Ein Hund für meine Kinder! Worauf sollte man achten?
Auf einen Blick
- Ein Hund lehrt Kinder Verantwortung und ist ein treuer Begleiter über viele Jahre
- Plant täglich mindestens 2-3 Stunden für Gassi, Füttern und Beschäftigung ein
- Familienfreundliche Rassen: Labrador, Golden Retriever, Beagle – oder ein Mischling aus dem Tierheim
Deine Kinder wünschen sich sehnlichst einen Hund? Das ist verständlich – kaum ein Haustier bereichert das Familienleben so sehr wie ein vierbeiniger Freund. Aber bevor Du Dich entscheidest, gibt es einiges zu bedenken. Wir zeigen Dir, worauf es wirklich ankommt.
🐕 Warum ein Hund Deine Familie bereichert
Hunde sind tolle Begleiter im Alltag. Sie spielen mit uns, trösten uns, begleiten uns in allen Lebenslagen und sind mit ihrer bedingungslosen Liebe die besten Freunde, die man sich vorstellen kann. Dieses Erlebnis ist für alle Kinder und auch uns Erwachsene eine große Bereicherung.
Ältere Kinder lernen durch einen eigenen Hund Verantwortung zu übernehmen. Die täglichen Pflichten, wie Füttern, Wasser geben, Gassi gehen und Spielen bringen den Kindern bei Verantwortung für ein anderes Lebewesen zu übernehmen, dass gänzlich von ihnen abhängig ist. Und das ungeachtet äußerlicher Umstände wie schlechtem Wetter oder der eigenen Lust und Befindlichkeit.
Tipp: Die Erziehung des Hundes kann zum gemeinsamen Familienhobby werden und führt Dich mit Deinen Kindern regelmäßig raus in die Natur – perfekt für mehr Bewegung im Alltag!
Auch die Erziehung des Hundes ist ein spannendes Unterfangen und verlangt nach Durchhaltevermögen und Konsequenz. Die Belohnung für diese Hingabe ist ein treuer Begleiter, der einem über viele Jahre erhalten bleibt. Das Training mit dem Hund kann sogar zum Hobby werden und führt euch gemeinsam in die Natur und kann die Motivation zur sportlichen Betätigung werden.
Ein häufig verkannter Vorteil für die Haltung eines Hundes ist sein Drang das eigene Rudel zu beschützen. Und so könnt ihr euren Nachwuchs in der Begleitung des Tieres vielleicht mit etwas ruhigerem Gewissen in die Welt hinaus ziehen lassen!
⏰ Diese Voraussetzungen solltest Du erfüllen
Zeit und Aufmerksamkeit
Ein Hund kostet natürlich auch Zeit und benötigt einige Aufmerksamkeit. Besonders in der ersten Zeit, die der Hund in ihrer Familie verbringt, ist es sinnvoll, dass eine Person fast rund um die Uhr für ihn da ist. Ihr solltet bedenken, dass es Zeit und Energie kostet, einen Welpen Sauberkeit, gewisse Grundregeln und ein angemessenes Sozialverhalten beizubringen.
Und auch danach benötigt euer vierbeiniger Freund noch einige Aufmerksamkeit. Für das Gassi gehen solltet ihr mindestens zwei- bis dreimal täglich eine halbe Stunde einplanen, ein langer Spaziergang oder der freie Zugang zu einem gesicherten Außenbereich sind eine gute Idee, wenn der Hund nicht unter Langeweile und zu wenig Auslastung leiden soll.
Achtung: Lass Deinen Hund nicht länger als drei bis vier Stunden am Stück alleine – sonst drohen Unsauberkeit oder zerstörte Möbel aus Langeweile und Frust.
Damit euer Hund nicht auf dumme Gedanken kommt und Bücher, Schuhe oder Couch auseinander nimmt oder gar aus Langeweile und Frust Unsauber wird, solltet ihr ihn nicht länger als drei bis vier Stunden am Stück alleine lassen. Entweder seid ihr sowieso Zuhause, oder ihr fragt euren Arbeitgeber einfach mal, ob ihr das Tier mit ins Büro nehmen dürft. Voraussetzung dafür ist natürlich immer eine gute Grunderziehung!
