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Stillen nach der Geburt: Die 10 besten Tipps

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 08.05.2026 Lesezeit 10 Min.
Stillen nach der Geburt: Die 10 besten Tipps

Auf einen Blick

  • Der beste Zeitpunkt für das erste Stillen ist in den ersten 30 bis 60 Minuten nach der Geburt
  • Muttermilch passt sich automatisch an die Bedürfnisse deines Babys an und schützt vor Infekten
  • Stillen nach Bedarf (alle 2-3 Stunden) ist heute Standard – feste Zeitpläne gelten als veraltet

Stillen ist das Natürlichste der Welt – und trotzdem braucht es am Anfang oft etwas Übung. Viele frischgebackene Mamas sind überrascht, dass nicht sofort alles perfekt klappt. Keine Sorge: Mit der richtigen Vorbereitung und ein paar bewährten Tipps findest du und dein Baby schnell euren gemeinsamen Rhythmus.

✨ Wie bereite ich mich optimal auf das Stillen vor?

Obwohl Stillen ein ganz natürlicher Vorgang ist, braucht es dennoch etwas Übung, um es zu meistern. Wie bei fast allen Aktivitäten kommt einer rechtzeitigen Vorbereitung eine wichtige Rolle zu. Deswegen solltest du dich mit dem Thema so früh wie möglich befassen. Werdende Mütter müssen lernen, das Baby richtig anzulegen, während Babys lernen müssen, richtig zu saugen.

Als besonders hilfreich haben sich Gespräche mit Hebammen und erfahrenen Freundinnen herausgestellt. Darüber hinaus können dir ebenso diverse Zeitschriften rund um das Thema Baby und Stillen wertvolle Informationen liefern. Besonders wichtig ist es aber auch, dass dein Partner vom Stillen voll überzeugt ist, denn er wird in dieser Zeit selbst zurückstecken müssen.

Gut zu wissen: Die bekanntesten Stillpositionen sind Wiegenhaltung, Rückenhaltung, Liegeposition und Rückenlage. Probiere aus, was für dich und dein Baby am bequemsten ist.

🌸 Wann ist der beste Zeitpunkt für das erste Stillen?

Der beste Zeitpunkt für das erste Stillen ist in den ersten 30 bis 60 Minuten sofort nach der Geburt, da in diesem Zeitraum durch den Geburtsstress das Baby besonders wach ist und der Saugreflex außerordentlich stark ausgeprägt ist. Durch ein möglichst frühes Stillen wird die Milchproduktion gefördert und der sogenannte Milcheinschuss wird positiv beeinträchtigt.

Der Saugreiz sorgt zudem dafür, dass die Hormone Prolaktin und Oxytocin ausgeschüttet werden. Diesen Hormonen kommen einige wichtige Rollen zu. So ist Oxytocin für den Milchfluss zuständig, während Prolaktin für den Milchnachschub sorgt. Dadurch entsteht ein interessanter Effekt, denn je mehr das Baby an der Brust saugt, umso mehr Milch fließt.

Kann man nach einem Kaiserschnitt stillen?

Ein Kaiserschnitt sollte in der Regel kein Stillhindernis darstellen. Dank der modernen Medizin werden heute Narkoseverfahren angewandt, die eine Entbindung bei vollem Bewusstsein der Mutter ermöglichen. Somit kann sofort nach Abklingen der Narkose mit dem Stillen begonnen werden.

Die ersten Stunden nach der Geburt sind magisch – und der perfekte Moment für das erste Anlegen. Lass dich nicht stressen, wenn es nicht sofort klappt. Jedes Mama-Baby-Team braucht seine eigene Zeit.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

💪 Warum ist Muttermilch so gesund für das Baby?

Muttermilch ist ideal an die Anforderungen und Bedürfnisse des Babys ausgerichtet. Das Interessante an Muttermilch ist, dass sie sich in der Zusammensetzung mit dem Wachstum des Kindes verändert. Muttermilch enthält neben einer Reihe unterschiedlicher lebenswichtiger Nährstoffe auch zahlreiche Enzyme, die dem unbeholfenen Verdauungssystem des Babys äußerst guttun.

Darüber hinaus ist Muttermilch mit effizienten Abwehrstoffen versehen, die das Baby vor Infekten und Krankheiten schützen. In den ersten zwei bis sechs Tagen produziert die mütterliche Brust die sogenannte Vormilch (Kolostrum), die besonders mit vielen Abwehrkräften und leicht verdaulichen Eiweißstoffen angereichert ist und den ersten Stuhlgang erleichtert.

Tipp: Gestillte Kinder sind nachweislich seltener krank und erholen sich schneller von Infekten als Flaschenkinder – ein echter Gesundheitsbonus für dein Baby.

📅 Wie oft sollte das Baby gestillt werden?

Das Baby sollte gestillt werden, so oft der Bedarf dafür besteht. Noch bis vor einigen Jahrzehnten wurde das „Stillen nach Bedarf" als Verwöhnung des Babys angesehen. Experten und Ärzte rieten dazu, das Neugeborene nur etwa alle vier Stunden zu stillen. Heutzutage gilt diese Sichtweise als veraltet.

Ein Baby sollte anfangs alle zwei bis drei Stunden angelegt werden. Es ist jedoch zu beachten, dass sich jedes Baby unterschiedlich verhält und es werden in der Regel einige Wochen vergehen müssen, bis sich der Appetit und Milchbedarf des Säuglings stabilisiert hat. Nach diesem Zeitraum wird dir auch das Stillen leichter fallen, so dass die Spannungen in der Brust wesentlich nachlassen werden.

