Salmonellen in der Schwangerschaft – Das solltet ihr beachten
Auf einen Blick
- Salmonellen übertragen sich nicht auf dein Baby, können aber durch Flüssigkeitsverlust zu Komplikationen führen
- Symptome wie Durchfall und Erbrechen treten meist 6-72 Stunden nach Aufnahme der Bakterien auf
- Viel trinken ist das A und O – bei schwerem Verlauf unbedingt zum Arzt gehen
Salmonellen in der Schwangerschaft – allein der Gedanke daran lässt viele werdende Mamas nervös werden. Die gute Nachricht: Die Bakterien schaden deinem Baby nicht direkt. Trotzdem solltest du wissen, worauf es ankommt und wann du ärztliche Hilfe brauchst.
🔍 Was sind Salmonellen eigentlich?
Salmonellen sind stäbchenförmige Bakterien, die bei Menschen und Tieren Krankheiten auslösen können. Je nachdem, wie viele Keime du aufgenommen hast, kann die Infektion leicht oder schwer verlaufen.
Man unterscheidet zwischen zwei Formen:
- Enteritische Salmonellose: Die häufigere Form, meist ohne Antibiotika behandelbar
- Typhöse Salmonellose: Schwerer Verlauf, muss immer mit Antibiotika behandelt werden
Die Erreger kommen überall in der Umwelt vor, besonders bei Temperaturen zwischen 10 und 40 Grad. Je wärmer es ist, desto schneller vermehren sie sich. Tückisch: Befallene Lebensmittel sehen, riechen und schmecken völlig normal – du kannst den Befall also nicht erkennen.
Gut zu wissen: Salmonellen werden hauptsächlich über infizierte Lebensmittel übertragen – besonders über eiweißhaltige und flüssige Produkte, Eier und Geflügel. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich.
🌸 Welche Symptome deuten auf eine Salmonelleninfektion hin?
Eine Salmonelleninfektion ähnelt einer schweren Magen-Darm-Grippe. Die Beschwerden treten meist schnell auf – manchmal schon nach wenigen Stunden, manchmal erst nach bis zu drei Tagen.
Typische Anzeichen sind:
- Abgeschlagenheit
- Kopfschmerzen
- Schüttelfrost
- Fieber
- Beschwerden im Magen-Darm-Bereich
- Erbrechen
- Durchfall
- Brechdurchfall (bei sehr schwerer Salmonellose)
Sobald du diese Symptome bei dir bemerkst, solltest du deinen Arzt kontaktieren – auch wenn es dir „nur" wie eine normale Magen-Darm-Grippe vorkommt.
Bei meiner zweiten Schwangerschaft hatte ich eine leichte Lebensmittelinfektion. Mein Arzt hat mich beruhigt und mir vor allem geraten: Trinken, trinken, trinken – das war wirklich das Wichtigste.
👶 Sind Salmonellen gefährlich für mein Baby?
Hier kommt die beruhigende Nachricht: Die Bakterien übertragen sich nicht auf dein ungeborenes Kind. Eine leichte Salmonelleninfektion ist also für dein Baby nicht direkt gefährlich.
Trotzdem gibt es einen wichtigen Punkt zu beachten: Durch Erbrechen und Durchfall verlierst du viel Flüssigkeit. Dieser Flüssigkeitsverlust kann – wenn er zu stark wird – zu einer Unterversorgung deines Babys führen. Das wiederum erhöht in seltenen Fällen das Risiko für eine Fehlgeburt oder Frühgeburt.
Achtung: Bei einer schweren Salmonellenvergiftung mit starkem Flüssigkeitsverlust solltest du unbedingt zum Arzt gehen. Nur so kannst du Komplikationen vermeiden und sicherstellen, dass dein Baby gut versorgt bleibt.
💪 Wie kannst du einer Salmonelleninfektion vorbeugen?
