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Schmerzlinderung in den Wehen – So kommt ihr gut durch die Geburt

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 20.03.2026 Lesezeit 10 Min.
Schmerzlinderung in den Wehen – So kommt ihr gut durch die Geburt

Auf einen Blick

  • Es gibt viele natürliche Methoden zur Schmerzlinderung – von Entspannungstechniken über Bewegung bis zur Wassergeburt
  • Medikamentöse Optionen reichen von Schmerzmitteln über den Tropf bis zur PDA als wirkungsvollste Methode
  • Entspannungstechniken solltest du schon in der Schwangerschaft üben, damit sie unter der Geburt automatisch abrufbar sind

„Wehen kommt von Wehtun" – dieser Spruch macht vielen werdenden Mamas Angst. Aber du musst den Schmerzen nicht hilflos gegenüberstehen. Es gibt viele Wege, die Geburt erträglicher zu machen – von sanften Methoden bis zur medizinischen Unterstützung. Hier erfährst du, welche Möglichkeiten dir zur Verfügung stehen.

🌸 Natürliche Methoden zur Schmerzlinderung

Bevor du an Medikamente denkst, lohnt sich ein Blick auf die natürlichen Möglichkeiten. Viele Frauen kommen mit diesen Techniken gut durch die Geburt:

  • Entspannungstechniken
  • Massage
  • Schaukeln und Beckenkreisen
  • Gehen und Positionswechsel
  • Hydrotherapie (Wasser)
  • Wärme oder Kälte
  • Atemtechniken
  • Musik
  • Akupunktur
  • Homöopathie
  • Bachblüten

Tipp: Fang schon früh in der Schwangerschaft an, Entspannungstechniken zu üben. Nur wenn sie dir vertraut sind, kann dein Gehirn sie auch in der Stresssituation Geburt abrufen.

💪 Entspannungstechniken richtig einsetzen

Für eine leichte Geburt sollten deine Muskeln gut arbeiten können und dein Beckenboden entspannt und weich sein. Wenn du dagegen verkrampfst, kann dein Körper nicht so gut arbeiten und der Weg durch das Becken ist schwerer für dein Kind. Eine Geburt unter Stress und mit verkrampften Muskeln wird anstrengender und schmerzhafter.

Es gibt viele unterschiedliche Entspannungstechniken. In einem Geburtsvorbereitungskurs kannst du solche Methoden kennenlernen. Es gibt auch spezielle Kurse, wie zum Beispiel zur Hypnobirthing-Technik.

Besonders hilfreich ist es, wenn du die Techniken auch in anderen leicht stressigen Situationen schon geübt hast und es geholfen hat. Dann wird dein Gehirn auch während der Wehen fast automatisch daran denken.

Die richtige Atmung

Vor allem ein tiefes und langsames Atmen ist wichtig für den gesamten Geburtsprozess. Es hilft bei einer guten Sauerstoffversorgung und kann damit deinen Muskeln die Kraft für die Wehen geben. Außerdem gibt es dir eine Möglichkeit, dich auf etwas Kontrollierbares zu konzentrieren. Damit vermeidest du das Nachdenken über die Wehenschmerzen.

Bei meinen beiden Geburten hat mir die Atmung am meisten geholfen. Sie gibt dir das Gefühl, etwas kontrollieren zu können – und genau das brauchst du in diesem Moment.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🏃‍♀️ Bewegung als natürlicher Schmerzlinderer

Viele Frauen empfinden unter der Geburt ein starkes Bedürfnis, sich zu bewegen. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel das Beckenkreisen auf einem Gymnastikball während der Eröffnungswehen. Aber auch das Umhergehen und ein Wechsel der Positionen von Zeit zu Zeit kann hilfreich sein.

