Magen-Darm beim Kleinkind: Was essen & wie du es begleitest
Auf einen Blick
- Magen-Darm-Infekte bei Kleinkindern dauern meist 3–7 Tage und heilen in der Regel von selbst aus
- Flüssigkeitszufuhr hat oberste Priorität – kleine Schlucke alle 5–10 Minuten verhindern Austrocknung
- Leichte Kost wie Banane, geriebener Apfel, Zwieback und Reis helfen dem Darm, sich zu erholen
- Bei Anzeichen von Austrocknung (trockene Lippen, dunkler Urin, Teilnahmslosigkeit) sofort zum Arzt
Wenn dein Kleinkind plötzlich erbricht, Durchfall bekommt und sich elend fühlt, ist das für euch beide belastend. Magen-Darm-Infekte gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Kleinkindalter – und die Frage „Was darf mein Kind jetzt essen?" beschäftigt fast alle Eltern. In diesem Ratgeber erfährst du alles Wichtige über die richtige Ernährung, Pflege und wann ärztliche Hilfe nötig ist.
🔍 Was ist ein Magen-Darm-Infekt beim Kleinkind?
Ein Magen-Darm-Infekt – medizinisch Gastroenteritis genannt – ist eine Entzündung der Schleimhäute von Magen und Darm. Bei Kleinkindern wird sie in über 90 Prozent der Fälle durch Viren ausgelöst, seltener durch Bakterien oder in Ausnahmefällen durch Parasiten.
Die typischen Symptome kennst du wahrscheinlich: Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, manchmal auch Fieber und allgemeines Unwohlsein. Dein Kind ist quengelig, mag nicht essen und wirkt schlapp. Das ist völlig normal und gehört zum Krankheitsverlauf dazu.
Die häufigsten Erreger
Bei Kleinkindern sind vor allem diese Viren verantwortlich:
- Rotaviren: Früher die Hauptursache, heute durch Impfung seltener geworden. Verursachen besonders heftigen wässrigen Durchfall.
- Noroviren: Hochansteckend, treten oft in Wellen auf, besonders in Kitas und im Winter. Führen zu plötzlichem, heftigem Erbrechen.
- Adenoviren: Verursachen meist mildere Verläufe mit länger anhaltendem Durchfall.
- Sapoviren und Astroviren: Seltener, aber ebenfalls typische Durchfallerreger bei Kleinkindern.
Bakterielle Infektionen durch Salmonellen, Campylobacter oder EHEC sind seltener, können aber schwerer verlaufen und erfordern manchmal eine antibiotische Behandlung.
🍽️ Was darf mein Kleinkind bei Magen-Darm essen?
Die gute Nachricht vorweg: Die alte Regel „24 Stunden Nahrungspause" gilt heute nicht mehr. Im Gegenteil – Experten empfehlen, dass dein Kind essen darf, sobald es möchte. Der Darm erholt sich sogar schneller, wenn er schonend Nahrung bekommt.
💗 Nadines Empfehlung
Nadine Scheiner
Bei meinen beiden Kindern habe ich gelernt: Druck beim Essen ist kontraproduktiv. Ich stelle verschiedene kleine Portionen bereit – geriebenen Apfel, Salzstangen, eine halbe Banane – und lasse sie selbst entscheiden. Meist greifen sie intuitiv zum Richtigen. Und wenn sie nur trinken wollen, ist das in den ersten 24 Stunden völlig in Ordnung. Der Appetit kommt zurück, sobald der Magen sich beruhigt hat.
Die erste Phase: Flüssigkeit geht vor
In den ersten Stunden, besonders wenn dein Kind noch erbricht, steht die Flüssigkeitszufuhr an erster Stelle. Feste Nahrung kann warten – Flüssigkeit nicht. Biete deinem Kind alle 5–10 Minuten kleine Schlucke an:
- Stilles Wasser (zimmerwarm, nicht eiskalt)
- Ungesüßter Fenchel- oder Kamillentee
- Verdünnter Apfelsaft (1:3 mit Wasser)
- Orale Rehydrationslösung aus der Apotheke (bei starkem Durchfall)
Wichtig: Keine großen Mengen auf einmal! Ein voller Magen löst oft sofort wieder Erbrechen aus. Lieber einen Teelöffel alle paar Minuten als ein ganzes Glas auf einmal.
