auf der Arbeit im Kühlschrank aufbewahren kannst.

Willst du die Muttermilch transportieren, ist wie bereits erwähnt eine geeignete Kühlbox oder Kühltasche die beste Wahl. Du kannst am Morgen beispielsweise Kühlakkus mit in die Kühlbox legen, sodass die abgepumpte Muttermilch solange wie möglich frisch bleibt.

Willst du dein Baby regelmäßig im Kinderzimmer füttern, bietet es sich gegebenenfalls an, auch dort eine Kühlbox aufzustellen, in der die abgepumpte Milch problemlos aufbewahrt werden kann. Ist es nicht sehr heiß im Außenbereich, kann die Muttermilch normalerweise problemlos einige Stunden aufbewahrt werden. Je gekühlter sie ist und je weniger Temperaturschwankungen die Milch erfährt, desto besser ist es.

Die Haltbarkeit von Muttermilch je nach Lagerung

  • Bei Raumtemperatur (weniger als 25 °C) bleibt die Muttermilch bis zu 6 Stunden frisch
  • In einer Kühlbox mit Eisbeuteln hält die abgepumpte Muttermilch bis zu 24 Stunden
  • Im Kühlschrank kann Muttermilch zwischen 3 und 8 Tage aufbewahrt werden
  • Im Gefrierschrank hält abgepumpte Muttermilch bis zu 6 Monate

✨ Resümee: Milch abpumpen, ja oder nein?

Die eigene Muttermilch abzupumpen gehört heute für viele Frauen zum Muttersein dazu. Egal aus welchen Gründen – es kann die optimale Versorgung deines Kindes erleichtern und dauert in der Regel nur ein paar Minuten.

Zudem schonst du mit dem Abpumpen oft auch deine Brustwarzen, da diese beim Stillen des Babys häufig stärker beansprucht werden. In jedem Fall ist eine gute Pflege der Brustwarze zu empfehlen – du findest einen passenden Artikel in unserem Magazin.

Mit dem Abpumpen der Milch kannst du einen Vorrat für dein Kind anlegen, sodass du jederzeit die Möglichkeit hast, eine Mahlzeit zu erwärmen und nicht unter Zeitdruck stehst, wenn die Milchproduktion gerade nicht die Beste ist.

Gut zu wissen: Sollte es nicht gleich mit dem Abpumpen funktionieren, mach dir keine Sorgen. Mit etwas Übung gelingt dir das Milch abpumpen – auch ohne elektrische Milchpumpe – im Handumdrehen.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann kann ich nach der Geburt mit dem Abpumpen beginnen?

Du kannst bereits in den ersten Tagen nach der Geburt mit dem Abpumpen beginnen. Besonders das manuelle Abpumpen eignet sich für die Anfangszeit, da die Kolostrum-Mengen noch sehr gering sind.

Wie erkenne ich, ob abgepumpte Muttermilch noch gut ist?

Rieche an der Milch – schlechte Milch riecht sauer. Wenn du unsicher bist, probiere einen kleinen Schluck. Schmeckt sie sauer, ist sie verdorben. Es ist normal, dass sich die Milch absetzt und die Farbe variiert (bläulich, gelblich oder bräunlich).

Wie lange kann ich abgepumpte Muttermilch aufbewahren?

Die Haltbarkeit hängt von der Lagerung ab: Bei Raumtemperatur bis zu 6 Stunden, im Kühlschrank 3-8 Tage und im Gefrierschrank bis zu 6 Monate. Aufgetaute Milch hält im Kühlschrank weitere 24 Stunden.

Kann ich eingefrorene Muttermilch in der Mikrowelle auftauen?

Nein, vom Auftauen in der Mikrowelle wird abgeraten, da wichtige Proteine in der Muttermilch beschädigt oder zerstört werden könnten. Taue die Milch stattdessen im Kühlschrank oder in warmem (nicht heißem!) Wasser auf.

Welche Milchpumpe ist die richtige für mich?

Das hängt von deinen Bedürfnissen ab. Für gelegentliches Abpumpen reicht oft eine manuelle Pumpe. Bei regelmäßigem Abpumpen (z.B. bei Berufstätigkeit) ist eine elektrische Pumpe effizienter. Achte auf einfache Handhabung, gute Reinigungsmöglichkeiten und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Was kann ich tun, wenn das Abpumpen schmerzhaft ist?

Schmerzen beim Abpumpen sind nicht normal und können auf eine falsche Technik oder eine unpassende Pumpe hinweisen. Sprich mit deiner Hebamme oder deinem Arzt. Falsches Abpumpen kann zu blauen Flecken oder sogar einer Mastitis führen.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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