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Wie kann ich die Frau bei der Geburt unterstützen?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 15.03.2026 Lesezeit 8 Min.
Wie kann ich die Frau bei der Geburt unterstützen?

Auf einen Blick

  • Die meisten Frauen wünschen sich vor allem, dass ihr Partner einfach da ist und sie nicht allein lässt
  • Bestärkung statt Mitleid – Geburtsbegleitung bedeutet, der Partnerin Mut und Kraft zu geben
  • Aktive Unterstützung durch Massage, Atemhilfe und das Durchsetzen ihrer Geburtswünsche

Viele werdende Väter fragen sich, wie sie ihre Partnerin im Kreißsaal am besten unterstützen können. Die gute Nachricht: Du musst kein Geburtsexperte sein. Oft reicht es schon, einfach da zu sein und den Weg gemeinsam zu gehen. Wir zeigen dir, wie du eine echte Stütze für deine Partnerin sein kannst.

💪 Was erwartet deine Partnerin von dir?

Jede Frau hat andere Erwartungen an die Unterstützung bei der Geburt. Viele werdende Väter haben vor allem Angst, etwas verkehrt zu machen und halten sich dann komplett zurück. Das steht jedoch entgegen den Erwartungen der Partnerin.

Tatsächlich hat sich gezeigt, dass viele Frauen bereits damit zufrieden sind, wenn der Partner einfach an ihrer Seite ist. Viele Jahrhunderte wurden Männer von der Geburt ausgesperrt. Es handelte sich um eine Frauensache, bei der sie nichts zu suchen hatten. Dabei wird aus euch zusammen eine Familie, wenn euer Baby auf die Welt kommt. Warum also das Baby nicht auch gemeinsam begrüßen und den Weg der Geburt zusammen gehen?

Gut zu wissen: Oft ist der Partner die Person, mit der die werdende Mama alle Sorgen und Nöte der Schwangerschaft geteilt hat – und das möchte sie gerne auch im Kreißsaal noch tun. Du bist eine wirklich wertvolle Person dort.

🌸 Unterstützung während der Wehen

Zwischen den Wehen kann auch im Kreißsaal noch recht viel Zeit vergehen und in dieser Zeit bist du einfach an der Seite deiner Partnerin. Ihr redet miteinander, du gibst ihr etwas zu trinken oder auch einen kleinen Snack. Geh einfach auf ihre Wünsche ein.

Bestärkung statt Mitleid

Wenn es um die Unterstützung während der Geburt geht, neigen viele Männer dazu, ihr Mitleid auszusprechen. Sie reden leise auf die Frau ein und sagen, wie leid es ihnen tut, sie in diese Situation gebracht zu haben. Nein! Das ist eine völlig falsche Herangehensweise.

Eine Gebärende braucht vor allem Bestärkung. Sie benötigt Kraft und Energie und Mut und dabei kannst du sie unterstützen. Das funktioniert unter anderem dadurch, dass du sie animierst, immer weiterzumachen.

Tipp: Stell immer Wasser zur Verfügung und lockere die verkrampften Muskeln durch eine Massage zwischen den Wehen. Zeig deiner Partnerin immer, dass du genau weißt, dass sie es schaffen wird.

Egal, was du tust, du solltest deiner Partnerin immer zeigen, dass du genau weißt, dass sie es schaffen wird. Es bringt gar nichts, wenn du mögliche Zweifel äußerst.

✨ Die Wünsche deiner Partnerin durchsetzen

Vielen Frauen fehlt in der Situation der Geburt die Kraft, die Wünsche zu äußern, die sie haben. Daher gibt es eine Geburtsbesprechung, an der du auch teilnehmen solltest. Nehmt euch zudem vor der Entbindung gemeinsam die Zeit, diese Punkte noch einmal durchzugehen.

Das können ganz unterschiedliche Aspekte sein, wie:

  • Entbindung im Wasser
  • keine Beruhigungsmittel
  • keine Medikamente zur Förderung der Wehen

Unter der Geburt hat deine Partnerin vielleicht nicht mehr die Kraft zu sagen, dass sie gerne in die Wanne möchte oder sie traut sich nicht. Jetzt bist du die Stimme deiner Partnerin. Sprich die Thematik an, hol dir kurz noch das Einverständnis bei der Gebärenden und setz dann ihre Wünsche um.