Schonkost für kleine Bäuche: Die besten Lebensmittel
Sobald das Erbrechen nachgelassen hat – meist nach 6–12 Stunden – und dein Kind Interesse an Essen zeigt, kannst du mit leichter Kost beginnen. Diese Lebensmittel haben sich bewährt:
| Lebensmittel | Warum es hilft | Wie zubereiten |
|---|---|---|
| Banane | Reich an Kalium, stopfend, leicht verdaulich | Zerdrückt oder in kleinen Stücken, reif |
| Geriebener Apfel | Pektin bindet Giftstoffe und Wasser im Darm | Mit Schale reiben, 10 Min. stehen lassen (oxidiert) |
| Zwieback | Fettfrei, leicht verdaulich, saugfähig | Trocken oder in Tee eingeweicht |
| Salzstangen | Liefern Salz (Natrium), das bei Durchfall verloren geht | Trocken knabbern |
| Reis (weiß) | Stopfend, bindet Flüssigkeit, schleimbildend | Weich gekocht, mit etwas Salz, ohne Fett |
| Karotte | Pektinreich, wirkt stopfend | Als Karottensuppe nach Moro (lange gekocht) |
| Kartoffeln | Leicht verdaulich, liefern Energie | Gekocht, zerdrückt, ohne Milch und Butter |
| Haferschleim | Schützt Magenschleimhaut, leicht verdaulich | Mit Wasser gekocht, nicht zu dick |
Das solltest du in der akuten Phase meiden
Bestimmte Lebensmittel belasten den gereizten Magen-Darm-Trakt zusätzlich und können die Symptome verschlimmern:
- Milchprodukte: Joghurt, Käse, Milch – der Darm kann Laktose vorübergehend schlechter verdauen
- Fettiges und Frittiertes: Pommes, Chicken Nuggets, fette Wurst
- Rohes Obst und Gemüse: Außer geriebenem Apfel und reifer Banane
- Süßigkeiten und Limonaden: Zucker verstärkt Durchfall
- Vollkornprodukte: Zu viele Ballaststoffe belasten jetzt
- Säurehaltige Säfte: Orangensaft, Multivitaminsaft reizen den Magen
Die 4 Phasen der Magen-Darm-Ernährung
moms.de🥕 Bewährte Rezepte und Zubereitungstipps
Morosche Karottensuppe – der Klassiker
Diese Suppe wurde bereits 1908 vom Kinderarzt Ernst Moro entwickelt und hat sich bis heute bewährt. Durch das lange Kochen entstehen spezielle Zuckermoleküle, die Krankheitserreger im Darm binden.
Zubereitung:
- 500 g geschälte Karotten in kleine Stücke schneiden
- In 1 Liter Wasser mindestens 1 Stunde kochen lassen
- Pürieren und mit abgekochtem Wasser wieder auf 1 Liter auffüllen
- 3 g Salz (etwa 1 gestrichener Teelöffel) einrühren
- Mehrmals täglich in kleinen Portionen anbieten
Reisschleim – sanft und stopfend
Reisschleim legt sich wie ein Schutzfilm über die gereizte Darmschleimhaut:
- 2 EL weißen Reis in 250 ml Wasser aufkochen
- Bei schwacher Hitze 20–30 Minuten köcheln lassen
- Durch ein Sieb streichen oder pürieren
- Mit einer Prise Salz würzen
- Lauwarm in kleinen Portionen füttern
Apfel-Bananen-Brei
Eine Kombination, die fast alle Kleinkinder mögen:
- 1 reife Banane zerdrücken
- 1 Apfel mit Schale fein reiben
- 10 Minuten stehen lassen (das Pektin wirkt besser)
- Beides vermischen
- Bei Bedarf mit etwas Wasser verdünnen
🚨 Wann du unbedingt zum Arzt solltest
Die meisten Magen-Darm-Infekte bei Kleinkindern verlaufen harmlos und heilen innerhalb weniger Tage von selbst aus. Dennoch gibt es Warnsignale, bei denen du nicht zögern solltest, ärztliche Hilfe zu suchen.