Langfristige Verantwortung
Ihr solltet außerdem darüber nachdenken, ob ihr den Hund nur für eure Kinder oder auch für euch selbst anschafft. Auch wenn die Begeisterung für das neue Haustier anfangs vielleicht groß sein mag, wird sie schon bald nachlassen und wenn das Wetter schlecht oder die nächste Party oder das Fußballspiel interessanter ist, wird die Pflege des Vierbeiners unweigerlich an euch hängen bleiben.
Darüber hinaus wird ein Hund leicht bis zu 15 Jahre alt, eine Zeitspanne in der euer Nachwuchs vielleicht schon auszieht und da Haustiere in Studentenwohnheimen oder WGs nicht immer gerne gesehen sind, kann es durchaus sein, dass die weitere Pflege des Tieres an euch hängen bleibt.
Ein Hund ist eine Entscheidung für die ganze Familie – und für viele Jahre. Bei uns hat sich gezeigt: Wenn alle mit anpacken und die Verantwortung teilen, wird der Vierbeiner zum echten Familienmitglied, das uns allen unglaublich viel gibt.
Finanzielle Planung
Kommt es zu Erkrankungen oder Unfällen beim Tier und der Tierarzt muss tätig werden, kann es hier außerdem zu beträchtlichen Kosten kommen. Ein Faktor der eingeplant werden muss und unter Umständen zu einer großen Belastung der Haushaltskasse führen kann!
🐾 Welche Hunderasse passt zu Deiner Familie?
Die Entscheidung einem Hund ein Zuhause zu geben ist gefallen? Dann bleibt die große Frage welcher Hund es werden soll. Es gibt große und kleine, dicke und dünne Rassen. Tiere, die zur Jagd gezüchtet wurden und solche, die die Familie beschützen sollen. Die Auswahl ist riesig. Bei der Wahl solltet ihr besonders auf die Charaktereigenschaften der verschiedenen Rassen achten, aber auch die körperlichen Voraussetzungen sollten stimmen.
Habt ihr noch kleine Kinder oder wohnt ihr in eher beengten Verhältnissen, solltet ihr eher auf kleine Rassen setzen. Ein Hund mit der Größe einer Dogge oder dem Bewegungsdrang eines Huskeys ist für diese Voraussetzungen eher eine ungünstige Wahl. Auch wer wenig Zeit hat, sollte sich von Rassen mit einem starken eigenen Willen, wie Jack Russel Terrier ihn haben, fern halten. Es lohnt sich im Zweifelsfall mit Züchtern und Kennern der in Frage kommenden Rassen zu besprechen.
Gut zu wissen: Mischlinge aus dem Tierheim sind oft gesünder als reinrassige Hunde, die zu rassetypischen Erbkrankheiten neigen – und sie sind in der Anschaffung günstiger.
Tierheim statt Züchter?
Einen Gedanken wert ist auch die Möglichkeit einen Hund aus dem Tierheim zu übernehmen. Hier gibt es häufiger Hunde, die bereits eine grundlegende Erziehung erfahren haben und somit nicht mehr so viel Aufmerksamkeit zu Beginn benötigen. Auch zu bedenken ist, dass viele reinrassige Hunde rassetypische Erbkrankheiten oder die Veranlagung für bestimmte Erkrankungen besitzen. Dalmatiner etwa leiden häufiger unter Taubheit, deutsche Schäferhunde erkranken nicht selten an einer schmerzhaften Hüftdysplasie. Gesünder sind hier meistens Mischlinge, die zudem in der Anschaffung günstiger sind.
Die besten Familienhunde
Soll es tatsächlich ein reinrassiges Tier sein, findet ihr hier eine Auswahl der familienkompatibelsten Hunderassen:
- Labrador Retriever
- Golden Retriever
- Australian Shephard
- Beagle
- Neufundländer
💡 Alternativen, wenn ein eigener Hund nicht möglich ist
Ihr habt alle Vor- und Nachteile abgewogen und die gegebenen Bedingungen in eurer Familie bewertet und seid zu dem Ergebnis gekommen, dass ein eigener Hund zur Zeit keine Möglichkeit ist? Das bedeutet nicht, dass ihr auf ein Haustier für eurer Kinder verzichten müsst. Vielleicht besitzt jemand in eurer Nachbarschaft einen Hund mit dem ihr regelmäßig Zeit verbringen könnt. Manche älteren Menschen haben Hunde und nicht mehr die körperliche Verfassung sich ausreichend um das Tier zu kümmern. Vielleicht findet ihr jemandem, dem ihr so behilflich sein könnt.