Es gibt einige einfache Maßnahmen, mit denen du das Risiko einer Salmonelleninfektion deutlich senken kannst:
- Verzichte auf rohe oder halbgare Eier und Eierspeisen (Tiramisu, Mayonnaise, Mousse au Chocolat)
- Iss kein rohes oder nicht durchgegartes Geflügel
- Wasche dir regelmäßig und gründlich die Hände – besonders nach dem Toilettengang und vor dem Essen
- Reinige Küchenutensilien und Arbeitsflächen nach der Verarbeitung von rohem Fleisch oder Eiern gründlich
- Lagere Lebensmittel richtig – Eier und Geflügel gehören in den Kühlschrank
- Achte auf das Mindesthaltbarkeitsdatum
- Erhitze Speisen ausreichend – Salmonellen sterben bei Temperaturen über 70 Grad ab
Tipp: Verwende für rohes Fleisch und Gemüse separate Schneidebretter. So vermeidest du eine Kreuzkontamination in deiner Küche.
🏥 Wie wird eine Salmonelleninfektion behandelt?
Bei einer leichten Infektion reichen oft schon einfache Hausmittel aus:
- Viel trinken: Das ist das Allerwichtigste. Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnte Fruchtsäfte helfen, die Erreger auszuspülen und deinen Flüssigkeitshaushalt stabil zu halten
- Schonkost essen: Zwieback und Salzstangen können Übelkeit und Durchfall lindern
- Ruhe gönnen: Dein Körper braucht jetzt Kraft zur Erholung
Bei einem schweren Verlauf wird dein Arzt dir ein Antibiotikum verschreiben, das auch in der Schwangerschaft unbedenklich ist. Es gibt Medikamente, die deinem Baby nicht schaden und trotzdem die Infektion wirksam bekämpfen.
Nach einer Antibiotika-Therapie wird deine Darmflora mit Hilfe von Milchsäurebakterien langsam wieder aufgebaut, sodass es zu keinen weiteren Folgen kommt.
Achtung: Nimm niemals eigenmächtig Medikamente ein – auch keine rezeptfreien. Besprich jede Behandlung mit deinem Arzt, um dein Baby zu schützen.
Häufig gestellte Fragen
Wie schnell merke ich, ob ich Salmonellen habe?
Die ersten Symptome treten meist 6 bis 72 Stunden nach der Aufnahme der Bakterien auf. Bei manchen Menschen geht es schneller, bei anderen dauert es bis zu drei Tage. Typische Anzeichen sind Durchfall, Erbrechen, Fieber und Bauchkrämpfe.
Kann mein Baby durch Salmonellen geschädigt werden?
Nein, die Bakterien übertragen sich nicht auf dein Baby. Gefährlich wird es nur, wenn du durch starken Flüssigkeitsverlust dehydrierst – dann kann es zu einer Unterversorgung kommen. Deshalb ist ausreichend trinken so wichtig.
Muss ich mit Salmonellen ins Krankenhaus?
Bei einer leichten Infektion nicht. Wenn du aber sehr starken Durchfall und Erbrechen hast, hohes Fieber bekommst oder kaum noch Flüssigkeit bei dir behalten kannst, solltest du unbedingt zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen.
Wie lange dauert eine Salmonelleninfektion?
In der Regel klingen die Symptome nach einigen Tagen wieder ab. Bei leichten Verläufen fühlst du dich oft schon nach 2-3 Tagen besser. Schwere Infektionen können länger dauern, besonders wenn sie mit Antibiotika behandelt werden müssen.
Darf ich in der Schwangerschaft noch Spiegeleier essen?
Nur wenn das Eigelb komplett durchgegart ist. Weiches oder flüssiges Eigelb solltest du in der Schwangerschaft meiden, da hier das Salmonellen-Risiko erhöht ist. Hartgekochte Eier sind dagegen unbedenklich.
Kann ich mich bei jemandem mit Salmonellen anstecken?
Ja, eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich – vor allem über Schmierinfektionen. Achte deshalb auf gründliche Händehygiene, wenn jemand in deinem Haushalt erkrankt ist.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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