| Warnsignal | Warum es wichtig ist | Handlung |
|---|---|---|
| Keine nassen Windeln seit 6–8 Stunden | Zeichen für Austrocknung | Sofort zum Kinderarzt oder in die Notaufnahme |
| Trockene Lippen und Schleimhäute | Deutlicher Flüssigkeitsmangel | Arzt kontaktieren, evtl. Infusion nötig |
| Eingesunkene Fontanelle (bei Babys) | Schwere Dehydration | Notfall – sofort ins Krankenhaus |
| Blut im Stuhl | Kann auf bakterielle Infektion hinweisen | Noch am selben Tag zum Arzt |
| Hohes Fieber über 39°C | Mögliche Komplikation oder bakterielle Infektion | Kinderarzt konsultieren |
| Starke Bauchschmerzen, harter Bauch | Ausschluss von Blinddarmentzündung o.ä. | Ärztliche Untersuchung erforderlich |
| Kind wirkt teilnahmslos, apathisch | Zeichen schwerer Erkrankung | Sofort zum Arzt |
| Erbrechen länger als 24 Stunden | Flüssigkeitsverlust wird kritisch | Ärztliche Kontrolle nötig |
| Kind unter 6 Monate alt | Höheres Risiko für Komplikationen | Grundsätzlich ärztlich abklären lassen |
Notfall-Hinweis: Bei Säuglingen unter 3 Monaten mit Erbrechen und Durchfall solltest du immer sofort ärztliche Hilfe suchen. Kleine Babys können sehr schnell austrocknen und benötigen oft eine stationäre Überwachung.
Anzeichen von Austrocknung erkennen
Die größte Gefahr bei Magen-Darm-Infekten ist die Dehydration. Achte auf diese Symptome:
- Dunkler, stark riechender Urin in geringer Menge
- Trockene Zunge und Lippen
- Keine Tränen beim Weinen
- Eingesunkene Augen
- Kühle Hände und Füße
- Schläfrigkeit, Verwirrtheit
- Schneller Puls
- Stehende Hautfalten (wenn du die Haut leicht hochziehst, bleibt sie stehen)
💊 Medikamente und Hausmittel: Was hilft wirklich?
Medikamente mit Vorsicht einsetzen
Bei unkomplizierten viralen Magen-Darm-Infekten sind Medikamente meist nicht nötig. Dennoch gibt es einige Präparate, die in bestimmten Situationen sinnvoll sein können:
Orale Rehydrationslösungen (ORS): Das einzige „Medikament", das wirklich wichtig ist. Diese Elektrolytlösungen aus der Apotheke enthalten die optimale Mischung aus Salzen und Zucker, um Flüssigkeit und Mineralstoffe zu ersetzen. Sie sind besonders bei starkem Durchfall empfehlenswert.
Probiotika: Studien zeigen, dass bestimmte Bakterienstämme (besonders Lactobacillus GG und Saccharomyces boulardii) die Dauer des Durchfalls um etwa einen Tag verkürzen können. Sprich mit deinem Kinderarzt über geeignete Präparate.
Fiebersenkende Mittel: Paracetamol oder Ibuprofen können bei hohem Fieber und starkem Unwohlsein eingesetzt werden – aber nur nach Rücksprache mit dem Arzt und in der richtigen Dosierung.
