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Sauerkraut in der Schwangerschaft: Gesund & erlaubt?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 04.07.2026 Lesezeit 21 Min.
Sauerkraut in der Schwangerschaft: Gesund & erlaubt?

Auf einen Blick

  • Sauerkraut ist in der Schwangerschaft erlaubt und gesund – es liefert Vitamin C, Folsäure und probiotische Milchsäurebakterien
  • Pasteurisiertes Sauerkraut aus dem Supermarkt ist unbedenklich, rohes Sauerkraut solltest du wegen möglicher Keimbelastung meiden
  • Die enthaltenen Probiotika unterstützen deine Verdauung und können Schwangerschaftsbeschwerden wie Verstopfung lindern
  • Bei Sodbrennen oder empfindlichem Magen solltest du Sauerkraut nur in kleinen Mengen genießen

Du liebst Sauerkraut und fragst dich, ob du es auch in der Schwangerschaft essen darfst? Die gute Nachricht: Ja, Sauerkraut ist nicht nur erlaubt, sondern kann sogar richtig gesund für dich und dein Baby sein – wenn du ein paar wichtige Dinge beachtest. In diesem Artikel erfährst du alles über die Vorteile, mögliche Risiken und wie du Sauerkraut sicher genießen kannst.

🥬 Was macht Sauerkraut so besonders?

Sauerkraut ist fermentierter Weißkohl und gehört zu den traditionsreichsten Lebensmitteln der deutschen Küche. Durch den Fermentationsprozess entstehen Milchsäurebakterien, die dem Kraut seinen typisch säuerlichen Geschmack verleihen und es zu einem echten Superfood machen.

Bei der Herstellung wird fein geschnittener Weißkohl mit Salz vermengt und in einem luftdichten Behälter gelagert. Dabei wandeln natürlich vorkommende Milchsäurebakterien den Zucker im Kohl in Milchsäure um – ein natürlicher Konservierungsprozess, der schon seit Jahrhunderten genutzt wird.

Die wertvollen Inhaltsstoffe

Sauerkraut steckt voller Nährstoffe, die gerade in der Schwangerschaft wichtig sind:

  • Vitamin C: Stärkt dein Immunsystem und unterstützt die Eisenaufnahme
  • Folsäure: Essentiell für die Entwicklung des Neuralrohrs deines Babys
  • Vitamin K: Wichtig für die Blutgerinnung
  • Ballaststoffe: Fördern eine gesunde Verdauung
  • Probiotika: Unterstützen deine Darmflora und das Immunsystem
  • Eisen: Beugt Blutarmut vor
  • Kalzium: Wichtig für Knochen und Zähne

✅ Ist Sauerkraut in der Schwangerschaft erlaubt?

Grundsätzlich ja – aber es kommt auf die Art der Zubereitung an. Hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen pasteurisiertem und rohem Sauerkraut.

Pasteurisiertes Sauerkraut: Die sichere Wahl

Sauerkraut aus Glas oder Dose, wie du es im Supermarkt findest, wurde in der Regel pasteurisiert – also erhitzt, um Keime abzutöten. Diese Variante ist für Schwangere absolut unbedenklich und kann bedenkenlos gegessen werden.

Der Pasteurisierungsprozess tötet zwar auch einen Teil der probiotischen Bakterien ab, doch viele wertvolle Vitamine und Mineralstoffe bleiben erhalten. Zudem eliminiert die Erhitzung potentiell schädliche Keime wie Listerien oder Toxoplasmen, die für dein ungeborenes Baby gefährlich werden könnten.

Nadine Scheiner

💗 Nadines Empfehlung

Nadine Scheiner

Ich habe in beiden Schwangerschaften regelmäßig Sauerkraut gegessen – allerdings ausschließlich die pasteurisierte Variante aus dem Glas. Mein Tipp: Achte beim Kauf auf das Etikett und wähle Produkte, die erhitzt wurden. Wenn du dir unsicher bist, erhitze das Sauerkraut vor dem Verzehr einfach selbst kurz in der Pfanne oder im Topf – so bist du auf der sicheren Seite und es schmeckt warm oft sogar besser!

Rohes Sauerkraut: Vorsicht geboten

Frisches, unpasteurisiertes Sauerkraut vom Markt, aus dem Reformhaus oder selbstgemachtes Sauerkraut solltest du in der Schwangerschaft meiden. Auch wenn es mehr lebende Probiotika enthält, birgt es das Risiko einer Keimbelastung.

