Die 4 Phasen der Wechseljahre: Was dich in jeder Phase erwartet
Als ich mit Mitte 40 zum ersten Mal nachts schweißgebadet aufwachte und meine Periode plötzlich unberechenbar wurde, dachte ich: "Das kann doch noch nicht losgehen!" Aber genau das war es – der Beginn meiner Wechseljahre. Was mir damals niemand so richtig erklärt hat: Die Wechseljahre sind kein einzelnes Ereignis, sondern ein Prozess, der sich über viele Jahre erstreckt und in verschiedenen Phasen abläuft. Heute weiß ich, dass es vier unterschiedliche Phasen gibt, die jede von uns durchläuft – mal mehr, mal weniger intensiv.
Wenn du verstehst, in welcher Phase du dich gerade befindest und was dabei in deinem Körper passiert, kannst du viel besser mit den Veränderungen umgehen. Deshalb erkläre ich dir hier ausführlich die 4 Phasen der Wechseljahre – von den ersten kaum merklichen Anzeichen bis zur Zeit danach, wenn sich alles wieder eingependelt hat. Denn je mehr du weißt, desto weniger verunsichern dich die Symptome und desto gezielter kannst du reagieren.
Was genau sind die Wechseljahre und warum gibt es verschiedene Phasen?
Die Wechseljahre – medizinisch Klimakterium genannt – bezeichnen die Übergangszeit vom fruchtbaren ins nicht mehr fruchtbare Lebensalter. Dieser Übergang geschieht nicht von heute auf morgen, sondern erstreckt sich meist über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren. In dieser Zeit stellt sich der weibliche Hormonhaushalt grundlegend um: Die Eierstöcke produzieren nach und nach weniger Östrogen und Progesteron, bis die Hormonproduktion schließlich ganz eingestellt wird.
Diese hormonelle Umstellung verläuft in Stufen, weshalb Mediziner die 4 Phasen der Wechseljahre unterscheiden. Jede Phase hat ihre eigenen Merkmale, Symptome und Herausforderungen. Die Grenzen zwischen den Phasen sind dabei fließend – du wirst nicht von einem Tag auf den anderen in die nächste Phase wechseln, sondern einen allmählichen Übergang erleben.
Die meisten Frauen beginnen zwischen 45 und 55 Jahren mit den Wechseljahren, wobei das Durchschnittsalter bei etwa 51 Jahren liegt. Es gibt aber auch Frauen, die schon mit Ende 30 erste Anzeichen bemerken oder erst mit Mitte 50 beginnen. Beides kann völlig normal sein. Wann genau es bei dir losgeht, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Genetik spielt eine große Rolle, aber auch Lebensstil, Stress und deine allgemeine Gesundheit.
Phase 1: Die Prämenopause – wenn die ersten Veränderungen beginnen
Die Prämenopause ist die erste der 4 Phasen der Wechseljahre und beginnt meist schon einige Jahre, bevor du überhaupt merkst, dass sich etwas verändert. Genau genommen umfasst diese Phase die gesamte fruchtbare Zeit im Leben einer Frau – also von der ersten Periode bis zum Beginn der nächsten Phase. Wenn wir aber von der Prämenopause im Kontext der Wechseljahre sprechen, meinen wir meist die Zeit, in der die ersten subtilen Veränderungen einsetzen.
Wann beginnt die Prämenopause?
Bei den meisten Frauen beginnt diese Phase ab Mitte bis Ende 30, manchmal auch erst Anfang 40. In dieser Zeit arbeiten die Eierstöcke noch weitgehend normal, aber die Qualität und Anzahl der Eizellen nimmt langsam ab. Die Hormonproduktion ist noch relativ stabil, aber erste minimale Schwankungen können bereits auftreten.
