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Die 10. Schwangerschaftswoche – in der 10. SSW ist euer Baby fast schon fertig

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 07.05.2026 Lesezeit 13 Min.
Die 10. Schwangerschaftswoche – in der 10. SSW ist euer Baby fast schon fertig

Auf einen Blick

  • Euer Baby ist in der 10. SSW etwa 3 cm groß und wiegt rund 4 Gramm – alle wichtigen Organanlagen sind jetzt vorhanden
  • Die Plazenta übernimmt nun die Versorgung eures Babys, Gelenke wie Ellenbogen und Knie bilden sich aus
  • Harndrang, spannende Brüste und emotionale Achterbahnfahrten sind typische Begleiter in dieser Woche

Die 10. Schwangerschaftswoche ist ein besonderer Meilenstein: Euer Baby hat alle wichtigen Anlagen bereits entwickelt und ist quasi „fertig" – jetzt geht es vor allem ums Wachsen und Reifen. Auch wenn ihr äußerlich vielleicht noch nicht viel seht, passiert in eurem Körper gerade unglaublich viel. Lasst uns gemeinsam schauen, was genau in dieser Woche vor sich geht.

👶 Was macht euer Baby in der 10. SSW?

In der 10. SSW hat euer Baby eine Scheitel-Steiß-Länge von rund 3 cm und sein Gewicht erneut verdoppelt. Inzwischen wiegt es etwa 4 Gramm. Das klingt noch sehr wenig, doch innerhalb einer Woche das eigene Gewicht zu verdoppeln ist eine echte Leistung. Während der Kopf in den vergangenen Wochen noch sehr nach unten gerichtet war, richtet er sich nun weiter auf. Der Embryo ist zudem stark damit beschäftigt, zu trainieren. Die Muskeln werden über die gesamte Schwangerschaft bereits gestärkt. Jede Bewegung ist hier eine Trainingseinheit für die Muskulatur.

Gut zu wissen: Auch wenn ihr noch nichts davon bemerkt, dass euer Baby schon Purzelbäume schlägt, trainiert es seine Muskeln ganz fleißig im Fruchtwasser.

Extremitäten entwickeln sich weiter

Wusstet ihr, dass euer Baby jetzt in der zehnten Schwangerschaftswoche schon Ellenbogen hat? Auch die Knie bilden sich aus. An den Gliedmaßen passiert also jede Menge. Ebenfalls weiter ausgebildet werden die Zehen und die Finger. Wenn ihr genau hinsehen würdet, dann würdet ihr jedoch noch die kleinen Schwimmhäute dazwischen erkennen. Bisher hat der Embryo die kompletten Arme und Beine bewegt, jetzt sind auch die Gelenke vorhanden.

Die Plazenta übernimmt die Versorgung

Bisher hat die Plazenta die Versorgung eures Babys noch nicht übernommen, doch das ändert sich jetzt. In den letzten Wochen wurde sie angelegt und ausgebildet. Jetzt hat sie die Größe und Kraft erreicht, den Dottersack abzulösen. Wusstet ihr eigentlich, dass die Plazenta das einzige Organ ist, welches durch den Körper immer wieder gebildet werden kann?

Der Darm wandert weiter

Der Darm hat, im Vergleich zur 9. SSW, schon einen ziemlichen Weg hinter sich, ist aber noch immer damit beschäftigt, von der Nabelschnur weiter zu seinem Bestimmungsort zu gelangen. Inzwischen hat er den Bauchnabel erreicht.

Organe sind angelegt

In den letzten Wochen haben sich im Körper des Embryos die Organe bereits gebildet. Jetzt zeigt sich beim Fötus in der 10. SSW, was sich alles getan hat. Der Magen hat nun den richtigen Ort erreicht. Mit einem ganz genauen Ultraschall wäre vielleicht schon zu erkennen, dass euer Baby sogar bereits eine Leber und auch eine Milz hat. Auch die richtigen Anlagen für die Atmung sind vorhanden. Auch wenn die Lungen noch sehr winzig sind, sind sie schon vorhanden.

