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Gewürze in der Schwangerschaft – Worauf beim Verzehr achten?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 24.04.2026 Lesezeit 10 Min.
Gewürze in der Schwangerschaft – Worauf beim Verzehr achten?

Auf einen Blick

  • Die meisten Gewürze und Kräuter sind in normalen Mengen unbedenklich – nur die Dosierung ist entscheidend
  • Zimt, Ingwer, Muskat und scharfe Gewürze solltest du in Maßen genießen, da sie in großen Mengen Wehen auslösen können
  • Ätherische Öle von Basilikum und Petersilie solltest du komplett meiden, als Küchengewürz sind sie aber in Ordnung

Gewürze und Kräuter machen gutes Essen erst richtig lecker – und darauf musst du auch in der Schwangerschaft nicht verzichten. Die gute Nachricht: Die allermeisten Würzmittel sind völlig unproblematisch. Bei einigen solltest du aber auf die Menge achten, damit sie dir und deinem Baby guttun.

🌸 Warum die Dosierung bei Gewürzen jetzt wichtig ist

„Die Dosis macht das Gift" – dieser berühmte Ausspruch von Paracelsus aus dem 16. Jahrhundert gilt besonders in der Schwangerschaft. Viele Stoffe können in kleinen Mengen sehr positive Wirkungen haben, in größeren Dosen werden sie jedoch problematisch für deinen Körper.

In der Schwangerschaft solltest du noch einmal genau darauf achten, was du zu dir nimmst. Viele Dinge, die außerhalb der Schwangerschaft kein Problem sind, können sich jetzt negativ auf dein ungeborenes Kind oder dich auswirken. Dazu zählen auch Gewürze und Kräuter.

Gut zu wissen: Gewürze und Kräuter sind auch in der Schwangerschaft grundsätzlich gesund. Sie sorgen dafür, dass gesunde Lebensmittel besonders gut schmecken und haben oft selbst gesundheitliche Wirkungen.

💪 Diese Gewürze solltest du in Maßen genießen

Grundsätzlich verboten sind die üblichen Küchengewürze nicht. Viele sind völlig unproblematisch. Bei einigen solltest du jedoch darauf achten, sie nicht in großen Mengen zu verzehren. Dazu gehören unter anderem:

  • Zimt
  • Paprika, Chili und Pfeffer
  • Ingwer
  • Muskat
  • Fenchel
  • Kardamom
  • Oregano
  • Nelke

Muskatnuss in der Schwangerschaft

Muskat ist bei normalem Gebrauch unproblematisch. Erst ab einer Menge von vier Gramm ist eine Überdosierung erreicht. Dann kann das Gewürz Herz-Kreislauf-Beschwerden verursachen. In geringerer Menge kann es anregend und stimmungsaufhellend wirken.

Ingwer in der Schwangerschaft

Die kleine Wurzel hat eine Reihe von positiven Eigenschaften. Besonders in der Frühschwangerschaft kann sie als Tee aufgebrüht dabei helfen Übelkeit zu lindern. Du solltest es trotzdem bei zwei Tassen Ingwertee am Tag belassen.

Tipp: Ingwertee ist ein natürliches Mittel gegen Übelkeit in der Frühschwangerschaft – aber bitte nicht mehr als zwei Tassen täglich.

Pfeffer, Chili und Paprika in der Schwangerschaft

Die scharfen Gewürze haben eine wunderbar anregende Wirkung. Sie können sich positiv auf die Verdauung und die Durchblutung auswirken. Allerdings können sie auch zu Sodbrennen führen und damit vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft unangenehm sein.

Zimt in der Schwangerschaft

Zimt gehört für viele Menschen einfach zur Weihnachtszeit dazu. In größerer Menge kann es jedoch Wehen auslösen. Daher solltest du vor allem beim Verzehr von Weihnachtsgebäck vorsichtig sein. Allerdings sind die üblichen Mengen kein Problem.

