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Honig in der Schwangerschaft – ist er erlaubt?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 21.04.2026 Lesezeit 8 Min.
Honig in der Schwangerschaft – ist er erlaubt?

Auf einen Blick

  • Honig ist in der Schwangerschaft erlaubt und sicher – die antimikrobielle Wirkung schützt Dich und Dein Baby
  • Nur Fenchelhonig solltest Du meiden, da er in hohen Dosen das Risiko für Fehlgeburten erhöhen kann
  • 3-5 Esslöffel Honig pro Tag sind eine gesunde Alternative zu Haushaltszucker

Du liebst Honig im Tee oder auf dem Brot, bist aber unsicher, ob Du ihn in der Schwangerschaft essen darfst? Viele werdende Mamas sind verunsichert, weil Babys unter einem Jahr keinen Honig bekommen dürfen. Die gute Nachricht: Für Dich als Schwangere gelten ganz andere Regeln – und Honig ist sogar eine gesunde Wahl.

🍯 Warum Honig in der Schwangerschaft sicher ist

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, Honig sei in der Schwangerschaft gefährlich. Dieser Irrglaube entsteht oft, weil Honig ein tierisches Produkt ist – und viele tierische Produkte wie Rohmilch oder Rohmilchkäse in der Schwangerschaft tatsächlich tabu sind.

Doch Honig ist eine wichtige Ausnahme: Das Naturprodukt besitzt antimikrobielle Eigenschaften und stellt keinerlei Risiko für Dich dar. Durch Honig kannst Du Dich weder mit Listeriose noch mit Toxoplasmose infizieren. Zwar können Sporen von Clostridium botulinum im Honig enthalten sein, aber Dein Verdauungstrakt bietet ein ungünstiges Milieu für diese Bakterien – sie können sich nicht vermehren. So schützt Dein Körper nicht nur Dich selbst, sondern auch Dein ungeborenes Kind.

Gut zu wissen: Die Botulinum-Sporen im Honig sind für Erwachsene völlig unbedenklich. Nur bei Säuglingen unter einem Jahr ist der Verdauungstrakt noch nicht ausgereift genug – deshalb dürfen Babys keinen Honig bekommen.

⚠️ Eine wichtige Ausnahme: Fenchelhonig meiden

Es gibt tatsächlich eine Honigsorte, auf die Du in der Schwangerschaft verzichten solltest: Fenchelhonig. Fenchelhonig oder Fenchelöl können sich in hoher Dosis auf die Muskulatur Deiner Gebärmutter auswirken und dadurch das Risiko für eine Fehlgeburt erhöhen.

Alle anderen Honigsorten wie Bienenhonig, Blütenhonig oder Waldhonig sind völlig unbedenklich und darfst Du ohne Bedenken genießen.

Achtung: Verzichte in der Schwangerschaft auf Fenchelhonig und Fenchelöl in hohen Dosen. Andere Honigsorten sind sicher.

📊 Die richtige Menge: Wie viel Honig ist gesund?

Auch wenn Honig gesund ist, solltest Du es nicht übertreiben. Honig besteht zu knapp 80 Prozent aus Zucker und hat entsprechend viele Kalorien. Trotzdem ist er die bessere und gesündere Variante zum üblichen Haushaltszucker.

Doch wie viel Honig ist in der Schwangerschaft gesund?

Die optimale Menge liegt bei drei bis fünf Esslöffeln Honig am Tag. Das entspricht etwa 170 bis 200 Kalorien. Ein übermäßiger Honigkonsum kann zu einer hohen Kalorienzufuhr führen und folgende Beschwerden auslösen:

  • Verstopfungen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Magenkrämpfe

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass zu viel Honig oder eine ungesunde Ernährung zu Schwangerschaftsdiabetes führen kann. Diese hat nicht nur für Dich, sondern auch für Dein ungeborenes Kind schwere Folgen.

Tipp: Ersetze Haushaltszucker im Tee, Joghurt oder Müsli durch Honig. So profitierst Du von den gesunden Inhaltsstoffen und hältst Deine Kalorienzufuhr im Rahmen.

✨ Diese Vorteile bietet Honig in der Schwangerschaft

Wenn Du Haushaltszucker durch Honig ersetzt, kann das einige gesundheitliche Vorteile haben. Honig enthält viele gesunde Inhaltsstoffe und kann bei Erkältungserscheinungen, Husten und anderen Erkrankungen helfen. Oft reicht es schon aus, einen Teelöffel Honig im Mund zergehen zu lassen.

