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Entbindungsarten im Überblick

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 03.03.2026 Lesezeit 8 Min.
Entbindungsarten im Überblick

Auf einen Blick

  • Es gibt viele verschiedene Entbindungsarten – von der vaginalen Geburt über Wassergeburt bis zum Kaiserschnitt
  • Bei unauffälliger Schwangerschaft wird normalerweise eine vaginale Geburt angestrebt
  • Jede Geburtsmethode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile – wichtig ist, dass es Dir und Deinem Baby gut geht

Die Geburt Deines Babys ist ein einzigartiger Moment – und es gibt viele Wege, wie Ihr Euch begegnen könnt. Ob im Wasser, zu Hause oder im Kreißsaal: Du hast mehr Wahlmöglichkeiten, als Du vielleicht denkst. Hier erfährst Du, welche Entbindungsarten es gibt und was sie auszeichnet.

🌸 Die vaginale Geburt – Deine Möglichkeiten im Überblick

Bei einer unauffällig verlaufenden Schwangerschaft wird normalerweise eine vaginale Geburt angestrebt. Das Baby nimmt den Weg durch den Geburtskanal und wird vaginal geboren. Bei dieser Form der Geburt gibt es unterschiedliche Geburtsarten, aus denen Du wählen kannst oder die passieren können.

Die Sturzgeburt

Von einer Sturzgeburt wird dann gesprochen, wenn der Geburtsvorgang nicht länger als zwei Stunden dauert und die werdende Mutter nur wenige Presswehen hat. Die Bezeichnung kommt daher, dass bei so schnellen Vorgängen das Baby teilweise auch auf den Boden fallen kann.

Achtung: Auch wenn ein schneller Geburtsvorgang optimal klingt, kann er zu Verletzungen bei Mutter und Kind führen.

Das Hypnobirthing

Hierbei handelt es sich nicht um eine klassische Entbindungsart, sondern um eine Form des Verhaltens der werdenden Mutter. Du lernst in speziellen Kursen, wie Du Dich fokussieren und Dich in einen tranceähnlichen Zustand versetzen kannst. Damit sollst Du die Möglichkeit haben, gegen die Ängste vorzugehen und Dich auf die Geburt einzulassen. Einige Frauen berichten davon, dass ihnen die Geburt auf diese Weise besonders leichtgefallen ist.

Die sanfte Geburt

Bei der sanften Geburt geht es darum, für Dich und Dein Baby eine natürliche Umgebung zu schaffen, in der Ihr Euch ganz aufeinander einlassen könnt. Auch hier ist die Entspannung der Mutter das wichtigste Ziel, damit die Wehen gefördert werden, der Muttermund sich öffnet und es nicht zu einem Wehenstopp kommt. Betrachtet werden die individuellen Bedürfnisse von Mutter und Kind.

Bei meiner zweiten Geburt habe ich mich bewusst für eine entspannte Atmosphäre entschieden – und es hat wirklich einen Unterschied gemacht. Wenn Du Dich sicher und geborgen fühlst, kann Dein Körper besser arbeiten.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Die Wassergeburt

Die Wassergeburt ist eine der Entbindungsarten, die heute im Geburtshaus und auch im Kreißsaal schon als Standard angeboten werden. Du findest in den meisten Kreißsälen eine Wanne, die bei Bedarf mit warmem Wasser gefüllt wird. Durch das warme Wasser soll sich Dein Körper entspannen. Du bekommst die Möglichkeit, Dich auf die Wehen zu konzentrieren.

Gut zu wissen: Erfahrungen zeigen, dass Frauen eine Wassergeburt als schmerzarmer empfinden und das Gefühl haben, dass die Wehen nicht so lang sind.

Die Lotusgeburt

Die Lotusgeburt ist eine Form der vaginalen Geburt, bei der die Besonderheit vor allem nach der Entbindung entsteht. Dein Baby wird nicht von der Nabelschnur getrennt. Es handelt sich um ein spezielles Geburtsritual. Nachdem Du die Plazenta ebenfalls geboren hast, wird diese in eine separate Tasche gepackt und verbleibt so lange mit dem Baby über die Nabelschnur verbunden, bis die Nabelschnur sich von selbst vom Bauchnabel löst. Das kann mehrere Tage bis hin zu zwei Wochen dauern.

