Waden- & Muskelkrämpfe in der Schwangerschaft
Auf einen Blick
- Wadenkrämpfe treten besonders in der zweiten Schwangerschaftshälfte auf und sind meist harmlos
- Magnesiummangel ist die häufigste Ursache – über Ernährung oder Nahrungsergänzung ausgleichbar
- Sofortige Bewegung und Dehnung helfen im Akutfall am besten
Du wachst nachts auf, weil ein stechender Schmerz durch Deine Wade schießt? Damit bist Du nicht allein. Besonders in der zweiten Schwangerschaftshälfte leiden viele werdende Mamas unter Muskelkrämpfen. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen stecken harmlose Ursachen dahinter – und Du kannst selbst eine Menge dagegen tun.
🔍 Welche Arten von Muskelkrämpfen gibt es in der Schwangerschaft?
In der Regel treten Muskelkrämpfe in Deiner Beinmuskulatur auf. Besonders in der Schwangerschaft ist dies der Fall. In sehr seltenen Fällen sind die Gesäßmuskeln betroffen. Auch die Bänder Deiner Wirbelsäule können betroffen sein und Rückenkrämpfe auslösen.
Bei Bauchkrämpfen ist es in Deiner Schwangerschaft jedoch anders. Diese entstehen häufig durch die wachsende Belastung Deiner Mutterbänder. Auch die Gebärmuskulatur und Deine Gewichtszunahme können ein Grund dafür sein. Selbst wenn es zu einer hormonbedingten Verstopfung kommt, kann es passieren, dass es in Deiner Schwangerschaft zu heftigen, krampfartigen Schmerzen im Unterleib kommt.
Gut zu wissen: Muskelkrämpfe in der Schwangerschaft gehören zu den sogenannten paraphysiologischen Krämpfen – eine schmerzhafte Muskelkontraktion mit eher harmloser Ursache.
Häufig macht sich ein Muskelkrampf durch einen stechenden und ziehenden Schmerz bemerkbar. Dabei geht es um die unwillkürliche Muskelkontraktion eines Muskelstranges in Deinem Körper. Diese Art von Krampfattacke lässt in der Regel nach einer kurzen Zeit wieder nach. Je nachdem, wie stark jedoch die Verkrampfung und der Schmerzzustand war, kann sich dies auch noch viele Stunden danach bemerkbar machen. Ein leichter Druck und ein leichter Belastungsschmerz im Bein können auch nach der Krampfattacke auftreten und für Beschwerden sorgen.
🌸 Welche Symptome stecken dahinter?
Wadenkrämpfe können Dich in Deiner Schwangerschaft darauf aufmerksam machen, dass Du unter einem Magnesiummangel leidest. Die plötzlich stechenden Schmerzen in der Wade hinterlassen in den meisten Fällen eine Verhärtung in Deiner Muskulatur. Aufgrund der hormonellen Veränderungen Deines Körpers ist es nicht selten, dass Du unter einem Magnesium-Mangel leidest. Schließlich wird dieser Nährstoff vermehrt über Deinen Urin ausgeschieden.
Magnesium war für mich in beiden Schwangerschaften ein echter Lebensretter. Sobald ich die Einnahme vernachlässigt habe, kamen die nächtlichen Wadenkrämpfe zurück – ein deutliches Signal meines Körpers.
Besonders in Deiner Stillzeit solltest Du unbedingt darauf achten, dass Du eine ausreichende Menge an Magnesium am Tag zu Dir nimmst. Dein Bedarf ist dann deutlich höher. Schließlich ist in Deiner Muttermilch sehr viel Magnesium enthalten, da es sich um einen Nährstoff handelt, den Dein Baby braucht.
💊 Magnesium als Nahrungsergänzung
Grundsätzlich ist Magnesium ein gutes Mittel, um vor Muskelkrämpfen vorbeugen zu können. Sollten in Deiner Schwangerschaft Muskelkrämpfe entstehen, kannst Du Dich mit Deinem Arzt besprechen. Dieser kann Dir dabei helfen, die Ursache für die Krämpfe zu finden und diese zu beheben.
Sollte es sich um einen Mangel handeln, werden Dir Magnesiumpräparate verschrieben, bei denen Du die genaue Dosierung mit Deinem Arzt besprechen solltest. Achte auf die genaue Verzehrsempfehlung. Häufig wird Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Brausetabletten mit Zitronengeschmack (Beispiel Biolectra) angeboten. Doch auch die Kapselform ist nicht selten. Diese Magnesium-Tabletten versorgen Deinen Körper und helfen dabei, Krämpfe zu lindern.
Achtung: Bei Muskelerkrankungen oder Problemen der Muskeltätigkeit solltest Du lieber mit Deinem Arzt sprechen. Dies gilt auch für Erkrankungen Deines Nervensystems.
Die Nahrungsergänzungsmittel helfen Deinem Körper dabei, den Magnesiumspeicher wieder aufzufüllen und die Wadenkrämpfe zu lindern. Auch in Deiner Schwangerschaft übernimmt das Magnesium selbst eine entscheidende und relevante Rolle. Es hilft Deinem ungeborenen Kind dabei, gesund heranzuwachsen. Außerdem spielt Dein Magnesiumspiegel bei der Zellteilung eine sehr wichtige Rolle und ist selbst in Deiner Stillzeit von großer Bedeutung.