Was du nicht geben solltest
- Durchfallstopper (Loperamid): Für Kleinkinder nicht geeignet! Sie verhindern, dass Erreger und Giftstoffe ausgeschieden werden.
- Antibiotika: Nur bei bakteriellen Infektionen und nur auf ärztliche Verordnung. Bei viralen Infekten sind sie wirkungslos und können die Darmflora zusätzlich schädigen.
- Erbrechen-Stopper: Meist unnötig und können Nebenwirkungen haben.
- Cola und Salzstangen allein: Der alte Mythos stimmt nicht – Cola enthält zu viel Zucker und zu wenig Salz, Salzstangen zu viel Salz und keine anderen wichtigen Mineralien.
Bewährte Hausmittel
Neben der richtigen Ernährung können diese Hausmittel Linderung bringen:
- Wärmflasche oder Kirschkernkissen: Wärme auf dem Bauch entspannt die Darmmuskulatur und lindert Krämpfe
- Bauchmassage: Sanfte, kreisende Bewegungen im Uhrzeigersinn können bei Bauchschmerzen helfen
- Ruhe und Nähe: Kuscheln, vorlesen, da sein – emotionale Zuwendung ist heilsam
- Frische Luft: Wenn dein Kind sich besser fühlt, kurze Aufenthalte am offenen Fenster oder auf dem Balkon
Als Mama habe ich gelernt, dass manchmal das beste Medikament einfach Zeit, Geduld und ganz viel Nähe ist. Mein Jüngster wollte bei seinem letzten Magen-Darm-Infekt nur auf meinem Schoß liegen und alle zehn Minuten einen Schluck trinken. Das war anstrengend, aber genau das, was er brauchte. Vertrau auf dein Bauchgefühl – du kennst dein Kind am besten.
🏠 Pflege und Begleitung zu Hause
Der richtige Umgang mit Erbrechen
Wenn dein Kind erbricht, ist das für euch beide belastend. Diese Tipps helfen dir, die Situation zu meistern:
- Ruhig bleiben: Deine Gelassenheit überträgt sich auf dein Kind
- Aufrecht halten: Nimm dein Kind hoch oder setze es aufrecht hin
- Mund ausspülen: Nach dem Erbrechen mit Wasser ausspülen lassen (nicht schlucken)
- Eimer bereitstellen: Für ältere Kleinkinder einen Eimer neben das Bett stellen
- Pause machen: 30–60 Minuten warten, bevor du wieder Flüssigkeit anbietest
- Kleidung wechseln: Frische, bequeme Kleidung gibt ein besseres Gefühl
Hygiene: So schützt du die Familie
Magen-Darm-Viren sind hochansteckend. Mit diesen Maßnahmen verhinderst du, dass sich die ganze Familie ansteckt:
- Häufiges Händewaschen: Nach jedem Windelwechsel, Toilettengang, vor dem Essen – mindestens 20 Sekunden mit Seife
- Eigenes Handtuch: Das kranke Kind bekommt sein eigenes Handtuch, das täglich gewechselt wird
- Desinfektion: Toilette, Türklinken, Lichtschalter regelmäßig desinfizieren
- Wäsche heiß waschen: Bettwäsche, Handtücher, verschmutzte Kleidung bei mindestens 60°C waschen
- Spielzeug reinigen: Alles, was dein Kind in den Mund nimmt, gründlich abwaschen
- Abstand halten: Geschwister sollten vorübergehend nicht aus demselben Glas trinken oder vom selben Teller essen
- Noch 48 Stunden ansteckend: Auch wenn es deinem Kind besser geht, können Viren noch 2 Tage nach Ende der Symptome ausgeschieden werden
Kita-Pause: Dein Kind sollte mindestens 48 Stunden symptomfrei sein, bevor es wieder in die Kita oder zu anderen Kindern darf. Viele Einrichtungen verlangen sogar ein ärztliches Attest.