Die Geburt ist ein Moment, in dem ihr als Paar zusammenwachst. Deine Anwesenheit gibt deiner Partnerin Sicherheit und Kraft – auch wenn du dich vielleicht hilflos fühlst.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🖤 Aktive Unterstützung im Kreißsaal

Neben dem Fakt, einfach da zu sein, zuzuhören und die Hand zu halten, kannst du deine Partnerin natürlich auch aktiv unterstützen. Hier gibt es verschiedene Punkte, die hilfreich sein können:

  • Badehose: Es ist eine Geburt in der Wanne geplant? Pack dir eine Badehose ein, damit du mit in die Wanne kannst und dort deiner Partnerin eine Stütze bist.
  • Atmen: Bereits im Geburtsvorbereitungskurs lernst du mit deiner Partnerin, wie bei den Wehen geatmet werden kann. Erinnere dich daran und unterstütze deine Partnerin dabei.
  • Positionswechsel: Deine Partnerin möchte die Position wechseln oder scheint sich unwohl zu fühlen? Dann sei da, gib ihr die Hand und hilf ihr, sich anders hinzusetzen. Auf diese Weise kann die Geburt vorangetrieben werden.
  • Massage: Die Massage ist unter der Geburt eine wichtige Aufgabe des Partners. Dabei kann es sich um eine Massage des Rückens oder auch der Füße handeln.
  • Rücken stärken: Dieser Punkt kann sogar zweideutig verstanden werden. Viele Frauen genießen es, wenn sich ihr Partner hinter sie setzt und den Rücken so stabilisiert. Damit stärkst du deiner Partnerin sowohl physisch als auch psychisch den Rücken, da sie dich fühlt und entspannen kann.

Achtung: Zeig keine Ungeduld – weder vor der Hebamme noch dem medizinischen Personal oder deiner Partnerin. Fragen wie „Wie lange dauert das hier denn noch?" sind keine Unterstützung.

💆 Auch du darfst Kraft tanken

Natürlich ist es für dich auch nicht ganz einfach, mehrere Stunden im Kreißsaal zu verbringen, deine Partnerin in dieser Situation zu sehen und nur wenig helfen zu können. Darum geht es aber nicht und aus genau diesem Grund solltest du weder vor der Hebamme noch dem medizinischen Personal oder deiner Partnerin Ungeduld zeigen.

Möchtest du dich etwas zurückziehen oder Kraft tanken, solltest du das mit deiner Partnerin besprechen. Gut ist es, diese Thematik auch schon vor der Geburt aufzugreifen. Frag gerne auch bei der Hebamme nach, ob es einen Rückzugsort für die Begleitung gibt. Manchmal reicht schon eine halbe Stunde aus, damit du wieder Kraft tanken und weiter eine gute Unterstützung sein kannst.

🌸 Geburtsbegleitung ist vielseitig

Du siehst, es gibt viele Wege, deine Partnerin bei der Geburt zu unterstützen. Die wichtigste Grundlage ist es, einfach dort zu sein und zusammen diesen Weg zu gehen. Traust du dir das nicht zu, solltest du das aber auch offen ansprechen. Du bist keine Unterstützung, wenn du dich übergeben musst oder vielleicht sogar einen Schwächeanfall bekommst.

Tipp: Die gemeinsame Teilnahme an einem Geburtsvorbereitungskurs kann eine gute Vorbereitung sein und dir Sicherheit geben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die wichtigste Aufgabe des Partners bei der Geburt?

Die wichtigste Aufgabe ist es, einfach da zu sein. Viele Frauen sind bereits damit zufrieden, wenn ihr Partner an ihrer Seite ist und sie nicht allein lässt. Deine Anwesenheit gibt Sicherheit und Kraft.

Was sollte ich auf keinen Fall tun?

Zeig kein Mitleid und äußere keine Zweifel. Sätze wie „Es tut mir so leid, dass ich dich in diese Situation gebracht habe" sind kontraproduktiv. Deine Partnerin braucht Bestärkung, Mut und Energie – keine Entschuldigungen.

Wie kann ich meine Partnerin aktiv unterstützen?

Du kannst ihr durch Massage helfen, sie beim Atmen unterstützen, bei Positionswechseln helfen, ihr Wasser reichen und ihre Geburtswünsche gegenüber dem medizinischen Personal durchsetzen. Auch körperliche Nähe, etwa indem du ihren Rücken stützt, kann sehr hilfreich sein.

Was mache ich, wenn ich selbst eine Pause brauche?

Sprich das offen mit deiner Partnerin an – am besten bereits vor der Geburt. Frag die Hebamme nach einem Rückzugsort. Manchmal reicht schon eine halbe Stunde aus, um wieder Kraft zu tanken und weiter eine gute Unterstützung zu sein.

Muss ich bei der Geburt dabei sein?

Nein, du musst nicht. Wenn du dir die Geburtsbegleitung nicht zutraust oder Angst hast, ohnmächtig zu werden, solltest du das offen ansprechen. Du bist keine Unterstützung, wenn du selbst einen Schwächeanfall bekommst.

Wie bereite ich mich am besten auf die Geburtsbegleitung vor?

Die gemeinsame Teilnahme an einem Geburtsvorbereitungskurs ist eine gute Vorbereitung. Dort lernst du unter anderem Atemtechniken und bekommst ein Gefühl dafür, was auf euch zukommt. Besprecht außerdem vorher die Geburtswünsche deiner Partnerin.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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