Das Gesicht nimmt Form an

Während die Nase bereits in der 9. SSW fertig ist und nur noch wachsen muss, brauchen die Augen und auch der Mund noch ein wenig mehr Zeit. Aber auch hier tut sich in der 10. Schwangerschaftswoche etwas. Die Augenlider werden weiter ausgebildet, sie bleiben aber noch immer verschlossen. Auch der Mund ist immer deutlicher zu erkennen. Sogar die Anlagen für die Zahnknospen sind schon vorhanden.

Gut zu wissen: Nach wie vor ist der größte Teil des Fötus der Kopf. Allerdings tut sich hier schon einiges bei der Anpassung des Körpers. Der Kopf streckt sich mehr und der Körper wird optisch deutlich länger.

🌸 Was verändert sich in eurem Körper?

Immer wieder wandert eure Hand auf den Bauch und legt sich schützend über ihn? Ihr merkt vielleicht noch keine Rundungen bei eurem Bauch, doch ihr spürt möglicherweise schon eine Verbindung und führt diese Schutzgeste aus.

Die emotionale Verbindung zum Baby beginnt oft schon lange bevor der Bauch sichtbar wird. Diese schützende Geste ist völlig natürlich und zeigt, wie sehr ihr euch bereits auf euer Kind einstellt.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Harndrang nimmt zu

Es wird immer erzählt, dass der Harndrang der werdenden Mutter im letzten Trimester steigt. Doch tatsächlich geht es schon viel früher los. Die Gebärmutter wächst immer mehr und sorgt dafür, dass eure Organe im Körper einen neuen Platz finden müssen. Vor allem die Blase ist jetzt im Fokus und wird durch die Gebärmutter zur Seite gedrängt. Das ist auch einer der Gründe dafür, dass ihr vermutlich häufiger auf die Toilette müsst. Dazu kommt der erhöhte Flüssigkeitsbedarf. Vielleicht verspürt ihr zunehmend Durst und diesem solltet ihr nachgeben. Neben den Spurenelementen, Vitaminen und Nährstoffen ist Flüssigkeit nach wie vor besonders wichtig.

Die Brust verändert sich

Es dauert noch ein bisschen, bis die Milchproduktion startet, doch in euren Brüsten tut sich schon richtig viel. Das wird sich vermutlich auch äußerlich zeigen. Die blauen Adern sind in der 10. Schwangerschaftswoche oft sehr deutlich zu erkennen und die Oberweite wirkt praller. Viele Frauen sagen, dass sie nicht an den Brüsten berührt werden möchten, da es ihnen Schmerzen bereitet.

Typische Schwangerschaftsbeschwerden

Ihr merkt noch immer Übelkeit und diese kommt oft auch ziemlich überraschend? Die Schwangerschaftsübelkeit hat werdende Mütter auch in der 10. SSW oft noch im Griff und eine Besserung scheint nicht in Sicht. Vielleicht habt ihr aber schon herausbekommen, wie ihr sie lindern könnt. Oft hilft es, wenn ihr bereits vor dem Aufstehen ein Stück Brot oder etwas Frisches kaut. Damit könnt ihr auch gegen einen verstärkten Speichelfluss vorgehen. Generell kann es hilfreich sein, dem Magen immer etwas zu tun zu geben. Vielleicht merkt ihr auch vermehrt ein Ziehen im Bauch oder habt sogar Rückenschmerzen. Bedenkt, dass sich die Gebärmutter Platz macht und das merkt ihr auch an den Muskeln und Mutterbändern. Angst vor einer Fehlgeburt kommt auch oft auf, wenn der Ausfluss zunimmt. Grundsätzlich ist das aber kein Grund zur Sorge um euer Ungeborenes.

Tipp: Haltet immer ein paar Kekse oder Zwieback am Bett bereit. Schon vor dem Aufstehen ein paar Bissen zu essen kann die morgendliche Übelkeit deutlich lindern.

