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Sind Wärmepflaster in der Schwangerschaft erlaubt?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 07.04.2026 Lesezeit 8 Min.
Sind Wärmepflaster in der Schwangerschaft erlaubt?

Auf einen Blick

  • Wärmepflaster mit Capsaicin sind in der Schwangerschaft unbedenklich für Dein Baby
  • Produkte mit Nonivamid solltest Du meiden, da die Wirkung auf Ungeborene nicht ausreichend erforscht ist
  • Sprich vor der Anwendung immer mit Deinem Arzt oder Deiner Hebamme, da Wärme wehenfördernd wirken kann

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft können Dich richtig quälen – besonders nachts, wenn Du ohnehin schon schlecht schläfst. Wärmepflaster versprechen schnelle Linderung, doch viele werdende Mamas sind verunsichert: Schaden sie meinem Baby? Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen kannst Du Wärmepflaster durchaus nutzen.

💪 Warum leiden so viele Schwangere unter Rückenschmerzen?

Gerade in den ersten Trimestern ist es nicht selten, dass viele Frauen unter starken Rückenschmerzen leiden. Der Grund dafür liegt besonders in den hormonellen Veränderungen Deines Körpers. Dein Körper beginnt bei der Vorbereitung auf die Geburt mehr Relaxin zu bilden. Auch die weiteren Schwangerschaftshormone, die durch Deinen Körper aufgebaut werden, können ein Grund für Rückenschmerzen sein.

Schließlich lockern sich gerade in den ersten Schwangerschaftswochen die Bänder und Gelenke Deines Körpers. Aufgrund der Wirkung der Hormone verspüren viele Frauen starke Rücken- und Beckenschmerzen.

In Deiner fortschreitenden Schwangerschaft kann es aufgrund der deutlichen körperlichen Belastung ebenfalls zu starken Schmerzen kommen. Auch Haltungsfehler sind nicht selten. Viele Frauen bekommen das klassische Hohlkreuz.

Gut zu wissen: Rückenschmerzen in der Schwangerschaft sind völlig normal und betreffen die meisten werdenden Mamas. Du bist damit nicht allein!

🔍 Wie funktionieren Wärmepflaster überhaupt?

Wärmepflaster oder Wärmeauflagen funktionieren in der Regel immer gleich. Sie enthalten ihre Wirksamkeit durch enthaltene Substanzen und andere synthetische Wirkstoffe. Klebst Du das Pflaster auf die schmerzende Region, kann diese Stelle Deines Körpers nicht nur besser durchblutet, sondern gleichzeitig gewärmt werden. Oftmals sind die Beschwerden über Nacht wieder verschwunden.

Grundsätzlich ist in den meisten Wärmepflastern der Stoff Capsaicin enthalten. Dabei handelt es sich um eine Form des Cayennepfeffers, ein natürliches Alkaloid, welches sogar in unterschiedlichen Paprika-Arten vorkommt. Bei Säugetieren und dementsprechend auch bei Menschen löst dieser Wirkstoff Hitze- und Schärfereize aus. Benutzt man den Wirkstoff daher in Salben oder einem Wärmepflaster, kann er die Durchblutung fördern und gleichzeitig auch wärmend wirken.

✨ Capsaicin-Pflaster: Unbedenklich für Dein Baby

Es kann passieren, dass Dein Baby den Wirkstoff als Geschmacksreiz über Deinen Blutkreislauf aufnimmt. Bereits in den ersten fünf Schwangerschaftsmonaten bildet Dein Kind seine Geschmacksreize. Es beginnt also auch ab diesem Zeitpunkt damit, seine eigenen Geschmackssinne zu trainieren. Außerdem lernt Dein Baby in diesem Zeitraum, das Fruchtwasser zu trinken und die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen kennenzulernen.

Solltest Du daher auf ein wirkstoffhaltiges Wärmepflaster zurückgreifen, das den Wirkstoff Capsaicin enthält, brauchst Du Dir keinerlei Gedanken machen, dass dieses Pflaster Deinem Kind schaden könnte. Für Dein ungeborenes Baby sind diese Wärmepflaster völlig unbedenklich. Solltest Du beispielsweise gerne scharfe Speisen zu Dir nehmen, würdest Du die gleiche Wirkung bei Deinem Kind erzielen. Thermacare Wärmepflaster stellen daher keinerlei Probleme für Dein Baby dar.

Ich habe in beiden Schwangerschaften Wärmepflaster mit Capsaicin genutzt – nach Rücksprache mit meiner Hebamme. Die Erleichterung war enorm und meinen Kindern hat es nicht geschadet.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

⚠️ Nonivamid-Pflaster: Besser Finger weg

Problematischer ist es bei Produkten mit dem Wirkstoff Nonivamid. Grundsätzlich lehnen Ärzte und Hebammen nicht alle Wärmepflaster ab. Es geht vielmehr um die Ablehnung von Wärmepflastern, in denen Nonivamid enthalten ist. Bei diesem Wirkstoff ist die Wirkung auf Dein ungeborenes Baby noch nicht bekannt. Aus diesem Grund raten Mediziner von diesen Produkten ab.

