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Wehenarten – Welche Wehen gibt es?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 09.04.2026 Lesezeit 12 Min.
Wehenarten – Welche Wehen gibt es?

Auf einen Blick

  • Wehen treten schon ab der 20. Schwangerschaftswoche auf und sind völlig normal – sie trainieren die Gebärmutter für die Geburt.
  • Übungswehen sollten nicht öfter als dreimal pro Stunde auftreten – häufigere Kontraktionen können ein Warnzeichen sein.
  • Während der Geburt durchläufst Du verschiedene Wehenphasen: Eröffnungswehen, Presswehen und Nachgeburtswehen.

Wehen – für viele werdende Mamas ein Wort, das vor allem mit der Geburt verbunden ist. Aber wusstest Du, dass Dein Körper schon Monate vorher anfängt zu üben? Es kann Dir enorm viel Sicherheit geben, wenn Du die verschiedenen Wehenarten kennst und weißt, was sie bedeuten. Hier erfährst Du alles Wichtige über die unterschiedlichen Kontraktionen – von den ersten Übungswehen bis zu den Nachwehen.

🌸 Was sind Wehen überhaupt?

Alle Wehenarten sind im Grunde Muskelkontraktionen Deiner Gebärmutter. Sie unterscheiden sich aber deutlich in Häufigkeit, Dauer und Wirkung. Wehen können schon während der Schwangerschaft auftreten, begleiten Dich durch den gesamten Geburtsprozess und sind auch nach der Entbindung noch da.

Es gibt viele verschiedene Begriffe für die unterschiedlichen Wehen:

  • Schwangerschaftswehen
  • Vorbereitungswehen
  • Übungswehen
  • Vorwehen
  • Senkwehen
  • Frühwehen
  • Geburtswehen
  • Eröffnungswehen
  • Austreibungswehen
  • Presswehen
  • Nachgeburtswehen
  • Nachwehen
  • Stillwehen

🤰 Welche Wehen erlebst Du in der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft wirst Du verschiedene Kontraktionen erleben, die Deinen Körper auf die Geburt vorbereiten. Zu den Wehen in der Schwangerschaft gehören:

  • Vorbereitungswehen
  • Übungswehen
  • Vorwehen
  • Senkwehen

Übungswehen oder Vorbereitungswehen – Dein Körper trainiert

Die ersten Übungswehen oder Vorbereitungswehen können schon ab der 20. Schwangerschaftswoche auftreten. In der Fachsprache werden sie als Braxton-Hicks-Kontraktionen bezeichnet. Diese Wehen wirken sich nicht auf den Muttermund aus. Sie sind völlig normal und wichtig für die Geburt, weil sie die Muskeln Deiner Gebärmutter trainieren.

Übungswehen treten unregelmäßig auf und Du solltest sie nicht öfter als dreimal pro Stunde bemerken. Sie dauern zwischen 30 Sekunden und einer Minute. Oft sind sie nicht schmerzhaft. Daher kann es auch gut sein, dass Du die Übungswehen nicht bewusst wahrnimmst. Diese Übungswehen werden auch manchmal als Wilde Wehen bezeichnet.

Tipp: Wenn Du unsicher bist, ob es sich um Übungswehen handelt, leg Dich in ein warmes Bad. Übungswehen werden durch Wärme schwächer – echte Geburtswehen dagegen intensiver.

Senkwehen oder Vorwehen – Dein Baby rutscht ins Becken

Ab der 36. Schwangerschaftswoche kann es zu Vorwehen und Senkwehen kommen. Diese Wehen werden meist als intensiver empfunden als die Übungswehen. Meist sind sie noch schmerzfrei, es kann aber zu einem starken Ziehen im Rücken und der Leistengegend kommen.

Der Zweck von Senkwehen ist es, Dein Kind in die richtige Startposition für die Geburt zu bringen. Dein Baby wird dabei in Dein Becken geschoben. Der Bauch senkt sich oft deutlich und Du kannst vielleicht wieder besser Luft bekommen. Auch das Sodbrennen kann abnehmen, weil Lunge und Magen wieder etwas mehr Platz haben.

Senkwehen können vor allem dann schmerzhaft werden, wenn der Kopf des Babys schon einen deutlichen Druck auf den Muttermund ausübt. Wenn es unangenehm wird, kannst Du schon eine passende Atemtechnik anwenden. Senkwehen können auch durch Wärme gelindert werden. Ein warmes Bad kann Dir daher Erleichterung verschaffen.

Viele Mamas berichten mir, dass sie bei den Senkwehen plötzlich wieder viel besser atmen können. Das ist ein schönes Zeichen – Dein Baby macht sich bereit für die große Reise.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Wird der Bauch bei Senkwehen hart?