Emotionale Achterbahnfahrt

Die Emotionen sind einer der Faktoren, die viele Frauen stark belasten. Ihr erkennt euch möglicherweise gar nicht wieder. Beim geringsten Anlass laufen schon die Tränen? Ein Blick auf ein Baby sorgt für ein sehnsuchtsvolles Ziehen im Bauch? Ihr sucht häufiger Streit oder merkt, dass es euch euer Partner gar nicht recht machen kann? Damit seid ihr nicht allein. Bedenkt, was alles in eurem Hormonhaushalt und in eurem Körper passiert und das in einer sehr kurzen Zeit. Lasst die Gefühle ruhig zu und sprecht darüber. Dies gilt auch für eure Sorgen und mögliche Ängste vor einer Fehlgeburt oder Erkrankungen des Babys. Der Einfluss der Schwangerschaftshormone ist nicht zu unterschätzen.

Blasenentzündungen vorbeugen

Gerade eure Nieren und eure Blase arbeiten auf Hochtouren und daher kann es sein, dass ihr vielleicht häufiger unter Blasenentzündungen leidet. In der Frühschwangerschaft ist das keine Seltenheit. Die Organe sind besonders gereizt, der Unterleib stark durchblutet. Da haben Bakterien leichtes Spiel. Gegen eine Blasenentzündung hilft es, viel zu trinken. Um mögliche Komplikationen zu vermeiden, solltet ihr zudem prüfen lassen, ob die Krankheit durch Bakterien oder Viren ausgelöst wird. Eine Kontrolle des Urins zur Diagnostik kann schon helfen.

Achtung: Bei Blutungen oder starken Schmerzen sollte immer direkt der Arzt aufgesucht werden. Auch bei Anzeichen einer Blasenentzündung ist eine ärztliche Kontrolle wichtig.

🏥 Vorsorge und Untersuchungen

Vorsorgeuntersuchungen mit Ultraschall und Ultraschallbild sind in dieser Woche eigentlich nicht geplant. Ihr könnt euch natürlich jederzeit an die Hebamme oder den Gynäkologen wenden, wenn ihr das Gefühl habt, dass eine Kontrolle notwendig ist.

Zusätzliche Untersuchungen erwägen

Die Mutterschaft ist geprägt von Freude und Sorgen. Bereits vor der Befruchtung möchtet ihr alles richtig machen und das zieht sich durch die ganze Schwangerschaft. Daher steht ihr jetzt auch vor der Frage, ob ihr spezielle Untersuchungen durchführen lassen sollt. Die Nackenfaltenmessung oder die Chorionzottenbiopsie sind keine grundlegenden Untersuchungen, die immer durchgeführt und durch die Krankenkasse übernommen werden. Liegen jedoch Risiken vor oder habt ihr generell eine Risikoschwangerschaft – beispielsweise aufgrund eures Alters oder weil es sich um Mehrlingsschwangerschaften handelt – kann es sinnvoll sein. Lasst euch jetzt schon vom Frauenarzt oder der Frauenärztin zu Risiken und Vorteilen beraten und sprecht auch die Fruchtwasseruntersuchung an. Durch eine umfangreiche Beratung seid ihr gut vorbereitet.

💊 Medikamente in der Schwangerschaft

Ihr habt eine Erkältung oder starke Kopfschmerzen? Jetzt kommt Unsicherheit auf, ob eigentlich Medikamente eingenommen werden dürfen. Euer Baby ist in der 10. Schwangerschaftswoche bereits komplett mit eurem Organismus verbunden. Das heißt, auch Wirkstoffe aus Medikamenten können zu eurem Baby gelangen. Nehmt daher nichts ohne eine Absprache mit der Hebamme oder dem Gynäkologen ein. Das gilt auch für pflanzliche Mittel. Es gibt einige pflanzliche Wirkstoffe, die Wehen fördern.

Gut zu wissen: Wenn ihr bis zur 10. SSW noch immer Progesteron zur hormonellen Unterstützung der Embryonalphase zuführt, kann es sein, dass ihr dieses nun langsam ausschleichen dürft.