Windel-Management bei Durchfall
Häufiger, flüssiger Stuhlgang ist für die zarte Babyhaut eine Herausforderung:
- Häufig wickeln: Lasse die Windel nicht zu lange an der Haut
- Sanft reinigen: Mit lauwarmem Wasser und weichen Tüchern, nicht rubbeln
- Lufttrocknen: Wenn möglich, den Po an der Luft trocknen lassen
- Wundschutzcreme: Eine zinkhaltige Creme schützt vor wundem Po
- Windelfrei-Zeiten: Kurze Phasen ohne Windel (auf einer Unterlage) tun der Haut gut
🔄 Der Heilungsverlauf: Was ist normal?
Typischer Verlauf bei Kleinkindern
So entwickelt sich ein unkomplizierter Magen-Darm-Infekt üblicherweise:
Tag 1: Plötzlicher Beginn mit Erbrechen und/oder Durchfall, eventuell Fieber, Kind mag nicht essen, ist quengelig und schlapp. Das Erbrechen ist oft am heftigsten und lässt gegen Abend nach.
Tag 2–3: Erbrechen lässt meist nach, Durchfall hält an oder wird stärker. Dein Kind trinkt wieder besser, zeigt vielleicht Interesse an Essen. Fieber kann noch vorhanden sein, geht aber oft zurück.
Tag 4–5: Durchfall wird weniger häufig und fester. Der Appetit kehrt langsam zurück. Dein Kind wird aktiver, spielt wieder kurz, ist aber noch schnell erschöpft.
Tag 6–7: Stuhlgang normalisiert sich, Energie kommt zurück. Manche Kinder brauchen noch etwas länger, bis sie wieder ganz die Alten sind.
Wann dauert es länger?
Bei manchen Kindern zieht sich der Durchfall über 1–2 Wochen hin. Das kann verschiedene Gründe haben:
- Vorübergehende Laktoseintoleranz: Die Darmschleimhaut ist noch geschädigt und kann Milchzucker nicht gut verdauen. Milchprodukte sollten dann noch gemieden werden.
- Postinfektiöse Beschwerden: Der Darm braucht einfach länger, um sich zu erholen.
- Erneute Infektion: Besonders in der Kita-Zeit kann sich dein Kind direkt den nächsten Erreger einfangen.
Wenn der Durchfall länger als 10–14 Tage anhält, solltest du das kinderärztlich abklären lassen.
🛡️ Vorbeugung: So reduzierst du das Risiko
Impfung gegen Rotaviren
Seit 2013 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Rotavirus-Impfung für alle Säuglinge. Die Schluckimpfung wird in 2–3 Dosen in den ersten Lebensmonaten gegeben und schützt vor den schwersten Verläufen dieser häufigen Magen-Darm-Infektion.
Hygiene im Alltag
Auch wenn du nicht jede Infektion verhindern kannst, helfen diese Maßnahmen:
- Händewaschen zur Routine machen: Nach dem Spielplatz, vor dem Essen, nach der Toilette
- Lebensmittelhygiene: Fleisch durchgaren, Obst und Gemüse waschen, Kühlkette einhalten
- Eigenes Besteck und Geschirr: Kleinkinder sollten nicht aus Gläsern oder von Tellern anderer essen
- Schnuller und Fläschchen: Regelmäßig auskochen oder sterilisieren
- Bei Krankheitsfällen: Abstand zu erkrankten Personen halten, wenn möglich
Starkes Immunsystem aufbauen
Ein gesundes Immunsystem ist die beste Vorbeugung:
- Ausgewogene, vitaminreiche Ernährung
- Ausreichend Schlaf (Kleinkinder brauchen 11–14 Stunden)
- Viel Bewegung an der frischen Luft
- Stress vermeiden, für emotionale Stabilität sorgen
- Nicht zu steril – der Kontakt mit Keimen trainiert das Immunsystem
🍼 Besonderheiten bei gestillten Babys
Wenn dein gestilltes Baby einen Magen-Darm-Infekt hat, ist Muttermilch das Beste, was du geben kannst:
- Weiterstillen: Muttermilch ist leicht verdaulich und enthält Antikörper gegen Erreger
- Häufiger anlegen: Kleinere, häufigere Mahlzeiten belasten den Magen weniger
- Auch bei Erbrechen: Selbst wenn dein Baby erbricht, solltest du weiterstillen – ein Teil der Milch bleibt im Körper
- Zusätzlich Flüssigkeit: Bei starkem Durchfall kann zusätzlich Wasser oder ORS sinnvoll sein
- Keine Stillpause nötig: Die alte Empfehlung, eine Pause einzulegen, gilt nicht mehr
Bei Flaschenkindern kannst du die gewohnte Säuglingsmilch weitergeben. Spezielle „Heilnahrung" ist meist nicht nötig, außer bei anhaltenden Beschwerden nach Absprache mit dem Kinderarzt.