Auch Tierheime sind froh, wenn sie verantwortungsbewusste Menschen finden, die regelmäßig mit einem Hund Gassi gehen können. Und falls sich irgendwann die Umstände verändern, könnt ihr diesem Hund vielleicht doch noch ein dauerhaftes Zuhause bieten.
Tipp: Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster können wundervolle Haustiere sein – sie benötigen weniger Aufmerksamkeit als Hunde und sind trotzdem treue Gefährten zum Kuscheln und Spielen.
Als Alternative zu einem Hund würden sich natürlich auch andere Tierarten anbieten. Katzen beispielsweise können den gesamten Tag zuhause verbringen, benötigen weniger Aufmerksamkeit und sind trotzdem treue Gefährten, die gerne mit euren Kindern Kuscheln oder Spielen. Auch Nager, wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster können wundervolle Haustiere sein!
✨ Fazit: Ein Hund bereichert Dein Familienleben
Ein Hund in der Familie ist eine wundervolle Idee, die den Alltag und die Familie langfristig sehr bereichern kann. Trotzdem müssen auch die äußeren Umstände passen, damit Mensch und Tier glücklich sind und das gemeinsame Leben ohne größere Probleme klappt. Die Anschaffung sollte im Vorfeld genauestens abgewogen und mit der gesamten Familie besprochen werden. Bei diesem Projekt müssen alle Familienmitglieder zusammenarbeiten!
Häufig gestellte Fragen
Ab welchem Alter der Kinder ist ein Hund sinnvoll?
Grundsätzlich können Kinder ab dem Grundschulalter (ca. 6-7 Jahre) erste kleine Aufgaben bei der Hundepflege übernehmen. Die Hauptverantwortung liegt aber immer bei den Eltern. Ältere Kinder ab 10-12 Jahren können bereits mehr Verantwortung tragen, etwa beim Gassi gehen oder Füttern.
Wie viel Zeit braucht ein Hund täglich?
Plant mindestens 2-3 Stunden täglich ein: zwei- bis dreimal eine halbe Stunde für Gassi-Runden, plus Zeit für Füttern, Spielen und Kuscheln. In der Anfangszeit mit einem Welpen benötigt ihr deutlich mehr Zeit für Erziehung und Betreuung.
Was kostet ein Hund im Monat?
Rechne mit monatlichen Kosten von 100-200 Euro für Futter, Versicherung, Steuer und Rücklagen für den Tierarzt. Hinzu kommen einmalige Anschaffungskosten für Leine, Körbchen, Spielzeug und die Grundausstattung sowie unvorhersehbare Tierarztkosten bei Krankheit oder Unfall.
Ist ein Mischling oder Rassehund besser für Familien?
Mischlinge aus dem Tierheim sind oft robuster und gesünder, da sie weniger zu rassetypischen Erbkrankheiten neigen. Viele haben bereits eine Grunderziehung und sind günstiger in der Anschaffung. Bei Rassehunden kennst Du die Charaktereigenschaften besser – wichtig ist, dass der Hund vom Wesen her zu Deiner Familie passt.
Kann ich meinen Hund alleine lassen, wenn ich arbeiten gehe?
Hunde sollten nicht länger als 3-4 Stunden am Stück alleine bleiben. Prüfe, ob Du den Hund ins Büro mitnehmen kannst, ob Familienmitglieder mittags nach Hause kommen oder ob eine Hundebetreuung in Frage kommt. Ohne Lösung ist ein Hund keine gute Idee.
Was passiert mit dem Hund, wenn die Kinder ausziehen?
Ein Hund wird bis zu 15 Jahre alt – in dieser Zeit ziehen viele Kinder aus. In Studentenwohnheimen oder WGs sind Haustiere oft nicht erlaubt. Sei Dir bewusst, dass die Pflege des Hundes dann wahrscheinlich komplett an Dir hängen bleibt. Schaffe Dir den Hund deshalb auch für Dich selbst an, nicht nur für die Kinder.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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