Muttermilch abpumpen: Wie funktioniert es & was muss beachtet werden
Auf einen Blick
- Muttermilch abpumpen funktioniert mit der Hand oder einer Milchpumpe – beide Methoden haben ihre Vorteile
- Wie oft Du abpumpen musst, hängt vom Alter Deines Babys und Deinem Ziel ab – von 2-3 Mal am Arbeitsplatz bis zu 8-12 Mal täglich bei Frühchen
- Abgepumpte Muttermilch hält sich bei Raumtemperatur bis zu 24 Stunden, im Kühlschrank 3-5 Tage und eingefroren bis zu 6 Monate
Muttermilch ist für Dein Baby die beste Nahrung – aber manchmal klappt es mit dem Stillen gerade nicht. Vielleicht musst Du arbeiten, hast einen Arzttermin oder Dein Baby kann noch nicht an der Brust trinken. Dann ist Abpumpen die perfekte Lösung, damit Dein Kleines trotzdem Deine wertvolle Milch bekommt.
🤔 Abpumpen oder mit der Hand ausstreichen?
Es gibt unterschiedliche Methoden, Deine Brust zu entleeren – und jede stillende Mama sollte wissen, wie sie ihre Brüste ausstreicht. Damit kannst Du Milchstau und wunde Brustwarzen verhindern, aber auch bei einem starken Milcheinschuss reagieren.
Wenn Du Glück hast, zeigt Dir eine Hebamme oder Stillberaterin in der Klinik, wie Du die Brust manuell entleeren kannst. Vorteilhaft ist, dass Du manuell nicht auf Hilfsmittel angewiesen bist. Allerdings gibt es nur wenige medizinische Fachkräfte, die jungen Müttern diese Technik zeigen können.
Mit der Milchpumpe funktioniert das Abpumpen dafür hervorragend, allerdings musst Du auf die entsprechende Hygiene achten.
Gut zu wissen: Das manuelle Ausstreichen ist eine wertvolle Fähigkeit, die Du immer dabei hast – ohne Strom, ohne Hilfsmittel. Frag Deine Hebamme gezielt danach!
🔍 Welche Milchpumpen gibt es?
Es gibt eine Auswahl an unterschiedlichen Milchpumpen. Hebammen, Stillorganisationen oder Laktationsberaterinnen können Dich persönlich beraten, so dass Du genau die Milchpumpe findest, die für Dich am besten geeignet ist:
Handpumpen
Eine Handpumpe ist praktisch, wenn Du nur gelegentlich Milch abpumpen willst. Mit der Handpumpe kannst Du Dir einen kleinen Vorrat an Muttermilch anlegen, falls Du wegen einem Arztbesuch beispielsweise nicht stillen kannst. Die Handpumpen sind leicht, preiswert und Du brauchst keinen Strom für das Abpumpen. Falls Du jedoch regelmäßig abpumpen willst, kann die Bewegung in den Händen anstrengen.
Transportable elektrische Milchpumpen
Wenn Du arbeiten gehst, Dein Baby aber noch gestillt werden möchte, sind die transportablen elektrischen Milchpumpen ideal: Mit diesen kannst Du beide Brüste gleichzeitig abpumpen. Ist die Milchpumpe mit einem Doppelpumpset ausgestattet, dauert es etwa eine Viertelstunde, bis Du die komplette Mahlzeit für Dein Kind abgepumpt hast. Wird die elektrische Milchpumpe mit Akkus oder Batterien betrieben, bist Du nicht von einem Stromanschluss abhängig und kannst die Milchpumpe mit an die Arbeit oder auf Geschäftsreise nehmen.
Ich habe beide Varianten ausprobiert – die elektrische Doppelpumpe war für mich am Arbeitsplatz Gold wert. In 15 Minuten war ich fertig und konnte entspannt weitermachen.
📅 Wie oft sollte die Muttermilch abgepumpt werden?
Wie oft Du Deine Brüste entleerst, hängt von dem Alter Deines Babys ab und was Du damit erreichen willst. Soll ein Früh- oder Neugeborenes mit abgepumpter Milch ernährt werden, weil es noch nicht an der Mutterbrust trinken kann, musst Du alle zwei bis drei Stunden abpumpen, insgesamt bis zu zwölfmal am Tag und mindestens einmal in der Nacht, damit sich Milch in der Brust bildet. Damit die Milchbildung in Gang kommt, gilt achtmal Abpumpen täglich als unterste Grenze. Hat sich die Milchproduktion nach einiger Zeit stabilisiert, reicht sechsmal Abpumpen oft aus.