Bewegung kann durch verschiedene Effekte hilfreich sein:

  • Sie verhindert, dass sich deine Muskeln verkrampfen
  • Sie kann deinem Kind den Weg durch den Geburtskanal erleichtern
  • Das Baby kann leichter weiter rutschen
  • Die Schwerkraft unterstützt bei aufrechten Positionen die Arbeit der Gebärmutter

Gut zu wissen: Du musst nicht die ganze Zeit liegen. Hör auf deinen Körper – wenn du dich bewegen möchtest, ist das meist genau das Richtige.

💧 Wärme, Kälte und Wasser nutzen

In der Geburtsmedizin hat sich auch die Anwendung von Wärme, Kälte und Druck als hilfreich erwiesen. Leichte Massagen können zum Beispiel die Muskeln lockern und damit Krämpfe verhindern. Du kannst dich von deinem Partner da massieren lassen, wo es dir gut tut.

Vielen Frauen hilft es auch, wenn während der Wehen Druck auf den unteren Rücken ausgeübt wird. Das wirkt ausgleichend zu der Kraft der Kontraktionen.

Wärme und Kälte gezielt einsetzen

Wärme erweitert die Gefäße und entspannt die Muskeln. Dadurch kann der Dammbereich weich gehalten werden. Kälte kann dagegen akute Schmerzen lindern.

Die Kraft des Wassers

Wasser kann die unterschiedlichen Effekte von Temperatur und Druck kombinieren. In der Dusche kann der Strahl zum Massieren des Rückens genutzt werden. Aber auch ein Bad kann einen sehr guten Effekt haben und deine Schmerzen lindern.

Eine Wassergeburt wird oft als weniger schmerzhaft beschrieben als eine Geburt auf dem Trockenen. Du solltest aber schon in der Schwangerschaft klären, ob dein Wunschkrankenhaus eine Geburtswanne hat, in der das möglich ist.

Tipp: Frag bei der Anmeldung im Krankenhaus nach einer Geburtswanne, wenn dich eine Wassergeburt interessiert. Nicht alle Kliniken bieten diese Möglichkeit an.

🌿 Alternative Medizin während der Geburt

Viele Hebammen haben zusätzliche Weiterbildungen in Akupunktur oder Homöopathie. Wenn du diese Methoden für die Linderung der Geburtsschmerzen einsetzen willst, solltest du das bei der Anmeldung unbedingt ansprechen. So kannst du dir ein umfassendes Bild über deine Möglichkeiten während der Geburt machen.

Zusätzlich zu diesen Methoden können auch pflanzliche Medizin und Bachblüten eine Möglichkeit sein. Deine Hebamme kann dich sicherlich zu den Methoden beraten und wann sie angewendet werden können.

💊 Medikamentöse Schmerzlinderung

Schmerzmittel können während der Geburt über eine Injektion verabreicht werden. Eine andere Möglichkeit ist die Verabreichung über einen Tropf. Das ist möglich, wenn du einen Zugang gelegt bekommst. Die genutzten Schmerzmittel können je nach Lage unterschiedlich sein.

Über einen Tropf können auch weitere Mittel gegeben werden. Es gibt zum Beispiel Medikamente, die entspannend wirken. Allerdings können diese Arzneimittel auch Nebenwirkungen haben und dich müde machen. Daher solltest du dich immer gut mit deiner Hebamme und dem Arzt absprechen, ob es die richtige Wahl für dich ist.

Achtung: Schmerzmittel können müde machen. Besprich mit deiner Hebamme, ob und wann sie für dich sinnvoll sind.

💉 Die PDA – wirkungsvollste Schmerzlinderung

Die PDA ist die wirkungsvollste Art der Schmerzlinderung bei einer Geburt. Die Abkürzung steht für Periduralanästhesie. Sie ist eine Form der lokalen Betäubung. Andere Bezeichnungen sind Epiduralanästhesie, Periduralanalgesie und Spinalanästhesie.

So funktioniert die PDA

Das Betäubungsmittel wird von einem Anästhesisten in die Nähe des Rückenmarks gespritzt. Dafür wird ein kleiner Schlauch mithilfe einer Nadel zwischen die Rückenwirbel in den Rückenmarkskanal geschoben. Das Rückenmark selbst bleibt unverletzt.