Typische Anzeichen in der Prämenopause
Viele Frauen bemerken in dieser Phase noch gar nichts oder schreiben die Symptome anderen Ursachen zu – Stress, zu wenig Schlaf, dem Alter. Mögliche erste Anzeichen können sein:
- Leichte Veränderungen im Menstruationszyklus – vielleicht wird er etwas kürzer oder die Blutung etwas stärker oder schwächer
- Gelegentliche Schlafstörungen ohne erkennbaren Grund
- Leichte Stimmungsschwankungen oder erhöhte Reizbarkeit vor der Periode
- Minimal veränderte Libido
- Leichte Gewichtszunahme, besonders am Bauch, trotz unveränderter Ernährung
Wichtig zu wissen: In der Prämenopause bist du noch fruchtbar! Auch wenn die Fruchtbarkeit langsam abnimmt, sind Schwangerschaften durchaus noch möglich. Verhütung bleibt also ein Thema, wenn du nicht (mehr) schwanger werden möchtest.
Was du in dieser Phase tun kannst
Die Prämenopause ist der ideale Zeitpunkt, um präventiv aktiv zu werden. Ein gesunder Lebensstil jetzt kann die späteren Phasen deutlich erträglicher machen. Achte auf regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkorn und gesunden Fetten, ausreichend Schlaf und Stressmanagement. Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, um mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin über die kommenden Jahre zu sprechen.
Phase 2: Die Perimenopause – wenn es richtig losgeht
Die Perimenopause ist für die meisten Frauen die intensivste der 4 Phasen der Wechseljahre. Hier beginnen die Hormone wirklich Achterbahn zu fahren, und die Symptome werden deutlich spürbar. Diese Phase beginnt durchschnittlich mit Mitte 40, kann aber auch schon früher oder erst später einsetzen. Sie dauert im Schnitt vier bis sechs Jahre, bei manchen Frauen auch länger.
Was passiert in der Perimenopause?
In dieser Phase nimmt die Funktion der Eierstöcke spürbar ab. Die Follikel in den Eierstöcken werden weniger und reagieren nicht mehr so zuverlässig auf die hormonellen Signale des Körpers. Das führt zu unregelmäßigen Eisprüngen und stark schwankenden Hormonspiegeln. Mal produziert dein Körper zu viel Östrogen, mal zu wenig. Der Progesteronspiegel sinkt oft früher und stärker als der Östrogenspiegel, was zu einem Ungleichgewicht führt.
Typische Symptome der Perimenopause
Diese Phase bringt die klassischen Wechseljahresbeschwerden mit sich, die wir alle kennen. Nicht jede Frau erlebt alle Symptome, und die Intensität kann stark variieren:
- Unregelmäßige Perioden: Dein Zyklus wird unberechenbar – mal kürzer, mal länger, mal ausbleibend, mal besonders stark. Das ist das Hauptmerkmal dieser Phase.
- Hitzewallungen und Schweißausbrüche: Plötzlich wird dir heiß, du wirst rot, der Schweiß bricht aus – tagsüber oder nachts. Das kann mehrmals täglich passieren oder nur gelegentlich.
- Schlafstörungen: Du wachst nachts auf, kannst nicht mehr einschlafen oder schläfst generell schlechter – oft in Kombination mit nächtlichen Schweißausbrüchen.
- Stimmungsschwankungen: Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt – die Hormonschwankungen können auf die Psyche schlagen. Reizbarkeit, Ängstlichkeit oder auch depressive Verstimmungen sind möglich.
- Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit: Der berühmte "Brain Fog" – du vergisst Dinge, findest Worte nicht, kannst dich schlechter konzentrieren.
- Gewichtszunahme: Besonders am Bauch lagert sich jetzt schneller Fett an, der Stoffwechsel verlangsamt sich.
- Vaginale Trockenheit: Durch den sinkenden Östrogenspiegel wird die Schleimhaut dünner und produziert weniger Feuchtigkeit.
- Veränderte Libido: Das sexuelle Verlangen kann abnehmen, aber auch zunehmen – beides ist möglich.
- Gelenkschmerzen: Viele Frauen berichten über Schmerzen in Gelenken und Muskeln.
- Herzrasen oder Herzklopfen: Ohne körperliche Anstrengung spürst du plötzlich dein Herz pochen.
Der Umgang mit der Perimenopause
Diese Phase kann herausfordernd sein, aber es gibt viele Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern. Wichtig ist zunächst: Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, besonders wenn die Symptome dich stark belasten. Es gibt verschiedene Behandlungsoptionen – von Hormontherapie über pflanzliche Präparate bis zu Lebensstil-Anpassungen. Was für dich das Richtige ist, solltest du individuell besprechen.