Wie oft Du tatsächlich abpumpen musst, damit Du die Milchbildung aufrecht erhalten kannst, ist individuell unterschiedlich. Lässt sie nach, solltest Du wieder häufiger zur Milchpumpe greifen und die Brüste dabei gründlich entleeren.
Tipp: Erstelle gemeinsam mit einer Still- und Laktationsberaterin einen individuellen Pumpplan – besonders wenn Dein Baby frühgeboren oder krank ist. Das gibt Dir Sicherheit und hilft, die Milchmenge stabil zu halten.
Willst Du dagegen nur abpumpen, damit das Baby auch dann Muttermilch bekommt, wenn Du an der Arbeit bist, reicht es in der Regel aus, wenn Du zwei- bis dreimal am Arbeitsplatz abpumpst. In der übrigen Zeit und nachts kannst Du das Baby stillen und die Zeit nachholen. Isst jedoch das Baby bereits Brei und andere Beikost, reicht oft einmal Abpumpen aus.
👀 Wie sieht abgepumpte Muttermilch eigentlich aus?
Wenn Du noch nie zuvor Muttermilch gesehen hast, kann deren Aussehen beunruhigend sein:
Kolostrum: Diese Milch wird bereits am Ende der Schwangerschaft und in den ersten Tagen nach der Geburt gebildet. In ihr ist alles enthalten, was Dein neugeborenes Baby braucht und nimmt mit ihr Nahrung, Flüssigkeit und Abwehrkräfte auf. Das Kolostrum erinnert ein bisschen an süße Kondensmilch, es sieht gelblich aus und ist sehr fettig. Etwa am zehnten Tag nach der Geburt wird die eigentliche Frauenmilch gebildet, die viel weißlicher aussieht als das Kolostrum.
Vordermilch: Bei jeder Stillmahlzeit ändert sich das Aussehen der Milch: Zu Beginn bekommt Dein Kind die eher wässerige Vordermilch. Diese löscht erst einmal den Durst des Babys.
Hintermilch: Nach der Vordermilch trinkt Dein Baby die fettreiche Hintermilch. Wenn Du nach dem Abpumpen die Muttermilch eine Weile stehen lässt, siehst Du die beiden unterschiedlichen Phasen: Obenauf schwimmt die weißliche und fettere Hintermilch, unten setzt sich die wässerige Vordermilch ab.
Achtung: Bevor Du die abgepumpte Milch an Dein Baby verfütterst, solltest Du sie vorsichtig schütteln, damit sich beide Phasen miteinander vermischen können.
Dabei kann – je nachdem, was Du vorher gegessen hast – Deine Milch auch bläulich oder bräunlich wirken oder leicht rosa, grüne oder in anderen Farben schimmern. Davon brauchst Du Dich nicht beunruhigen zu lassen, die Milch ist für Dein Kind trotzdem ausgezeichnet.
🧊 Muttermilch richtig aufbewahren
Diese Tipps gelten dann für Dich, wenn Du Dein Kind mit Deiner eigenen Milch füttern willst. Wenn Du die Muttermilch jedoch spenden willst oder Dein Kind frühgeboren oder krank ist, solltest Du Dich danach richten, was Dir die Fachleute dort empfehlen.
Damit die abgepumpte Milch keimfrei bleibt, solltest Du Deine Hände vor dem Abpumpen gut waschen, die Milchpumpen immer nach Vorschrift reinigen und saubere Behälter zur Aufbewahrung der Milch verwenden.
Die richtigen Behälter
Es gibt spezielle Glasgefäße, die extra für Muttermilch gedacht sind und sich verschließen lassen. Diese sind am besten zur Aufbewahrung geeignet. Nach neuesten Erkenntnissen kann die Muttermilch auch in Behältern aus Polypropylen (PP) aufbewahrt werden. Die Behälter aus Polycarbonat enthalten dagegen Bisphenol A, von ihnen raten die Fachleute ab. In Apotheken, Drogerien oder in Online-Shops gibt es Muttermilchbeutel, die speziell für Muttermilch gedacht sind.
Sämtliche Gefäße aus Glas oder Plastik solltest Du gründlich mit warmem Spülwasser reinigen und an der Luft trocknen lassen. Beschrifte alles mit dem Datum, in dem es gefüllt wird: Damit kannst Du die Milch auch in der entsprechenden Reihenfolge verbrauchen. Grundsätzlich solltest Du die Muttermilch so frisch verfüttern, wie es geht. Soll sie länger aufbewahrt werden, gehört sie entweder in den Kühlschrank oder nach drei Tagen in den Gefrierschrank.