Folgende Vorteile hat Honig zu bieten:

  • kalorienärmer als Zucker (in Maßen)
  • Gelüste auf Süßigkeiten und Schokolade vergehen
  • gesunde Alternative zu anderen Süßungsmitteln
  • hilft bei Erkältungen
  • wirkt entzündungshemmend
  • unterstützt das Immunsystem

Honig war für mich in beiden Schwangerschaften ein echter Retter bei Erkältungen – gerade wenn man auf viele Medikamente verzichten muss. Ein Löffel Honig im warmen Tee hat mir oft mehr geholfen als jedes Hustenbonbon.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🔬 Welche Erreger in Honig sind für Dich gefährlich?

Natürlich gibt es verschiedene Erreger im Honig, auf die Du in der Schwangerschaft normalerweise verzichten solltest. Doch beim Honig kannst Du beruhigt sein:

Listeriose

Listeriose ist eine Infektionskrankheit, die meist durch Lebensmittel ausgelöst wird und besonders in der Schwangerschaft für schwere Probleme und Komplikationen sorgen kann. Listerien kommen zwar auch im Honig vor, können sich jedoch nicht verbreiten oder vermehren. Grund dafür ist der hohe Zuckergehalt im Honig und die antibakterielle Wirkung des Naturproduktes. Du brauchst Dir also keine Sorgen um eine Listeriose zu machen.

Toxoplasmose

Diese Bakterien kommen gar nicht im Honig vor, sodass auf keinen Fall eine Gefahr besteht.

Pyrrolizidinalkaloide

Laut einer Studie aus dem Jahr 2013 wurden Pyrrolizidinalkaloide in Honig gefunden. Hierbei handelt es sich um Pflanzenstoffe, die in der Leber krebserregend sein können. Doch das Bundesinstitut geht bei Erwachsenen von keiner Gefahr aus. Vielmehr Kleinkinder und Säuglinge könnten Probleme haben. Du kannst also auch hier durchatmen und brauchst Dir keinerlei Gedanken machen.

Salmonellen und Botulismus

Auch um Salmonellen oder Krankheiten wie Botulismus oder Säuglingsbotulismus brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Diese Krankheiten treten nicht durch Honig auf, sondern durch andere Nahrungsmittel.

Gut zu wissen: Selbst in der Stillzeit ist Honig unbedenklich. Die Botulinum-Sporen können nicht in Deine Muttermilch gelangen. Verzichte aber darauf, Deine Brustwarze mit Honig einzureiben – so könnte Dein Baby den Honig direkt aufnehmen.

🌸 Wann den Arzt fragen?

Solltest Du Dich weiterhin unsicher sein, ob Honig das Richtige für Dich in der Schwangerschaft ist, kannst Du mit Deinem Arzt sprechen. Dieser kann Dich auch über andere Krankheiten wie Botulismus aufklären und alle Fragen beantworten. Gerade in der Schwangerschaft gibt es einige Nahrungsmittel, auf die Du besonders achten solltest.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich in der Schwangerschaft Honig essen?

Ja, Honig ist in der Schwangerschaft erlaubt und sicher. Die antimikrobielle Wirkung schützt Dich und Dein Baby. Nur Fenchelhonig solltest Du meiden.

Warum dürfen Babys keinen Honig, aber ich als Schwangere schon?

Dein Verdauungstrakt ist ausgereift und bietet ein ungünstiges Milieu für Botulinum-Sporen – sie können sich nicht vermehren. Bei Säuglingen unter einem Jahr ist der Verdauungstrakt noch nicht so weit entwickelt, weshalb Honig für sie gefährlich sein kann.

Wie viel Honig darf ich in der Schwangerschaft essen?

Drei bis fünf Esslöffel Honig pro Tag sind optimal. Das entspricht etwa 170 bis 200 Kalorien. Zu viel Honig kann zu Verdauungsproblemen und einer zu hohen Kalorienzufuhr führen.

Kann ich durch Honig Toxoplasmose oder Listeriose bekommen?

Nein, durch Honig kannst Du Dich weder mit Toxoplasmose noch mit Listeriose infizieren. Toxoplasmose-Erreger kommen im Honig gar nicht vor, und Listerien können sich aufgrund des hohen Zuckergehalts und der antibakteriellen Wirkung nicht vermehren.

Welche Honigsorte sollte ich in der Schwangerschaft meiden?

Verzichte auf Fenchelhonig und Fenchelöl in hohen Dosen. Diese können die Gebärmuttermuskulatur beeinflussen und das Risiko für Fehlgeburten erhöhen. Alle anderen Honigsorten wie Blütenhonig oder Waldhonig sind unbedenklich.

Darf ich in der Stillzeit Honig essen?

Ja, auch in der Stillzeit ist Honig unbedenklich. Die Botulinum-Sporen können nicht in Deine Muttermilch gelangen. Verzichte aber darauf, Deine Brustwarze mit Honig einzureiben, damit Dein Baby den Honig nicht direkt aufnimmt.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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