Eine PDA ist eine sehr wirkungsvolle Schmerzlinderung. Richtig angelegt, werden die Wehen nur noch als Druck spürbar.

Vor- und Nachteile abwägen

Ein Nachteil ist dabei allerdings, dass du die Wehen unter Umständen auch nicht mehr wirklich gut spüren kannst und dich beim Pressen auf die Anweisungen der Hebamme verlassen musst.

Weitere Nebenwirkungen können ein starker Blutdruckabfall oder Kopfschmerzen bei dir sein. Darüber hinaus können auch deine Beine betäubt sein und du daher nicht so beweglich sein.

Gut zu wissen: Die Betäubung hat keine Auswirkung auf dein Baby. Du kannst die PDA also bedenkenlos wählen, wenn du sie brauchst.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Eine PDA muss nicht sofort gesetzt werden. Du hast etwas Zeit, um zu sehen, wie du mit den Wehen und den Schmerzen klarkommst. Allerdings hat diese Betäubung keine Wirkung mehr, wenn der Muttermund schon zu weit geöffnet ist. Daher solltest du nicht zu lange warten, wenn eine PDA für dich in Frage kommt.

Insgesamt ist eine PDA nicht für jede Gebärende die richtige Wahl. Sie kann aber dafür sorgen, dass du Kraft für die Presswehen gewinnen kannst, wenn die Eröffnungsphase lange dauert oder sehr schmerzhaft ist.

Tipp: Besprich alle Formen der Schmerzlinderung schon vor der Geburt mit der Hebamme und einem Arzt in deinem Wunschkrankenhaus. So weißt du genau, welche Optionen dir zur Verfügung stehen.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich mich schon vor der Geburt für eine Methode entscheiden?

Nein, du musst dich nicht festlegen. Es ist aber hilfreich, wenn du die verschiedenen Möglichkeiten kennst und mit deiner Hebamme besprochen hast. Unter der Geburt kannst du dann spontan entscheiden, was dir gerade hilft.

Kann ich auch ohne Schmerzmittel gebären?

Ja, viele Frauen gebären ohne medikamentöse Schmerzlinderung. Mit guter Vorbereitung, Entspannungstechniken und natürlichen Methoden wie Bewegung und Wasser kommen viele Mamas gut durch die Geburt. Du kannst aber jederzeit um Schmerzmittel bitten, wenn du sie brauchst.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine PDA?

Eine PDA kann gesetzt werden, sobald die Wehen regelmäßig sind und der Muttermund sich öffnet. Allerdings solltest du nicht zu lange warten – ist der Muttermund schon zu weit geöffnet, kann keine PDA mehr gelegt werden. Besprich mit deiner Hebamme, wann der richtige Zeitpunkt für dich ist.

Hilft Bewegung wirklich gegen Wehenschmerzen?

Ja, Bewegung kann sehr hilfreich sein. Sie verhindert Verkrampfungen, nutzt die Schwerkraft und erleichtert deinem Baby den Weg durch den Geburtskanal. Viele Frauen empfinden ein natürliches Bedürfnis, sich zu bewegen – das ist ein gutes Zeichen, dass es ihnen hilft.

Kann ich eine Wassergeburt in jedem Krankenhaus haben?

Nein, nicht alle Krankenhäuser haben Geburtswannen. Wenn dich eine Wassergeburt interessiert, solltest du das schon bei der Anmeldung ansprechen und gezielt nach dieser Möglichkeit fragen.

Wann sollte ich mit dem Üben von Entspannungstechniken beginnen?

Je früher, desto besser. Entspannungstechniken müssen dir sehr vertraut sein, damit dein Gehirn sie auch in der Stresssituation Geburt abrufen kann. Beginne am besten schon im zweiten Trimester mit regelmäßigem Üben und wende die Techniken auch in anderen leicht stressigen Situationen an.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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