Bei der Fermentation können sich – wenn auch selten – krankmachende Bakterien vermehren. Besonders Listerien sind für Schwangere gefährlich, da sie die Plazentaschranke überwinden und dem Baby schaden können.

Wichtig: Verzichte während der Schwangerschaft auf rohes, unpasteurisiertes Sauerkraut. Greife stattdessen zu erhitzten Produkten aus dem Supermarkt oder koche frisches Sauerkraut vor dem Verzehr gründlich durch.

🌟 Die gesundheitlichen Vorteile von Sauerkraut in der Schwangerschaft

Wenn du pasteurisiertes Sauerkraut in deine Schwangerschaftsernährung integrierst, profitierst du von zahlreichen positiven Effekten:

📊

4 Top-Vorteile von Sauerkraut

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🦠
Probiotische Power Unterstützt deine Darmflora und stärkt das Immunsystem – wichtig für dich und dein Baby
💪
Verdauungshelfer Lindert typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Verstopfung und Blähungen
🍊
Vitamin-C-Bombe 100g enthalten etwa 20mg Vitamin C – das stärkt deine Abwehrkräfte
🧬
Folsäure-Quelle Unterstützt die gesunde Entwicklung deines Babys, besonders im ersten Trimester

Unterstützung der Verdauung

Viele Schwangere kämpfen mit Verdauungsproblemen – vor allem Verstopfung ist ein häufiges Thema. Die Ballaststoffe im Sauerkraut regen die Darmtätigkeit an und machen den Stuhl weicher. Gleichzeitig unterstützen die Milchsäurebakterien (auch wenn ein Teil durch die Pasteurisierung verloren geht) eine gesunde Darmflora.

Eine gut funktionierende Verdauung ist in der Schwangerschaft besonders wichtig, da die hormonellen Veränderungen und der Druck der wachsenden Gebärmutter die Darmbewegungen verlangsamen können.

Stärkung des Immunsystems

Etwa 70 Prozent deines Immunsystems sitzen im Darm. Eine gesunde Darmflora trägt also maßgeblich dazu bei, dass du und dein Baby gesund bleiben. Das Vitamin C im Sauerkraut unterstützt zusätzlich deine Abwehrkräfte – gerade in der Erkältungszeit ein echter Pluspunkt.

Eisenaufnahme verbessern

Schwangere haben einen erhöhten Eisenbedarf, da sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihr Baby versorgen müssen. Das Vitamin C im Sauerkraut verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen aus anderen Lebensmitteln. Kombiniere Sauerkraut daher gerne mit eisenreichen Beilagen wie Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten.

Kalorienarm und sättigend

Mit nur etwa 19 Kalorien pro 100 Gramm ist Sauerkraut ein ideales Lebensmittel, wenn du auf eine ausgewogene Gewichtszunahme in der Schwangerschaft achten möchtest. Gleichzeitig sättigt es gut und liefert wichtige Nährstoffe.

⚠️ Mögliche Nachteile und Vorsichtsmaßnahmen

So gesund Sauerkraut auch ist – es gibt ein paar Punkte, die du beachten solltest:

Hoher Salzgehalt

Sauerkraut enthält relativ viel Salz, das für den Fermentationsprozess notwendig ist. Ein übermäßiger Salzkonsum kann in der Schwangerschaft zu Wassereinlagerungen führen und den Blutdruck erhöhen. Wenn du zu Schwangerschaftshypertonie neigst oder bereits Ödeme hast, solltest du Sauerkraut nur in Maßen genießen.

Tipp: Spüle das Sauerkraut vor der Zubereitung kurz unter kaltem Wasser ab – so reduzierst du den Salzgehalt deutlich, ohne zu viele Nährstoffe zu verlieren.

Blähungen und Völlegefühl

Die Ballaststoffe und die Fermentation können bei empfindlichen Mägen zu Blähungen führen. Gerade wenn du ohnehin schon mit Schwangerschaftsblähungen zu kämpfen hast, kann Sauerkraut diese Beschwerden verstärken. Taste dich langsam heran und beobachte, wie dein Körper reagiert.

Sodbrennen

Der säuerliche Geschmack kommt von der Milchsäure – und die kann bei manchen Schwangeren Sodbrennen auslösen oder verstärken. Wenn du zu Reflux neigst, iss Sauerkraut lieber in kleinen Portionen und nicht am Abend.

