Durchfall vor der Geburt: Ein Geburtsanzeichen?
Auf einen Blick
- Durchfall kurz vor der Geburt ist ein häufiges und meist harmloses Geburtsanzeichen – der Körper bereitet sich auf die Wehen vor.
- Die hormonelle Umstellung (Prostaglandine) lockert den Darm und sorgt für weicheren Stuhlgang oder Durchfall 24-48 Stunden vor Wehenbeginn.
- Wässriger Durchfall mit Fieber, Blut oder starken Schmerzen kann auf eine Infektion hinweisen und sollte ärztlich abgeklärt werden.
- Ausreichend trinken ist jetzt besonders wichtig, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und für die Geburt fit zu bleiben.
Du bist hochschwanger und plötzlich plagt dich Durchfall? Keine Panik – das erleben viele Frauen kurz vor der Geburt. Dein Körper räumt sozusagen auf und macht Platz für dein Baby. In diesem Artikel erfährst du, warum Durchfall vor der Geburt auftritt, wann er ein Zeichen für den baldigen Geburtsbeginn ist und wann du lieber deine Hebamme oder Ärztin kontaktieren solltest.
🔍 Was bedeutet Durchfall vor der Geburt?
Durchfall in den letzten Tagen oder Stunden vor der Geburt ist ein natürliches Phänomen, das viele Schwangere erleben. Medizinisch gesehen handelt es sich um häufigeren, weicheren bis flüssigen Stuhlgang, der durch die hormonellen Veränderungen kurz vor dem Geburtsbeginn ausgelöst wird.
Dein Körper durchläuft in der Endphase der Schwangerschaft eine bemerkenswerte Vorbereitung: Die Gebärmutter beginnt sich zusammenzuziehen, der Muttermund wird weicher, und auch dein Verdauungssystem wird aktiv. Diese „Aufräumaktion" ist ein cleverer Mechanismus der Natur – ein leerer Darm schafft mehr Platz im Becken und verhindert, dass du während der Geburt Stuhlgang hast.
Etwa 60-70% aller Schwangeren berichten von Durchfall oder zumindest deutlich weicherem Stuhlgang in den 24 bis 48 Stunden vor Wehenbeginn. Manche Frauen bemerken dieses Zeichen schon einige Tage früher, andere erst wenige Stunden vor den ersten echten Wehen.
Der Unterschied zu normalem Durchfall
Durchfall als Geburtsanzeichen unterscheidet sich von einer Magen-Darm-Infektion durch einige typische Merkmale:
- Er tritt meist ohne Übelkeit oder Erbrechen auf
- Du hast in der Regel kein Fieber
- Die Bauchkrämpfe sind mild und wellenartig
- Er hält meist nur 12-24 Stunden an
- Oft treten gleichzeitig andere Geburtsanzeichen auf (Rückenschmerzen, Ziehen im Unterleib)
🧬 Warum kommt es zu Durchfall vor der Geburt?
Die Hauptursache für Durchfall kurz vor der Geburt liegt in der hormonellen Umstellung deines Körpers. Lass uns die verschiedenen Mechanismen genauer anschauen:
Prostaglandine – die Geburtshormone
Prostaglandine sind hormonähnliche Substanzen, die dein Körper kurz vor der Geburt vermehrt produziert. Sie haben mehrere wichtige Aufgaben:
- Sie machen den Gebärmutterhals weich und helfen ihm, sich zu öffnen
- Sie lösen Kontraktionen der Gebärmutter aus
- Sie stimulieren auch die glatte Muskulatur des Darms
Das Problem – oder besser gesagt, der gewollte Nebeneffekt: Prostaglandine können nicht zwischen Gebärmutter und Darm unterscheiden. Sie wirken auf beide Organe. Deshalb wird auch deine Darmtätigkeit angeregt, was zu weicherem Stuhlgang oder Durchfall führt.
Mechanischer Druck
In den letzten Schwangerschaftswochen rutscht dein Baby tiefer ins Becken. Dieser Prozess, auch „Senkung" genannt, übt zusätzlichen Druck auf deinen Darm aus. Gleichzeitig wird die Gebärmutter aktiver und beginnt mit Übungswehen oder Vorwehen. All diese mechanischen Reize können die Darmtätigkeit beschleunigen.