Du solltest darauf achten, möglichst nur Ceylon-Zimt zu nutzen. Er ist sehr hochwertig und enthält weniger Schwermetalle als chinesischer Zimt. Darüber hinaus ist im Ceylon-Zimt auch weniger Cumarin enthalten, dass als kritischer Inhaltsstoff der Zimtrinde gilt. Der günstige chinesische Zimt wird auch als Cassia-Zimt bezeichnet.

Achtung: Achte bei Zimt auf Ceylon-Zimt statt Cassia-Zimt – er enthält weniger Cumarin und Schwermetalle.

Fenchel in der Schwangerschaft

Fenchelsamen werden häufig als Gewürz und als Tee eingesetzt. Die Knolle kann als Gemüse gegessen werden. Es wirkt sich positiv auf die Verdauung aus. In großen Mengen kann Fenchel aufgrund des enthaltenen Estragols allerdings zellverändernd wirken. Daher solltest du höchstens drei Tassen Tee pro Tag trinken.

🌸 Bei diesen Kräutern ist Vorsicht geboten

Kräuter sind ein beliebtes Würzmittel. Aber auch als Tee werden sie gerne eingesetzt. Einige Pflanzen können medizinische Wirkungen haben und werden als Heilmittel genutzt. Bei allen Zubereitungsarten solltest du auf die enthaltenen Kräuter und ihre Dosierung achten. In der Schwangerschaft sind vor allem diese Kräuter kritisch:

  • Pfefferminze
  • Basilikum
  • Melisse
  • Salbei
  • Petersilie

Pfefferminze in der Schwangerschaft

Pfefferminze hat eine Reihe von positiven Eigenschaften. Es schmeckt vielen Menschen sehr gut. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind:

  • Öle
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • Menthol
  • Flavonoide

Pfefferminze kann als Tee zubereitet den Kreislauf unterstützen. Du solltest jedoch nicht mehr als zwei bis drei Tassen am Tag zu dir nehmen. Hast du vorzeitige Wehen, solltest du das Kraut komplett vermeiden.

Ich habe in beiden Schwangerschaften auf mein Bauchgefühl gehört – bei Gewürzen gilt: Was dir guttut und in normalen Mengen auf den Teller kommt, ist auch für dein Baby in Ordnung.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Basilikum in der Schwangerschaft

Basilikum ist ein Gewürz, das bei verschiedenen Gerichten als Würzmittel genutzt wird. In grünem Pesto ist es eine Hauptzutat. Auch als Öl ist es erhältlich. Die vorteilhaften Inhaltstoffe umfassen unter anderem:

  • Vitamin C
  • Eisen
  • Kalzium

Darüber hinaus ist aber auch Estragol enthalten, das in großen Mengen die Zellen verändern kann. Aus diesem Grund solltest du auf die Verwendung von Basilikumöl und grünem Pesto in der Schwangerschaft verzichten.

Achtung: Basilikumöl und grünes Pesto solltest du in der Schwangerschaft meiden – als frisches Küchengewürz ist Basilikum aber unbedenklich.

Melisse in der Schwangerschaft

Melisse wird als Tee gerne bei Schlafstörungen genutzt. Die ätherischen Öle, Gerbstoffe und Flavonoide haben eine entspannende und beruhigende Wirkung. Achte aber darauf, in der Schwangerschaft nicht mehr als zwei bis drei Tassen täglich zu trinken.

Salbei in der Schwangerschaft

Salbei ist ebenfalls ein sehr beliebtes Küchengewürz. Es wird auch gerne als Tee eingesetzt. Salbei hat einen hohen Gehalt der folgenden Inhaltsstoffe:

  • Antibakterielle und antioxidative Flavonoide
  • Ätherische Öle
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • Cineol
  • Zink

Salbei kann den Appetit steigern und Schweißausbrüche lindern. Bei vorzeitigen Wehen ist er aber für dich tabu. Auch Salbeitee ist nicht für Schwangere geeignet.

Petersilie in der Schwangerschaft

Petersilie ist in küchenüblichen Mengen in der Schwangerschaft unproblematisch. Erst in einer größeren Menge kann sie zu Problemen führen. Das ist etwa bei einem halben bis ganzen Bund der Fall. Dann kann Petersilie zu Gebärmutterkrämpfen führen und damit Wehen auslösen. Reines ätherisches Petersilienöl kann sogar zu einer Fehlgeburt führen.