Histamin-Intoleranz

Fermentierte Lebensmittel enthalten Histamin. Wenn du eine Histamin-Intoleranz hast, solltest du Sauerkraut meiden oder nur in sehr kleinen Mengen probieren und mit deinem Arzt oder deiner Ärztin sprechen.

Situation Empfehlung Begründung
Normale, unkomplizierte Schwangerschaft ✅ Sauerkraut erlaubt (pasteurisiert) Gesunde Nährstoffquelle, unterstützt Verdauung
Neigung zu Sodbrennen ⚠️ Nur kleine Mengen Säure kann Reflux verstärken
Schwangerschaftshypertonie ⚠️ Salzgehalt beachten Hoher Salzanteil kann Blutdruck erhöhen
Starke Wassereinlagerungen ⚠️ In Maßen genießen Salz fördert Wasserretention
Histamin-Intoleranz ❌ Meiden oder ärztlich abklären Fermentation erhöht Histamingehalt
Rohes/unpasteurisiertes Sauerkraut ❌ Vermeiden Risiko von Listeriose und anderen Infektionen

🍽️ So bereitest du Sauerkraut sicher zu

Die richtige Zubereitung ist entscheidend, damit du Sauerkraut in der Schwangerschaft bedenkenlos genießen kannst:

Erhitzen ist der Schlüssel

Auch wenn das Sauerkraut bereits pasteurisiert ist, schadet zusätzliches Erhitzen nicht – im Gegenteil. Durch das Kochen oder Braten stellst du sicher, dass wirklich alle potenziell schädlichen Keime abgetötet werden.

Klassische Zubereitungsarten sind:

  • Gekochtes Sauerkraut: In einem Topf mit etwas Wasser oder Brühe etwa 20-30 Minuten köcheln lassen
  • Gebratenes Sauerkraut: In der Pfanne mit Zwiebeln und etwas Öl anbraten
  • Sauerkraut als Beilage: Zu Kartoffeln, Würstchen oder Fleischgerichten – immer gut durcherhitzt
  • Sauerkrautauflauf: Im Ofen gebacken bei mindestens 180°C

Hygiene beachten

Auch bei pasteurisiertem Sauerkraut gilt: Achte auf Hygiene. Verwende saubere Küchenutensilien, wasche dir vor der Zubereitung gründlich die Hände und lagere angebrochene Gläser im Kühlschrank. Verbrauche geöffnetes Sauerkraut innerhalb weniger Tage.

Kombinationsmöglichkeiten

Sauerkraut lässt sich wunderbar mit anderen gesunden Lebensmitteln kombinieren:

  • Mit Kartoffeln für eine klassische, sättigende Mahlzeit
  • Als Beilage zu magerem Geflügel oder Fisch
  • In Eintöpfen und Suppen
  • Mit Äpfeln und Zwiebeln verfeinert für eine fruchtig-herzhafte Note
  • In vegetarischen Gerichten mit Hülsenfrüchten

Ich erinnere mich noch gut, wie ich in meiner ersten Schwangerschaft regelrechte Heißhungerattacken auf Sauerkraut hatte. Mein Favorit war warmes Sauerkraut mit Kartoffelpüree und einer Prise Kümmel – das hat nicht nur fantastisch geschmeckt, sondern auch meine Verdauung in Schwung gehalten. Wichtig ist mir aber zu betonen: Hör auf deinen Körper! Wenn dir nach Sauerkraut ist, gönn es dir – aber wenn es dir Beschwerden bereitet, lass es lieber weg.

Nadine Scheiner Redakteurin & Mama

🛒 Worauf du beim Kauf achten solltest

Nicht jedes Sauerkraut ist gleich. Hier sind die wichtigsten Kaufkriterien:

Pasteurisiert vs. unpasteurisiert

Achte auf die Produktbeschreibung. Sauerkraut aus Glas oder Dose ist in der Regel pasteurisiert – das erkennst du daran, dass es ungekühlt im Regal steht. Frisches Sauerkraut aus der Kühltheke ist oft unpasteurisiert und sollte in der Schwangerschaft gemieden werden.

Zutatenliste prüfen

Je kürzer die Zutatenliste, desto besser. Ideales Sauerkraut besteht nur aus Weißkohl, Salz und eventuell Gewürzen wie Wacholderbeeren oder Kümmel. Vermeide Produkte mit Konservierungsstoffen, Geschmacksverstärkern oder zu viel Zucker.

