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Der 6. Schwangerschaftsmonat – der Fötus ist nun überlebensfähig

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 10.04.2026 Lesezeit 10 Min.
Der 6. Schwangerschaftsmonat – der Fötus ist nun überlebensfähig

Auf einen Blick

  • Der 6. Schwangerschaftsmonat umfasst die 21. bis 24. SSW – am Ende ist dein Baby bereits lebensfähig
  • Dein Baby wächst von ca. 25 cm auf 28 cm und nimmt wichtige Fähigkeiten wie Hören, Schmecken und Temperaturwahrnehmung auf
  • Ab jetzt wird die Scheitel-Fersen-Länge gemessen statt nur Schädel-Steiß – dein Baby scheint plötzlich viel größer

Der sechste Monat ist ein echter Meilenstein: Dein Baby entwickelt sich rasant weiter und würde bei einer Frühgeburt zum Ende des Monats hin bereits Überlebenschancen haben. Gleichzeitig nimmst du die Bewegungen immer deutlicher wahr – eine magische Zeit, in der die Bindung zu deinem Kind noch intensiver wird.

🌸 21. SSW: Plötzlich so groß – die neue Messmethode

Wenn du in der 21. Schwangerschaftswoche eine Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall beim Gynäkologen hast, wirst du dich vielleicht wundern. Denn wenn der Frauenarzt dein Baby jetzt misst, scheint es einen beeindruckenden Sprung gemacht zu haben. Dabei wird nun ab dem 6. Schwangerschaftsmonat einfach nicht mehr nur die Schädel-Steiß-Lage gemessen, sondern von Kopf bis Fuß, also die Scheitel-Fersen-Länge. Der Fötus hat nun eine Größe von rund 25 cm und ein Gewicht von etwa 350 Gramm.

Nach wie vor braucht das Ungeborene jede Menge Schlaf. Rund 20 Stunden schläft es und daher kann es sein, dass du dein Baby nur wenig spürst. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Stupser noch etwas zurückhaltend sind. Ab der 21. Schwangerschaftswoche arbeiten die Nieren und bilden Urin.

Gut zu wissen: Du bemerkst jetzt die Bewegungen deines Babys immer mehr? Dein Baby nimmt auch die Wärme der Hand von außen wahr. Jetzt merkt es, wenn Mama oder Papa die Hand auf den Bauch legen.

🧠 22. SSW: Das Gehirn macht einen Sprung

Schon seit mehreren Wochen hat der Fötus immer wieder Schluckauf und das ist auch gut so, denn auf diese Weise wird das Zwerchfell trainiert. Inzwischen dürftest du jedoch merken, wenn es wieder soweit ist. Die kleinen rhythmischen Stöße gegen den Bauch werden dich in den nächsten Monaten noch häufiger begleiten. Manchmal schluckt dein Baby zu viel Fruchtwasser. Jeder Schluckauf ist für das Zwerchfell eine sehr gute Übung.

Wenn es darum geht, was dein Baby nun alles erkennen kann, dann ist es wichtig zu wissen, dass in der 22. Schwangerschaftswoche die Augen noch nicht geöffnet werden. Dennoch nehmen die Babys immer mehr die Schattierungen von hell und dunkel wahr.

Das Gehirn deines Babys ist inzwischen hervorragend durch die Schädelplatten geschützt, die auch immer mehr verhärten. Allerdings härten sie erst in den ersten Jahren nach der Geburt komplett aus. Vorher gibt es auch noch zwei Öffnungen, die es möglich machen, dass sich die Platten unter der Entbindung verschieben lassen. Hier wird von der Fontanelle gesprochen.

👂 23. SSW: Dein Baby merkt sich deine Stimme

Geräusche nimmt der Fötus schon länger wahr, wenn auch zu Beginn vor allem über Schwingungen. Doch nun tut sich hier im sechsten Schwangerschaftsmonat etwas bei den Innenohrknochen. Sie sind besonders wichtig, wenn es um den Hörsinn geht. Unter anderem ist der Fötus nun in der Lage, Erinnerungen abzuspeichern. Das ist eine wichtige Eigenschaft für die Zeit nach der Geburt. Dein Baby wird sich jetzt eure Stimmen merken und sie später Mama und Papa zuordnen können.

Ich habe in dieser Phase viel mit meinen Babys gesprochen und gesungen – nach der Geburt haben sie tatsächlich auf meine Stimme reagiert und sich schneller beruhigt. Diese Bindung beginnt schon jetzt im Bauch.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Sehr interessant ist zudem die Entwicklung der Lungen. Der Lungenkreislauf setzt ein, eine wichtige Grundlage, damit dein Baby später selbst atmen kann. Dein Baby braucht die Zeit im Mutterleib und daher würden Ärzte jetzt, wenn eine Frühgeburt droht, alles tun, um diese aufzuhalten. Sollte das Ungeborene dennoch auf die Welt kommen, würden Überlebensmaßnahmen eingeleitet werden.

Der Fötus hat eine Größe von rund 28 cm und ein Gewicht von etwa 470 Gramm. Er ist aber noch nicht in der Lage, seine Temperatur zu regulieren. Daher würde ein Frühchen jetzt noch sehr viel Unterstützung benötigen.

Achtung: Zum Ende des sechsten Monats hin ist dein Baby bereits lebensfähig. Würde es jetzt zur Welt kommen, würden die Ärzte lebenserhaltende Maßnahmen ergreifen – auch wenn es noch viel Unterstützung brauchen würde.