Das Zusammenspiel mit anderen Geburtsanzeichen
Durchfall tritt selten isoliert auf. Meist gesellen sich weitere Anzeichen dazu:
- Abgang des Schleimpfropfs (oft mit etwas Blut vermischt)
- Verstärkte Rückenschmerzen
- Regelähnliches Ziehen im Unterleib
- Unruhe und Nestbautrieb
- Häufigerer Harndrang
💗 Nadines Empfehlung
Nadine Scheiner
Bei beiden meinen Geburten hatte ich etwa einen Tag vorher plötzlich Durchfall – und ehrlich gesagt war ich zunächst verunsichert. Mein Tipp: Bleib zu Hause in der Nähe der Toilette, trink viel Wasser oder Kräutertee und beobachte, ob weitere Geburtsanzeichen dazukommen. Pack in Ruhe deine Kliniktasche fertig, falls noch nicht geschehen. Und ganz wichtig: Ruf deine Hebamme an, wenn du unsicher bist – lieber einmal zu viel als zu wenig!
📊 Durchfall als Geburtsanzeichen erkennen
Durchfall vor Geburt: Die 4 wichtigsten Merkmale
moms.deNicht jeder Durchfall in der Spätschwangerschaft ist automatisch ein Geburtsanzeichen. Es gibt einige Merkmale, die dir helfen, den Unterschied zu erkennen:
| Merkmal | Durchfall als Geburtsanzeichen | Magen-Darm-Infekt |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | Ab SSW 37+, meist 24-48h vor Wehen | Jederzeit möglich |
| Begleitsymptome | Rückenschmerzen, Ziehen, Senkwehen | Übelkeit, Erbrechen, Fieber |
| Dauer | 12-24 Stunden, dann Wehenbeginn | Mehrere Tage |
| Intensität | Mild bis mäßig, weicher Stuhl | Oft heftig, wässrig, krampfartig |
| Allgemeinzustand | Gut, eventuell aufgeregt | Abgeschlagen, krank |
| Andere Betroffene | Nur du | Oft mehrere Familienmitglieder |
🕐 Wann beginnt die Geburt nach dem Durchfall?
Die Frage, die wahrscheinlich gerade in deinem Kopf kreist: Wie lange dauert es noch, bis die Wehen losgehen? Die ehrliche Antwort: Das ist individuell sehr unterschiedlich.
Die meisten Frauen berichten, dass zwischen dem Einsetzen des Durchfalls und den ersten echten Geburtswehen etwa 24 bis 48 Stunden vergehen. Bei manchen geht es schneller – innerhalb von 12 Stunden – bei anderen kann es auch noch 3-4 Tage dauern.
Weitere Zeichen, auf die du achten solltest
Durchfall allein bedeutet nicht, dass du sofort ins Krankenhaus musst. Beobachte, ob weitere Geburtsanzeichen hinzukommen:
- Regelmäßige Wehen: Kontraktionen, die in immer kürzeren Abständen kommen (alle 10, dann 7, dann 5 Minuten) und länger werden
- Blasensprung: Fruchtwasser geht ab – dann solltest du zeitnah in die Klinik, auch ohne Wehen
- Blutiger Ausfluss: Mehr als nur die leichte Zeichnungsblutung
- Starke, anhaltende Schmerzen: Die nicht wellenartig kommen und gehen
Gut zu wissen: Durchfall ist kein Grund, sofort in die Klinik zu fahren. Bleib zunächst zu Hause, beobachte deinen Körper und ruf deine Hebamme an. Sie kann dir am Telefon schon gut einschätzen helfen, wie weit du bist und wann der richtige Zeitpunkt für die Fahrt ins Krankenhaus ist.
Erstgebärende vs. Mehrgebärende
Ein kleiner, aber wichtiger Unterschied: Wenn du dein erstes Kind bekommst, verläuft die Geburt meist langsamer. Zwischen den ersten Geburtsanzeichen und der tatsächlichen Geburt können durchaus noch einige Tage vergehen.
Beim zweiten oder dritten Kind geht oft alles schneller. Manche Frauen berichten, dass sie morgens Durchfall hatten und abends schon ihr Baby im Arm hielten. Wenn du also schon Mama bist und Durchfall bekommst, solltest du die Zeichen besonders aufmerksam beobachten und lieber früher als später Kontakt zu deiner Hebamme aufnehmen.
⚠️ Wann solltest du zum Arzt oder ins Krankenhaus?