Bio-Qualität

Bio-Sauerkraut ist frei von Pestiziden und wird ohne chemische Zusätze hergestellt. Gerade in der Schwangerschaft kann es sinnvoll sein, auf Bio-Qualität zu setzen.

Salzgehalt vergleichen

Verschiedene Marken haben unterschiedliche Salzgehalte. Ein Blick auf die Nährwerttabelle lohnt sich – wähle Produkte mit moderatem Salzgehalt, besonders wenn du auf deinen Salzkonsum achten musst.

📊 Nährstoffvergleich: Sauerkraut vs. frischer Weißkohl

Interessanterweise verändert die Fermentation die Nährstoffzusammensetzung des Kohls – und zwar zum Positiven:

Nährstoff (pro 100g) Frischer Weißkohl Sauerkraut Vorteil
Kalorien 25 kcal 19 kcal Sauerkraut
Vitamin C 45 mg 20 mg Weißkohl (aber Sauerkraut immer noch gut)
Vitamin K 76 µg 13 µg Weißkohl
Probiotika Keine Vorhanden (auch nach Pasteurisierung in Spuren) Sauerkraut
Verdaulichkeit Schwerer verdaulich Leichter verdaulich Sauerkraut
Haltbarkeit Begrenzt Sehr lange haltbar Sauerkraut

Wie du siehst, hat Sauerkraut durch die Fermentation einige Vorteile gegenüber frischem Kohl – vor allem die bessere Verdaulichkeit und die probiotischen Eigenschaften machen es zu einem wertvollen Lebensmittel in der Schwangerschaft.

🤰 Sauerkraut in den verschiedenen Schwangerschaftsphasen

Erstes Trimester (Woche 1-12)

Im ersten Trimester kämpfen viele Frauen mit Übelkeit. Sauerkraut kann hier zwiespältig sein: Manche Schwangere vertragen die Säure gut und empfinden sie sogar als lindernd, andere reagieren empfindlich darauf. Die Folsäure im Sauerkraut ist in dieser Phase besonders wertvoll für die Entwicklung des Neuralrohrs.

Wenn du unter starker Übelkeit leidest, probiere kleine Mengen und achte darauf, wie dein Körper reagiert. Manchmal hilft es, das Sauerkraut mit milden Lebensmitteln wie Kartoffeln zu kombinieren.

Zweites Trimester (Woche 13-27)

Die meisten Frauen fühlen sich im zweiten Trimester am besten. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, Sauerkraut regelmäßig in deinen Speiseplan einzubauen. Die Verdauung wird durch die wachsende Gebärmutter bereits etwas träger – hier können die Ballaststoffe im Sauerkraut helfen.

Dein Eisenbedarf steigt in dieser Phase deutlich an. Kombiniere Sauerkraut mit eisenreichen Lebensmitteln, um die Aufnahme zu optimieren.

Drittes Trimester (Woche 28-40)

Im letzten Schwangerschaftsdrittel drückt die Gebärmutter besonders stark auf Magen und Darm. Verstopfung ist jetzt ein häufiges Problem – Sauerkraut kann hier eine natürliche Hilfe sein. Allerdings solltest du aufpassen, wenn du zu Sodbrennen neigst, da dieses gegen Ende der Schwangerschaft oft zunimmt.

Der hohe Vitamin-K-Gehalt ist jetzt besonders wichtig, da Vitamin K für die Blutgerinnung bei der Geburt eine Rolle spielt.

🌿 Alternativen und Ergänzungen zu Sauerkraut

Wenn du Sauerkraut nicht verträgst oder einfach Abwechslung suchst, gibt es andere fermentierte Lebensmittel, die ähnliche Vorteile bieten:

Andere fermentierte Gemüsesorten

  • Kimchi: Die koreanische Variante – aber Vorsicht, oft sehr scharf und auch hier nur pasteurisiert
  • Eingelegte Gurken: Wenn sie fermentiert (nicht nur in Essig eingelegt) sind, ebenfalls probiotisch
  • Rote-Bete-Sauerkraut: Eine farbenfrohe Alternative mit ähnlichen Eigenschaften

Andere Probiotika-Quellen

  • Joghurt: Pasteurisiert und mit lebenden Kulturen – ideal für Schwangere
  • Kefir: Fermentiertes Milchgetränk, reich an Probiotika
  • Buttermilch: Mild und gut verträglich
  • Miso: Japanische Gewürzpaste – nur erhitzt verwenden

Gut zu wissen: Probiotische Nahrungsergänzungsmittel können eine Alternative sein, wenn du fermentierte Lebensmittel nicht verträgst. Sprich aber vorher mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin darüber.

