Schwangerschaftsmythen – welche stimmen wirklich?
Auf einen Blick
- Die meisten Schwangerschaftsmythen stammen aus dem Mittelalter und haben keine wissenschaftliche Grundlage
- Weder Bauchform noch Übelkeit verraten zuverlässig das Geschlecht deines Babys
- Einige Mythen wie Vergesslichkeit in der Schwangerschaft sind tatsächlich wahr
„Bei Übelkeit wird's ein Mädchen!" – „Dein Bauch ist so spitz, das wird bestimmt ein Junge!" Solche Sprüche kennst du sicher auch. Schwangerschaftsmythen gibt es viele, doch welche haben tatsächlich einen wahren Kern? Wir haben die bekanntesten Mythen für dich unter die Lupe genommen.
🔍 Woher kommen Schwangerschaftsmythen eigentlich?
Schon vor deiner Schwangerschaft hast du dich bestimmt schon das ein oder andere Mal mit den verschiedenen Schwangerschaftsmythen auseinandergesetzt. Jeder kennt wahrscheinlich den ein oder anderen Mythos. Doch was ist dran an den Schwangerschaftsmythen?
Aufgrund dessen, dass die Menschen vor allem im Mittelalter keinerlei medizinische Möglichkeiten hatten, das Geschlecht des Babys vor der Geburt herauszufinden, haben sie sich anhand von Symptomen in der Schwangerschaft orientiert. Schon von diesem Zeitpunkt an gab es Schwangerschaftsmythen, die noch bis heute zutreffen.
Gut zu wissen: Viele Mythen entstanden aus reiner Beobachtung – ohne wissenschaftliche Grundlage. Trotzdem halten sich manche hartnäckig über Jahrhunderte.
🌸 Die 8 bekanntesten Schwangerschaftsmythen im Check
Mythos 1: Übelkeit am Morgen deutet auf ein Mädchen hin
Der erste Schwangerschaftsmythos besagt, dass die morgendliche Übelkeit immer auf ein Mädchen hindeutet. Frauen, die daher unter einer besonders starken Schwangerschaftsübelkeit leiden, bekommen häufiger ein Mädchen als einen Jungen.
Die Wahrheit: Leider stimmt dieser Mythos nicht und konnte bis heute nicht wissenschaftlich belegt werden. Das bedeutet, dass deine Schwangerschaftsübelkeit nichts über das Geschlecht deines Kindes aussagt.
Mythos 2: Die Bauchform verrät das Geschlecht des Babys
Viele kennen den Mythos bereits, da er seit geraumer Zeit sehr weit verbreitet ist. Dieser Mythos sagt aus, dass eine tief liegende Bauchform immer auf einen Jungen hindeutet. Ist deine Bauchform eher rund und breit, soll ein Mädchen unterwegs sein.
Die Wahrheit: Auch bei diesem Mythos müssen wir dir leider sagen, dass es sich lediglich um ein Ammenmärchen handelt. Wie dein Bauch wächst und welche Form er bekommt, hängt nicht vom Geschlecht des Kindes ab, sondern vielmehr von deiner eigenen Körperform und deinem Körperbau. Auch die Größe deines ungeborenen Kindes und die Fruchtwassermenge kann die Größe deines Bauches beeinflussen.
Achtung: Lass dich nicht von gut gemeinten Ratschlägen verunsichern – jeder Bauch ist einzigartig und sagt nichts über das Geschlecht aus!
Mythos 3: Sodbrennen zeugt von Haarpracht bei deinem Kind
Betrachtet man diesen Mythos aus rein biologischer Sicht, wird einem schnell klar werden, dass dein Magen nicht mit deiner Gebärmutter verbunden ist. Es ist daher biologisch gesehen nicht einmal möglich, dass die Haare deines ungeborenen Kindes kitzeln.
Die Wahrheit: Es sind vielmehr die muskelentspannenden Schwangerschaftshormone, die dafür sorgen, dass du Sodbrennen bekommst.
