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Augenprobleme in der Schwangerschaft – Alle Infos

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 13.03.2026 Lesezeit 9 Min.
Augenprobleme in der Schwangerschaft – Alle Infos

Auf einen Blick

  • Etwa 14 Prozent aller Schwangeren erleben Veränderungen der Sehkraft – meist harmlos und vorübergehend
  • Trockene Augen und leichte Kurzsichtigkeit entstehen durch Hormonumstellung und Wassereinlagerungen
  • Plötzliche Sehstörungen wie Flimmern oder Ausfälle können auf Schwangerschaftsdiabetes oder Präeklampsie hinweisen

Ihr bemerkt plötzlich, dass eure Kontaktlinsen nicht mehr richtig sitzen oder eure Augen ständig trocken sind? Keine Sorge – in der Schwangerschaft verändert sich euer ganzer Körper, und auch eure Augen bleiben davon nicht verschont. Die meisten Veränderungen sind völlig harmlos und verschwinden nach der Geburt wieder. Aber es gibt auch Warnsignale, die ihr ernst nehmen solltet.

👁️ Welche Augenveränderungen können auftreten?

Euer Körper leistet in der Schwangerschaft Unglaubliches – und das bleibt nicht ohne Folgen für eure Augen. Die Hormonumstellung und veränderte Durchblutung können verschiedene Symptome hervorrufen:

  • Bräunliche Flecken rund um die Augen
  • Trockene Augen und Fremdkörpergefühl
  • Einblutungen in die Bindehaut
  • Verstärkung einer Kurzsichtigkeit (bis zu 1,5 Dioptrien)
  • Wechselnde Sehschwäche im Tagesverlauf
  • Flimmern vor den Augen
  • Schatten oder Ausfälle im Gesichtsfeld
  • Kompletter Sehverlust (selten, aber Notfall!)

Gut zu wissen: Die meisten Sehveränderungen in der Schwangerschaft sind vorübergehend und bilden sich nach der Geburt oder spätestens nach der Stillzeit vollständig zurück.

🌸 Harmlose Veränderungen – was ist normal?

Pigmentflecken und Verfärbungen

Bräunliche Flecken rund um eure Augen entstehen durch die Hormonumstellung. Diese Pigmenteinlagerungen können auch an anderen Körperstellen auftreten und verschwinden in der Regel nach der Geburt von selbst.

Einblutungen in die Bindehaut

Diese sehen oft beängstigend aus, sind aber meist völlig harmlos. Die verstärkte Durchblutung in der Schwangerschaft kann zu kleinen Blutungen führen, die eure Sehkraft nicht beeinträchtigen.

Trockene Augen und Kontaktlinsenprobleme

Etwa 14 Prozent aller schwangeren Frauen erleben Veränderungen ihrer Sehstärke. Die Zusammensetzung eurer Tränenflüssigkeit verändert sich unter dem Einfluss der Hormone. Das kann dazu führen, dass eure Kontaktlinsen plötzlich unangenehm sind oder ihr ein Gefühl habt, als wären Sandkörner ins Auge gekommen.

Tipp: Weicht als Kontaktlinsenträgerinnen vorübergehend auf eine Brille aus. Augentropfen mit künstlicher Tränenflüssigkeit können euch zusätzlich Linderung verschaffen.

Veränderte Kurzsichtigkeit

Wassereinlagerungen in der Linse und Hornhaut können eure Kurzsichtigkeit um bis zu 1,5 Dioptrien verstärken. Nach der Entbindung gehen diese Einlagerungen wieder zurück und eure Sehstärke normalisiert sich. Der Kauf einer neuen Brille in der Schwangerschaft ist daher nicht ratsam.

Veränderte Hornhautkrümmung

Wassereinlagerungen im Augenbereich können auch die Hornhautkrümmung verändern. Das spürt ihr besonders, wenn ihr Kontaktlinsen tragt – sie passen plötzlich nicht mehr richtig. Ihr könnt sie neu anpassen lassen oder einen anderen Linsentyp ausprobieren.

💧 Was der veränderte Tränenfilm bedeutet

Eure Tränenflüssigkeit ist normalerweise ein wichtiger Schutzschild für die Augen. Sie pflegt die Hornhaut und spült Krankheitserreger sowie Fremdkörper weg. Wenn dieser Schutz durch die veränderte Zusammensetzung fehlt, kann es vermehrt zu Augeninfektionen und Bindehautentzündungen kommen. Auch Rötungen können auftreten.

Bei meiner ersten Schwangerschaft konnte ich meine Kontaktlinsen plötzlich nicht mehr tragen. Ich dachte erst, ich hätte sie falsch eingesetzt – bis mir meine Frauenärztin erklärte, dass das völlig normal ist und nach der Geburt wieder verschwindet.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

So könnt ihr eure Augen unterstützen

Mit diesen einfachen Maßnahmen könnt ihr die Situation deutlich verbessern:

  • Bewusst blinzeln – gerade bei Bildschirmarbeit
  • Ab und zu gähnen – das befeuchtet die Augen
  • Ausreichend trinken (mindestens 2 Liter täglich)
  • Oft an die frische Luft gehen
  • Für ausreichende Luftfeuchtigkeit in Innenräumen sorgen
  • Qualm und Zugluft meiden
  • Regelmäßig Pausen von der PC-Arbeit machen
  • Spezielle Augenübungen durchführen

⚠️ Wann wird es ernst? Warnsignale erkennen

Schwangerschaftsdiabetes

Sehr plötzliche Änderungen der Sehschärfe oder deutliche Schwankungen innerhalb eines Tages sind ernste Warnzeichen. Die Ursache kann ein Schwangerschaftsdiabetes sein. Der gestörte Zuckerstoffwechsel führt zu stark schwankenden Zuckerwerten und damit zu unterschiedlich starken Wassereinlagerungen in der Augenlinse. Das verändert die Brechkraft.

