Fehlgeburt Anzeichen – Das deutet auf einen Abgang hin
Auf einen Blick
- Von einer Fehlgeburt spricht man, wenn das Ungeborene vor der 24. SSW mit unter 500 Gramm geboren wird
- 12 bis 24 % der Frauen erleiden eine Fehlgeburt – du bist nicht allein
- Blutungen, starke Unterleibsschmerzen und Gebärmutterkontraktionen sind die wichtigsten Warnzeichen
Die Angst vor einer Fehlgeburt begleitet viele von uns durch die ersten Schwangerschaftswochen. Jedes Ziehen, jede Veränderung lässt uns aufhorchen. Hier erfährst du, welche Anzeichen wirklich ernst zu nehmen sind und wann du schnell handeln solltest.
🔍 Was genau ist eine Fehlgeburt?
Etwa jede sechste Frau erleidet bei einer Schwangerschaft eine Fehlgeburt. Tritt diese vor der 12. Schwangerschaftswoche ein, wird von einem Frühabort gesprochen. Kommt es zwischen der 12. SSW und der 24. SSW zu einer Fehlgeburt, handelt es sich um einen Spätabort.
Statistiken haben gezeigt, dass das Alter der werdenden Mutter einen Einfluss auf das Risiko für eine Fehlgeburt hat. Frauen ab einem Alter von 35 Jahren haben eine 50 % höhere Wahrscheinlichkeit für eine eintretende Schwangerschaft.
Gut zu wissen: Die meisten Fehlgeburten passieren in den ersten 12 Wochen. Nach der 12. SSW sinkt das Risiko deutlich.
💭 Warum kommt es zu einer Fehlgeburt?
Es lässt sich nicht klar sagen, was der letztendliche Auslöser für eine Fehlgeburt ist, da es bei jeder Frau andere Ursachen gibt. Zu den häufigsten Faktoren gehören:
- Erkrankungen des Stoffwechsels
- Hormonelle Störungen
- Missbildungen beim Fötus
- Chromosomenstörungen beim Fötus
- Schwäche des Gebärmutterhalses
Treten bei einer Frau nacheinander drei oder mehr Fehlgeburten auf, wird normalerweise dazu geraten, weiterführende Untersuchungen durchführen zu lassen. So besteht die Möglichkeit, den Fötus zu untersuchen oder auch Tests bei der Frau durchführen zu lassen.
🚨 Diese Anzeichen solltest du ernst nehmen
Zeigen sich erste Anzeichen für eine Fehlgeburt, sollte schnell reagiert werden. Abhängig vom Auslöser besteht teilweise die Möglichkeit, den drohenden Abort aufzuhalten. Daher ist es wichtig, schnell den Gynäkologen aufzusuchen.
1. Unterleibsschmerzen
Unterleibsschmerzen sind während einer Schwangerschaft normalerweise nicht außergewöhnlich. Die Veränderungen im Uterus bringen natürlich auch ein Ziehen mit sich, das oft als vergleichbar mit Menstruationsschmerzen beschrieben wird. Nehmen die Unterleibsschmerzen jedoch zu oder treten in regelmäßigen Abständen auf, kann dies ein Anzeichen für eine Fehlgeburt sein.
Achtung: Wenn die Schmerzen krampfartig werden oder in Wellen kommen, solltest du sofort deinen Frauenarzt kontaktieren.
2. Schmierblutungen
Auch in einer intakten Schwangerschaft kann es manchmal zu Blutungen kommen. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Kontaktblutungen nach einer Untersuchung oder dem Geschlechtsverkehr. Dennoch sollten Blutungen immer abgeklärt werden. Gerade bei einem zusätzlichen Abgang von Gewebe oder blutigen Klumpen sind die Anzeichen für eine Fehlgeburt da.
3. Gebärmutterkontraktionen
Die Kontraktionen der Gebärmutter treten normalerweise erst im zweiten Trimester der Schwangerschaft ein, wenn die Gebärmutter damit beginnt, für die Entbindung zu üben. Zeitige Kontraktionen der Gebärmutter deuten auf frühzeitige Wehen hin. Der Auslöser können eine Gelbkörperschwäche, eine Gebärmutterhalsschwäche oder auch ein Mangel an Magnesium sein. Daher ist es wichtig, rechtzeitig zum Frauenarzt zu gehen und das abklären zu lassen.
