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Die Wassergeburt

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 23.03.2026 Lesezeit 8 Min.
Die Wassergeburt

Auf einen Blick

  • Wassergeburten können Schmerzen lindern und die Geburt um durchschnittlich 30 Minuten verkürzen
  • Das warme Wasser entspannt die Beckenmuskulatur und fördert sanft die Wehen
  • Nur bei unauffälliger Schwangerschaft und Schädellage möglich

Viele werdende Mamas träumen von einer sanften Geburt im warmen Wasser. Und tatsächlich: Eine Wassergeburt kann die Entbindung entspannter und schmerzärmer machen. Aber ist sie auch für Dich geeignet? Hier erfährst Du alles, was Du wissen musst.

🌸 Was genau ist eine Wassergeburt?

Bei einer Wassergeburt verbringst Du sowohl die Eröffnungsphase als auch die Austreibungsphase in einer speziellen Gebärwanne – und bringst Dein Baby dort zur Welt. Diese Wannen sind extra groß gestaltet, sodass sogar Dein Partner mit hineinsteigen kann, wenn Du das möchtest.

Das warme Wasser wirkt sich entspannend auf den gesamten Geburtsvorgang aus. Die Wehen werden sanft gefördert, während sich Deine Beckenmuskeln gleichzeitig entspannen können. Dadurch kann eine Wassergeburt die Entbindung durchschnittlich um eine halbe Stunde verkürzen.

Gut zu wissen: Gesunde Babys haben einen natürlichen Tauchreflex. Sobald sie ins Wasser kommen, verhindert dieser automatisch, dass Wasser in die Lunge eindringen kann.

📅 So läuft eine Wassergeburt ab

Normalerweise gibst Du bereits bei einem Geburtsgespräch an, dass Du Dir eine Wassergeburt vorstellen kannst. Kommst Du dann zur Entbindung ins Geburtshaus oder in das Krankenhaus, wird Dir diese Form der Entbindung angeboten.

Die Vorbereitung

Bevor es jedoch in die Gebärwanne geht, bekommst Du einen Einlauf. Dieser soll dafür sorgen, dass es möglichst keinen Stuhlabgang ins Wasser gibt. In dieser Zeit wird die Wanne gefüllt. Je nach Deinen persönlichen Wünschen kann das Wasser eine Temperatur von bis zu 37 °C haben. Die Hebamme kann die Wassertemperatur auch schnell anpassen, wenn es Dir zu warm oder zu kalt ist.

Tipp: Du entscheidest selbst, wann Du in die Wanne möchtest oder auch, wann Du sie wieder verlassen willst. Das kann auch während der Geburt sein – es gibt keinen Zwang, bis zum Ende in der Wanne zu bleiben.

Während der Geburt

Du brauchst Dir keine Sorgen darüber zu machen, dass Dein Baby bei einer Wassergeburt nicht unter Kontrolle ist. Im Kreißsaal gibt es wasserfeste Geräte, mit denen die Wehen beobachtet und auch die Herztöne des Babys immer kontrolliert werden.

Nach der Entbindung

Sobald Du Dein Baby entbunden hast, wird geschaut, ob es gut atmet. Dann bekommst Du es für das Bonding auf die Brust und kannst die gemeinsame Zeit noch einen Moment in der Wanne genießen. Viele Frauen entscheiden sich dafür, die Nabelschnur auspulsieren zu lassen. Sie wird erst durchtrennt, wenn sie nicht mehr pulsiert.

Anschließend kannst Du Dich abduschen und dann in ein normales Bett wechseln. In der Zeit wird Dein Baby gereinigt, gewogen und gemessen.

Ich habe beide Geburten unterschiedlich erlebt – und kann aus Erfahrung sagen: Das warme Wasser hat mir wirklich geholfen, mich zwischen den Wehen zu entspannen und neue Kraft zu sammeln.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🔍 Wer kann eine Wassergeburt machen?

Eine Wassergeburt kannst Du nur dann machen, wenn die Voraussetzungen stimmen. Dazu gehört, dass Deine Schwangerschaft unauffällig verlaufen ist und es auch keine Hinweise zu möglichen Komplikationen im Mutterpass gibt.

Achtung: Infektionen oder auch Blutungen, die während der Schwangerschaft oder um den Entbindungstermin herum aufgetreten sind, sprechen gegen eine Wassergeburt.

Zudem wird diese Form der Entbindung nur dann durchgeführt, wenn sich Dein Baby in der Geburtslage befindet. Eine Steißgeburt kann auf diesem Weg nicht durchgeführt werden.