Achtung: Damit du für dein Baby ausreichend Milch produzierst, solltest du deinen Säugling mindestens 6 bis 8 Mal täglich stillen. Je mehr dein Baby saugt, desto mehr Milch wird produziert.

Wie lange dauert eine Stillmahlzeit?

Wie lange eine Stillmahlzeit dauern sollte, lässt sich pauschal nur schwer beantworten und hängt in der Regel von den individuellen Bedürfnissen des Babys ab. Das Baby stillt an der Brust nicht nur den Appetit, sondern auch den Bedarf an Wärme und Geborgenheit. Viele Säuglinge reagieren äußerst empfindlich auf äußere Störungen und Geräusche. Aus diesem Grund solltest du dich zum Stillen an einen ruhigen Ort zurückziehen und dir ruhig so viel Zeit lassen wie nötig.

🌸 Wie wichtig ist die Brustpflege nach der Schwangerschaft?

Während der Stillzeit werden die Brustwarzen in der Regel sehr beansprucht. Die meisten Mütter leiden unter empfindlichen oder im schlimmsten Fall unter wunden Warzen, die unangenehme Schmerzen verursachen können. Das Liebesspiel stellt die zärtlichste und natürlichste Art und Weise dar, um die Brust abzuhärten. Du kannst dich ruhig mit deinem Partner darüber unterhalten, was dir guttut.

Ansonsten ist es ratsam, sich an eine Apothekerin deines Vertrauens zu wenden und mit ihr über dieses Problem zu sprechen. Die meisten Kosmetikhersteller bieten heutzutage eine Vielzahl an unterschiedlichen Salben und Cremes an, die die Brustwarzen auf natürliche Weise schützen und die empfindlichen Hautstellen regenerieren.

👶 Warum weint das Baby an der Brust?

Babys lieben es, wenn sie ungestört an der Brust saugen dürfen. Wenn sie jedoch schon ihren Hunger gestillt haben, stört sie die herausfließende Milch, weswegen die meisten Säuglinge aus Protest zu weinen beginnen. Um dein Baby zu beruhigen, kannst du den Säugling an die leere Brust legen oder es mit anderen Tätigkeiten ablenken.

Babys werden auch bei Trinkkrämpfen schnell hysterisch oder schlagen gegen die Brust. In diesem Fall hilft eine sanfte Massage oder ein Schnuller, um den Säugling abzulenken und zu beruhigen.

🍼 Kann ich mit Flasche zufüttern?

Zufüttern mit Flaschenmilch ist problematisch, da es eine der häufigsten Ursachen für Stillprobleme darstellt. Durch das Saugen wird die Milchproduktion der Mutter angeregt. Wenn das Baby nicht ausreichend gestillt wird, dann wird die Milchbildung mit der Zeit zurückgehen.

Es kommt immer wieder vor, dass junge Mütter durch ihre eigenen Mütter verunsichert wurden. Früher war es nämlich üblich, dass das Baby nach jedem Stillen gewogen wurde. Wenn der Säugling nicht genügend zugenommen hatte, wurde mit der Flasche nachgefüttert.

Achtung: Zufüttern kann die Milchproduktion reduzieren. Wenn du unsicher bist, ob dein Baby genug bekommt, sprich lieber mit deiner Hebamme, bevor du zur Flasche greifst.

🏥 Können Krankheiten durch die Muttermilch auf das Baby übertragen werden?

Bei Krankheiten wie z. B. Aids, Tuberkulose, Drogensucht und Krebserkrankungen sollte auf keinen Fall gestillt werden. Ganz anders sieht es bei Infektionskrankheiten aus wie z. B. Grippe. In diesen Fällen stellt Muttermilch den besten Schutz dar, denn die Antikörper werden durch die Muttermilch an das Baby übertragen.

Häufig gestellte Fragen

Wann sollte ich mit dem ersten Stillen beginnen?

Am besten in den ersten 30 bis 60 Minuten nach der Geburt. In dieser Zeit ist dein Baby besonders wach und der Saugreflex am stärksten ausgeprägt. Das frühe Anlegen fördert die Milchproduktion optimal.

Wie oft muss ich mein Baby stillen?

Anfangs etwa alle 2-3 Stunden, mindestens 6 bis 8 Mal täglich. Stille nach Bedarf – feste Zeitpläne gelten heute als veraltet. Jedes Baby hat seinen eigenen Rhythmus, der sich in den ersten Wochen einpendelt.

Was kann ich gegen wunde Brustwarzen tun?

Sprich mit deiner Apothekerin über spezielle Salben und Cremes, die die Brustwarzen schützen und regenerieren. Auch sanfte Zärtlichkeit mit deinem Partner kann helfen, die Brust abzuhärten.

Kann ich nach einem Kaiserschnitt stillen?

Ja, ein Kaiserschnitt ist in der Regel kein Stillhindernis. Dank moderner Narkoseverfahren kannst du sofort nach Abklingen der Narkose mit dem Stillen beginnen.

Darf ich bei einer Erkältung stillen?

Ja, bei Infektionskrankheiten wie Grippe ist Stillen sogar besonders wichtig. Die Antikörper in deiner Muttermilch schützen dein Baby vor Ansteckung. Nur bei schweren Erkrankungen wie Aids oder Tuberkulose sollte nicht gestillt werden.

Sollte ich mit der Flasche zufüttern?

Zufüttern ist problematisch, da es die häufigste Ursache für Stillprobleme darstellt. Durch das Saugen wird deine Milchproduktion angeregt – weniger Stillen bedeutet weniger Milch. Sprich bei Unsicherheiten lieber mit deiner Hebamme.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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