Achtung: Meide Wärmepflaster mit Nonivamid in der Schwangerschaft! Die Auswirkungen auf Dein Baby sind nicht ausreichend erforscht.

🌸 Warum raten viele Ärzte generell von Wärmepflastern ab?

Es ist in Deiner Schwangerschaft grundsätzlich sehr wichtig, dass Du auch mit externen Substanzen vorsichtig bist, da Deine ungeborenen Kinder auch diese aufnehmen können.

Du solltest auch ein wirkstoffhaltiges Wärmepflaster nur dann anwenden, wenn Dein Arzt oder Deine Hebamme keinerlei Bedenken bei den Produkten hat. Aufgrund des Wärmereizes und der steigernden Durchblutung kann es sogar vorkommen, dass die Wärmepflaster wehenfördernd auf Dich wirken. Besondere Vorsicht ist schließlich auch dann geboten, wenn Du die Wärmepflaster direkt über einen längeren Zeitraum nutzt.

Achtung: Wärme kann wehenfördernd wirken! Nutze Wärmepflaster nur nach Absprache mit Deinem Arzt oder Deiner Hebamme – besonders im letzten Trimester.

📋 So wendest Du Wärmepflaster richtig an

Bevor Du Dich für die ausgewählten Wärmepflaster entscheidest, solltest Du Dich von Deinem Arzt oder Deiner Hebamme beraten lassen. In der Regel werden Wärmepflaster unter verschiedenen Synonymen angeboten. Einer der bekanntesten ist wahrscheinlich das ABC-Pflaster.

Wichtig ist außerdem, dass Du Deine Wärmepflaster nur an die Stellen des Körpers klebst, die frei von Verletzungen sind. Selbst auf trockener Haut können die Wärmepflaster Schaden anrichten und Verbrennungen hervorrufen.

Die wichtigsten Anwendungsregeln:

  • Klebe das Pflaster nur auf unverletzter, trockener Haut
  • Lass das Wärmepflaster zwischen 8 und 24 Stunden auf der gewünschten Stelle kleben – keinesfalls länger
  • Eine Behandlung für etwa zwei bis drei Wochen wird oft empfohlen
  • Besprich die Behandlungsdauer unbedingt mit Deinem Arzt und Deiner Hebamme
  • Bei Juckreiz oder Rötungen die Behandlung sofort abbrechen

Tipp: Es kann passieren, dass das Wärmepflaster besonders bei der ersten Anwendung zu Juckreiz oder Rötungen führt. Teste es daher zunächst für kürzere Zeit und beobachte Deine Hautreaktion.

Häufig gestellte Fragen

Sind Thermacare Wärmepflaster in der Schwangerschaft erlaubt?

Ja, Thermacare Wärmepflaster mit dem Wirkstoff Capsaicin sind in der Schwangerschaft unbedenklich für Dein Baby. Sprich dennoch vorher mit Deinem Arzt oder Deiner Hebamme, da die Wärme wehenfördernd wirken kann.

Welche Wärmepflaster sollte ich in der Schwangerschaft meiden?

Meide Wärmepflaster mit dem Wirkstoff Nonivamid, da die Auswirkungen auf Ungeborene nicht ausreichend erforscht sind. Capsaicin-haltige Pflaster sind hingegen unbedenklich.

Können Wärmepflaster Wehen auslösen?

Ja, durch den Wärmereiz und die gesteigerte Durchblutung können Wärmepflaster wehenfördernd wirken. Besonders im letzten Trimester solltest Du sie nur nach Rücksprache mit Deinem Arzt oder Deiner Hebamme verwenden.

Wie lange darf ich ein Wärmepflaster in der Schwangerschaft tragen?

Lass das Wärmepflaster zwischen 8 und 24 Stunden auf der Haut – keinesfalls länger. Die Gesamtbehandlungsdauer solltest Du mit Deinem Arzt oder Deiner Hebamme besprechen.

Was mache ich, wenn die Haut unter dem Wärmepflaster juckt oder rot wird?

Entferne das Pflaster sofort und brich die Behandlung ab. Juckreiz und Rötungen können besonders bei der ersten Anwendung auftreten und sind ein Zeichen, dass Deine Haut das Pflaster nicht verträgt.

Gibt es Alternativen zu Wärmepflastern bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft?

Ja, Du kannst auch auf Wärmflaschen, warme Bäder, sanfte Massagen oder spezielle Schwangerschaftsgymnastik zurückgreifen. Sprich mit Deiner Hebamme über weitere schonende Alternativen.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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