Welche Geburtspositionen gibt es?
Auf einen Blick
- 95 % aller Babys werden in der Schädellage geboren – die beste Position für Mutter und Kind
- Du kannst während der Geburt jederzeit die Position wechseln, um Dich wohler zu fühlen
- Es gibt keine "richtige" Geburtsposition – entscheidend ist, dass Du Dich sicher fühlst
Die Geburt Deines Babys steht bevor und Du fragst Dich, wie Du am besten gebären sollst? Liegend im Bett, hockend auf einem Hocker oder vielleicht im Vierfüßlerstand? Die gute Nachricht: Du musst Dich nicht festlegen. Welche Geburtspositionen es gibt und wie Du die für Dich passende findest, erfährst Du hier.
🌸 Wie liegt Dein Baby vor der Geburt?
Normalerweise werden 95 % der Babys in der Schädellage geboren, das heißt mit dem Kopf nach unten, das Kinn ruht auf der Brust, das Gesäß zeigt nach oben und Arme und Beine sind gebeugt und nah am Körper. Bei dieser Position handelt es sich um die natürliche und beste Position, da sie den Durchgang des Babys durch den Geburtskanal erleichtert. Auch aus medizinischer Sicht handelt es sich bei der Schädellage um die beste Position für Mutter und Kind, denn der Kopf öffnet den Weg für den Körper und erleichtert beiden so den Geburtsprozess.
Liegt Dein Baby perfekt, steht der Geburt nichts mehr im Wege. Du hast verschiedene Möglichkeiten, um Dein Baby auf die Welt zu bringen. Gut zu wissen ist auch, dass Du nicht die ganze Zeit die gleiche Position beibehalten musst. Zum einen gibt es Geburtspositionen, die für den Anfang der Geburt geeignet sind, und Geburtspositionen, die für den Abschluss der Geburt geeignet sind. Zum anderen kommt es natürlich auch darauf, wie die Geburt für Dich am angenehmsten ist.
Tipp: Probiere am besten schon vorher einige Möglichkeiten aus und lass Dich auch während der Geburt nicht davon abhalten, Deine Position zu ändern, wenn Du Dich unwohl fühlst.
✨ Geburtspositionen für die Eröffnungsphase
Es gibt verschiedene Geburtspositionen, die für den Anfang der Geburt besonders gut geeignet sind. Sprich Dich mit Deiner Hebamme und Deiner Begleitperson ab, sodass diese Dich beim Einnehmen der Positionen unterstützen können. Welche Position für Dich am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Gehend
Ganz zu Beginn der Geburt kann es unterstützend wirken, wenn Du Dich bewegst. Die Wehen sind meist noch leicht und können relativ gut gehändelt werden und die Bewegung wirkt sich positiv auf Deinen Körper aus. Halte Dich aber in der Nähe von etwas Greifbarem auf, denn die Eröffnungswehen können ziemlich heftig auftreten und Dich aus den Schuhen hauen.
Stehend
Die stehende Position hat den Vorteil, dass Du die Wehen gemeinsam mit der Schwerkraft ihre Arbeit machen lassen kannst. Halte Dich am besten an etwas fest (Bett, Seil, Stuhl, Sprossenwand etc.), ob eine Stange, das Bett oder der Partner festhalten und stützen ist insbesondere bei starken Wehen unerlässlich.
Hängend
Eine hängende Position ist für viele Frauen besonders angenehm. Der Oberkörper hängt dabei in der Regel in einem Tuch und die Beine stehen auf dem Boden oder werden auf dem Bett oder einem Hocker abgestützt. Die Entlastung des Oberkörpers erleichtert womöglich auch Dir die Geburt.
Gebeugt
Auch die gebeugte Position wird oft eingenommen, weil Frauen so ihren Oberkörper entlasten können und gleichzeitig ihr Becken kreisen können. Du stützt Dich dabei mit den Unterarmen auf einem Tisch, Bett, Schrank oder einer Stange ab und beugst somit Deinen Oberkörper am besten in etwa 90 Grad nach vorne.
Ich habe beide Male die Position während der Geburt mehrfach gewechselt – das hat mir geholfen, die Wehen besser zu verarbeiten. Hör auf Deinen Körper, er sagt Dir, was er braucht.