Auch wenn Durchfall vor der Geburt meist harmlos ist, gibt es Situationen, in denen du nicht zögern solltest, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen:
Alarmsignale, die sofortiges Handeln erfordern
- Fieber über 38°C: Deutet auf eine Infektion hin, die für dich und dein Baby gefährlich werden kann
- Blut im Stuhl: Kann auf eine ernsthafte Darmerkrankung hinweisen
- Starke Bauchschmerzen: Die nicht wellenartig kommen, sondern konstant anhalten
- Erbrechen: Besonders wenn es mehrfach auftritt und du nichts bei dir behalten kannst
- Schwindel oder Kreislaufprobleme: Zeichen von Dehydrierung
- Verminderte Kindsbewegungen: Wenn dein Baby sich deutlich weniger bewegt als sonst
- Grünlicher Ausfluss: Könnte auf Fruchtwasser mit Kindspech (Mekonium) hindeuten
Wichtig: Wenn du vor der 37. Schwangerschaftswoche Durchfall zusammen mit Wehen bekommst, kontaktiere sofort deine Klinik oder Hebamme. Es könnte sich um vorzeitige Wehen handeln, die behandelt werden müssen.
Wann ein Anruf bei der Hebamme sinnvoll ist
Du musst nicht bei jedem kleinen Anzeichen in Panik geraten, aber zögere auch nicht, deine Hebamme anzurufen, wenn:
- Du unsicher bist, ob es „normale" Geburtsanzeichen sind
- Der Durchfall sehr heftig ist und du dich schwach fühlst
- Du Angst hast oder dich unwohl fühlst
- Du noch vor dem errechneten Termin bist (vor SSW 37)
- Du eine Risikoschwangerschaft hast
Hebammen sind genau dafür da – sie können deine Situation meist schon am Telefon gut einschätzen und dir sagen, ob du kommen solltest oder noch zu Hause bleiben kannst.
💊 Was hilft gegen Durchfall vor der Geburt?
Die gute Nachricht: Du musst den Durchfall nicht unbedingt „behandeln" – er ist ja ein natürlicher Prozess. Trotzdem gibt es einige Dinge, die dir helfen können, dich wohler zu fühlen:
Flüssigkeit ist jetzt das Wichtigste
Bei Durchfall verliert dein Körper viel Flüssigkeit und Elektrolyte. Gerade jetzt, kurz vor der Geburt, brauchst du aber deine volle Kraft. Deshalb gilt:
- Trinke mindestens 2-3 Liter am Tag
- Stilles Wasser ist ideal
- Kräutertees wie Kamille oder Fenchel beruhigen zusätzlich den Darm
- Elektrolytlösungen aus der Apotheke können sinnvoll sein
- Auch klare Brühe liefert Salze und Flüssigkeit
Schonende Ernährung
Auch wenn du vielleicht keinen großen Appetit hast – dein Körper braucht Energie für die bevorstehende Geburt:
- Bananen: Liefern Kalium und sind leicht verdaulich
- Zwieback oder Toast: Stopfen leicht und sind gut verträglich
- Geriebener Apfel: Das Pektin bindet Flüssigkeit im Darm
- Reis oder Kartoffeln: Ohne Fett zubereitet, geben Kraft
- Haferschleim: Beruhigt den Magen-Darm-Trakt
Meide jetzt besser:
- Fettige, schwere Speisen
- Milchprodukte (können Durchfall verstärken)
- Rohes Obst und Gemüse
- Koffein und kohlensäurehaltige Getränke
- Sehr süße oder stark gewürzte Speisen
Medikamente – Vorsicht in der Schwangerschaft
Grundsätzlich solltest du in der Schwangerschaft keine Medikamente ohne Rücksprache mit deiner Ärztin oder Hebamme einnehmen. Das gilt auch für rezeptfreie Durchfallmittel.
Nicht empfohlen:
- Loperamid (Imodium) – stoppt zwar den Durchfall, aber das ist vor der Geburt nicht gewünscht
- Antibiotika – nur bei nachgewiesener bakterieller Infektion und ärztlicher Verordnung
Meist unbedenklich:
- Heilerde – bindet Giftstoffe und beruhigt den Darm
- Flohsamenschalen – regulieren die Verdauung
- Probiotika – unterstützen die Darmflora
Aber auch hier gilt: Sprich vorher mit deiner Hebamme oder Ärztin.
Ruhe und Entspannung
Dein Körper leistet gerade Höchstarbeit. Gönn dir Ruhe:
- Leg dich hin, wenn du müde bist
- Eine Wärmflasche auf dem Bauch kann krampflösend wirken (nicht zu heiß!)