Tipp: Beschrifte jedes Gefäß mit Datum und Uhrzeit – so verbrauchst Du die Milch immer in der richtigen Reihenfolge und nichts wird schlecht.
⏰ Wie lange ist die Muttermilch haltbar?
Die Haltbarkeit Deiner abgepumpten Muttermilch hängt von der Lagertemperatur ab:
- 25° Celsius: maximal sechs Stunden
- 19 – 22° Celsius: maximal zehn Stunden
- 15° Celsius: maximal 24 Stunden
Steht die Muttermilch im Kühlschrank, hält sie sich drei Tage lang, darf aber nicht in der Kühlschranktür stehen. Sind im Kühlschrank maximal 4° Celsius, sind es sogar fünf Tage. Sollte die Milch länger aufbewahrt werden, muss sie eingefroren werden und ist dann bis zu einem halben Jahr haltbar.
Auftauen – aber richtig!
Das Auftauen sollte sehr schonend und langsam passieren: Entweder stellst Du dafür die Muttermilch in den Kühlschrank oder lässt sie bei Raumtemperatur auftauen. Soll es schneller gehen, weil Dein Baby Hunger hat, kannst Du die Muttermilch auch unter dem Wasserhahn mit maximal 37° Celsius warmem Wasser auftauen.
Achtung: Bitte nicht in die Mikrowelle! Diese zerstört wichtige Bestandteile der Muttermilch! Ist die Milch einmal aufgetaut, kann sie zwar noch eine Weile im Kühlschrank aufbewahrt, jedoch nicht noch einmal eingefroren werden.
✨ Fazit – Muttermilch abpumpen
Die beste Ernährung für Dein Baby ist Muttermilch. Solltest Du keine Gelegenheit zum Stillen haben, kannst Du sie abpumpen und später füttern. Milchpumpen helfen Dir dabei – ob als praktische Handpumpe für gelegentliches Abpumpen oder als elektrische Doppelpumpe für den Arbeitsalltag. Mit der richtigen Aufbewahrung und Hygiene stellst Du sicher, dass Dein Baby jederzeit Deine wertvolle Milch bekommt.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft muss ich abpumpen, wenn ich arbeiten gehe?
Wenn Du arbeiten gehst und Dein Baby noch voll gestillt wird, reicht es in der Regel aus, zwei- bis dreimal am Arbeitsplatz abzupumpen. In der übrigen Zeit und nachts kannst Du normal stillen. Isst Dein Baby bereits Beikost, reicht oft sogar einmal Abpumpen aus.
Kann ich Muttermilch in der Mikrowelle erwärmen?
Nein, bitte nicht! Die Mikrowelle zerstört wichtige Bestandteile der Muttermilch. Erwärme sie stattdessen schonend unter warmem Wasser (maximal 37° Celsius) oder lass sie bei Raumtemperatur auftauen.
Warum sieht meine abgepumpte Milch manchmal anders aus?
Das ist völlig normal! Je nachdem, was Du gegessen hast, kann Deine Milch bläulich, bräunlich, rosa oder grün schimmern. Auch die Trennung in wässerige Vordermilch und fettreiche Hintermilch ist normal – einfach vor dem Füttern vorsichtig schütteln.
Wie lange kann ich abgepumpte Muttermilch im Kühlschrank aufbewahren?
Im Kühlschrank hält sich abgepumpte Muttermilch drei Tage lang, bei maximal 4° Celsius sogar bis zu fünf Tage. Wichtig: Nicht in der Kühlschranktür lagern! Für längere Aufbewahrung friere die Milch ein – dann hält sie bis zu sechs Monate.
Welche Milchpumpe ist die richtige für mich?
Das hängt davon ab, wie oft Du abpumpen möchtest: Für gelegentliches Abpumpen reicht eine günstige Handpumpe. Wenn Du regelmäßig abpumpst (z.B. für die Arbeit), ist eine elektrische Doppelpumpe ideal – damit bist Du in 15 Minuten fertig und kannst beide Brüste gleichzeitig abpumpen.
Kann ich einmal aufgetaute Muttermilch wieder einfrieren?
Nein, einmal aufgetaute Muttermilch darf nicht wieder eingefroren werden. Du kannst sie aber noch eine Weile im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 24 Stunden verfüttern.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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