Ich weiß noch genau, wie ich bei jeder kleinen Veränderung in Panik geraten bin. Heute würde ich jeder Mama sagen: Vertrau auf dein Bauchgefühl – und lass lieber einmal zu viel nachschauen als einmal zu wenig.
🤔 Nachlassende Schwangerschaftsanzeichen – Grund zur Sorge?
Oft kommt Sorge auf, wenn die morgendliche Übelkeit nachlässt oder auch das Ziehen im Bauch nicht mehr zu spüren ist. Die schmerzenden Brustwarzen gelten ebenfalls als Anzeichen für eine Schwangerschaft. Wenn diese Anzeichen nachlassen, kann die Sorge aufkommen, dass es Fehlgeburt Anzeichen sind.
Hierzu gibt es keine medizinischen Grundlagen. Ausgelöst werden diese Anzeichen durch einen steigenden Wert beim Schwangerschaftshormon HCG. Tritt eine Fehlgeburt ein, baut sich das HCG nur langsam ab. Dadurch würden Übelkeit oder Brustschmerzen nicht so schnell nachlassen.
Allerdings reagiert jede Frau anders auf die Entwicklungen in ihrem Körper. Es gibt Schwangere, die verspüren gar keine Übelkeit und merken auch kein Ziehen im Unterleib und haben dennoch eine stabile Schwangerschaft.
Tipp: Schwangerschaftstests eignen sich nicht zur Kontrolle des HCG-Anstiegs. Auch bei einer stabilen Schwangerschaft kann der Strich schwächer werden – lass dich davon nicht verunsichern.
🌸 Wann solltest du zum Arzt gehen?
Eine der wichtigsten Grundregeln in einer Schwangerschaft ist: Hast du ein komisches Gefühl, solltest du ärztlichen Rat einholen. Blutungen, Schmerzen im Unterleib und Kontraktionen der Gebärmutter sind immer eine Indikation für eine zusätzliche Untersuchung. Sprich deinen Gynäkologen oder die Hebamme an und setz dich dafür ein, dass geschaut wird, ob mit deinem Baby alles in Ordnung ist.
Häufig gestellte Fragen
Sind leichte Blutungen in der Frühschwangerschaft immer ein Alarmzeichen?
Nein, nicht jede Blutung bedeutet eine Fehlgeburt. Kontaktblutungen nach dem Geschlechtsverkehr oder einer Untersuchung sind häufig harmlos. Trotzdem solltest du jede Blutung von deinem Frauenarzt abklären lassen, um sicherzugehen.
Was ist der Unterschied zwischen Früh- und Spätabort?
Von einem Frühabort spricht man, wenn die Fehlgeburt vor der 12. Schwangerschaftswoche eintritt. Ein Spätabort liegt vor, wenn es zwischen der 12. und 24. SSW zu einer Fehlgeburt kommt.
Kann ich eine Fehlgeburt verhindern?
Das hängt von der Ursache ab. Bei manchen Auslösern wie Gelbkörperschwäche oder Magnesiummangel kann schnelles Handeln helfen. Bei chromosomalen Störungen des Fötus lässt sich eine Fehlgeburt meist nicht aufhalten. Wichtig ist, bei ersten Anzeichen sofort zum Arzt zu gehen.
Steigt das Risiko für eine Fehlgeburt mit dem Alter?
Ja, Statistiken zeigen, dass Frauen ab 35 Jahren eine 50 % höhere Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt haben. Das bedeutet aber nicht, dass eine gesunde Schwangerschaft unmöglich ist – viele Frauen über 35 bekommen gesunde Babys.
Meine Schwangerschaftsübelkeit ist plötzlich weg – ist das schlimm?
Nicht unbedingt. Nachlassende Schwangerschaftsanzeichen sind kein sicheres Zeichen für eine Fehlgeburt. Das HCG baut sich nur langsam ab, deshalb würden Symptome nicht sofort verschwinden. Jede Frau reagiert unterschiedlich – manche haben gar keine Übelkeit und trotzdem eine stabile Schwangerschaft.
Wann sollte ich nach mehreren Fehlgeburten weitere Untersuchungen machen lassen?
Nach drei oder mehr aufeinanderfolgenden Fehlgeburten wird normalerweise zu weiterführenden Untersuchungen geraten. Dabei können sowohl der Fötus als auch du selbst untersucht werden, um mögliche Ursachen zu finden.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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