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Medikamente während der Schwangerschaft – Was erlaubt ist und was nicht

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 15.04.2026 Lesezeit 12 Min.
Medikamente während der Schwangerschaft – Was erlaubt ist und was nicht

Auf einen Blick

  • Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen – Wirkstoffe gelangen über dein Blut zum Baby
  • Paracetamol gilt als unbedenklichstes Schmerzmittel in der Schwangerschaft
  • Auch pflanzliche Präparate können gefährlich sein – nicht einfach aus der Hausapotheke nehmen

Du bist schwanger und plötzlich unsicher: Darf ich bei Kopfschmerzen eine Tablette nehmen? Was ist mit meinem Nasenspray? Die Schwangerschaft ist eine der sensibelsten Phasen überhaupt – für dich und dein Baby. Viele Wirkstoffe gelangen über dein Blut direkt zum Kind und können seine Entwicklung beeinflussen. Wir zeigen dir, welche Medikamente erlaubt sind und wann du lieber zum Arzt gehen solltest.

💊 Die Grundregel: So wenig wie möglich

Grundsätzlich solltest du so wenig Medikamente wie möglich in deiner Schwangerschaft einnehmen. Damit sind auch rezeptfreie Alternativen gemeint. Die Wirkstoffe der Medikamente können über dein Blut in den Kreislauf deines ungeborenen Kindes gelangen. Bei einigen Arzneimitteln kann genau das schwerwiegende Folgen haben. Es gibt Medikamente, bei denen nachweisbar ist, dass sie fruchtschädigend sind. Aufgrund dessen solltest du Medikamente nur im Notfall und vor allem unter Anleitung deines Arztes einnehmen.

Achtung: Auch rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke können deinem Baby schaden. Nimm nichts ohne vorherige Absprache mit deinem Arzt ein.

Solltest du allerdings Medikamente einnehmen müssen, die notwendig sind, wie beispielsweise Medikamente gegen Asthma, bei Diabetes oder bei Depressionen – diese Erkrankungen entstehen in der Regel schon vor deiner Schwangerschaft, sodass du die Medikamente bereits einige Zeit zu dir nehmen musst. Besprich dies am besten mit deinem behandelnden Arzt. Dieser kann dir genau sagen, welche Medikamente du bei diesen Erkrankungen zu dir nehmen kannst und ob es Alternativen in dem Bereich gibt.

Schließlich gibt es zahlreiche Präparate, die völlig ungefährlich für dich und dein ungeborenes Kind in der Schwangerschaft sind.

🤧 Erkältung in der Schwangerschaft – Was hilft?

Viele Schwangere plagen sich mit Erkältung herum und wissen häufig nicht, welche Medikamente sie einnehmen dürfen. Nicht selten nehmen Menschen bei einem Schnupfen Nasenspray zu sich, um die Nase wieder frei zu bekommen. Es kann daher auch in deiner Schwangerschaft zu Schnupfen und Erkältungsproblemen kommen.

Nasenspray: Meerwasser ist erlaubt

Nasenspray stellt keinerlei Probleme dar, wenn du auf die Inhaltsstoffe achtest. Ein Spray auf Meerwasserbasis stellt für dich keinerlei Probleme dar. Dieses Nasenspray fördert das Abfließen des Sekretes und kann gleichzeitig den Reinigungsmechanismus deiner Nase auf natürliche Art und Weise fördern. Auf andere Nasensprays solltest du in jedem Fall verzichten oder mit deinem Arzt sprechen.

Tipp: Bei Husten und Kratzen im Hals hilft Wasserdampf inhalieren – gerne mit Meersalz. Das ist völlig unbedenklich und lindert die Beschwerden auf natürliche Weise.

Antibiotika bei bakteriellen Infektionen

Kommt es zu bakteriellen Infektionen in der Schwangerschaft, wird meistens ein Antibiotikum verschrieben. Es gibt spezielle Antibiotika, die du während deiner Schwangerschaft einnehmen darfst, ohne dass es dir oder deinem Fötus schadet. Penicillin hat beispielsweise keine fruchtschädigende Wirkung, genau wie das Antibiotikum Amoxicillin. Natürlich solltest du nicht einfach ein Antibiotikum zu dir nehmen, ohne mit deinem Arzt gesprochen zu haben. Bei vielen Medikamenten steigert das Risiko einer Fehlbildung enorm.

💊 Schmerzmittel – Welche sind erlaubt?