✨ Die Vorteile einer Wassergeburt

Bevor Du Dich für oder auch gegen eine Wassergeburt entscheidest, möchtest Du natürlich die Vor- und Nachteile abwägen. Hier bekommst Du einen guten Überblick:

Schmerzarm

Umfragen und auch Statistiken zeigen, dass Frauen eine Wassergeburt als schmerzarmer empfinden, als es bei einer Geburt außerhalb des Wassers der Fall ist.

Sanfter Übergang

Für Dein Baby kann es ebenfalls ein schöner Übergang in die Welt sein. Es kommt aus dem warmen Mutterleib direkt in warmes Wasser. Dadurch wird es weniger unter Stress gesetzt.

Konzentration auf die Atmung

Durch die Entspannung, die sich im warmen Wasser einstellt, kannst Du Dich besser auf Deine Atmung konzentrieren. Dadurch lässt sich auch die Eröffnungsphase verkürzen.

Weniger Geburtsverletzungen

Viele Geburtsverletzungen entstehen, wenn der Beckenboden zu verkrampft ist. Gerade Dammrisse sind dann das Ergebnis. Statistisch gesehen kommt es bei Wassergeburten zu weniger Dammrissen.

💪 Die Nachteile und Risiken im Überblick

Auch die Risiken sollten im Blick behalten werden, wenn Du darüber nachdenkst, mit einer Wassergeburt zu entbinden:

Notfälle

Auch bei einer Wassergeburt kann es zu einem Notfall kommen, bei dem ein Kaiserschnitt oder auch eine Zangengeburt notwendig werden. Nun musst Du bei einer Wassergeburt erst aus der Wanne kommen. Das kostet teilweise viel Zeit.

Hygiene

Eine Wassergeburt unterliegt strengen hygienischen Vorgaben. Werden diese nicht eingehalten, kann es zu Infektionen kommen. Deine Haut weicht im Wasser schnell auf, kleine Verletzungen sind dann die Eintrittspforte für Bakterien.

Infektionen beim Baby

Auch bei einer Wassergeburt treten Keime ins Wasser ein oder es kann sich Stuhl lösen. Gelangen Keime oder Stuhl dann in den Kreislauf des Kindes, wenn es ins Wasser geboren wird, kann es zu Infektionen kommen.

🖤 Fazit: Die Wassergeburt als sanfte Variante

Die Wassergeburt ist eine Variante der Entbindung, die sich vor allem dann anbietet, wenn Du bisher eine unauffällige Schwangerschaft hattest und Dich im warmen Wasser auch wohlfühlst. Bist Du bereit, Dich auf das Erlebnis einzulassen, kann eine Wassergeburt dabei helfen, die Geburt nach vorne zu treiben und Dein Baby im warmen Wasser in Empfang zu nehmen.

Häufig gestellte Fragen

Kann mein Baby bei einer Wassergeburt ertrinken?

Nein, gesunde Babys haben einen natürlichen Tauchreflex. Dieser verhindert automatisch, dass Wasser in die Lunge eindringen kann, sobald das Baby ins Wasser kommt.

Wie warm ist das Wasser bei einer Wassergeburt?

Das Wasser kann eine Temperatur von bis zu 37 °C haben. Die Hebamme passt die Wassertemperatur nach Deinen persönlichen Wünschen an – wenn es Dir zu warm oder zu kalt ist, kann sie schnell reagieren.

Muss ich die ganze Geburt im Wasser bleiben?

Nein, Du entscheidest selbst, wann Du in die Wanne möchtest und wann Du sie wieder verlassen willst. Das kann auch während der Geburt sein – es gibt keinen Zwang, bis zum Ende in der Wanne zu bleiben.

Ist eine Wassergeburt bei einer Steißlage möglich?

Nein, eine Wassergeburt wird nur dann durchgeführt, wenn sich Dein Baby in der normalen Geburtslage (Schädellage) befindet. Eine Steißgeburt kann auf diesem Weg nicht durchgeführt werden.

Verkürzt eine Wassergeburt wirklich die Geburtsdauer?

Ja, durch die entspannende Wirkung des warmen Wassers kann eine Wassergeburt die Entbindung durchschnittlich um eine halbe Stunde verkürzen. Das warme Wasser fördert sanft die Wehen, während sich die Beckenmuskeln entspannen.

Kann mein Partner mit in die Gebärwanne?

Ja, Gebärwannen sind extra groß gestaltet, sodass auch Dein Partner mit in die Wanne steigen kann, wenn Du das möchtest und es die Situation erlaubt.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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