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Kaiserschnitt Ablauf – so wird ein Kaiserschnitt durchgeführt

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 18.05.2026 Lesezeit 10 Min.
Kaiserschnitt Ablauf – so wird ein Kaiserschnitt durchgeführt

Auf einen Blick

  • Ein Kaiserschnitt dauert vom Schnitt bis zur Geburt meist nur wenige Minuten
  • Die lokale Betäubung ermöglicht es dir, die Geburt bei vollem Bewusstsein mitzuerleben
  • Nach etwa 6 Wochen kannst du mit der Rückbildung beginnen

Vielleicht planst du eine natürliche Geburt, doch manchmal kommt alles anders. Ein Kaiserschnitt kann geplant sein oder spontan notwendig werden – in beiden Fällen ist es gut zu wissen, was dich erwartet. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie ein Kaiserschnitt abläuft und was danach auf dich zukommt.

🏥 Was ist ein Kaiserschnitt?

Der Kaiserschnitt wird auch als Sectio bezeichnet und ist der Begriff dafür, dass dein Baby über einen Schnitt in die Bauchdecke auf die Welt geholt wird. Unterschieden wird dabei zwischen der primären Sectio und der sekundären Sectio sowie dem Wunschkaiserschnitt. Der Wunschkaiserschnitt ist ein geplanter Kaiserschnitt. Kommt es unter der Geburt zu einer Notsituation, wird ein ungeplanter Kaiserschnitt durchgeführt.

📋 Wie wird der Kaiserschnitt durchgeführt?

Auch wenn du dich vielleicht auf eine vaginale Geburt einstellst, ist es nicht verkehrt zu wissen, wie ein Kaiserschnitt durchgeführt wird. Hier sind die wichtigsten Schritte:

1. Das Vorgespräch

In einem Vorgespräch wirst du über die Risiken aufgeklärt. Hier kannst du auch alle deine offenen Fragen stellen. Es ist natürlich ganz selbstverständlich, dass du unsicher bist und dir Sorgen machst. Nimm daher auch unbedingt die Möglichkeit wahr, dich zu informieren und alle deine Fragen zu stellen, die dir auf der Zunge liegen.

Tipp: Schreib dir vor dem Vorgespräch alle Fragen auf, die dich beschäftigen. So vergisst du in der Aufregung nichts Wichtiges.

2. Die Betäubung

Für den Kaiserschnitt wird mit einer Betäubung gearbeitet. Dabei stehen verschiedene Formen der Betäubung zur Verfügung. Eine Vollnarkose wird nur in seltenen Fällen eingesetzt. Vor allem dann, wenn es sich um einen Notkaiserschnitt handelt, besteht oft nicht mehr die Möglichkeit, eine lokale Betäubung zu legen. Hier kann dann nur noch mit einer Vollnarkose gearbeitet werden. Einige Frauen sind auch sehr unsicher oder leiden unter einer Vorerkrankung, bei der eine Vollnarkose notwendig ist.

Die lokale Anästhesie ist so aufgebaut, dass hier nur der Bereich betäubt wird, bei dem die Operation stattfindet. Du kannst also bei vollem Bewusstsein die Geburt wahrnehmen. Schmerzen spürst du während des Eingriffs nicht. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass du natürlich ein Ruckeln und die Bewegungen der Ärzte spürst.

Gut zu wissen: Bei einer lokalen Betäubung spürst du keine Schmerzen, aber durchaus Druck und Bewegungen – das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge.

3. Nach der Betäubung

Sobald die Betäubung greift, wird mit dem Kaiserschnitt begonnen. Hier setzen viele Krankenhäuser inzwischen auf die Misgav-Ladach-Methode. Hierbei handelt es sich um eine sanfte Form der Bauchöffnung. Der Arzt setzt nur einen kleinen Schnitt und die weiteren Schichten des Gewebes werden gedehnt. Sie reißen dann auf einen natürlichen Weg, was die spätere Heilung für den Körper deutlich leichter macht.