💪 Geburtspositionen für den Geburtsabschluss
Hast Du die Geburtsöffnung überstanden und Dein Baby ist kurz vor dem Austritt, kannst Du Deine Position in eine für den Geburtsabschluss geeignete Position bringen. Auch hier gilt: Probiere aus, in welcher Geburtsposition Du Dich am wohlsten fühlst.
Liegend
Viele Frauen entscheiden sich noch heute, ihr Baby im Liegen auf die Welt zu bringen. Du kannst dabei selbst entscheiden, wo Du Dein Baby zur Welt bringen willst. Wichtig ist, dass Du Dich wohlfühlst, denn somit erleichterst Du auch Deinem Baby die Geburt.
Seitlich liegend
Auch das seitliche Liegen ist für die Geburt sehr gut geeignet, denn so kannst Du gut drücken und in den Pausen der Wehen entspannen. Informiere am besten Deinen Arzt über Deinen Plan, so kann dieser Dir immer wieder sagen zu welcher Seite der Rücken Deines Babys zeigt. Denn willst Du Dein Baby in der Seitenlage gebären, legst Du Dich am besten auf die Seite, auf die der Rücken Deines Babys liegt.
Sitzend
Ob auf einem Ball oder einem Stuhl, auch im Sitzen kann die Geburt erfolgen. Für viele Frauen ist diese Position sehr angenehm. Allerdings muss die Position mit Einsetzen der Presswehen gewechselt werden, um den Ausgang des Babys zu ermöglichen. Oft stützen und massieren Partner die gebärende Frau in dieser Position und sorgen so für mehr Entspannung.
Hockend
Bei der Hocke handelt es sich um eine weitere Geburtsposition, die sich die Schwerkraft zunutze macht. Sowohl die Hocke als auch der Gebärhocker erweitern das Becken der gebärenden Frau auf das Maximum und erleichtern dem Baby so die Geburt. Die Hocke geht mit der Zeit auf die Knie und die Knöchel, frage daher am besten schon vorher nach einem Geburtshocker, sodass dieser bereitsteht, wenn er gebraucht wird.
Vierfüßlerstand
Klingt erst einmal komisch, aber bei dieser Gebärposition handelt es sich um eine der beliebtesten Gebärpositionen auf der ganzen Welt. Ob auf dem Boden, dem Bett oder über einem Gymnastikball, diese Position entspannt den ganzen Körper und erleichtert Dir und Deinem Baby die Geburt.
Gut zu wissen: Du kannst jederzeit zwischen den Positionen wechseln – auch mehrfach während der Geburt. Lass Dich von Deiner Hebamme unterstützen.
🖤 Welche Gebärposition ist für Dich die Beste?
Gleich vorweg: Es gibt weder richtig noch falsch. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wie Du Dein Baby zur Welt bringen kannst. Ob im Bett, auf dem Sofa, in einem Tuch, in der Wanne. Ob liegend, stehend, hockend oder hängend. Welche Position für Dich die beste ist, ist von Dir und Deinem Baby abhängig.
Alle Stellungen haben ihre Vorteile und ihre Nachteile, das heißt für Dich abzuwägen, was Dir besonders wichtig ist und was eher unwichtig ist. Ob im Wasser, auf den Knien oder aufrechte Stellungen – Du wirst immer den Druck spüren. Versuche am besten Dir und Deinem Baby so viel Bewegungsfreiheit wie möglich zu geben, so werden die Wehen-Schmerzen am erträglichsten.
Am wichtigsten ist: Du musst Dich wohlfühlen, denn nur so kann Dein Körper seine Arbeit machen und Dein Baby sich angstfrei auf den Weg machen. Probiere Dich vorher und auch während der Geburt aus und finde die für Dich optimale Geburtsposition. Gut zu wissen ist auch, wie Dein Baby positioniert ist, denn so könnt ihr – Du, Dein Arzt und Deine Hebamme – die beste Position für Dich und Dein Baby auswählen.