✨ Schwangerschaftsstreifen vorbeugen

Wollt ihr gerne Schwangerschaftsstreifen vorbeugen? Wichtig zu wissen ist, dass die genetische Veranlagung eine große Rolle spielt in Bezug auf mögliche Schwangerschaftsstreifen. Habt ihr generell ein schwaches Bindegewebe, nutzt auch umfangreiches Cremen nicht immer etwas. Natürlich wirkt sich auch die Zunahme auf die Entstehung aus. Es kann helfen, schon früh mit den Zupfmassagen zu beginnen und eure Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. Hier hat sich Öl bewährt. Massiert euren Bauch einfach vom Schambein aus mit dem Öl.

🍎 Ernährung und Gewichtszunahme

Erste Wassereinlagerungen zeigen sich, in eurem Speiseplan kommt nur die Erdbeere vor oder ihr habt noch immer Verstopfungen? Die Ernährung ist ein wichtiger Punkt, der euch vielleicht beschäftigt. Ihr braucht jetzt schon Umstandsmode und fragt euch, wie es bis zur Entbindung werden soll? Eine Gewichtszunahme ist ganz normal und viele Schwangere denken, dass dies nur mit dem Essen zusammenhängt. Das ist jedoch nicht so. Bedenkt, dass Fruchtwasser und Fötus ebenfalls etwas wiegen und euer Blutvolumen wächst. Das Gewicht im Mutterpass sollte euch also nicht zu sehr beunruhigen.

Frühzeitig einer zu starken Gewichtszunahme vorzubeugen kann aber dennoch sinnvoll sein und lässt sich vor allem mit einer ausgewogenen Ernährung erreichen. Eine Diät ist in der Schwangerschaft immer schädlich und sollte unbedingt vermieden werden. Achtet lieber darauf, was ihr esst. Führt eurem Körper ausreichend Vitamine und Nährstoffe zu. Ballaststoffe regen die Verdauung an. Bei einer schnellen Gewichtszunahme ohne Grund kann es sein, dass ihr engmaschiger kontrolliert werdet.

Achtung: Eine Diät ist in der Schwangerschaft immer schädlich und sollte unbedingt vermieden werden. Setzt stattdessen auf eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist mein Baby in der 10. SSW?

In der 10. Schwangerschaftswoche hat euer Baby eine Scheitel-Steiß-Länge von etwa 3 cm und wiegt rund 4 Gramm. Innerhalb einer Woche hat es sein Gewicht verdoppelt – eine echte Leistung!

Warum muss ich in der 10. SSW schon so oft auf die Toilette?

Die wachsende Gebärmutter drückt auf eure Blase und drängt sie zur Seite. Zusätzlich habt ihr einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Beides zusammen führt dazu, dass ihr häufiger zur Toilette müsst – und das ist völlig normal.

Ist Übelkeit in der 10. SSW noch normal?

Ja, absolut. Viele Frauen haben auch in der 10. SSW noch mit Schwangerschaftsübelkeit zu kämpfen. Versucht, vor dem Aufstehen etwas Trockenes zu essen und dem Magen über den Tag verteilt immer wieder kleine Portionen zu geben.

Darf ich in der 10. SSW Medikamente nehmen?

Euer Baby ist jetzt komplett mit eurem Organismus verbunden, daher können Wirkstoffe aus Medikamenten zu ihm gelangen. Nehmt bitte nichts ohne Absprache mit eurer Hebamme oder eurem Gynäkologen ein – das gilt auch für pflanzliche Mittel.

Welche Untersuchungen stehen in der 10. SSW an?

Reguläre Vorsorgeuntersuchungen sind in dieser Woche normalerweise nicht geplant. Ihr könnt euch aber jederzeit an eure Hebamme oder euren Arzt wenden, wenn ihr euch unsicher fühlt oder eine Kontrolle wünscht.

Kann ich Schwangerschaftsstreifen vorbeugen?

Die genetische Veranlagung spielt eine große Rolle. Dennoch kann es helfen, schon früh mit Zupfmassagen zu beginnen und die Haut mit Öl zu versorgen. Massiert euren Bauch regelmäßig vom Schambein aus – das tut gut und kann das Bindegewebe unterstützen.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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