4. Das Baby wird entnommen

Jetzt ist es soweit. Von der Öffnung deines Bauches bis zur Geburt deines Babys dauert es oft nur wenige Minuten. Vorsichtig wird dein Baby aus der Gebärmutter gehoben. Vielleicht hörst du hier schon den ersten Schrei und dir wird dein Baby gezeigt. Dein Partner oder auch du könnt das Baby in den Arm nehmen. Anschließend kümmert sich die Hebamme um das Neugeborene.

Der Moment, in dem du dein Baby zum ersten Mal siehst, ist genauso magisch wie bei einer natürlichen Geburt. Lass dich nicht von der OP-Atmosphäre verunsichern – dein Baby ist da und das ist das Wichtigste.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

5. Reinigung der Gebärmutter

Sobald dein Baby aus der Gebärmutter gehoben wurde, zieht sich diese auch schon wieder zusammen. Allerdings wird sie jetzt noch gereinigt. Die Ärzte lösen vorsichtig deine Plazenta und nehmen sie heraus. Auch Reste, die noch von der Eihaut vorhanden sind, werden entfernt, ebenso wie Blut und Fruchtwasser. Ziel ist es, möglichst die Gebärmutter komplett zu reinigen und so Infektionen zu verhindern.

6. Verschluss des Operationsbereiches

Jetzt wird der Operationsbereich wieder verschlossen. Schicht für Schicht werden die Nähte gesetzt. Hiervon merkst du ebenfalls nichts. Es kann sein, dass dir das unangenehm ist. In dem Fall erhältst du durch den Anästhesisten ein Beruhigungsmittel, das dafür sorgt, dass du dich entspannen kannst. Schließlich wirst du zu deinem Baby gebracht.

🌸 Was passiert nach dem Kaiserschnitt?

Auch nach einem Kaiserschnitt hast du Nachwehen und es setzt ein Wochenfluss ein. In den meisten Fällen ist dieser deutlich geringer als nach einer natürlichen Geburt. Allerdings ist jede Frau anders. Solange du keine Schmerzen im Unterleib bekommst oder gar kein Wochenfluss einsetzt, ist alles in Ordnung. Bist du unsicher, dann lass dich noch einmal untersuchen.

Achtung: Hebe in den ersten Wochen nichts Schwereres als dein Baby. Dein Körper braucht Zeit, um zu heilen – gönn sie ihm auch.

Dein Körper leidet viele Strapazen bei einer Geburt per Kaiserschnitt. Daher ist nach dem Eingriff eine Schonzeit unbedingt notwendig. Das heißt nicht, dass du dich nicht bewegen darfst. Allerdings solltest du nicht schwerer heben, als dein Baby wiegt. Zudem ist es wichtig, sich nicht zu viel zu bücken und so die Narbe immer wieder zu reizen.

Gerade bei einem Kaiserschnitt ist das Wochenbett eine sehr wichtige Zeit. Mach nur langsame Spaziergänge, bleib aber in Bewegung und nimm dir viel Zeit mit deinem Baby.

🍼 Stillen nach dem Kaiserschnitt

Das Stillen ist auch nach dem Kaiserschnitt natürlich möglich. Wenn du möchtest, kannst du dein Baby oft schon direkt nach dem Eingriff anlegen und ihm so das wertvolle Kolostrum mit auf den Weg geben. Der Milcheinschuss wird einige Tage später erfolgen. Es braucht ein wenig Übung um zu schauen, wie du das Baby gut anlegen kannst. Hier erhältst du Hilfe durch die Hebamme.