Viele Frauen fragen sich in der Schwangerschaft, welche Medikamente sie ohne Probleme einnehmen können. Nicht selten kommt es zu den üblichen Schwangerschaftsbeschwerden wie Rücken- oder Kopfschmerzen. Es gibt daher einiges zu beachten, wenn du dich mit dem Thema Schwangerschaft und Schmerzmittel auseinandersetzen willst.

ASS (Acetylsalicylsäure) – Nur im ersten Trimester

Besonders ASS (Acetylsalicylsäure) ist gut geeignet, um leichte oder mäßige Schmerzen lindern zu können. In den ersten 12 Wochen deiner Schwangerschaft gibt es keinerlei Risiken für deinen Fötus. Danach jedoch solltest du auf jeden Fall auf die Einnahme von ASS verzichten. Dieser Stoff setzt die Kontraktilität deiner Gebärmutter herab. Das bedeutet, dass es zu einer verminderten Wehentätigkeit kommen kann. Außerdem kann es unter der Einnahme von ASS zu stärkeren Blutungen bei der Geburt kommen, was wiederum zu einem erhöhten Blutverlust führt.

Bei Kopfschmerzen greife ich selbst immer zu Paracetamol – nach Rücksprache mit meiner Ärztin. Es ist das unbedenklichste Schmerzmittel in der Schwangerschaft und hat mir durch beide Schwangerschaften geholfen.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Paracetamol – Die sicherste Wahl

Gegen leichte Schmerzen kannst du eher Paracetamol einnehmen. Dieses Medikament wird als Schmerz- und Fiebermittel eingesetzt und ist in deiner Schwangerschaft unbedenklicher als beispielsweise ASS. Außerdem zeigt sich in der empfohlenen Dosierung für schwangere Frauen keinerlei Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden. Laut einigen anderen Studien zeigt sich allerdings, dass auch Paracetamol nicht direkt vor der Geburt eingenommen werden sollte. In den Studien wurde festgestellt, dass die Kinder an Hyperaktivität litten oder an einer gestörten Hodenentwicklung. Ob dies jedoch auf das Paracetamol zurückzuführen ist, konnte bis heute nicht eindeutig erforscht werden. Sogar die Einnahme von Cortison, wie beispielsweise Prednisolon, ist in der Schwangerschaft möglich.

Gut zu wissen: Während der Geburt deines Kindes dürfen geburtserleichternde Medikamente verabreicht werden.

Bei starken Schmerzen und Migräne

Leider gibt es auch viele Frauen, die unter Migräne oder anderen Beschwerden leiden. Besonders bei sehr starken Schmerzen ist es wichtig, dass du sofort Kontakt mit deinem Arzt aufnimmst und dich streng überwachen lässt. Regelmäßige Ultraschallkontrollen deines Kindes können dabei helfen, die richtige Medikation für dich zu finden.

✅ Welche Medikamente sind erlaubt? Die Übersicht

Natürlich ist es wichtig, dass du bei jeder Medikamenteneinnahme vorher mit deinem Arzt sprichst. Dieser kann dir genau aufzeigen, welche Medikamente für dich unbedenklich sind und trotz alledem deine Schmerzen oder Beschwerden lindern können. Um dir trotz alledem einen kleinen Einblick zu geben, welche Medikamente du bei welchen Beschwerden einnehmen kannst, haben wir dir diese in einer kurzen Tabelle zusammengefasst.

Beschwerden Medikamente
Schnupfen, verstopfte Nase Nasenspray auf Meerwasserbasis
Husten, Kratzen im Hals Wasserdampf inhalieren (gerne mit Meersalz)
Kopfschmerzen, andere Schmerzen Paracetamol (vorherige Absprache mit Arzt)
Verstopfung (Ernährungsprobleme) Flohsamenschalen, viel trinken
Heiserkeit Lutschpastillen (isländisch Moos)
Schlafstörungen Baldrian (Absprache mit Arzt)
Sodbrennen Milch trinken (Medikamente durch Arzt)
Übelkeit & Erbrechen Doxylamin und Dimenhydrinat (Absprache mit Arzt)
Atembeschwerden Absprache mit Arzt

Anhand dieser kurzen Tabelle wird dir schnell klar, dass du nicht einfach Medikamente einnehmen darfst. Hinter vielen Medikamenten stecken Inhaltsstoffe, die deinem ungeborenen Kind schaden können. Daher solltest du dringend den Rat deines Arztes einbeziehen, wenn du Schmerzen oder Probleme hast, die du nicht anderweitig bekämpfen kannst.