🩺 Wann du mit deinem Arzt sprechen solltest

In den meisten Fällen ist Sauerkraut völlig unbedenklich. Es gibt jedoch Situationen, in denen du vor dem Verzehr ärztlichen Rat einholen solltest:

  • Du hast eine diagnostizierte Histamin-Intoleranz
  • Du leidest unter schwerer Schwangerschaftshypertonie oder Präeklampsie
  • Du hast starke Verdauungsprobleme oder Reizdarmsyndrom
  • Du nimmst Medikamente ein, die mit Vitamin K interagieren können (z.B. Blutverdünner)
  • Du bist dir unsicher, ob ein bestimmtes Sauerkrautprodukt sicher ist
  • Du entwickelst nach dem Verzehr ungewöhnliche Symptome wie starke Bauchschmerzen, Durchfall oder Fieber

Grundsätzlich gilt: Bei Unsicherheiten ist es immer besser, einmal zu viel nachzufragen als zu wenig. Dein Frauenarzt oder deine Frauenärztin kennt deine individuelle Situation und kann dir die beste Empfehlung geben.

🍴 Leckere Rezeptideen für die Schwangerschaft

Hier sind einige sichere und leckere Möglichkeiten, Sauerkraut in der Schwangerschaft zu genießen:

Klassisches Sauerkraut mit Kartoffeln

Ein einfaches, bekömmliches Gericht: Koche Kartoffeln, erhitze Sauerkraut in einem Topf mit etwas Gemüsebrühe und einer Prise Kümmel. Serviere beides zusammen – sättigend, nährstoffreich und magenschonend.

Sauerkraut-Eintopf

Brate Zwiebeln an, gib Sauerkraut, gewürfelte Kartoffeln, Karotten und Gemüsebrühe hinzu. Lass alles etwa 30 Minuten köcheln. Du kannst auch mageres Hähnchenbrustfilet hinzufügen für extra Protein.

Sauerkraut-Apfel-Pfanne

Brate Sauerkraut mit Apfelstücken und Zwiebeln in etwas Olivenöl an. Die Süße der Äpfel mildert die Säure ab – perfekt, wenn du empfindlich auf Säure reagierst.

Überbackenes Sauerkraut

Schichte Sauerkraut mit gekochten Kartoffelscheiben in eine Auflaufform, gieße etwas Sahne oder Milch darüber, bestreue alles mit geriebenem Käse und backe es im Ofen – ein Comfort Food, das alle wichtigen Nährstoffe liefert.

💡 Mythen und Fakten rund um Sauerkraut

Es kursieren viele Gerüchte über Sauerkraut in der Schwangerschaft. Lass uns einige davon aufklären:

Mythos: Sauerkraut löst vorzeitige Wehen aus

Fakt: Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Sauerkraut Wehen auslöst. Du kannst es während der gesamten Schwangerschaft bedenkenlos essen.

Mythos: Fermentierte Lebensmittel sind in der Schwangerschaft tabu

Fakt: Pasteurisierte fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder eben Sauerkraut aus dem Glas sind nicht nur erlaubt, sondern sogar gesund. Nur rohe, unpasteurisierte Varianten solltest du meiden.

Mythos: Sauerkraut macht das Baby sauer oder unruhig

Fakt: Die Säure im Sauerkraut hat keinen Einfluss auf den pH-Wert deines Babys oder sein Temperament. Was du isst, wird über die Plazenta gefiltert und umgewandelt.

Mythos: Je mehr Sauerkraut, desto besser

Fakt: Wie bei allem gilt: Die Menge macht's. Eine ausgewogene Portion (etwa 100-150g pro Mahlzeit) ist ideal. Zu viel kann zu Blähungen, Durchfall oder einer übermäßigen Salzaufnahme führen.

❓ Häufige Fragen

Kann ich jeden Tag Sauerkraut essen?

Ja, du kannst Sauerkraut täglich essen, solange du es in moderaten Mengen genießt und auf die pasteurisierte Variante zurückgreifst. Achte dabei auf deinen Salzkonsum und darauf, wie dein Körper reagiert. Wenn du keine Beschwerden hast, spricht nichts gegen eine tägliche Portion von etwa 100-150 Gramm als Beilage.