Praktische Tipps für den Alltag:
- Kleide dich im Zwiebellook, damit du bei Hitzewallungen eine Schicht ausziehen kannst
- Halte dein Schlafzimmer kühl und nutze atmungsaktive Bettwäsche
- Reduziere Alkohol, Koffein und scharfe Gewürze, die Hitzewallungen triggern können
- Bewege dich regelmäßig – das hilft bei Gewicht, Stimmung und Schlaf
- Praktiziere Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen
- Nutze bei vaginaler Trockenheit Gleitmittel und sprich mit deinem Arzt über lokale Östrogenpräparate
- Führe ein Symptom-Tagebuch, um Muster zu erkennen
Wichtig zu wissen: Auch in der Perimenopause kannst du noch schwanger werden! Solange du noch Perioden hast – auch wenn sie unregelmäßig sind – findet möglicherweise noch ein Eisprung statt. Verhütung ist also weiterhin notwendig, wenn eine Schwangerschaft nicht gewünscht ist.
Phase 3: Die Menopause – ein Meilenstein mit genauer Definition
Die Menopause ist eigentlich keine Phase im klassischen Sinne, sondern ein einzelner Zeitpunkt – nämlich der Tag deiner letzten Regelblutung. Allerdings weißt du das erst im Nachhinein, denn die Menopause wird erst dann offiziell festgestellt, wenn du zwölf Monate lang keine Periode mehr hattest. Von den 4 Phasen der Wechseljahre ist dies also die einzige, die sich auf einen konkreten Moment bezieht.
Wann tritt die Menopause ein?
Im Durchschnitt erleben Frauen die Menopause mit 51 Jahren. Die Spanne reicht aber von Anfang 40 bis Ende 50. Von einer frühen Menopause spricht man, wenn sie vor dem 45. Lebensjahr eintritt, von einer vorzeitigen Menopause oder primären Ovarialinsuffizienz, wenn sie vor dem 40. Lebensjahr eintritt. In solchen Fällen solltest du unbedingt mit deinem Arzt sprechen, da dies gesundheitliche Auswirkungen haben kann.
Wie erkennst du die Menopause?
Du kannst die Menopause nur rückblickend feststellen. Wenn du ein Jahr lang keine Periode hattest und keine andere Ursache dafür vorliegt (wie Schwangerschaft, Stillen, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen), dann lag deine Menopause vor zwölf Monaten. Manche Ärzte führen auch Hormontests durch, um den Status zu bestimmen – besonders wenn du jünger bist oder die Symptome unklar sind. Diese Tests messen meist den FSH-Wert (follikelstimulierendes Hormon), der in den Wechseljahren ansteigt.
Symptome rund um die Menopause
Die Symptome in der Zeit unmittelbar vor und nach der letzten Periode entsprechen meist denen der Perimenopause. Hitzewallungen und Schlafstörungen können in dieser Zeit sogar ihren Höhepunkt erreichen. Viele Frauen berichten, dass die Beschwerden in den Monaten direkt vor und nach der letzten Periode am intensivsten waren.
Phase 4: Die Postmenopause – das neue Normal
Die Postmenopause ist die letzte der 4 Phasen der Wechseljahre und umfasst die gesamte Zeit nach der Menopause – also den Rest deines Lebens. Sie beginnt definitionsgemäß zwölf Monate nach der letzten Periode. Man unterscheidet oft zwischen der frühen Postmenopause (die ersten Jahre danach) und der späten Postmenopause.
Was passiert in der Postmenopause?
In dieser Phase haben sich die Hormonspiegel auf einem neuen, niedrigen Niveau eingependelt. Die Eierstöcke produzieren nur noch minimale Mengen an Östrogen und Progesteron. Die starken Hormonschwankungen der Perimenopause sind vorbei, was für viele Frauen eine Erleichterung bedeutet. Der Körper hat sich an die neue hormonelle Situation angepasst.