Mythos 4: Pickel in der Schwangerschaft deuten auf ein Mädchen hin
Dieser Mythos ist ebenfalls sehr weit verbreitet. Bekommst du beispielsweise unreine Haut und Pickel in der Schwangerschaft, bedeutet dies, dass du wahrscheinlich ein Mädchen zur Welt bringst. Bei einer reinen und makellosen Haut soll es eher auf einen Jungen hindeuten.
Die Wahrheit: Man muss dazu sagen, dass an diesem Schwangerschaftsmythos sogar etwas dran ist. Allerdings nicht so wie er aus dem Mittelalter stammt, sondern andersherum. Wer einen Jungen auf die Welt bringt, leidet häufig unter fettigen Haaren oder einer schlechten Haut. Grund dafür ist, dass dein ungeborenes Baby ab der 23. Schwangerschaftswoche das Sexualhormon Testosteron im Hoden bildet, was bei dir wiederum für stumpfe Haare sorgen kann. Dadurch kann sich sogar dein Erscheinungsbild erheblich verschlechtern.
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Bei beiden Schwangerschaften hatte ich völlig unterschiedliche Hautbilder – und trotzdem bekam ich einmal einen Jungen und einmal ein Mädchen. Lass dich nicht verrückt machen!
Mythos 5: In der Schwangerschaft wird man vergesslich
Die Wahrheit: Bei diesem Mythos kann man eindeutig sagen, dass er vollkommen stimmt. Aufgrund deines veränderten Hormonspiegels kann es zu einer sogenannten Schwangerschaftsdemenz kommen. Schließlich konzentrierst du dich während deiner Schwangerschaft sehr stark auf dein Kind. Dabei kann es schon passieren, dass du die ein oder anderen Dinge vergisst.
Ein dicker Bauch und wenig Schlaf gehören mit zu den häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden, die sogar deine Konzentration stören können. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass du nach der Geburt deines Kindes nicht mehr vergesslich bist. Es gibt nämlich auch eine Stilldemenz.
Tipp: Lege dir ein kleines Notizbuch oder eine App zu, um wichtige Termine und Gedanken festzuhalten. Das entlastet dein Gehirn!
Mythos 6: Schwangere essen immer für 2 Personen
Grundsätzlich ist es richtig, dass man in der Schwangerschaft deutlich mehr isst als sonst. Das hat jedoch nichts mit der Größe der Portion zu tun. Schwangere sollten sich in dieser Zeit grundsätzlich gesund und ausgewogen ernähren. Nur so kann sich dein Baby optimal entwickeln und wird mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.
Die Wahrheit: Man sagt, dass du zum Ende deiner Schwangerschaft in etwa 250 bis 300 Kalorien mehr am Tag zu dir nimmst. Das bedeutet schlichtweg, dass auch dieser Mythos falsch ist. Natürlich kann es in deiner Schwangerschaft zu Heißhungerattacken oder Gelüsten kommen. Allerdings ist das normal.
Mythos 7: Jedes geborene Kind kostet einen Zahn
Ein Mythos, den man so wahrscheinlich nicht kennt. Er ist aber auch völlig falsch. Der Mythos besagt, dass du bei jedem Kind einen Zahn verlieren kannst. Dies ist jedoch nicht richtig. Wenn du auf deine Zähne achtest und sie weiterhin pflegst, brauchst du dir keinerlei Sorgen in deiner Schwangerschaft machen.
Die Wahrheit: Was jedoch richtig erscheint, ist, dass sich aufgrund deiner Hormonumstellung das Zahnfleisch etwas lockert, damit es besser durchblutet werden kann. Daher kann es schon vorkommen, dass deine Zähne in der Schwangerschaft etwas empfindlicher sind als sonst. Besprich am besten mit deinem Arzt, was du dagegen tun kannst. Oftmals reicht eine höhere Zufuhr an Kalzium bereits aus.
Mythos 8: Stillbeziehung durch Beratung verbessern
Viele Frauen haben Angst zu stillen. Nicht aufgrund von Schmerzen, sondern vielmehr aufgrund dessen, dass sie etwas falsch machen könnten. Es gibt daher Stillberater, die euch werdenden Müttern helfen sollen und gleichzeitig die Stillbeziehung verbessern.