Achtung: Wenn ihr plötzliche oder stark schwankende Sehveränderungen bemerkt, sucht umgehend einen Augenarzt auf. Eine Spiegelung des Augenhintergrundes kann typische Veränderungen sichtbar machen.

Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung)

Diese schwere Erkrankung ist vor allem durch extremen Bluthochdruck gekennzeichnet und kann schnell zu einem lebensgefährlichen Notfall werden. Da der hohe Blutdruck selbst nicht spürbar ist, zeigt sich die Erkrankung oft erst durch Folgesymptome – und dazu gehören Sehstörungen.

Typische Anzeichen sind:

  • Blitze vor den Augen
  • Flimmern oder Schatten
  • Ausfall des Gesichtsfeldes
  • Plötzlicher Sehkraftverlust

Die Behandlung umfasst unter anderem eine Kontrolle des Blutdrucks. Erst nach der Entbindung kann die Erkrankung komplett ausheilen, weshalb es oft zu einer frühen Einleitung oder einem Kaiserschnitt kommt. Eine augenärztliche Untersuchung kann den hohen Blutdruck an Veränderungen der Netzhaut sichtbar machen.

Achtung: Augenflimmern, Blitze oder plötzliche Sehausfälle sind Notfallsymptome! Kontaktiert sofort euren Arzt oder fahrt in die Notaufnahme – es könnte eine Präeklampsie sein, die für euch und euer Baby lebensbedrohlich werden kann.

💊 Welche Augentropfen sind erlaubt?

Generell solltet ihr die Nutzung von Präparaten immer mit einem Arzt abklären. Der Experte kann euch auch zur Zusammensetzung und möglichen Unverträglichkeiten Auskunft geben.

In der Schwangerschaft sind konservierungsstofffreie Medikamente günstig. Gels und Cremes wirken oft länger als dünnflüssige Tropfen und können daher vorteilhaft sein. Diese Inhaltsstoffe wirken oft gut:

  • Dexpanthenol
  • Hyaluronsäure
  • Augentrost
  • Chelidonium

🤰 Natürliche Geburt trotz Augenproblemen?

In den meisten Fällen sind Augenerkrankungen kein Anlass für einen Kaiserschnitt. Eine natürliche Geburt ist meist auch bei einem erhöhten Augeninnendruck, starker Kurzsichtigkeit oder einer Uveitis möglich. Euer Augenexperte kann euch in Zweifelsfällen untersuchen und beraten.

👓 Wann wieder eine neue Brille kaufen?

In der Regel sollte eure Brillenstärke etwa ein Jahr nach der Geburt wieder stabil sein. Eine Brille könnt ihr eventuell schon früher kaufen, aber ihr solltet vielleicht auf ein günstiges Modell zurückgreifen. Zur Überbrückung der Zeit kann auch eine günstige Lesebrille hilfreich sein.

Gut zu wissen: Wenn ihr euch die Augen lasern lassen wollt, solltet ihr mit dem Eingriff bis etwa ein Jahr nach der Geburt warten. Erst dann ist eure Sehstärke wieder dauerhaft stabil.

Häufig gestellte Fragen

Werden die Augen in der Schwangerschaft schlechter?

Ja, bei etwa 14 Prozent der Schwangeren verschlechtert sich die Sehstärke. Auch in der Stillzeit kann so eine Sehschärfenveränderung noch bestehen. Nach der Stillzeit normalisieren sich das Sehvermögen und die Brillenwerte aber wieder.

Was bedeutet Augenflimmern in der Schwangerschaft?

Wenn sich die Sehleistung in der Schwangerschaft durch ein Augenflimmern verschlechtert, solltet ihr sofort einen Arzt aufsuchen. Es kann ein Zeichen für eine Präeklampsie sein, die lebensgefährlich für Mutter und Kind ist.

Welche Augentropfen kann man in der Schwangerschaft nehmen?

Generell solltet ihr eine Nutzung von Präparaten immer mit einem Arzt abklären. In der Schwangerschaft sind konservierungsstofffreie Medikamente günstig. Gels und Cremes wirken oft länger als dünnflüssige Tropfen. Die Inhaltsstoffe Dexpanthenol, Hyaluronsäure, Augentrost oder Chelidonium wirken oft gut.

Muss ich bei Augenerkrankungen auf eine natürliche Geburt verzichten?

In den meisten Fällen sind Augenkrankheiten kein Anlass für einen Kaiserschnitt. Eine natürliche Geburt ist meist auch bei einem erhöhten Augeninnendruck, starker Kurzsichtigkeit oder einer Uveitis möglich. Euer Augenexperte kann euch in Zweifelsfällen untersuchen und beraten.

Wann kann ich nach der Geburt eine neue Brille aussuchen?

In der Regel sollte die Brillenstärke etwa ein Jahr nach der Geburt wieder stabil sein. Eine Brille könnt ihr eventuell schon früher kaufen, aber ihr solltet vielleicht auf ein günstiges Modell zurückgreifen. Wenn ihr euch die Augen lasern lassen wollt, solltet ihr mit dem Eingriff bis nach Ablauf dieser Zeit warten.

Sind trockene Augen in der Schwangerschaft gefährlich?

Trockene Augen sind meist harmlos, können aber zu vermehrten Augeninfektionen und Bindehautentzündungen führen. Die Tränenflüssigkeit spült normalerweise Krankheitserreger weg – fehlt dieser Schutz, seid ihr anfälliger. Mit ausreichend Trinken, bewusstem Blinzeln und künstlicher Tränenflüssigkeit könnt ihr gegensteuern.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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