✨ Den Körper bei der Heilung unterstützen

Dein Körper braucht Unterstützung dabei, nach dem Kaiserschnitt wieder in seine alte Form zu finden. Hier ist natürlich einmal die Schonung ein wichtiger Aspekt. Ebenso wichtig ist aber auch eine fundierte Narbenpflege. In der Nachsorge wird deine Hebamme schauen, wie sich die Gebärmutter zurückbildet und wie die Narbe verheilt. Nachdem sich die Narbe geschlossen hat und keine Kruste mehr aufweist, kannst du einen Narbenpflege verwenden. Sie hilft dabei, die Narbe geschmeidig zu machen. Um die Bildung von Verhärtungen zu vermeiden, sind auch Massagen der Narbe eine gute Idee.

Nach einem Kaiserschnitt ist ebenso eine Rückbildung zu empfehlen, wie nach einer natürlichen Geburt. Nach einem Zeitraum von rund sechs Wochen kannst du an einem Rückbildungskurs teilnehmen. Die Übungen, die dir hier gezeigt werden, stabilisieren deinen Beckenboden und helfen dir dabei, deine Mitte zu finden.

Tipp: Du weißt nicht, ob du eigentlich schon bereit bist für die Rückbildung? In dem Fall kannst du einfach deine Hebamme fragen. Diese wird noch einen Blick auf deinen Bauch werfen und dir dann Empfehlungen geben.

👶 Ist nach einem Kaiserschnitt noch eine natürliche Entbindung möglich?

Manchmal ist der Kaiserschnitt der einzige Weg, damit dein Baby gesund auf die Welt kommt. Viele Frauen machen sich darüber Gedanken, ob sie anschließend bei einer weiteren Schwangerschaft dennoch auf natürlichem Weg entbinden können. Ein Kaiserschnitt schließt weitere Geburten nicht aus und diese können in den meisten Fällen auch durchaus vaginal stattfinden.

Oft wird von einem erhöhten Risiko gesprochen. Dazu ist zu sagen, dass der Uterus durch die Narbe natürlich geschwächt ist. Es kann zu einer Uterusruptur durch den Druck der Wehen kommen. Deine Geburtsbegleiter wissen jedoch, dass du bereits einen Kaiserschnitt hattest und haben die Risiken im Blick. Sie beobachten die ganze Zeit die Gebärmutter und die Narbe und können auch hier im Notfall sehr schnell reagieren.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert ein Kaiserschnitt?

Von der Öffnung des Bauches bis zur Geburt deines Babys dauert es meist nur wenige Minuten. Der gesamte Eingriff inklusive Verschluss dauert etwa 30 bis 45 Minuten.

Kann mein Partner beim Kaiserschnitt dabei sein?

Ja, bei einem geplanten Kaiserschnitt mit lokaler Betäubung kann dein Partner in der Regel dabei sein und dich unterstützen. Bei einem Notkaiserschnitt unter Vollnarkose ist dies meist nicht möglich.

Wann kann ich nach einem Kaiserschnitt wieder Sport machen?

Nach etwa 6 Wochen kannst du mit einem Rückbildungskurs beginnen. Mit intensiverem Sport solltest du warten, bis deine Hebamme oder dein Arzt grünes Licht gibt – meist nach 3 bis 4 Monaten.

Wie pflege ich die Kaiserschnittnarbe richtig?

Sobald die Narbe geschlossen ist und keine Kruste mehr hat, kannst du mit Narbenpflege beginnen. Massiere die Narbe sanft, um Verhärtungen zu vermeiden, und verwende spezielle Narbenpflegeprodukte.

Ist der Wochenfluss nach einem Kaiserschnitt anders?

Ja, der Wochenfluss ist nach einem Kaiserschnitt meist etwas geringer als nach einer natürlichen Geburt. Dennoch hast du auch Nachwehen und solltest auf Anzeichen wie starke Schmerzen oder ausbleibenden Wochenfluss achten.

Kann ich nach einem Kaiserschnitt noch vaginal entbinden?

Ja, in den meisten Fällen ist eine natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt möglich. Deine Geburtsbegleiter werden die Narbe während der Geburt engmaschig überwachen und können im Notfall schnell reagieren.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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