💪 Was hilft konkret bei Muskelkrämpfen?
Um Beinkrämpfen in der Schwangerschaft vorbeugen zu können ist es wichtig, dass Du Dich viel bewegst. Krämpfe in den Beinen treten in der Regel nachts auf. Oftmals hilft es nur noch, Deine Beine hochzulegen oder Dehnungsübungen zu machen, um die Schmerzen in der Nacht zu lindern.
Sofortmaßnahmen im Akutfall
Im Akutfall hilft nur eins: Bewegung! Solltest Du einen Wadenkrampf bekommen, steh auf und bewege Dich. Lauf herum und fang an, das krampfende Bein nach und nach langsam zu belasten. Natürlich kann es passieren, dass es zu Anfang noch etwas weh tut. Der Dehnungseffekt wird sich jedoch nach einer gewissen Zeit einstellen und demnach auch zur Schmerzlinderung in dem betroffenen Bein beitragen.
Tipp: Bei einem Wadenkrampf kann ein Ausfallschritt helfen. Dabei kannst Du die Ferse fest an den Boden drücken. Du kannst aber auch im Liegen Dein Bein durchstrecken und es langsam dehnen, damit der Schmerz nachlässt.
🍼 Magnesium und Kalzium über die tägliche Ernährung
Magnesium und Kalzium gehören zu den wichtigsten Nährstoffen in Deiner Schwangerschaft, besonders dann, wenn Du unter starken Krämpfen leidest. Wie schon erwähnt kann eine ausgewogene und gesunde Ernährung in Deiner Schwangerschaft viele Vorteile bieten.
Magnesiumreiche Lebensmittel
- Vollkornprodukte aller Art
- Kürbiskerne
- Sonnenblumenkerne
- Sesam
- Leinsamen
- Nüsse (vor allem Mandeln)
- Mineralwasser
Kalziumreiche Lebensmittel
Auch Kalzium kann Deine Wadenkrämpfe lindern. Daher kannst Du die folgenden Lebensmittel mit in Deinen täglichen Speiseplan einbauen:
- Fisch
- Nüsse
- Milchprodukte
- getrocknete Feigen
- getrocknete Datteln
- Rosinen
- Mangold
- Kohl
Achtung: Chinin wird zwar zur Krampfbehandlung eingesetzt, kann aber vorzeitige Wehen auslösen. Besprich die Einnahme daher immer mit Deinem Arzt.
✨ Vorbeugende Maßnahmen gegen Krämpfe
Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung gibt es noch weitere Tipps, mit denen Du Krämpfen in der Schwangerschaft vorbeugen kannst:
- ausreichende Zufuhr von Flüssigkeiten
- Wechselduschen
- Massagen (vom Fachmann)
- häufigeres Hochlegen der Beine
- regelmäßige Bewegung oder Sport
Sollten dennoch Beschwerden auftreten ist es wichtig, dass Du mit Deinem Arzt sprichst und Dir Hilfe holst und neben den vorbeugenden Maßnahmen eventuell Medikamente einnimmst.
Häufig gestellte Fragen
Warum bekomme ich gerade nachts so oft Wadenkrämpfe?
Nachts ist Dein Körper im Ruhemodus und die Durchblutung verlangsamt sich. Gleichzeitig kann ein Magnesiummangel in dieser Phase besonders spürbar werden. Die Kombination aus verlangsamter Durchblutung und Nährstoffmangel führt häufig zu nächtlichen Wadenkrämpfen.
Wie viel Magnesium sollte ich in der Schwangerschaft täglich einnehmen?
Die genaue Dosierung solltest Du immer mit Deinem Arzt besprechen. Er kann anhand Deiner individuellen Situation und eventueller Blutwerte die richtige Menge für Dich bestimmen. Achte auf die Verzehrsempfehlung des jeweiligen Präparats.
Können Wadenkrämpfe auch ein Zeichen für etwas Ernstes sein?
In den meisten Fällen sind Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft harmlos und auf Magnesiummangel zurückzuführen. In sehr seltenen Fällen kann eine Venenentzündung dahinterstecken. Wenn Du unsicher bist oder die Krämpfe sehr häufig auftreten, sprich mit Deinem Arzt.
Was ist der Unterschied zwischen Bauchkrämpfen und Wadenkrämpfen?
Bauchkrämpfe in der Schwangerschaft entstehen meist durch die wachsende Belastung Deiner Mutterbänder, die Gebärmuskulatur oder hormonbedingte Verstopfung. Wadenkrämpfe hingegen sind meist auf Magnesiummangel zurückzuführen und betreffen die Beinmuskulatur.
Kann ich Magnesium auch nach der Geburt weiter nehmen?
Ja, besonders in der Stillzeit ist Dein Magnesiumbedarf sogar noch höher. Deine Muttermilch enthält viel Magnesium, das Dein Baby braucht. Achte also auch nach der Geburt auf eine ausreichende Magnesiumzufuhr über Ernährung oder Nahrungsergänzung.
Helfen Wechselduschen wirklich gegen Wadenkrämpfe?
Ja, Wechselduschen können vorbeugend wirken, da sie die Durchblutung anregen. Kombiniert mit anderen Maßnahmen wie ausreichend Bewegung, Flüssigkeitszufuhr und magnesiumreicher Ernährung können sie dazu beitragen, Krämpfen vorzubeugen.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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