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Warum Nasenbluten in der Schwangerschaft häufiger auftritt

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 26.03.2026 Lesezeit 8 Min.
Warum Nasenbluten in der Schwangerschaft häufiger auftritt

Auf einen Blick

  • Nasenbluten in der Schwangerschaft ist harmlos und gefährdet weder dich noch dein Baby
  • Hauptursachen sind das erhöhte Blutvolumen (bis zu 50% mehr ab der 30. SSW) und Hormone
  • Erste Hilfe: Aufrecht hinsetzen, Kopf nach vorne beugen, Nasenflügel 5-10 Minuten zusammendrücken

Plötzlich läuft Blut aus der Nase – und du fragst dich erschrocken, ob mit deinem Baby alles in Ordnung ist. Die gute Nachricht vorweg: Nasenbluten gehört zu den typischen, aber völlig harmlosen Schwangerschaftsbeschwerden. Wir zeigen dir, warum deine Nase jetzt empfindlicher reagiert und wie du dir schnell selbst helfen kannst.

🔍 Warum ist die Nase in der Schwangerschaft so empfindlich?

Die Nase ist ein sehr empfindliches Organ, das ausgesprochen gut durchblutet ist. Das muss sie auch sein, denn sie erfüllt für dich verschiedene wichtige Funktionen. Deine Nasenschleimhaut befeuchtet die Oberfläche deiner Nase, erwärmt die eingeatmete Luft und gewinnt beim Ausatmen viel Wärme und Feuchtigkeit zurück.

Die Schleimhaut deiner Nase wird durch den Nasenzyklus reguliert. Dabei wird jeweils eines der Nasenlöcher stärker beansprucht, damit sich das zweite in dieser Zeit langsam erholen kann. Deine Nasenhaare haben ebenfalls eine eigene Aufgabe: Sie helfen dabei, Fremdpartikel abzuhalten, die in deine Nase oder Atemwege gelangen wollen. Mehr als 30 Riechsinneszellen befinden sich in deiner Riechschleimhaut, die mit deinen Riechnerven und deinem Gehirn verbunden sind.

Gut zu wissen: Die feinen Blutgefäße in deiner Nase sind jetzt besonders empfindlich – schon kleine Reize können ausreichen, damit sie platzen.

🌸 Was ist der Grund für Nasenbluten in der Schwangerschaft?

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Faktoren, die als Grund für das Nasenbluten in der Schwangerschaft in Frage kommen:

Erhöhtes Blutvolumen

Bereits ab der 6. Schwangerschaftswoche setzt die Vergrößerung des Blutvolumens ein. Ab der 30. Schwangerschaftswoche zirkuliert das Blut in deinem Körper zu 50% mehr. Sogar dein Blutdruck und die Atem- und Herzfrequenz steigen zu diesem Zeitpunkt nach und nach an. Diese Veränderungen betreffen nicht nur deinen Körper, sondern auch deine Gefäße und deinen Kreislauf. Es kann daher passieren, dass die sehr dünnen und sensiblen Adern in deiner Nase platzen und es zu Nasenbluten kommt.

Schwangerschaftshormone

Das Schwangerschaftshormon Progesteron kann ebenfalls für das Nasenbluten verantwortlich sein. Wie bei den meisten Schwangerschaftsproblemen sind die Gründe häufig auf deine Hormone zurückzuführen.

Bei mir hat das Nasenbluten in beiden Schwangerschaften besonders im zweiten Trimester zugeschlagen – meist morgens beim Naseputzen. Ich hatte immer Taschentücher griffbereit und wusste: Das geht vorbei.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Klimatische Bedingungen

Ein weiterer Auslöser für das Nasenbluten können die klimatischen Bedingungen sein, in denen du dich befindest. Die Kälte im Winter oder trockene Raumluft führen oft zu Nasenbluten, da deine Nasenschleimhaut austrocknet.

💪 Erste Hilfe bei Nasenbluten – das kannst du tun

Akutes Nasenbluten sollte sofort behandelt werden. Dein Ziel ist es, die Blutung in der Nase so schnell wie möglich zu stoppen. So gehst du vor:

  1. Setze dich aufrecht hin und nimm eine bequeme Sitzhaltung ein
  2. Beuge deinen Kopf nach vorne, sodass das Blut heraustropfen kann – nicht nach hinten!
  3. Drücke deine Nasenflügel für etwa 5 bis 10 Minuten zusammen
  4. Atme dabei ruhig durch den Mund
  5. Prüfe nach dieser Zeit, ob die Blutung gestoppt ist

Tipp: Das Blut muss nach vorne aus der Nase fließen können. Wenn du den Kopf nach hinten legst, läuft das Blut in den Rachen – das kann Übelkeit auslösen.