🍽️ Der Weg zurück zur Normalkost
Wenn es deinem Kind besser geht, fragst du dich vielleicht, wann ihr zur normalen Ernährung zurückkehren könnt. Hier gilt: langsam und schrittweise.
Stufenplan für die Kostaufbau
Ab Tag 3–4: Zusätzlich zur Schonkost kannst du beginnen:
- Hühnchen oder Pute (gekocht, ohne Haut)
- Weißbrot, Toast
- Nudeln (ohne fette Soße)
- Gedünsteter Fisch
Ab Tag 5–6: Wenn alles gut vertragen wird:
- Rührei (ohne Milch)
- Milde Gemüsesorten (Zucchini, Kürbis)
- Weicher Käse in kleinen Mengen
Ab Tag 7–10: Rückkehr zur gewohnten Kost:
- Joghurt und andere Milchprodukte
- Rohkost in kleinen Mengen
- Vollkornprodukte
- Gewohnte Familienmahlzeiten
Beobachte dein Kind: Wenn nach der Einführung eines Lebensmittels der Durchfall wieder zunimmt, war es vielleicht noch zu früh. Gehe dann einen Schritt zurück und versuche es ein paar Tage später erneut.
🧠 Psychologische Aspekte: Dein Kind emotional begleiten
Ein Magen-Darm-Infekt ist für Kleinkinder nicht nur körperlich belastend. Erbrechen kann Angst machen, die Schwäche ist ungewohnt, und manche Kinder entwickeln vorübergehend Ängste ums Essen.
So kannst du dein Kind emotional unterstützen
- Erklären auf Augenhöhe: „Dein Bauch ist krank, aber er wird bald wieder gesund. Das Erbrechen hilft deinem Körper, die bösen Viren rauszuwerfen."
- Gefühle zulassen: „Ich weiß, das ist unangenehm. Du darfst weinen, ich bin bei dir."
- Kontrolle geben: Lass dein Kind mitentscheiden, was es trinken oder essen möchte
- Ablenkung anbieten: Hörbücher, ruhige Spiele, Kuscheln – was deinem Kind guttut
- Geduld haben: Manche Kinder sind nach einem Infekt noch tagelang anhänglicher oder weinerlicher – das ist normal
Wenn die Angst vorm Essen bleibt
Einige Kinder entwickeln nach einem heftigen Magen-Darm-Infekt eine vorübergehende Angst vor bestimmten Lebensmitteln oder generell vorm Essen. Das ist meist harmlos und vergeht von selbst, wenn du:
- Keinen Druck ausübst
- Kleine Portionen anbietest
- Gemeinsam esst und Vorbild bist
- Positive Erlebnisse rund ums Essen schaffst
- Bei anhaltenden Problemen (länger als 2–3 Wochen) kinderärztlichen Rat einholst
❓ Häufige Fragen
Wie lange ist mein Kind ansteckend?