👅 24. SSW: Dein Baby lernt Geschmack kennen

Oft wird davon ausgegangen, dass das Fruchtwasser in der Gebärmutter auch nach Frucht schmeckt. Doch ganz so ist es nicht. Für dein Baby ist es ein täglicher Begleiter. Rund 750 ml nimmt es pro Tag davon auf – Tendenz steigend. Doch erst jetzt ab der 24. SSW wird es auch merken, dass es geschmackliche Unterschiede gibt. Die Geschmacksknospen haben sich nun soweit gebildet, dass es unterschiedliche Aromen schmecken kann.

Wenn du dich gerne sehr herzhaft ernährst, dann kann es durchaus sein, dass dein Kind später auch lieber zum Brot und nicht zum Kuchen greift. Nutzt du für die Ernährung sehr viele süße Stoffe, macht sich dies ebenfalls bemerkbar.

Tipp: Deine Ernährung prägt schon jetzt die Geschmacksvorlieben deines Babys. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, dass dein Kind später offener für verschiedene Lebensmittel ist.

Sehr spannend ist auch die Information, dass der Fötus nun zum Ende des sechsten Monats hin in der Lage sein wird, seine Augen zu öffnen. Es ist das erste Mal, dass sich die Lider nach oben schieben und dein Baby sich ein wenig umsehen kann. Natürlich erkennt es dabei nichts. Dennoch ist das ein großer Schritt in der Entwicklung.

⚠️ Die Risiken im 6. Schwangerschaftsmonat

Mit dem Ende des sechsten Schwangerschaftsmonats hast du einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Würde dein Baby nun auf die Welt kommen, dann würde es erste Chancen haben, auch zu überleben. Dennoch sind nach wie vor Risiken vorhanden.

Kontraktionen oder vorzeitige Wehen können sich auf den Gebärmutterhals auswirken. Ist der Gebärmutterhals nicht stabil, wird auch für die schwere Gebärmutter und den Fötus nicht mehr ausreichend Halt geboten. Daher kann es sein, dass du in diesem Fall ins Krankenhaus oder auf dem Sofa liegen müsstest.

Auch für dich als werdende Mutter gibt es einige Risiken. Hier ist vor allem die Präeklampsie zu benennen. Es handelt sich um die sogenannte Schwangerschaftsvergiftung. Anzeichen dafür sind unter anderem:

  • Erhöhter Blutdruck
  • Schwäche und Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen

Achtung: Solltest du diese Anzeichen bemerken, ist eine schnelle Reaktion gefragt. Wichtig ist es, jetzt direkt zur Hebamme oder dem Arzt zu gehen.

💪 Was kannst du im sechsten Schwangerschaftsmonat tun?

Der sechste Schwangerschaftsmonat ist eine gute Zeit, um die Planungen für die kommenden Wochen und die Geburt in Angriff zu nehmen. Vielleicht hast du dich schon entschieden, ob du im Geburtshaus oder in der Klinik entbinden möchtest. Dann wird es jetzt Zeit, mögliche Orte zu besichtigen und dich zu informieren, wie eine mögliche Entbindung hier durchgeführt werden kann. Oft gibt es auch Tage der offenen Tür. Hier werden Führungen durch die einzelnen Bereiche durchgeführt und du kannst alle offenen Fragen stellen.

Tipp: Sprich mit deiner Hebamme über deine Gedanken zur Geburt. Sie kann dir Tipps und Hinweise geben, was du berücksichtigen solltest und welche Optionen es noch gibt, wie die Hausgeburt oder auch die ambulante Geburt.

Häufig gestellte Fragen

Warum scheint mein Baby plötzlich so viel größer zu sein?

Ab dem 6. Schwangerschaftsmonat wird nicht mehr nur die Schädel-Steiß-Länge gemessen, sondern die Scheitel-Fersen-Länge – also von Kopf bis Fuß. Deshalb wirkt dein Baby bei der Messung plötzlich deutlich größer, obwohl es sich ganz normal entwickelt hat.

Ist mein Baby am Ende des 6. Monats wirklich schon lebensfähig?

Ja, zum Ende des sechsten Monats hin würden Ärzte bei einer Frühgeburt lebenserhaltende Maßnahmen ergreifen. Dein Baby hätte erste Überlebenschancen, würde aber noch sehr viel medizinische Unterstützung benötigen, da es seine Temperatur noch nicht selbst regulieren kann und die Lungen noch nicht vollständig ausgereift sind.

Warum spüre ich mein Baby manchmal so wenig?

Dein Baby schläft nach wie vor rund 20 Stunden am Tag. Die Stupser sind in dieser Phase noch etwas zurückhaltend. Das ist völlig normal – in den kommenden Wochen werden die Bewegungen deutlich intensiver.

Kann mein Baby meine Stimme schon hören?

Ja, ab der 23. SSW entwickeln sich die Innenohrknochen so weit, dass dein Baby Geräusche wahrnehmen und sogar Erinnerungen abspeichern kann. Es wird sich deine Stimme merken und sie nach der Geburt Mama zuordnen können.

Beeinflusst meine Ernährung wirklich den Geschmack meines Babys?

Ja, ab der 24. SSW kann dein Baby unterschiedliche Geschmacksrichtungen im Fruchtwasser wahrnehmen. Wenn du dich sehr herzhaft ernährst, kann es durchaus sein, dass dein Kind später auch lieber zum Brot als zum Kuchen greift. Eine abwechslungsreiche Ernährung kann die Geschmacksvorlieben positiv prägen.

Wann sollte ich mit der Geburtsplanung beginnen?

Der sechste Schwangerschaftsmonat ist eine gute Zeit, um Geburtsorte zu besichtigen und dich über verschiedene Optionen zu informieren. Sprich mit deiner Hebamme über deine Vorstellungen – sie kann dir helfen, die passende Entscheidung zu treffen, ob Klinik, Geburtshaus, Hausgeburt oder ambulante Geburt.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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