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Verstopfung in der Schwangerschaft – Das hilft

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 02.03.2026 Lesezeit 12 Min.
Verstopfung in der Schwangerschaft – Das hilft

Auf einen Blick

  • Rund 44 Prozent aller Schwangeren leiden unter Verstopfungen – Du bist damit nicht allein
  • Hormone, wachsende Gebärmutter und erhöhter Flüssigkeitsbedarf sind die Hauptursachen
  • Ballaststoffreiche Ernährung, viel trinken und Bewegung helfen vorbeugend und akut

Harter Stuhlgang, das Gefühl nicht richtig entleert zu sein und ständiges Pressen – Verstopfungen in der Schwangerschaft sind unangenehm und belasten Dein Wohlbefinden. Die gute Nachricht: Es gibt viele sanfte Wege, die Dir helfen können, ohne dass Du gleich zu Medikamenten greifen musst.

🌸 Warum Verstopfungen in der Schwangerschaft so häufig sind

In der Schwangerschaft verändert sich Dein Körper ungemein. Das ist auch mit ein Grund, warum Du an den typischen Schwangerschaftsbeschwerden leidest. Dein Körpergeruch verändert sich und selbst die Sinneswahrnehmungen werden komplett anders. Du wirst mit der Zeit sogar einen komplett neuen Geruchs- und Geschmackssinn entwickeln.

Bei vielen Schwangeren spielt dementsprechend auch die Verdauung eine sehr wichtige Rolle. Es kann sogar vorkommen, dass sich Durchfall und Verstopfung abwechseln und Du grundsätzliche Probleme bei Deiner Verdauung bekommst. Leider gibt es auch Frauen, die während der kompletten Schwangerschaft unter Verstopfungen leiden oder sogar das Gefühl haben, Verstopfungen zu haben.

Gut zu wissen: Rund 44 Prozent aller schwangeren Frauen leiden mittlerweile unter Verstopfungen. Du bist also keineswegs allein mit diesem Problem.

🔍 Die häufigsten Ursachen für Verstopfung in der Schwangerschaft

Bevor wir uns mit den Mitteln und Wegen gegen eine Verstopfung in der Schwangerschaft befassen, ist es in erster Linie sehr wichtig, die Gründe für die Verstopfung zu finden. Oftmals liegen die Gründe in der ständig wachsenden Gebärmutter. Auch Dein Hormonhaushalt kann eine relevante Rolle bei der Ursachenfindung spielen. Du darfst auch nicht vergessen, dass in Deiner Schwangerschaft ein deutlich höherer Flüssigkeitsbedarf herrscht. Durch diesen wird mehr Wasser in Deinen Gelenken eingelagert und dem eigentlichen Verdauungsvorgang entzogen.

Diese Faktoren begünstigen Verstopfungen

  • Hohe Hormonwerte verlangsamen die Darmbeweglichkeit
  • Aufgrund geringerer Bewegung wird die Darmbeweglichkeit ebenfalls beeinträchtigt
  • Umso größer Dein Kind wird, umso mehr drückt es auf Deinen Darm
  • Aufgrund mangelnder Flüssigkeitszufuhr kann es zu einer Darmträgheit kommen
  • Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft können zu Verstopfungen führen
  • Verdauungsprobleme tauchen gerne auch durch einen veränderten Speiseplan auf
  • Depressionen, Angst und Stress rufen häufig Verdauungsprobleme oder Verstopfungen hervor

Achtung: Viele schwangere Frauen leiden unter einem Eisenmangel und nehmen Eisenpräparate ein. Diese können Verstopfungen verursachen oder verschlimmern. Sprich mit Deinem Arzt über alternative Präparate, wenn Du das Gefühl hast, dass die Eisentabletten Deine Beschwerden verstärken.

Gerade bei Frauen ab einem Alter von 35 Jahren, die einen höheren Body-Maß-Index haben, soll es ebenfalls häufiger zu Verstopfungen kommen. Der Auslöser soll dabei der BMI-Wert sein, der dadurch natürlich erhöht ist.

💪 Was Du selbst gegen Verstopfungen tun kannst

Auch wenn sich viele Frauen wünschen, vorbeugende Maßnahmen in der Schwangerschaft treffen zu können, sind diese relativ selten. Es gibt leider keine vorbeugenden Maßnahmen, die Du treffen kannst. Wichtig ist, dass Du in Deiner Schwangerschaft auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achtest, die reich an Ballaststoffen ist. Die Ballaststoffe können bereits dabei helfen, die Darmtätigkeit zu unterstützen. Sie wandern schließlich unverdaut in Deinen Darm und sorgen dafür, dass Wasser und Stuhl quillen. Dein Stuhlgang wird dadurch weicher und kann dementsprechend leichter ausgeschieden werden. Du kannst Ballaststoffe beispielsweise durch Gemüse und Obst, aber auch durch Vollkornprodukte zu Dir nehmen.