Dein Kind ist bereits ansteckend, bevor die ersten Symptome auftreten, und bleibt es in der Regel noch 48 Stunden nach Abklingen von Erbrechen und Durchfall. Bei manchen Viren (z.B. Noroviren) können Erreger sogar noch bis zu 2 Wochen ausgeschieden werden. Deshalb ist gründliche Hygiene auch nach der Genesung wichtig. Für Kita und Kindergarten gilt meist: 48 Stunden symptomfrei, dann darf dein Kind wieder hin.
Darf mein Kind bei Magen-Darm baden?
Wenn dein Kind Fieber hat oder sich sehr schwach fühlt, ist Baden keine gute Idee. Ein lauwarmes Bad kann aber bei leichten Beschwerden entspannend wirken und bei wundem Po Linderung bringen. Achte darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist (maximal 37°C) und das Bad nicht zu lange dauert (5–10 Minuten). Nach dem Baden gut abtrocknen und warm einpacken. Wichtig: Die Badewanne danach gründlich desinfizieren, um Ansteckungen zu vermeiden.
Warum hat mein Kind nach dem Magen-Darm-Infekt immer noch weichen Stuhl?
Es ist völlig normal, dass der Stuhlgang noch 1–2 Wochen nach einem Infekt weicher ist als gewohnt. Die Darmschleimhaut braucht Zeit, um sich zu regenerieren. Solange dein Kind sich wohlfühlt, gut trinkt und isst, keine Bauchschmerzen hat und der Stuhl allmählich fester wird, ist das kein Grund zur Sorge. Vermeide noch eine Weile schwer verdauliche und sehr fetthaltige Speisen. Hält der weiche Stuhl länger als 2 Wochen an oder verschlechtert sich der Zustand, solltest du den Kinderarzt aufsuchen.
Kann ich meinem Kind Probiotika geben, und wenn ja, welche?
Ja, Probiotika können bei Magen-Darm-Infekten sinnvoll sein. Studien zeigen, dass bestimmte Bakterienstämme die Krankheitsdauer um etwa einen Tag verkürzen und die Symptome mildern können. Besonders gut untersucht sind Lactobacillus rhamnosus GG (z.B. in Infectodiarrstop) und Saccharomyces boulardii (z.B. in Perenterol Junior). Diese gibt es als Pulver oder Kapseln speziell für Kinder. Am besten lässt du dich in der Apotheke beraten oder fragst deinen Kinderarzt nach einer Empfehlung. Wichtig: Probiotika ersetzen nicht die Flüssigkeitszufuhr, sondern ergänzen die Behandlung.
Muss ich bei Durchfall die Windel häufiger wechseln als sonst?
Ja, unbedingt. Bei Durchfall solltest du die Windel so oft wie möglich wechseln, am besten sofort nach jedem Stuhlgang. Der flüssige, oft säurehaltige Stuhl greift die empfindliche Haut im Windelbereich stark an und kann innerhalb kürzester Zeit zu schmerzhaften Rötungen und Wunden führen. Reinige den Po sanft mit lauwarmem Wasser (Feuchttücher können zusätzlich reizen), tupfe die Haut vorsichtig trocken und trage eine schützende Wundschutzcreme auf. Wenn möglich, lass dein Kind auch mal eine Weile ohne Windel strampeln – Luft ist die beste Medizin für einen wunden Po.
Wann darf mein Kind wieder in die Kita oder den Kindergarten?
Nach dem Infektionsschutzgesetz dürfen Kinder mit ansteckendem Durchfall und Erbrechen keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen. Die meisten Kitas verlangen, dass dein Kind mindestens 48 Stunden symptomfrei ist, bevor es wiederkommt – also 48 Stunden ohne Erbrechen und ohne Durchfall. Manche Einrichtungen möchten zusätzlich ein ärztliches Attest. Das mag streng erscheinen, schützt aber andere Kinder und Personal vor Ansteckung. Plane also lieber ein paar Tage mehr ein und lass dein Kind vollständig genesen, bevor der Kita-Alltag wieder losgeht.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
Mehr über Nadine →