Symptome in der frühen Postmenopause
In den ersten Jahren nach der Menopause können viele Symptome der Perimenopause noch anhalten, werden aber bei den meisten Frauen allmählich schwächer:
- Hitzewallungen und Schweißausbrüche können noch mehrere Jahre anhalten, nehmen aber meist an Intensität und Häufigkeit ab
- Schlafprobleme können weiterhin bestehen, verbessern sich aber oft
- Vaginale Trockenheit und Beschwerden beim Geschlechtsverkehr können zunehmen, da der Östrogenmangel anhält
- Hautveränderungen werden sichtbarer – die Haut wird dünner, trockener und weniger elastisch
- Haarveränderungen: Das Haar kann dünner werden, während möglicherweise Gesichtsbehaarung zunimmt
- Veränderungen der Harnwege: Häufigerer Harndrang, Inkontinenz oder wiederkehrende Blasenentzündungen können auftreten
Langfristige gesundheitliche Aspekte
Der langfristige Östrogenmangel hat Auswirkungen auf verschiedene Körpersysteme, die du im Blick behalten solltest:
- Knochengesundheit: Östrogen schützt die Knochen. Nach der Menopause steigt das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund). Regelmäßige Bewegung, ausreichend Kalzium und Vitamin D sowie gegebenenfalls eine Knochendichtemessung sind wichtig.
- Herzgesundheit: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt nach der Menopause. Achte auf Blutdruck, Cholesterinwerte und einen herzgesunden Lebensstil.
- Stoffwechsel: Der Grundumsatz sinkt weiter, Gewichtszunahme wird leichter. Muskelaufbau und angepasste Ernährung werden wichtiger.
- Urogenitale Gesundheit: Die Schleimhäute von Vagina und Harnwegen werden dünner und anfälliger. Bei Beschwerden gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten – sprich mit deinem Arzt.
Die positiven Seiten der Postmenopause
Es ist nicht alles schwierig in dieser Phase! Viele Frauen berichten von einer neuen Lebensqualität:
- Keine Perioden mehr – keine Tampons, Binden, keine Überraschungen, keine PMS
- Keine Verhütung mehr nötig
- Mehr emotionale Stabilität, wenn die Hormonschwankungen vorbei sind
- Oft mehr Selbstbewusstsein und Klarheit über eigene Bedürfnisse
- Für viele Frauen eine Zeit der Neuorientierung und neuer Freiheiten
Gesund durch die Postmenopause
In dieser Lebensphase ist Prävention besonders wichtig:
- Bleib aktiv: Kombiniere Ausdauertraining mit Krafttraining, um Knochen und Muskeln zu stärken und das Herz-Kreislauf-System fit zu halten.
- Ernähre dich bewusst: Viel Gemüse, Vollkorn, mageres Protein, gesunde Fette. Achte auf ausreichend Kalzium und Vitamin D.
- Pflege deine Haut: Verwende Feuchtigkeitscremes, Sonnenschutz und trinke ausreichend Wasser.
- Kümmere dich um die Intimgesundheit: Bei Trockenheit oder Beschwerden gibt es gute Behandlungen – du musst das nicht einfach hinnehmen.
- Geh zu Vorsorgeuntersuchungen: Mammographie, gynäkologische Kontrollen, Knochendichtemessung, Herz-Kreislauf-Checks.
- Bleib geistig aktiv: Fordere dein Gehirn, lerne Neues, pflege soziale Kontakte.
- Achte auf deine mentale Gesundheit: Diese Lebensphase bringt oft Veränderungen – Kinder ziehen aus, Eltern werden älter, berufliche Neuorientierung. Hol dir Unterstützung, wenn du sie brauchst.
Wie lange dauern die einzelnen Phasen der Wechseljahre?
Eine der häufigsten Fragen zu den 4 Phasen der Wechseljahre ist: Wie lange muss ich das durchstehen? Die Antwort ist leider: Das ist sehr individuell. Hier ein grober Überblick über durchschnittliche Zeiträume:
- Prämenopause: Technisch gesehen von der Pubertät bis zur Perimenopause, aber die Phase mit ersten subtilen Veränderungen dauert meist 5-10 Jahre vor der Perimenopause
- Perimenopause: Durchschnittlich 4-6 Jahre, kann aber zwischen 2 und 10 Jahren variieren
- Menopause: Ein einzelner Zeitpunkt (die letzte Periode), der aber erst nach 12 Monaten ohne Blutung bestätigt wird
- Postmenopause: Der Rest des Lebens, wobei die frühe Postmenopause mit möglichen Symptomen meist 3-5 Jahre dauert
Insgesamt erstrecken sich die Wechseljahre mit all ihren Phasen also über etwa 10-15 Jahre, manchmal auch länger. Die intensivste Zeit mit den stärksten Beschwerden ist meist die Perimenopause und die ersten Jahre der Postmenopause – also zusammen etwa 5-8 Jahre. Aber auch hier gilt: Jede Frau ist anders. Manche haben kaum Beschwerden und bemerken die Wechseljahre kaum, andere kämpfen über Jahre mit intensiven Symptomen.