Die Wahrheit: Bei diesem Mythos gehen die Meinungen sehr stark auseinander. Einige Frauen bevorzugen eine solche Beratung, andere wiederum nicht. Eine gute Stillbeziehung ist schließlich vielen Frauen sehr wichtig.
👶 Kann man das Geschlecht des Kindes bei der Zeugung beeinflussen?
Grundsätzlich ist es nicht möglich, das Babygeschlecht zu beeinflussen. Solltest du jedoch das Bedürfnis danach haben, kannst du es versuchen. Eine Garantie gibt es allerdings nicht.
Die Spermien des Mannes bestehen aus weiblichen und männlichen. Beide haben allerdings das gleiche Ziel: sie wollen die Eizelle in deinem Körper erreichen. Es gibt daher keine Möglichkeit, das Babygeschlecht stark zu beeinflussen, damit du dein Wunsch-Babygeschlecht bekommst.
Gut zu wissen: Das Geschlecht wird ausschließlich durch die Chromosomen des Spermiums bestimmt – X für Mädchen, Y für Jungen. Dieser Prozess lässt sich nicht steuern.
💭 Was ist mit Schwangerschaftsdepressionen?
Oftmals heißt es sogar, dass Frauen eine Schwangerschaftsdepression bekommen, weil sie in den vorherigen Monaten voller Freude und Elan waren. Doch auch ein solcher Mythos ist nicht korrekt. Schließlich leidet nicht jede Frau unter Schwangerschaftsdepressionen. Eher im Gegenteil, viele Frauen bemerken nach der Geburt ihres Kindes nicht einmal etwas.
Vielmehr ist es die Wirkung der Schwangerschaftshormone, die der Grund für eine solche Depression ist. Daher fällt sie bei einigen Frauen auch schwerer aus, bei anderen wiederum deutlich leichter. Es kommt daher immer auf dich individuell an, ob du an einer Schwangerschaftsdepression leidest oder nicht.
✨ Unser Fazit zu Schwangerschaftsmythen
Schwangerschaftsmythen sind daher nicht mehr selten. Wahrscheinlich hast du die ein oder anderen bereits im Familien- oder Freundeskreis gehört. Lass dich davon jedoch nicht verunsichern. An den meisten Mythen ist nicht einmal etwas dran, sodass du diesen Aussagen kaum Glauben schenken kannst.
Häufig gestellte Fragen
Kann man am Bauch wirklich das Geschlecht erkennen?
Nein, die Bauchform sagt nichts über das Geschlecht aus. Sie hängt von deinem Körperbau, der Größe des Babys und der Fruchtwassermenge ab – nicht vom Geschlecht deines Kindes.
Stimmt es, dass Übelkeit auf ein Mädchen hindeutet?
Nein, dieser Mythos konnte wissenschaftlich nicht belegt werden. Schwangerschaftsübelkeit hat nichts mit dem Geschlecht deines Babys zu tun.
Warum werde ich in der Schwangerschaft so vergesslich?
Das ist tatsächlich wahr! Durch den veränderten Hormonspiegel und die Konzentration auf dein Baby kann es zur sogenannten Schwangerschaftsdemenz kommen. Auch Schlafmangel spielt eine Rolle.
Muss ich wirklich für zwei essen?
Nein, du brauchst nur etwa 250-300 Kalorien mehr pro Tag – das entspricht etwa einem kleinen Snack. Wichtiger als die Menge ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung.
Verliere ich durch die Schwangerschaft wirklich Zähne?
Nein, bei guter Zahnpflege nicht. Dein Zahnfleisch kann durch die Hormone etwas empfindlicher werden, aber mit ausreichend Kalzium und guter Pflege bleiben deine Zähne gesund.
Kann ich das Geschlecht meines Babys beeinflussen?
Nein, das Geschlecht wird durch die Chromosomen des Spermiums bestimmt (X für Mädchen, Y für Jungen). Dieser natürliche Prozess lässt sich nicht beeinflussen.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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