- Atme tief durch – Entspannungstechniken helfen auch bei Durchfall
- Bleib in der Nähe einer Toilette, damit du nicht gestresst bist
Ich erinnere mich noch gut, wie ich bei meiner ersten Geburt dachte: „Jetzt auch noch Durchfall – als wäre ich nicht schon nervös genug!" Heute weiß ich: Mein Körper hat einfach seinen Job gemacht und sich vorbereitet. Versuch, es als positives Zeichen zu sehen – dein Baby kommt bald!
🔬 Andere Ursachen für Durchfall in der Spätschwangerschaft
Nicht jeder Durchfall kurz vor dem Geburtstermin ist automatisch ein Geburtsanzeichen. Es gibt auch andere mögliche Ursachen, die du kennen solltest:
Magen-Darm-Infekte
Auch Schwangere können sich Viren oder Bakterien einfangen. Typische Anzeichen für einen Infekt sind:
- Plötzlicher Beginn mit heftigem, wässrigem Durchfall
- Übelkeit und Erbrechen
- Fieber oder erhöhte Temperatur
- Andere Familienmitglieder sind auch erkrankt
- Du fühlst dich richtig krank und abgeschlagen
Besonders Noroviren und Rotaviren sind hochansteckend und können auch in der Schwangerschaft zuschlagen. Hier ist besonders wichtig, dass du ausreichend trinkst und bei Fieber oder starkem Erbrechen ärztliche Hilfe suchst.
Lebensmittelvergiftung
Verdorbene oder kontaminierte Lebensmittel können zu plötzlichem, heftigem Durchfall führen. Hinweise darauf sind:
- Symptome beginnen wenige Stunden nach einer Mahlzeit
- Starke Übelkeit und Erbrechen
- Bauchkrämpfe
- Eventuell Fieber
In der Schwangerschaft ist besondere Vorsicht geboten bei Salmonellen oder Listerien – diese können auch dem Baby schaden. Bei Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung solltest du immer ärztlichen Rat einholen.
Stress und Nervosität
Die letzten Wochen vor der Geburt sind aufregend und manchmal auch angstbesetzt. Psychischer Stress kann sich auf den Darm auswirken – das sogenannte „Reizdarmsyndrom" oder einfach nervöser Durchfall.
Anzeichen dafür sind:
- Der Durchfall kommt in stressigen Situationen
- Keine anderen Krankheitszeichen
- Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung
- Blähungen und Bauchgrummeln
Ernährungsumstellung
Manche Frauen ändern kurz vor der Geburt ihre Ernährung – vielleicht isst du plötzlich mehr Obst, um fit zu bleiben, oder probierst Lebensmittel aus, die Wehen fördern sollen (wie Datteln oder scharfes Essen). Auch das kann zu Durchfall führen.
Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel
Einige Präparate können Durchfall als Nebenwirkung haben:
- Magnesium (wird oft gegen Wadenkrämpfe eingenommen)
- Eisenpräparate (können sowohl Verstopfung als auch Durchfall auslösen)
- Manche pflanzliche Tees (Himbeerblättertee in großen Mengen)
🛡️ Durchfall vorbeugen – geht das?
Den natürlichen Durchfall als Geburtsanzeichen kannst du nicht verhindern – und solltest es auch nicht, denn er ist Teil der Geburtsvorbereitung deines Körpers. Du kannst aber das Risiko für andere Durchfallursachen minimieren:
Hygiene im Alltag
- Wasche dir regelmäßig und gründlich die Hände
- Achte auf Küchenhygiene beim Kochen
- Meide rohes Fleisch, rohen Fisch und Rohmilchprodukte
- Wasche Obst und Gemüse gründlich
- Vermeide den Kontakt zu erkrankten Personen
Darmgesundheit stärken
- Iss ballaststoffreich, aber nicht übertrieben
- Probiotische Lebensmittel wie Naturjoghurt unterstützen die Darmflora
- Trinke ausreichend – auch das hält die Verdauung im Gleichgewicht
- Bewege dich regelmäßig (soweit möglich in der Spätschwangerschaft)
Stress reduzieren
- Plane die letzten Wochen nicht zu voll
- Nimm dir Zeit für Entspannung
- Sprich über deine Ängste – mit deinem Partner, deiner Hebamme oder in einem Geburtsvorbereitungskurs
- Vertraue deinem Körper – er weiß, was zu tun ist
👶 Ist Durchfall gefährlich für mein Baby?
Diese Sorge haben viele werdende Mamas: Schadet der Durchfall meinem Baby? Die beruhigende Antwort: In den allermeisten Fällen nicht.
