moms.de

Schwangerschaftsstreifen – Vorbeugen und Behandeln

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 21.04.2026 Lesezeit 7 Min.
Schwangerschaftsstreifen – Vorbeugen und Behandeln

Auf einen Blick

  • Schwangerschaftsstreifen entstehen durch Überdehnung des Bindegewebes, meist ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
  • Regelmäßige Massage mit Ölen (Mandel-, Kokos- oder Weizenkeimöl) kann Intensität und Häufigkeit reduzieren
  • Nach der Geburt verblassen die Streifen meist von selbst – bei starker Ausprägung helfen Microneedling oder Laserbehandlung

Du entdeckst die ersten rosa oder lilafarbenen Linien an Deinem Bauch und fragst Dich, ob Du etwas dagegen tun kannst? Schwangerschaftsstreifen betreffen viele werdende Mamas – doch mit der richtigen Pflege und ein paar einfachen Maßnahmen kannst Du ihre Intensität deutlich reduzieren.

🔍 Was sind Schwangerschaftsstreifen eigentlich?

Schwangerschaftsstreifen – medizinisch „Striae gravidarum" genannt – sind kleine Hautrisse, die durch Überdehnung Deines Bindegewebes entstehen. Durch diese Risse schimmern die Blutgefäße durch und erscheinen als helles Rosa, intensives Blau oder Lila. Besonders häufig zeigen sie sich am Bauch, an den Oberschenkeln, Hüften und Brüsten – genau dort, wo sich Deine Haut in der Schwangerschaft am stärksten dehnt.

Dein Bindegewebe besteht aus zwei wichtigen Komponenten:

  • Kollagene Fasern
  • Extrazellularraum (gefüllt mit Proteoglykanen, einer Eiweißkohlehydrat-Flüssigkeit)

Zusammen bilden sie ein zugfestes Gefüge. Auch Deine Bandscheiben, Unterhaut, Knochen, Knorpel und Sehnen gehören zum Bindegewebe. Je mehr kollagene Fasern Du hast, desto fester ist Dein Gewebe. Bei Überdehnung entstehen die typischen Streifen.

Gut zu wissen: Nicht bei allen Frauen sind Schwangerschaftsstreifen stark sichtbar. Die Intensität hängt von verschiedenen Faktoren ab – vor allem von der Beschaffenheit Deines Bindegewebes.

📅 Wann entstehen Schwangerschaftsstreifen?

Bei vielen Frauen zeigen sich die ersten Hautrisse bereits im zweiten Schwangerschaftsdrittel. Die meisten Dehnungsstreifen treten jedoch im letzten Drittel auf – genau dann, wenn die Belastung Deiner Haut am größten ist und Dein Bauch am schnellsten wächst.

Die folgenden Faktoren begünstigen die Entstehung von Schwangerschaftsstreifen:

  • Ein schwaches Bindegewebe (oft genetisch bedingt)
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente
  • Eine sehr starke Gewichtszunahme (beispielsweise bei Mehrlingsschwangerschaften)
  • Ein zu hoher Cortisolspiegel, der die Dehnungsfähigkeit Deiner Haut verschlechtert

Bei meiner ersten Schwangerschaft habe ich täglich mit Mandelöl massiert – das hat nicht nur vorbeugend gewirkt, sondern war auch ein schönes Ritual, um mit meinem Baby in Kontakt zu treten.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

✨ Vorbeugende Maßnahmen – So kannst Du Schwangerschaftsstreifen reduzieren

Auch wenn Du Schwangerschaftsstreifen nicht vollständig verhindern kannst, hast Du die Möglichkeit, ihre Intensität und Häufigkeit deutlich zu reduzieren. Der Schlüssel liegt in der richtigen Pflege und einigen einfachen Gewohnheiten.

Spezielle Pflegeprodukte für die Schwangerschaft

Mittlerweile gibt es spezielle Lotionen und Öle, die vorbeugend wirken und Deine Haut sanft und geschmeidig machen. Wichtig ist, dass Du auf die Inhaltsstoffe achtest – nicht alle sind für die Schwangerschaft geeignet. Besonders empfehlenswert sind:

  • Kokosöl
  • Mandelöl
  • Weizenkeimöl

Tipp: Trage die Öle nach dem Duschen auf die noch leicht feuchte Haut auf – so ziehen sie besser ein und spenden mehr Feuchtigkeit.