Theoretisch kann der Bauch bei allen Arten von Wehen hart werden. Am Ende der Schwangerschaft ist das besonders gut spürbar. Bei den Senkwehen kann sich der Bauch sogar deutlich verformen. Achte immer darauf, wie häufig Dein Bauch hart wird. Senkwehen sollten nicht häufiger als dreimal pro Stunde oder zehnmal am Tag auftreten. Ansonsten kann es sich schon um die ersten Geburtswehen handeln.

Du kannst die Senkwehen manchmal auch an einem Spannungsgefühl erkennen. Starke Schmerzen sind nicht häufig, aber eine Senkwehe kann zu einem unangenehmen Ziehen bis in den Rücken und in die Oberschenkel führen.

Wie lange dauert es von den Senkwehen bis zur Geburt?

Die Senkwehen beginnen etwa drei bis vier Wochen vor der Geburt. Weil dieser Zeitraum und die Empfindung der Senkwehen aber sehr individuell sind, lässt sich aus dem Auftreten von Senkwehen noch nicht auf den genauen Geburtstermin schließen.

Achtung: Wenn Dein Bauch häufiger als dreimal pro Stunde oder zehnmal am Tag hart wird, kontaktiere Deine Hebamme oder Deinen Arzt. Das können bereits Geburtswehen sein.

⚠️ Frühwehen – Wann Du aufmerksam werden solltest

Als Frühwehen werden vorzeitige und muttermundswirksame Wehen bezeichnet, die vor der 36. Schwangerschaftswoche auftreten. Diese Wehen sind nicht normal und ein Warnzeichen. Oft treten die Frühwehen auf, wenn Du körperlich oder seelisch überlastet bist. Dann ist Ruhe das Wichtigste.

Frühwehen erkennst Du daran, dass die Kontraktionen öfter als dreimal in der Stunde oder öfter als zehnmal am Tag auftreten. Manchmal bemerkst Du in so einem Fall auch wässrigen oder blutigen Ausfluss. Bei Frühwehen solltest Du unbedingt zum Arzt oder Deiner Hebamme gehen. Diese Fachpersonen können die Wehenaktivität mit einem Wehenschreiber überwachen und beurteilen.

Falls nötig, kann Dein Arzt Dir Magnesium verschreiben, das die Krämpfe lösen kann. In schweren Fällen wirst Du vielleicht einen Wehenhemmer bekommen.

Achtung: Frühwehen sind ein Warnsignal. Wenn Du vor der 36. Woche häufige Kontraktionen oder blutigen Ausfluss bemerkst, kontaktiere sofort Deine Hebamme oder Deinen Arzt.

👶 Welche Wehen treten während der Geburt auf?

Auch während der Geburt durchläufst Du unterschiedliche Wehenphasen. Dazu gehören:

  • Eröffnungswehen
  • Austreibungswehen
  • Presswehen
  • Nachgeburtswehen

Eröffnungswehen – Die Geburt beginnt

Die Eröffnungswehen sind die ersten Kontraktionen während einer Geburt. Sie sind deutlich intensiver als Schwangerschaftswehen und treten regelmäßig auf. Eine Eröffnungswehe dauert etwa anderthalb Minuten und sie treten etwa alle zwei bis zehn Minuten auf. Du kannst etwa ab der 37. Schwangerschaftswoche mit den Eröffnungswehen rechnen.

Eröffnungswehen fühlen sich für viele Frauen wie intensive Menstruationsschmerzen an. Du solltest möglichst ruhig und tief atmen und gelernte Atemtechniken anwenden. Wenn Du die Abstände und die Dauer der Wehen beobachtest, kannst Du gut abschätzen, wie weit die Geburt schon fortgeschritten ist. Sprich am besten in der Schwangerschaft mit Deiner Hebamme, wann Du Dich auf den Weg in die Klinik oder das Geburtshaus machen sollst. Dort kannst Du auch auf verschiedene Methoden der Schmerzlinderung zurückgreifen. In manchen Fällen werden Dir die Hebammen auch Methoden zur Wehenförderung nennen.

Gut zu wissen: Bei Erstgebärenden können die Eröffnungswehen bis zu zwölf Stunden dauern. Bei Mehrgebärenden verkürzt sich dieser Zeitraum oft auf zwei bis acht Stunden.

Wie erkennst Du Eröffnungswehen?

In der Schwangerschaft hast Du vielleicht die Befürchtung, die ersten Eröffnungswehen nicht zu erkennen. In den meisten Fällen ist diese Sorge unbegründet. Sie sind deutlich intensiver als Übungswehen. Darüber hinaus treten sie öfter als dreimal pro Stunde oder zehnmal am Tag auf.

Viele Hebammen empfehlen auch, dass Du Wärme als Test nutzt. In einer warmen Badewanne oder mit einer Wärmflasche nimmt die Intensität der Eröffnungswehen zu. Lassen sich die Wehen durch Wärme lindern, handelt es sich um Übungswehen oder Senkwehen.