Genauso sinnvoll ist es, dass Du in Deiner Schwangerschaft auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtest und Dich regelmäßig bewegst. Dies kann in der Tat helfen, Verstopfungen vorzubeugen, bietet jedoch keine Garantie.

Ich habe in beiden Schwangerschaften gemerkt, wie wichtig es ist, wirklich genug zu trinken – nicht nur zwei Gläser mehr, sondern wirklich deutlich mehr als sonst. Das hat mir persönlich am meisten geholfen.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🌸 Sanfte Hausmittel, die Dir helfen können

Nicht selten spielt das Thema Verstopfung Schwangerschaft Schmerzen eine große Rolle. Viele Frauen leiden unter Schmerzen oder einem Blähbauch. Das unangenehme Gefühl bei einer Verstopfung kommt ebenfalls dazu. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, die helfen können, die Verstopfung aufzulösen.

Bewährte natürliche Helfer

Wie schon erwähnt, kannst Du selbst mit einfachen Mitteln gegen die Verstopfung angehen und versuchen, diese ohne Laxantien zu lösen. Hilfreich kann es außerdem sein, Leinsamen oder Flohsamen zu Dir zu nehmen. Diese kannst Du einfach unter Dein Essen mischen. Sie helfen dabei, die Darmtätigkeit anzuregen und können sogar Deine Verstopfungen lösen. Auch Milchzucker ist bis heute ein bewährtes Mittel gegen Verstopfungen. Viele Frauen sagen, dass ihnen sogar Magnesium geholfen hat, die Verdauungsprobleme und Verstopfungen zu lösen und gleichzeitig auch vorzeitige Wehen zu mindern.

Tipp: Trockenobst wie Pflaumen oder Feigen sind natürliche Verdauungshelfer. Ein paar Stück am Morgen können bereits Wunder wirken.

Wärme gegen Bauchkrämpfe

Bauchkrämpfe können bei Verstopfungen eine unangenehme Begleiterscheinung sein. Gegen diese kannst Du beispielsweise auch Magnesium einnehmen. Genauso hilfreich ist es, Wärme als Behandlungsmethode einzusetzen. Eine Wärmflasche oder ein warmes Bad bewirken oftmals Wunder. Achte dabei allerdings darauf, dass Du Deinen Kreislauf nicht zu sehr belastest. Viele schwangere Frauen haben Probleme mit zu viel Wärme, sodass ein zu heißes Bad genau in dem Fall ungeeignet ist.

Heilpflanzen und Kräutertees

Viele Ärzte und auch Hebammen schwören heutzutage auf Hausmittel und Heilpflanzen. Besonders letzteres wird sehr gerne in der Schwangerschaft benutzt. Schließlich ist eine medikamentöse Behandlung für Dein ungeborenes Kind nicht immer ungefährlich. Es ist daher besonders wichtig, dass Du immer Rücksprache mit Deinem Arzt hältst, um weitere Komplikationen vermeiden zu können.

Als Hausmittel werden gerne auch Kräutertees eingesetzt, die alle ihre eigene persönliche Wirkung haben. Neben diesen kannst Du auch einen Heilpraktiker aufsuchen, der Dir ebenfalls einige Hausmittel beziehungsweise Heilmittel zeigen kann. Es gibt schließlich viele Kräuter, die zugleich bei Verstopfungen helfen können. Einige Frauen lassen sich sogar einen Einlauf geben, um die schlimmen Verstopfungen zu lösen. Doch auch dabei solltest Du immer Rücksprache halten, um Dich und Dein Baby nicht zu gefährden.

💊 Wann sind Abführmittel in der Schwangerschaft sinnvoll?

Dies sind jedoch nur kleine Tipps, die Dir helfen können. Nicht selten müssen werdende Mütter auf andere Medikamente oder Hilfsmittel zurückgreifen, die Du von Deinem Arzt verschrieben bekommst. Abführmittel (lat. Laxantien) sind selbst in der Schwangerschaft nicht selten. Diese solltest Du allerdings niemals ohne Absprache Deines Arztes einnehmen. Besonders bei der Einnahme von Abführmitteln (lat. Laxantien) kann es im schlimmsten Fall zu schlimmen Durchfällen und schweren Bauchkrämpfen kommen. Besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel kann es passieren, dass dadurch vorzeitige Wehen ausgelöst werden.