💪 Durchblutungsfördernde Massagen – Deine wichtigste Waffe

Eine regelmäßige Hautpflege mit durchblutungsfördernden Massagen ist das A und O. Besonders bewährt haben sich:

  • Zupfmassage (die bekannteste Methode)
  • Ölmassagen
  • Bürstenmassagen

Falls Du unsicher bist, wie diese Massagen funktionieren, sprich mit Deiner Hebamme. Sie kann Dir zeigen, wie Du am besten vorgehst.

Wechselduschen für bessere Durchblutung

Wechselduschen regen Deine Durchblutung an und machen Deine Haut elastischer. Dusche dafür abwechselnd mit kaltem und warmem Wasser – 10 bis 15 Minuten reichen völlig aus. Eine besser durchblutete Haut regeneriert sich viel leichter und ist widerstandsfähiger.

Achtung: Cremes und Öle wirken hauptsächlich oberflächlich. Sie versorgen Deine Haut mit Nährstoffen und Feuchtigkeit, dringen aber nicht bis zu den tiefen Hautrissen vor. Trotzdem können sie die Streifen optisch weniger auffällig machen.

🌸 Was hilft nach der Geburt?

Nach der Geburt gehen die Schwangerschaftsstreifen bei vielen Frauen von selbst zurück – die Farbe verblasst und die Streifen werden deutlich unauffälliger. Sind die Fasern Deines Bindegewebes jedoch vollständig gerissen, bleiben immer Narben zurück. Diese werden mit der Zeit heller, verschwinden aber nicht komplett.

Kosmetische Behandlungen bei starker Ausprägung

Solltest Du unter sehr starken Schwangerschaftsstreifen leiden, die trotz intensiver Pflege nicht zurückgehen, gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten:

  • Microneedling
  • Laserbehandlung

Mit diesen Methoden lassen sich die Streifen fast komplett entfernen. Sprich mit Deinem Arzt über diese Optionen – er kann Dich ausführlich beraten.

Tipp: Wenn Du weißt, dass Du ein schwaches Bindegewebe hast, kannst Du bereits vor der Schwangerschaft etwas dagegen tun. Besprich dies mit Deinem Arzt und lass Dich beraten.

🍼 Gesunde Lebensweise als Basis

Mit einer guten Pflegeroutine, gesunder Ernährung und viel Flüssigkeit im Alltag kannst Du viel bewirken. Bei vielen Frauen kommt es dadurch gar nicht erst zu starken Schwangerschaftsstreifen – es sei denn, es ist genetisch bedingt.

Denk daran: Es muss nicht zwangsläufig zu sichtbaren Schwangerschaftsstreifen kommen. Und selbst wenn – viele Frauen stört es überhaupt nicht. Sie sehen die Streifen als Zeichen ihrer Schwangerschaft und als Teil ihrer Geschichte als Mama.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Schwangerschaftsstreifen komplett verhindern?

Leider nein – ob und wie stark Schwangerschaftsstreifen auftreten, hängt vor allem von Deinem Bindegewebe ab. Mit regelmäßiger Pflege, Massagen und Ölen kannst Du aber die Intensität und Häufigkeit deutlich reduzieren.

Welche Öle eignen sich am besten in der Schwangerschaft?

Besonders gut geeignet sind Mandelöl, Kokosöl und Weizenkeimöl. Achte darauf, dass die Produkte keine bedenklichen Inhaltsstoffe enthalten und für die Schwangerschaft zugelassen sind.

Ab wann sollte ich mit der Pflege beginnen?

Am besten startest Du schon früh in der Schwangerschaft mit regelmäßigen Massagen und der Pflege mit Ölen. So bereitest Du Deine Haut optimal auf die Dehnung vor.

Gehen Schwangerschaftsstreifen nach der Geburt wieder weg?

Bei vielen Frauen verblassen die Streifen deutlich und werden kaum noch sichtbar. Komplett verschwinden sie meist nicht, da es sich um Narben im Bindegewebe handelt. Die Farbe geht jedoch von Rosa/Lila zu einem hellen Silber-Weiß zurück.

Helfen Cremes wirklich gegen Schwangerschaftsstreifen?

Cremes und Öle wirken hauptsächlich oberflächlich und versorgen Deine Haut mit Feuchtigkeit und Nährstoffen. Sie dringen nicht bis zu den tiefen Hautrissen vor, können aber die Elastizität verbessern und die Streifen optisch weniger auffällig machen.

Was kann ich tun, wenn die Streifen sehr stark ausgeprägt sind?

Bei sehr starken Schwangerschaftsstreifen, die trotz Pflege nicht zurückgehen, können kosmetische Behandlungen wie Microneedling oder Laserbehandlung helfen. Sprich mit Deinem Arzt über diese Möglichkeiten.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

Mehr über Nadine →