🚫 Diese Medikamente sind tabu

Dass bestimmte Medikamente deinem ungeborenen Kind schaden, haben wir in diesem Artikel bereits konkret beschrieben. Die verschiedenen Präparate können dazu führen, dass dein Baby im Wachstum gehemmt ist oder es zu starken Beeinträchtigungen der Organe kommt. Außerdem können die Medikamente sogar Erkrankungen bei deinem Baby auslösen. Es ist daher sehr wichtig, dass du nur wenn nötig chemische Medikamente einnimmst, die du vorher mit deinem Arzt besprochen hast.

Die folgenden Medikamente sind für dein Kind gefährlich:

  • viele Antibiotika
  • Ibuprofen
  • NSAR (entzündungshemmende Schmerzmittel)
  • Beruhigungsmittel und Schlafmittel
  • Retinoide (Mittel gegen Akne)
  • ACE-Hemmer
  • Valproinsäure
  • Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen
  • vereinzelte, pflanzliche Medikamente

Achtung: Diese Auflistung ist nur eine kleine Auswahl der Medikamente, die deinem ungeborenen Kind schaden können. Greife auf keinen Fall einfach in deine Hausapotheke wie vor der Schwangerschaft.

Gehe lieber einmal mehr zum Arzt und nimm die Medikamente nur ein, wenn dein Arzt dies erlaubt und dir das Präparat verschreibt. Jedes Medikament kann für dein ungeborenes Kind gefährlich werden. Es kann bei deinem Kind zu einem Geburtsfehler oder sogar Entzugserscheinungen kommen. Letzteres ist besonders durch Alkohol und Drogen möglich.

🌿 Vorsicht auch bei pflanzlichen Präparaten

Genauso wie bei chemischen Medikamenten ist es wichtig, auch pflanzliche Präparate in der Schwangerschaft mit Vorsicht zu genießen. Dies gilt sogar für eine Reihe an pflanzlichen Tees. Viele pflanzliche Mittel erzielen eine Wirkung, die für dich als Schwangere nicht gesund ist. Es kann sogar passieren, dass die Präparate starke Nebenwirkungen bei dir hervorrufen. Gerade bei Alkohol oder Präparaten mit Alkohol kann dies erhebliche Probleme und Komplikationen hervorrufen.

Tipp: Auch bei pflanzlichen Medikamenten nicht einfach wahllos etwas einnehmen. Besprich die Einnahme mit deinem Arzt oder setze dich mit einem Apotheker in Verbindung. Dieser kann dich ebenfalls über Risiken und Nebenwirkungen bestimmter pflanzlicher Mittel aufklären und dich beraten.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich in der Schwangerschaft Paracetamol nehmen?

Ja, Paracetamol gilt als das unbedenklichste Schmerzmittel in der Schwangerschaft. Du solltest es aber nur nach Rücksprache mit deinem Arzt und in der empfohlenen Dosierung einnehmen. Direkt vor der Geburt solltest du auf Paracetamol verzichten.

Welches Nasenspray darf ich bei Schnupfen verwenden?

Nasenspray auf Meerwasserbasis ist völlig unbedenklich. Es fördert das Abfließen des Sekretes und unterstützt den natürlichen Reinigungsmechanismus deiner Nase. Auf andere Nasensprays solltest du verzichten oder vorher mit deinem Arzt sprechen.

Sind pflanzliche Medikamente in der Schwangerschaft sicher?

Nein, nicht automatisch. Auch pflanzliche Präparate können gefährlich sein und starke Nebenwirkungen hervorrufen. Besprich auch diese Einnahme mit deinem Arzt oder einem Apotheker, bevor du etwas einnimmst.

Darf ich meine chronischen Medikamente weiter nehmen?

Bei chronischen Erkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Depressionen solltest du unbedingt mit deinem behandelnden Arzt sprechen. Dieser kann dir genau sagen, welche Medikamente du weiter nehmen kannst und ob es Alternativen gibt. Viele Präparate sind völlig ungefährlich für dich und dein Baby.

Was kann ich bei Kopfschmerzen ohne Medikamente tun?

Versuche es zunächst mit natürlichen Methoden: viel trinken, frische Luft, Ruhe und Entspannung. Auch eine sanfte Massage der Schläfen kann helfen. Wenn die Schmerzen anhalten, sprich mit deinem Arzt über die Einnahme von Paracetamol.

Wo finde ich verlässliche Informationen zu Medikamenten in der Schwangerschaft?

Das Institut Embryotox sorgt für die Sicherheit von Medikamenten in der Schwangerschaft und gibt Informationen heraus, die das Thema Medikamente und Schwangerschaft abdecken. Dein Arzt oder Apotheker kann dich ebenfalls umfassend beraten.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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