Achtung: Nimm Abführmittel niemals ohne Rücksprache mit Deinem Arzt ein. Im letzten Schwangerschaftsdrittel können sie im schlimmsten Fall vorzeitige Wehen auslösen.

Sind Abführmittel gefährlich für Dein Baby?

Eine konkrete Antwort gibt es darauf leider nicht. Es ist jedoch relativ unwahrscheinlich, dass besonders pflanzliche Abführmittel Deinem ungeborenen Kind schaden können. Es gibt viele Mittel, die schon seit vielen Jahren gegen Verstopfungen in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Medikamente, wie beispielsweise DulcoSoft erleichtern Deinen Stuhlgang und können diesen unterstützen. Doch auch weitere Mittel, wie Microlax können bei Verstopfungen helfen und von Deinem Arzt verschrieben werden. Solche Mittel solltest Du allerdings nie ohne Absprache Deines Arztes einnehmen. Besprich daher die weitere Vorgehensweise genau, damit es nicht zu Komplikationen in Deiner Schwangerschaft kommt. Versuche es lieber mit Trockenobst oder anderen Hausmitteln, die wir Dir bereits genannt haben.

🏥 Wann Du unbedingt zum Arzt gehen solltest

Sollte es außerdem öfters zu Problemen mit Verstopfungen kommen, ist es wichtig, dass Du auch das mit Deinem Arzt besprichst. Dieser kann Dir garantiert eine Antwort auf die Frage „Verstopfung bei Schwangerschaft was hilft?" geben und Dich vor allem dabei unterstützen, die Probleme in den Griff zu bekommen.

Je nachdem, wie schwerwiegend Dein Problem mit Verstopfungen ist, solltest Du unbedingt mit Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt sprechen. Nur so kannst Du Dir sicher sein, dass Du die Verstopfungen ohne Medikamente und mit den von uns genannten Hilfsmitteln in den Griff bekommen kannst.

Wenn Verstopfungen zu Hämorrhoiden führen

Natürlich kann es passieren, dass Deine Verstopfung nicht sofort innerhalb weniger Tage geht. Sollte es daher vorkommen, dass die Verstopfungen bleiben und Dich auch das ständige Druckgefühl begleitet, kann es passieren, dass es zu schweren und vor allem auch unangenehmen Hämorrhoiden kommt. Auch dann musst Du unbedingt einen Arzt aufsuchen, der Dir eine Salbe verschreiben kann. Grundsätzlich kannst Du Hämorrhoiden mit einer geeigneten Salbe behandeln. In Deiner Schwangerschaft bilden sich diese daher schnell wieder zurück, sodass Du Dir keine weiteren Gedanken machen musst.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Prozent der Schwangeren leiden unter Verstopfungen?

Rund 44 Prozent aller schwangeren Frauen leiden unter Verstopfungen. Es ist also ein sehr weit verbreitetes Problem und Du bist damit keineswegs allein.

Welche Hausmittel helfen am besten gegen Verstopfung in der Schwangerschaft?

Bewährte Hausmittel sind Leinsamen, Flohsamen, Milchzucker und Trockenobst wie Pflaumen. Auch Magnesium kann helfen. Wichtig ist außerdem, viel zu trinken und Dich regelmäßig zu bewegen.

Können Eisenpräparate Verstopfungen verursachen?

Ja, Eisenpräparate können Verstopfungen auslösen oder bestehende Beschwerden verschlimmern. Sprich mit Deinem Arzt über alternative Präparate, wenn Du den Verdacht hast, dass die Eisentabletten Deine Verstopfung verstärken.

Darf ich in der Schwangerschaft Abführmittel nehmen?

Abführmittel solltest Du niemals ohne Rücksprache mit Deinem Arzt einnehmen. Besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel können sie im schlimmsten Fall vorzeitige Wehen auslösen. Besprich die Einnahme immer vorher mit Deinem Frauenarzt.

Was kann ich vorbeugend gegen Verstopfungen tun?

Achte auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Trinke ausreichend Wasser und bewege Dich regelmäßig. Eine Garantie gibt es zwar nicht, aber diese Maßnahmen können das Risiko deutlich senken.

Wann sollte ich wegen Verstopfungen zum Arzt gehen?

Wenn die Verstopfungen länger anhalten, sehr schmerzhaft sind oder Du ein ständiges Druckgefühl hast, solltest Du unbedingt Deinen Arzt aufsuchen. Auch wenn Hämorrhoiden auftreten, ist ein Arztbesuch wichtig.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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