✨ Gewürze und Kräuter als natürliche Helfer

Einige Gewürze und Kräuter lassen sich auch hervorragend als Helferlein einsetzen. Die übelkeitsreduzierende Wirkung von Ingwer wurde schon angesprochen. Aber auch andere Heilkräuter können hilfreich sein. Lavendel wirkt sich zum Beispiel schlaffördernd und beruhigend aus. Ein Lavendelkissen kann positiv sein.

Es gibt auch Pflanzen, die bei vorzeitigen Wehen helfen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Baldrian
  • Hopfen
  • Melisse
  • Majoran
  • Johanniskraut

Tipp: Ein Lavendelkissen neben dem Kopfkissen kann dir bei Schlafproblemen auf natürliche Weise helfen.

🍼 Gewürze für die Stillzeit

In der Stillzeit können sich einige Kräuter positiv auf die Milchbildung auswirken. Zu diesen Hausmitteln werden unter anderem diese Gewürze gezählt:

  • Kümmel
  • Anis
  • Fenchel
  • Dill
  • Brennnessel
  • Basilikum
  • Kreuzkümmel
  • Bockshormkleesamen

Besonders eine Teemischung mit Kümmel, Anis und Fenchel ist ein guter und beliebter Durstlöscher in der Stillzeit. Im Gegensatz dazu können Petersilie, Hibiskus, Salbei und Pfeffer die Bildung der Milch hemmen. Das kannst du unter Umständen auch für einen zu starken Milcheinschuss nutzen. Frag aber immer deine Hebamme oder deinen Frauenarzt um Rat.

Häufig gestellte Fragen

Ist Curry in der Schwangerschaft erlaubt?

Das scharfe indische Gewürz ist in der Schwangerschaft unproblematisch. Wie alle anderen scharfen Gewürze kann es den Darm anregen und dadurch zu Gebärmutterkontraktionen führen. Bei vorzeitigen Wehen solltest du daher vorsichtig sein. Grundsätzlich spricht aber nichts gegen eine Curry-Wurst oder Curry-Ketchup.

Sind abgelaufene Gewürze in der Schwangerschaft problematisch?

Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum bei Gewürzen überschritten wird, geht in der Regel zunächst das Aroma verloren. Darüber hinaus sind erst bei deutlichen Veränderungen von Farbe, Geruch und Konsistenz weitere Probleme zu erwarten. Im Zweifelsfall solltest du abgelaufene Gewürze aber entsorgen. In der Schwangerschaft würde eine Kontamination mit Schimmel und Bakterien unter Umständen auch deinem Kind schaden.

Sind Weihnachtsgewürze in der Schwangerschaft erlaubt?

Die übliche Menge Gewürze in den Weihnachtsplätzchen sind auch für Schwangere unbedenklich. Problematisch können Öle und Ätherische Öle sein. Piment, Anis und Zimt sollten mit Vorsicht genossen werden.

Welche Gewürze können Wehen auslösen?

In größeren Mengen können Zimt, Petersilie, Salbei und einige andere Gewürze Wehen auslösen. Die üblichen Küchenmengen sind jedoch unbedenklich. Nur bei vorzeitigen Wehen solltest du besonders vorsichtig sein und diese Gewürze meiden.

Wie viel Ingwertee darf ich in der Schwangerschaft trinken?

Du solltest nicht mehr als zwei Tassen Ingwertee am Tag trinken. In dieser Menge kann Ingwer besonders in der Frühschwangerschaft sehr hilfreich gegen Übelkeit sein.

Kann ich in der Schwangerschaft scharf essen?

Ja, scharfe Gewürze wie Pfeffer, Chili und Paprika sind grundsätzlich erlaubt. Sie können sich positiv auf die Verdauung und Durchblutung auswirken. Allerdings können sie auch zu Sodbrennen führen, besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel. Hör auf deinen Körper und iss nur so scharf, wie es dir guttut.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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