Selbst wenn zu wenig Blutplättchen in deiner Nase vorhanden sind, kann es passieren, dass es länger dauert, die Blutung zu stoppen. Hab Geduld und drücke die Nasenflügel weiter zusammen.

🏥 Kann Nasenbluten in der Schwangerschaft gefährlich werden?

Gerade in der ersten Schwangerschaft haben viele Frauen Angst vor Komplikationen oder wissen nicht genau, wie sie die einzelnen Schwangerschaftsbeschwerden einordnen sollen. Generell brauchst du dir bei Nasenbluten keine weiteren Sorgen machen. Auch dein Kind ist dadurch nicht gefährdet. In der Regel ist der Blutverlust bei Nasenbluten sehr gering. Auf den ersten Blick sieht es oftmals schlimmer aus, als es ist.

Achtung: In besonders seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die arteriellen Bereiche in deiner Nase betroffen sind. Solltest du an einer Blutgerinnungsstörung leiden oder Gerinnungshemmer einnehmen müssen, kann es zu schweren Blutungen kommen.

Wann zum Arzt?

Solltest du dir unsicher sein und die Blutung auch nach einem gewissen Zeitraum nicht stoppen können, ist es wichtig, dass du einen Arzt kontaktierst. Dieser kann dir dabei helfen, die Blutungsquelle zu stoppen und dir zugleich die Angst nehmen. Solche Blutungen sind in der Schwangerschaft sehr selten und daher nicht typisch.

Auch wenn deine Nase in der Schwangerschaft häufiger blutet, solltest du das untersuchen lassen. Häufig kann dies auf einen erhöhten Blutdruck hinweisen, was du jedoch von deinem Arzt abklären lassen solltest. Mit Hilfe einer Rhinoskopie kann ein HNO-Arzt in deine Nase schauen und sich sogar die Nasennebenhöhlen anschauen.

✨ Vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Nasenbluten

Natürlich kannst du in deiner Schwangerschaft vorbeugende Maßnahmen treffen, um das Nasenbluten zu vermeiden oder einzudämmen. Es gibt viele einfache Regeln, die du berücksichtigen kannst:

  • Halte die Raumluft feucht – besonders im Winter mit Heizungsluft
  • Verwende eine Nasensalbe oder Nasenspray mit Meerwasser zur Befeuchtung
  • Trinke ausreichend Wasser, um die Schleimhäute von innen zu befeuchten
  • Vermeide zu starkes Naseputzen
  • Lüfte regelmäßig, um für frische Luft zu sorgen
  • Nutze einen Luftbefeuchter im Schlafzimmer

Tipp: Eine Schale mit Wasser auf der Heizung oder feuchte Handtücher im Raum erhöhen die Luftfeuchtigkeit auf natürliche Weise.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann tritt Nasenbluten in der Schwangerschaft auf?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Nasenbluten kann bereits in der Frühschwangerschaft auftreten, da das Blutvolumen schon ab der 6. Schwangerschaftswoche ansteigt. Viele Frauen erleben es aber besonders im zweiten Trimester, wenn das Blutvolumen weiter zunimmt.

Ist Nasenbluten ein Anzeichen für eine Schwangerschaft?

Nasenbluten allein ist kein sicheres Schwangerschaftsanzeichen. Es kann aber zusammen mit anderen frühen Symptomen auftreten, da die hormonellen Veränderungen bereits früh beginnen. Ein Schwangerschaftstest gibt dir Gewissheit.

Wie lange dauert Nasenbluten in der Schwangerschaft normalerweise?

Die meisten Nasenbluten-Episoden lassen sich innerhalb von 5 bis 10 Minuten stoppen, wenn du die Nasenflügel zusammendrückst. Dauert es länger als 20 Minuten oder blutet es sehr stark, solltest du einen Arzt aufsuchen.

Kann häufiges Nasenbluten dem Baby schaden?

Nein, Nasenbluten schadet deinem Baby nicht. Der Blutverlust ist in der Regel sehr gering und hat keinen Einfluss auf die Versorgung deines Kindes. Nur bei sehr starken, nicht zu stoppenden Blutungen solltest du ärztlichen Rat einholen.

Welche Hausmittel helfen gegen Nasenbluten in der Schwangerschaft?

Bewährte Hausmittel sind: regelmäßiges Befeuchten der Nasenschleimhaut mit Meerwasser-Nasenspray, ausreichend trinken, Luftbefeuchter nutzen und Nasensalbe vor dem Schlafengehen auftragen. Diese Maßnahmen beugen dem Austrocknen der Schleimhäute vor.

Verschwindet das Nasenbluten nach der Geburt wieder?

Ja, in den meisten Fällen normalisiert sich die Situation nach der Geburt wieder. Sobald sich dein Hormonhaushalt und Blutvolumen wieder reguliert haben, tritt Nasenbluten in der Regel nicht mehr häufiger auf als vor der Schwangerschaft.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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