Faktoren, die den Verlauf der Wechseljahre beeinflussen
Warum verlaufen die 4 Phasen der Wechseljahre bei jeder Frau so unterschiedlich? Es gibt verschiedene Faktoren, die Einfluss haben:
Genetische Faktoren
Die Genetik spielt eine große Rolle. Frag deine Mutter oder Schwestern, wie ihre Wechseljahre verlaufen sind – oft gibt es Ähnlichkeiten. Das Alter bei Beginn der Menopause, die Intensität der Symptome und die Dauer können familiär gehäuft auftreten.
Lebensstil
Dein Lebensstil hat erheblichen Einfluss auf die Beschwerden:
- Rauchen: Raucherinnen kommen oft früher in die Wechseljahre und haben stärkere Symptome
- Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann Symptome lindern
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkorn und gesunden Fetten kann helfen
- Stress: Chronischer Stress kann Symptome verstärken
- Schlaf: Guter Schlaf ist wichtig für die Hormonregulation
- Alkohol: Kann Hitzewallungen und Schlafprobleme verstärken
Medizinische Faktoren
Bestimmte medizinische Eingriffe oder Erkrankungen beeinflussen die Wechseljahre:
- Operative Entfernung der Eierstöcke führt zu sofortiger chirurgischer Menopause
- Chemotherapie oder Bestrahlung im Beckenbereich können die Eierstockfunktion beeinträchtigen
- Autoimmunerkrankungen können frühere Wechseljahre verursachen
- Bestimmte Medikamente beeinflussen die Hormonproduktion
Psychosoziale Faktoren
Auch die Lebensumstände spielen eine Rolle: Deine Einstellung zu den Wechseljahren, dein soziales Umfeld, beruflicher oder privater Stress, die Qualität deiner Beziehungen – all das kann beeinflussen, wie du die Wechseljahre erlebst und wie stark dich die Symptome belasten.
Wann solltest du ärztliche Hilfe suchen?
Während die 4 Phasen der Wechseljahre ein natürlicher Prozess sind, gibt es Situationen, in denen du unbedingt mit deinem Arzt oder deiner Ärztin sprechen solltest:
- Sehr frühe Symptome: Wenn du unter 40 bist und Anzeichen der Wechseljahre bemerkst
- Starke Blutungen: Sehr starke oder lang anhaltende Perioden, besonders mit Blutgerinnseln
- Blutungen nach der Menopause: Jede Blutung nach zwölf Monaten ohne Periode sollte abgeklärt werden
- Unerträgliche Symptome: Wenn Hitzewallungen, Schlafstörungen oder andere Beschwerden deine Lebensqualität massiv beeinträchtigen
- Depressive Symptome: Anhaltende Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit oder Gedanken, dir etwas anzutun
- Ungewöhnliche Symptome: Starke Schmerzen, unerklärlicher Gewichtsverlust oder andere beunruhigende Veränderungen
Generell gilt: Sprich offen mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über deine Symptome. Es gibt heute viele Behandlungsmöglichkeiten – von Hormontherapie über pflanzliche Präparate bis zu anderen Medikamenten und Lebensstil-Anpassungen. Du musst nicht leiden oder die Beschwerden einfach ertragen. Eine gute medizinische Begleitung durch die Wechseljahre kann einen großen Unterschied machen.
Häufige Fragen
Kann ich die Wechseljahre hinauszögern oder beschleunigen?