Dein Baby ist gut geschützt
Dein Baby liegt sicher in der Fruchtblase, umgeben von Fruchtwasser. Die Gebärmutter und die Plazenta schützen es vor den meisten äußeren Einflüssen. Ein normaler Durchfall erreicht dein Baby nicht direkt.
Wann es kritisch werden kann
Gefährlich wird es nur in seltenen Fällen:
- Starke Dehydrierung: Wenn du zu wenig trinkst und dein Kreislauf leidet, bekommt auch dein Baby weniger Sauerstoff und Nährstoffe
- Schwere Infektionen: Manche Bakterien (wie Listerien) oder Parasiten können die Plazentaschranke überwinden
- Hohes Fieber: Temperaturen über 39°C können Wehen auslösen oder dem Baby schaden
- Vorzeitige Wehen: Wenn Durchfall vor der 37. Woche zusammen mit Wehen auftritt
Deshalb ist es so wichtig, dass du bei Warnsignalen nicht zögerst, medizinische Hilfe zu suchen.
Die Kindsbewegungen im Blick behalten
Ein guter Indikator dafür, dass es deinem Baby gut geht, sind die Kindsbewegungen. Auch wenn du Durchfall hast, sollte sich dein Baby normal bewegen. Wenn du das Gefühl hast, dass die Bewegungen deutlich weniger oder schwächer werden, kontaktiere sofort deine Hebamme oder Klinik.
🏥 Was passiert im Krankenhaus?
Falls du wegen des Durchfalls oder anderer Symptome ins Krankenhaus fährst oder rufst, wird das medizinische Team verschiedene Untersuchungen durchführen:
Erste Untersuchungen
- CTG (Kardiotokographie): Überwachung der Herztöne deines Babys und eventueller Wehen
- Vaginale Untersuchung: Prüfung, ob der Muttermund sich bereits öffnet
- Blutdruck und Puls: Um deinen Kreislauf zu überprüfen
- Temperatur: Ausschluss von Fieber
- Urinuntersuchung: Prüfung auf Dehydrierung oder Infektion
Bei Verdacht auf Infektion
Wenn der Verdacht besteht, dass eine Magen-Darm-Infektion vorliegt, können weitere Untersuchungen folgen:
- Stuhlprobe zur Erregerbestimmung
- Blutuntersuchung (Entzündungswerte, Elektrolyte)
- Eventuell Ultraschall, um andere Ursachen auszuschließen
Behandlung im Krankenhaus
Je nach Befund kann die Behandlung umfassen:
- Infusion zum Flüssigkeitsausgleich
- Elektrolytlösungen
- Bei bakteriellen Infektionen eventuell Antibiotika (schwangerschaftsverträglich)
- Wehenhemmer, falls vorzeitige Wehen auftreten
- Überwachung von dir und deinem Baby
📝 Durchfall und Geburt – praktische Tipps
Wenn du merkst, dass die Geburt bald losgeht und du Durchfall hast, helfen dir diese praktischen Tipps:
Für zu Hause
- Hab immer eine Wasserflasche in Reichweite
- Bereite leichte Snacks vor (Zwieback, Bananen, Toast)
- Leg dir frische Unterwäsche und eventuell Slipeinlagen bereit
- Nutze feuchtes Toilettenpapier – das ist sanfter zur gereizten Haut
- Creme den Intimbereich mit Wundschutzcreme ein, um Hautreizungen vorzubeugen
Für die Kliniktasche
Pack zusätzlich ein:
- Elektrolytlösung in Pulverform
- Feuchttücher
- Wundschutzcreme
- Eventuell Wechselkleidung (falls du unterwegs bist, wenn es losgeht)
- Kräutertee-Beutel (Kamille, Fenchel)
Für die Fahrt ins Krankenhaus
- Leg ein Handtuch auf den Autositz – nur zur Sicherheit
- Nimm eine Tüte mit (falls dir übel wird)
- Plane eventuell einen Stopp ein, falls nötig
- Wenn der Durchfall sehr stark ist, erwäge, einen Krankenwagen zu rufen, statt selbst zu fahren
Während der Geburt
Mach dir keine Sorgen, dass du während der Geburt Stuhlgang haben könntest – das ist für Hebammen und Ärzte völlig normal und wird diskret entfernt. Durch den Durchfall vorher ist die Wahrscheinlichkeit ohnehin geringer.
Konzentriere dich auf die Geburt und dein Baby – alles andere ist nebensächlich.