Hilft Sauerkraut gegen Schwangerschaftsübelkeit?

Das ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Schwangere empfinden die Säure als angenehm und lindernd, andere vertragen sie bei Übelkeit gar nicht. Probiere vorsichtig kleine Mengen aus. Kaltes Sauerkraut direkt aus dem Kühlschrank wird manchmal besser vertragen als warmes – allerdings solltest du es dann vorher kurz erhitzen und wieder abkühlen lassen.

Darf ich Sauerkrautsaft trinken?

Pasteurisierter Sauerkrautsaft aus dem Supermarkt ist in der Schwangerschaft erlaubt. Er enthält viele der wertvollen Nährstoffe und kann die Verdauung unterstützen. Beginne mit kleinen Mengen (etwa 50-100ml), da der Saft sehr konzentriert ist und bei empfindlichen Mägen zu Durchfall führen kann. Frisch gepresster, unpasteurisierter Sauerkrautsaft sollte gemieden werden.

Ist Sauerkraut aus der Dose genauso gut wie aus dem Glas?

Ja, sowohl Sauerkraut aus der Dose als auch aus dem Glas ist pasteurisiert und daher sicher. Geschmacklich bevorzugen viele die Glasvariante, aber ernährungsphysiologisch gibt es kaum Unterschiede. Achte bei beiden auf die Zutatenliste und den Salzgehalt.

Kann ich selbstgemachtes Sauerkraut essen, wenn ich es vorher koche?

Wenn du selbstgemachtes Sauerkraut gründlich erhitzt (mindestens 2 Minuten bei über 70°C), tötest du potentiell schädliche Keime ab und kannst es sicher essen. Allerdings musst du bei der Herstellung sehr hygienisch vorgegangen sein. Im Zweifel ist gekauftes, pasteurisiertes Sauerkraut die sicherere Wahl, da hier die Qualitätskontrollen strenger sind.

Verursacht Sauerkraut Blähungen beim Baby nach der Geburt?

Nein, was du während der Schwangerschaft isst, verursacht beim ungeborenen Baby keine Blähungen. Nach der Geburt, wenn du stillst, kann es theoretisch sein, dass manche Babys auf bestimmte Lebensmittel in der Muttermilch reagieren – das ist aber sehr individuell und bei Sauerkraut nicht häufiger als bei anderen Kohlsorten. Die meisten Babys haben damit kein Problem.

🎯 Fazit: Sauerkraut – ein unterschätztes Superfood für Schwangere

Sauerkraut ist ein wunderbares Lebensmittel für die Schwangerschaft, das zu Unrecht manchmal kritisch beäugt wird. Wenn du auf pasteurisierte Produkte achtest und das Sauerkraut vor dem Verzehr erhitzt, profitierst du von zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen: Es unterstützt deine Verdauung, stärkt dein Immunsystem, liefert wichtige Vitamine und Mineralstoffe und ist dabei kalorienarm und sättigend.

Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst:

  • Wähle immer pasteurisiertes Sauerkraut aus dem Supermarkt
  • Erhitze es vor dem Verzehr gründlich
  • Genieße es in moderaten Mengen (100-150g pro Portion)
  • Achte auf den Salzgehalt, besonders bei Bluthochdruck oder Wassereinlagerungen
  • Höre auf deinen Körper – wenn es dir Beschwerden bereitet, reduziere die Menge oder lass es weg
  • Meide rohes, unpasteurisiertes Sauerkraut vom Markt oder selbstgemachtes (außer du erhitzt es gründlich)

Mit diesen einfachen Regeln kannst du Sauerkraut sicher in deine Schwangerschaftsernährung integrieren und von diesem traditionellen Superfood profitieren. Und vergiss nicht: Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung ist das A und O – Sauerkraut kann ein wertvoller Bestandteil davon sein, sollte aber nicht das einzige Gemüse auf deinem Teller sein.

Bei allen Fragen oder Unsicherheiten steht dir dein Frauenarzt oder deine Frauenärztin zur Seite. Jede Schwangerschaft ist einzigartig, und was für die eine Frau perfekt funktioniert, kann für die andere weniger geeignet sein. Vertraue auf dein Bauchgefühl – im wahrsten Sinne des Wortes!

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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