Den natürlichen Zeitpunkt der Wechseljahre kannst du nicht wesentlich beeinflussen – er ist größtenteils genetisch festgelegt. Allerdings kann ein gesunder Lebensstil ohne Rauchen möglicherweise helfen, dass die Eierstöcke länger funktionsfähig bleiben. Umgekehrt können Rauchen, extremer Stress oder bestimmte Erkrankungen die Wechseljahre früher einleiten. Eine Hormontherapie verschiebt die Wechseljahre nicht, sondern behandelt nur die Symptome.
Sind alle 4 Phasen der Wechseljahre bei jeder Frau gleich ausgeprägt?
Nein, überhaupt nicht. Jede Frau durchläuft die Phasen unterschiedlich. Manche Frauen bemerken kaum Symptome und gleiten sanft durch alle Phasen, während andere stark unter Beschwerden leiden. Auch die Dauer der einzelnen Phasen variiert erheblich. Es gibt kein "normal" – die Bandbreite der Erfahrungen ist riesig, und alle sind gültig.
Kann ich in der Perimenopause noch schwanger werden?
Ja, definitiv! Solange du noch Perioden hast – auch wenn sie unregelmäßig sind – können Eisprünge stattfinden und eine Schwangerschaft ist möglich. Erst wenn du zwölf Monate keine Periode hattest, gilt die Fruchtbarkeit als beendet. Bis dahin solltest du weiterhin verhüten, wenn du nicht schwanger werden möchtest. Sprich mit deinem Arzt über geeignete Verhütungsmethoden für diese Lebensphase.
Verschwinden die Symptome nach der Menopause komplett?
Das ist unterschiedlich. Bei vielen Frauen lassen Symptome wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen in den Jahren nach der Menopause allmählich nach und verschwinden schließlich ganz. Andere Symptome wie vaginale Trockenheit, Hautveränderungen oder Schlafprobleme können aber anhalten oder sich sogar verstärken, da sie durch den dauerhaften Östrogenmangel verursacht werden. Für diese Beschwerden gibt es aber gute Behandlungsmöglichkeiten.
Nehmen alle Frauen in den Wechseljahren zu?
Nicht alle, aber viele Frauen nehmen während der Wechseljahre an Gewicht zu, besonders am Bauch. Das liegt an mehreren Faktoren: Der sinkende Östrogenspiegel verändert die Fettverteilung im Körper, der Grundumsatz sinkt mit dem Alter, und oft nimmt auch die Muskelmasse ab. Eine Gewichtszunahme ist aber nicht unvermeidlich – mit angepasster Ernährung und regelmäßiger Bewegung, besonders Krafttraining, kannst du gegensteuern.
Gibt es einen Test, um festzustellen, in welcher Phase ich mich befinde?
Dein Arzt kann Hormontests durchführen, die Hinweise auf deine Phase geben – besonders der FSH-Wert und der Östrogenspiegel sind aussagekräftig. Allerdings schwanken die Hormone in der Perimenopause stark, sodass ein einzelner Test nur eine Momentaufnahme ist. Meist wird die Phase anhand deiner Symptome, deines Alters und deines Menstruationsmusters bestimmt. Die sicherste Bestimmung der Menopause ist rückblickend: zwölf Monate ohne Periode bedeuten, dass die Menopause vor einem Jahr stattfand.
Fazit
Die 4 Phasen der Wechseljahre – Prämenopause, Perimenopause, Menopause und Postmenopause – sind ein natürlicher Teil des Lebens jeder Frau. Dieser Übergang erstreckt sich über viele Jahre und bringt verschiedene körperliche und emotionale Veränderungen mit sich. Während die Perimenopause mit ihren Hormonschwankungen oft die herausforderndste Phase ist, finden die meisten Frauen in der Postmenopause zu einem neuen Gleichgewicht. Wichtig ist zu wissen: Du bist nicht allein, deine Symptome sind real und es gibt Hilfe. Je besser du verstehst, was in deinem Körper passiert und in welcher Phase du dich befindest, desto besser kannst du mit den Veränderungen umgehen. Ein gesunder Lebensstil, offene Gespräche mit deinem Arzt und die Bereitschaft, dir bei Bedarf Unterstützung zu holen, können diese Lebensphase deutlich erleichtern. Die Wechseljahre sind kein Ende, sondern ein Übergang in einen neuen Lebensabschnitt – und viele Frauen entdecken in dieser Zeit neue Stärken und Freiheiten.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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