🔄 Durchfall nach der Geburt
Kurz noch ein Blick nach vorne: Auch nach der Geburt kann es zu Durchfall kommen. Das ist meist harmlos und hat verschiedene Ursachen:
- Hormonelle Umstellung nach der Geburt
- Nachwirkungen von Schmerzmitteln oder Antibiotika
- Stress und Aufregung der ersten Tage
- Ernährungsumstellung (besonders beim Stillen)
Auch hier gilt: Viel trinken ist wichtig, besonders wenn du stillst. Bei anhaltendem Durchfall, Fieber oder Blut im Stuhl solltest du deine Hebamme oder Ärztin informieren.
❓ Häufige Fragen
Wie lange vor der Geburt bekommt man Durchfall?
Die meisten Frauen bekommen etwa 24 bis 48 Stunden vor Beginn der Wehen Durchfall. Bei manchen setzt er schon 3-4 Tage vorher ein, bei anderen erst wenige Stunden vor den ersten Kontraktionen. Jede Schwangerschaft ist individuell. Durchfall allein bedeutet nicht, dass du sofort ins Krankenhaus musst – beobachte, ob weitere Geburtsanzeichen wie regelmäßige Wehen oder der Abgang des Schleimpfropfs hinzukommen.
Kann man Durchfall vor der Geburt verhindern?
Nein, und das solltest du auch nicht versuchen. Der Durchfall ist ein natürlicher Teil der Geburtsvorbereitung deines Körpers. Die Prostaglandine, die den Muttermund weich machen und Wehen auslösen, regen gleichzeitig die Darmtätigkeit an. Dieser „Reinigungsprozess" ist sinnvoll und hilft, den Geburtskanal freizumachen. Versuche nicht, den Durchfall mit Medikamenten zu stoppen – lass deinem Körper seinen natürlichen Lauf.
Ist Durchfall immer ein Zeichen, dass die Geburt bald losgeht?
Nein, nicht immer. Zwar ist Durchfall ein häufiges Geburtsanzeichen, aber es gibt auch andere Ursachen wie Magen-Darm-Infekte, Lebensmittelunverträglichkeiten oder Stress. Entscheidend ist, ob weitere typische Geburtsanzeichen dazukommen: Rückenschmerzen, regelmäßige Wehen, Abgang des Schleimpfropfs oder ein Ziehen im Unterleib. Wenn du nur Durchfall hast, ohne andere Symptome, und noch weit vor deinem Termin bist, ist es wahrscheinlich keine Geburt.
Was soll ich trinken, wenn ich Durchfall vor der Geburt habe?
Am besten eignen sich stilles Wasser, lauwarme Kräutertees (Kamille, Fenchel, Pfefferminze) und klare Brühe. Elektrolytlösungen aus der Apotheke helfen, verlorene Mineralstoffe zu ersetzen. Trinke mindestens 2-3 Liter über den Tag verteilt, in kleinen Schlucken. Meide kohlensäurehaltige Getränke, Kaffee und sehr kalte Getränke – sie können den Darm zusätzlich reizen. Auch Fruchtsäfte solltest du nur verdünnt trinken, da der Fruchtzucker den Durchfall verstärken kann.
Muss ich mit Durchfall sofort ins Krankenhaus?
Nein, Durchfall allein ist kein Grund für eine sofortige Fahrt ins Krankenhaus. Bleib zunächst zu Hause, trink viel und beobachte, ob weitere Geburtsanzeichen hinzukommen. Ins Krankenhaus solltest du fahren, wenn: regelmäßige Wehen einsetzen (alle 5-10 Minuten), deine Fruchtblase springt, du starke Blutungen hast, Fieber über 38°C auftritt, du dich sehr schwach fühlst oder die Kindsbewegungen deutlich abnehmen. Im Zweifel ruf deine Hebamme oder die Klinik an – sie können dich telefonisch beraten.
Kann Durchfall dem Baby schaden?
In den allermeisten Fällen nein. Dein Baby ist durch die Fruchtblase und die Gebärmutter gut geschützt. Normaler Durchfall als Geburtsanzeichen ist für dein Baby unbedenklich. Gefährlich kann es nur werden, wenn du durch starken Durchfall dehydrierst und zu wenig trinkst, oder wenn eine schwere Infektion mit hohem Fieber vorliegt. Achte deshalb auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und kontaktiere bei Warnsignalen (Fieber, Blut im Stuhl, starke Bauchschmerzen, verminderte Kindsbewegungen) sofort deine Hebamme oder Ärztin.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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