Presswehen und Austreibungswehen – Jetzt wird's ernst

Ist der Muttermund dann auf 10 Zentimeter eröffnet, beginnt nach einer kurzen Übergangsphase die eigentliche Entbindung. Sie ist durch die Presswehen gekennzeichnet, die auch als Austreibungswehen bezeichnet werden.

Presswehen kommen in kurzen Abständen und mit einem starken Druck nach unten. Bei diesen Wehen wirst Du auch einen Pressdrang verspüren und kannst das Kind mit den Bauchmuskeln aktiv nach unten schieben. Weil Du jetzt noch einmal aktiv mithelfen kannst, erscheinen Dir die Presswehen wahrscheinlich als weniger schmerzhaft. Die Wehen sind zwar anstrengend, aber Du kannst Dir sicher sein, dass Du schon bald Deinen kleinen Schatz im Arm halten kannst.

Nachgeburtswehen – Die Plazenta löst sich

Auch die Nachgeburtswehen gehören noch zum Geburtsvorgang. Sie sorgen dafür, dass sich die Plazenta von der Gebärmutter löst und der Mutterkuchen wird dann hinausgedrückt. Nachgeburtswehen fühlen sich wieder mehr wie Menstruationsschmerzen an und dauern etwa eine Viertelstunde an.

💗 Welche Wehen treten nach der Entbindung auf?

Auch nach der Entbindung treten noch Wehen auf. Sie werden als Nachwehen oder Stillwehen bezeichnet. Der Begriff Stillwehen beruht vor allem auf der Tatsache, dass das Oxytocin, das beim Stillen ausgeschüttet wird, für eine Steigerung der Intensität sorgt. Weil aber nicht alle Frauen stillen, ist der Begriff Nachwehen die bessere Bezeichnung.

Nachwehen treten noch einige Tage nach der Geburt auf. Sie sorgen dafür, dass sich die Gebärmutter wieder auf die ursprüngliche Größe zusammenzieht. Damit sind sie ein wichtiger Teil der Rückbildung. Deine Hebamme wird auch überprüfen, ob sich die Gebärmutter wieder zusammenzieht.

Einige Frauen, und vor allem Erstgebärende, bemerken die Nachwehen kaum mehr als normale Menstruationsbeschwerden. Bei Mehrgebärenden kann die Wehenaktivität dagegen deutlich intensiver sein. In dieser Phase darfst Du natürlich auch Schmerzmittel nehmen, wenn Du das möchtest.

Tipp: Nachwehen sind beim Stillen oft intensiver, weil das Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Das ist ein gutes Zeichen – Deine Gebärmutter bildet sich zurück, wie sie soll.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft darf der Bauch in der Schwangerschaft hart werden?

Übungswehen und Senkwehen sollten nicht häufiger als dreimal pro Stunde oder zehnmal am Tag auftreten. Wenn Dein Bauch öfter hart wird, kann es sich bereits um Geburtswehen oder Frühwehen handeln. Kontaktiere in diesem Fall Deine Hebamme oder Deinen Arzt.

Wie unterscheide ich Übungswehen von echten Wehen?

Übungswehen sind unregelmäßig, dauern maximal eine Minute und lassen sich durch Wärme (z.B. ein warmes Bad) lindern. Echte Geburtswehen werden durch Wärme intensiver, treten regelmäßig auf und werden zunehmend stärker und häufiger.

Ab wann sollte ich bei Wehen ins Krankenhaus fahren?

Sprich am besten schon in der Schwangerschaft mit Deiner Hebamme über den richtigen Zeitpunkt. Generell gilt: Wenn die Wehen regelmäßig alle fünf bis zehn Minuten kommen und etwa eine Minute dauern, ist es Zeit, loszufahren. Bei Unsicherheit lieber einmal zu früh als zu spät anrufen.

Sind Senkwehen schmerzhaft?

Senkwehen sind meist noch schmerzfrei, können aber zu einem starken Ziehen im Rücken und der Leistengegend führen. Besonders wenn der Kopf des Babys schon Druck auf den Muttermund ausübt, können sie unangenehm werden. Ein warmes Bad oder Atemtechniken können helfen.

Was sind Frühwehen und was soll ich tun?

Frühwehen sind muttermundswirksame Wehen vor der 36. Schwangerschaftswoche. Sie treten häufiger als dreimal pro Stunde auf und können mit blutigem oder wässrigem Ausfluss einhergehen. Bei Verdacht auf Frühwehen solltest Du sofort Deine Hebamme oder Deinen Arzt kontaktieren. Ruhe ist dann das Wichtigste.

Wie lange dauern Nachwehen nach der Geburt?

Nachwehen treten noch einige Tage nach der Geburt auf und sorgen dafür, dass sich die Gebärmutter wieder zusammenzieht. Bei Erstgebärenden sind sie oft kaum spürbar, bei Mehrgebärenden können sie intensiver sein. Beim Stillen werden sie oft stärker, weil Oxytocin ausgeschüttet wird. Du darfst bei Bedarf Schmerzmittel nehmen.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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