👶 Mögliche Positionen Deines Babys im Mutterleib
Babys fangen schon Wochen vor der Geburt an, ihre Position zu verändern, doch erst kurz vor der Geburt zeigt sich die endgültige Haltung, die ein Baby für die Geburt eingenommen hat. Hat sich das Baby kopfwärts gelagert, findet die Geburt normalerweise natürlich und vaginal statt.
Es ist jedoch auch möglich, dass Dein Baby eine andere Position in der Gebärmutter einnimmt, sodass Dein Baby per Kaiserschnitt entbunden werden muss. Das Baby kann dabei unterschiedliche Positionen einnehmen: Es kann auf dem Muttermund liegen, in einer Querposition mit dem Gesicht oder dem Oberkörper den Muttermund blockieren oder mit einem Arm oder Bein festhängen.
Achtung: Auch wenn Dein Baby in den letzten Wochen eine ungünstige Position hat, kann es sich bis zum letzten Moment noch drehen. Viele Babys nutzen die Wehen, um in die Schädellage zu gleiten.
Natürlich kann Dein Gynäkologe in den letzten Wochen vor der Geburt die Lage des Babys durch einen Ultraschall visualisieren und Dir sagen, wie Dein Baby liegt, es kann aber trotzdem in letzter Minute zu einer Planänderung kommen. Auch wenn Dein Baby mit 9 Monaten wenig Platz in der Gebärmutter hat, es hat die Möglichkeit, sich zu bewegen und manche Babys sind wahre Akrobaten.
Das Fruchtwasser ermöglicht es Deinem Baby, die Position mit Leichtigkeit zu ändern und sich in der Fruchtblase zu bewegen. Statistiken zeigen, dass die Mehrheit der Babys zur Geburt kopfwärts positioniert ist und nur wenige Babys nehmen eine für die Geburt ungünstige Position ein. Einzige Ausnahme sind Zwillinge: Bei einer Zwillingsgeburt ist es durchaus normal, dass ein Baby in der Schädellage liegt und das andere in einer Steißlage, so sparen die Babys Platz in der Gebärmutter und können sich zusammen besser bewegen.
Kopf leicht gebeugt
Eines von 100 Kindern weist diese Position bei der Geburt auf und nimmt die Position oft spontan und erst mit den Wehen ein. Dabei handelt es sich um eine Variante der Schädellage, allerdings hat Dein Baby bei dieser Position nicht das Kinn auf der Brust und der Kopf bleibt leicht gebeugt, somit ist es für Dein Baby etwas schwieriger herauszugleiten. Die Wehen können vaginal stattfinden, aber sie werden langsamer, weil der Schädel auf Dein Kreuzbein drückt. Oft haben gebärende Frauen Rückenschmerzen während der Wehen.
Gesichtslage oder Stirnlage
Bei diesen Positionen handelt es sich um sehr selten auftretende Positionierungen von Babys, nur etwa 0,3 % der Babys nehmen diese Lage ein. In der Regel nehmen Babys die Gesichts- oder Stirnlage nur dann ein, wenn die Mutter eine Uterusfehlbildung hat. Es ist eine Variante der Schädellage, in der das Kind mit dem Gesicht nach unten liegt, aber anstelle des Schädels erscheint das Gesicht oder die Stirn durch den Geburtskanal.
In dieser Position ist der Kopf des Babys leicht angehoben, was die Geburt erschwert. Da der Kopf nicht über den Brustkorb gebeugt ist, ist sein Durchmesser oft zu groß, um durch die Beckenknochen zu passen. Oft wird in diesem Fall ein Kaiserschnitt bevorzugt.
Steißlage
Bei der Steißlage handelt es sich um die häufigste Position, wenn Babys sich nicht in der Schädellage positionieren. In diesem Fall treten zuerst das Gesäß, die Füße oder beide gleichzeitig durch den Geburtskanal.
Babys nehmen diese Position normalerweise ein, wenn sie eine zu kurze Nabelschnur haben, die Plazenta nicht im oberen Teil der Gebärmutter sitzt, sondern im unteren Teil oder die Gebärmutter eine Fehlbildung aufweist.
Oft wird auch bei dieser Lage der Kaiserschnitt bevorzugt. Mütter, die bereits ein Kind entbunden haben und deren Becken breit genug ist, können aber auch eine natürliche Geburt erleben, wenn ihr Baby nicht zu groß ist.