Die Hausgeburt oder die Alleingeburt

Auch hierbei handelt es sich um Formen der vaginalen Entbindung. Du entscheidest Dich, die Geburt zu Hause oder ganz allein durchzuführen. Bei einer Hausgeburt hast Du die Unterstützung durch die Hebamme. Allerdings begleitet nicht jede Hebamme eine Hausgeburt. Hier solltest Du Dich vorher informieren. Auch die Kosten für die Geburtshelferin trägst Du selbst.

Bei der Alleingeburt entscheidest Du Dich dafür, auf medizinische Hilfe zu verzichten. Frauen, die sich für diesen Weg entscheiden, kennen ihren Körper normalerweise sehr gut und haben viel Vertrauen in ihre eigenen Kräfte.

Achtung: Eine Alleingeburt birgt Risiken. Sprich vorher unbedingt mit Deiner Hebamme oder Ärztin über Deine Pläne.

🏥 Der Kaiserschnitt als Entbindungsart

Neben der vaginalen Entbindung gibt es noch den Kaiserschnitt. Hier wird unterschieden zwischen einem Kaiserschnitt auf Wunsch sowie einem medizinisch indizierten Kaiserschnitt. Zudem gibt es die Not-Sectio. Sie wird durchgeführt, wenn Mutter oder Kinder einer Lebensgefahr ausgesetzt sind.

Kaiserschnitt auf Wunsch

Der Kaiserschnitt auf Wunsch erfolgt, wenn die werdende Mutter direkt sagt, dass sie ihr Kind lieber per Kaiserschnitt auf die Welt bringen möchte. Das kann unterschiedliche Gründe haben.

Geplanter Kaiserschnitt aus medizinischen Gründen

Teilweise wird ein Kaiserschnitt bereits im Vorfeld festgelegt, dass es medizinische Gründe gibt. Hier kann es sein, dass die Lage des Kindes für eine vaginale Geburt nicht geeignet ist, es sich um eine Frühgeburt handelt oder das Baby zu groß für das mütterliche Becken ist.

Tipp: Sprich vor der Entbindung unbedingt auch mit Deinem Partner, damit er weiß, wie er Dich unterstützen kann und welche der Entbindungsarten Du für Dich in Erwägung ziehst.

💪 Fazit: Jede Entbindungsart hat ihre Stärken und Schwächen

Unabhängig davon, für welche Entbindungsart Du Dich entscheidest oder wie Du Dein Baby auf die Welt bringst, kommt es vor allem darauf an, dass es Dir und dem Neugeborenen gut geht. Ärzte und Hebammen werden den Fokus immer auf Euer Wohlergehen legen und dabei versuchen, Deine Wünsche nach besten Möglichkeiten umzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Entbindungsart ist die sicherste?

Bei einer unauffälligen Schwangerschaft ist die vaginale Geburt in der Regel die sicherste Option. Dein Arzt oder Deine Hebamme wird Dich individuell beraten, welche Entbindungsart für Dich und Dein Baby am besten geeignet ist.

Kann ich selbst entscheiden, wie ich entbinden möchte?

Ja, bei einer komplikationslosen Schwangerschaft hast Du viele Wahlmöglichkeiten. Sprich mit Deiner Hebamme oder Deinem Arzt über Deine Wünsche – sie werden versuchen, diese bestmöglich umzusetzen.

Was ist eine Sturzgeburt und ist sie gefährlich?

Eine Sturzgeburt dauert weniger als zwei Stunden und verläuft sehr schnell. Auch wenn das zunächst positiv klingt, kann eine so schnelle Geburt zu Verletzungen bei Mutter und Kind führen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Hausgeburt?

Die Hebammenleistungen werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Allerdings begleitet nicht jede Hebamme Hausgeburten – informiere Dich frühzeitig über die Möglichkeiten in Deiner Region.

Ist eine Wassergeburt schmerzhafter oder weniger schmerzhaft?

Viele Frauen berichten, dass sie eine Wassergeburt als schmerzarmer empfinden. Das warme Wasser hilft dem Körper zu entspannen und kann dazu beitragen, dass die Wehen als weniger intensiv wahrgenommen werden.

Wann wird ein Kaiserschnitt medizinisch notwendig?

Ein Kaiserschnitt kann notwendig werden, wenn die Lage des Kindes für eine vaginale Geburt nicht geeignet ist, das Baby zu groß für Dein Becken ist oder bei einer Notfallsituation, in der Mutter oder Kind in Gefahr sind.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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