Querlage
Diese Position ist sehr selten, sie tritt nur bei 0,4 % der Schwangerschaften auf. In diesem Fall nimmt Dein Baby eine liegende Position in horizontaler oder gekreuzter Lage ein. Generell ist ein Kaiserschnitt notwendig, da eine natürliche Geburt nicht möglich ist.
Mit Glück überlegt es sich Dein Baby aber mit Eintreten der Wehen anders und dreht sich, sodass es die Schädellage einnimmt. Daher ist zu empfehlen bis zum letzten Moment zu warten bevor Du Dich entscheidest ob die Entbindung natürlich oder per Kaiserschnitt erfolgen soll.
📅 Woran erkennst Du, dass die Geburt losgeht?
Es gibt verschiedene Anzeichen und Symptome, die Dir verraten, dass Dein Baby kurz vor der Geburt steht:
- Wenn die Dilatation auftritt oder sich der Gebärmutterhals zu öffnen beginnt. Dein Arzt kann die Erweiterung messen.
- Erhöhter, klarer, rötlicher oder blutiger Ausfluss aus der Scheide. Dies passiert normalerweise, wenn der Schleimpfropfen (der das Eindringen von Bakterien in die Gebärmutter verhindert) in die Vagina eindringt.
- Die Positionierung Deines Babys. Mütter bemerken normalerweise, wenn sich Babys auf den Weg in den unteren Teil der Gebärmutter machen und der Bauch dazu neigt, sich abzusenken.
- Wenn Du Kontraktionen spürst, kann es sein, dass sich Dein Gebärmutterhals ausdünnt und somit auf die Geburt Deines Kindes vorbereitet.
- Natürlich wenn die Fruchtblase platzt. Im Normalfall nicht zu übersehen, denn Du wirst viel Flüssigkeit mit einmal verlieren und Dich möglicherweise fühlen, als hättest Du in die Hose gemacht. In diesem Fall solltest Du sofort ins Krankenhaus fahren oder Deine Hebamme informieren.
- Und natürlich Wehen. Immer stärker und intensiver werdende Wehen deuten darauf hin, dass Dein Baby kurz vor der Geburt steht.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich mich vor der Geburt für eine Position entscheiden?
Nein, Du kannst während der gesamten Geburt die Position wechseln, so oft Du möchtest. Viele Frauen nutzen verschiedene Positionen für die Eröffnungsphase und den Geburtsabschluss. Hör auf Deinen Körper – er sagt Dir, was er braucht.
Welche Position ist am besten bei Rückenschmerzen während der Wehen?
Wenn Dein Baby mit dem Rücken gegen Dein Kreuzbein drückt, können der Vierfüßlerstand oder die gebeugte Position Linderung verschaffen. Auch die seitliche Liegeposition kann helfen, den Druck vom Rücken zu nehmen.
Kann ich auch im Wasser gebären?
Ja, die Wassergeburt ist eine wunderbare Option für viele Frauen. Das warme Wasser entspannt und kann die Wehen erträglicher machen. Sprich mit Deiner Hebamme, ob diese Möglichkeit in Deinem Geburtsort verfügbar ist.
Was ist, wenn mein Baby in Steißlage liegt?
Bei einer Steißlage wird oft ein Kaiserschnitt empfohlen, aber eine natürliche Geburt ist unter bestimmten Bedingungen möglich – besonders wenn Du bereits ein Kind geboren hast und Dein Becken breit genug ist. Dein Baby kann sich auch noch während der Wehen drehen.
Brauche ich einen Geburtshocker?
Ein Geburtshocker kann sehr hilfreich sein, wenn Du in der Hocke gebären möchtest, da diese Position auf Dauer anstrengend für Knie und Knöchel wird. Frage am besten schon vorher nach, ob ein Geburtshocker verfügbar ist.
Wie weiß ich, welche Position für mich die richtige ist?
Das findest Du am besten heraus, indem Du verschiedene Positionen schon vor der Geburt ausprobierst. Während der Geburt selbst wirst Du instinktiv spüren, welche Position sich gut anfühlt. Lass Dich von Deiner Hebamme beraten und unterstützen.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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