Gaviscon in der Schwangerschaft: Sodbrennen sanft lösen
Auf einen Blick
- Gaviscon bildet eine Schutzbarriere gegen Magensäure und ist in der Schwangerschaft grundsätzlich sicher anwendbar
- Sodbrennen betrifft bis zu 80% aller Schwangeren, besonders im zweiten und dritten Trimester
- Die Einnahme sollte immer mit deinem Arzt oder deiner Hebamme abgesprochen werden
- Natürliche Maßnahmen und Ernährungsumstellungen können Gaviscon sinnvoll ergänzen oder manchmal sogar ersetzen
Du kennst das vielleicht: Kaum hast du etwas gegessen, steigt dir die Magensäure in die Speiseröhre und brennt unangenehm hinter dem Brustbein. Sodbrennen gehört zu den häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden – und Gaviscon kann hier sanfte Linderung verschaffen. In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du über die Anwendung in der Schwangerschaft wissen musst.
🔍 Was ist Gaviscon und wie wirkt es?
Gaviscon ist ein rezeptfreies Medikament gegen Sodbrennen und saures Aufstoßen, das als Antazidum (Säurebinder) klassifiziert wird. Anders als viele andere Mittel gegen Sodbrennen wirkt Gaviscon jedoch nicht primär durch Neutralisierung der Magensäure, sondern durch einen cleveren mechanischen Effekt.
Der besondere Wirkmechanismus
Die Hauptwirkstoffe in Gaviscon sind Natriumalginat (gewonnen aus Braunalgen), Natriumhydrogencarbonat und Calciumcarbonat. Wenn diese Substanzen mit der Magensäure in Kontakt kommen, entsteht eine gelförmige Schutzbarriere, die auf dem Mageninhalt schwimmt. Diese Barriere:
- Verhindert, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt
- Neutralisiert einen Teil der vorhandenen Säure
- Schützt die Speiseröhrenschleimhaut vor weiterer Reizung
- Wirkt rein lokal im Magen-Darm-Trakt, ohne in den Blutkreislauf zu gelangen
Diese lokale Wirkweise macht Gaviscon besonders interessant für die Schwangerschaft, da der Wirkstoff nicht systemisch im Körper verteilt wird und somit auch nicht die Plazentaschranke überwinden kann.
Verfügbare Darreichungsformen
Gaviscon gibt es in verschiedenen Varianten, die sich in Geschmack und Konsistenz unterscheiden:
- Gaviscon Liquid (Suspension): Flüssige Form zum direkten Einnehmen, besonders schnell wirksam
- Gaviscon Kautabletten: Praktisch für unterwegs, müssen gut zerkaut werden
- Gaviscon Dual: Enthält zusätzlich einen Wirkstoff zur Säureneutralisierung
- Gaviscon Advance: Mit doppelter Alginat-Konzentration für stärkere Beschwerden
💗 Nadines Empfehlung
Nadine Scheiner
In beiden Schwangerschaften hat mir Gaviscon Liquid am besten geholfen – die flüssige Form wirkt einfach schneller als die Tabletten. Ich hatte immer ein Fläschchen auf dem Nachttisch stehen, weil das Sodbrennen bei mir nachts am schlimmsten war. Trotzdem rate ich dir: Sprich vorher mit deiner Ärztin oder Hebamme, auch wenn Gaviscon rezeptfrei ist. Jede Schwangerschaft ist anders, und manchmal reichen auch schon kleine Ernährungsumstellungen.
🤰 Warum Sodbrennen in der Schwangerschaft so häufig ist
Sodbrennen und saures Aufstoßen zählen zu den typischsten Schwangerschaftsbeschwerden. Studien zeigen, dass zwischen 40% und 80% aller Schwangeren darunter leiden – viele davon zum ersten Mal in ihrem Leben. Die Gründe dafür sind vielfältig und ändern sich im Verlauf der Schwangerschaft.
Hormonelle Veränderungen
Bereits in den ersten Schwangerschaftswochen steigt der Progesteronspiegel deutlich an. Dieses Schwangerschaftshormon hat eine entspannende Wirkung auf die glatte Muskulatur im gesamten Körper – auch auf den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen (den sogenannten unteren Ösophagussphinkter). Wenn dieser Muskel erschlafft, kann Magensäure leichter in die Speiseröhre zurückfließen.
Mechanischer Druck im fortgeschrittenen Stadium
Je größer dein Baby wird, desto mehr Platz beansprucht die wachsende Gebärmutter im Bauchraum. Besonders ab dem zweiten Trimester drückt sie zunehmend auf den Magen und kann dadurch Mageninhalt nach oben pressen. Dieser mechanische Druck verstärkt sich:
- Nach größeren Mahlzeiten
- Im Liegen, besonders auf dem Rücken
- Beim Bücken oder bei bestimmten Bewegungen
- Bei Mehrlingsschwangerschaften noch stärker
Verlangsamte Verdauung
Progesteron verlangsamt auch die Magenentleerung und die gesamte Verdauung. Das bedeutet, dass Nahrung länger im Magen verbleibt und mehr Magensäure produziert wird. Gleichzeitig haben viele Schwangere ein verändertes Essverhalten – häufigere, kleinere Mahlzeiten oder auch Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel, die Sodbrennen begünstigen können.
Sodbrennen in der Schwangerschaft: Die 4 Hauptursachen
moms.de💊 Ist Gaviscon in der Schwangerschaft sicher?
Die Sicherheit von Medikamenten in der Schwangerschaft ist natürlich eine der wichtigsten Fragen, die du dir stellen solltest. Die gute Nachricht vorweg: Gaviscon gilt als eines der sichersten Mittel gegen Sodbrennen während der Schwangerschaft.
Studienlage und medizinische Bewertung
Gaviscon wird seit Jahrzehnten von Schwangeren verwendet, und umfangreiche Erfahrungen sowie Studien zeigen keine Hinweise auf schädliche Auswirkungen auf das ungeborene Kind. Die Wirkstoffe:
- Werden nicht in den Blutkreislauf aufgenommen
- Können die Plazentaschranke nicht überwinden
- Wirken rein lokal im Magen-Darm-Trakt
- Werden nach der Wirkung über den Darm ausgeschieden
Die meisten Fachgesellschaften und medizinischen Leitlinien empfehlen Antazida auf Alginat-Basis wie Gaviscon als Mittel der ersten Wahl bei schwangerschaftsbedingtem Sodbrennen. Auch das Embryotox (Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Berlin) stuft Gaviscon als unbedenklich in allen Schwangerschaftsphasen ein.
Unterschiede zwischen den Gaviscon-Varianten
Nicht alle Gaviscon-Produkte sind gleich – für die Schwangerschaft gibt es einige Unterschiede zu beachten:
| Präparat | Eignung in der Schwangerschaft | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Gaviscon Liquid | ✅ Gut geeignet | Schnelle Wirkung, enthält Natrium (bei salzarmer Diät beachten) |
| Gaviscon Advance | ✅ Gut geeignet | Höhere Alginat-Dosis, besonders bei starken Beschwerden |
| Gaviscon Kautabletten | ✅ Gut geeignet | Praktisch für unterwegs, müssen gut zerkaut werden |
| Gaviscon Dual | ⚠️ Mit Vorsicht | Enthält zusätzlich Antazida, vorher mit Arzt besprechen |
Wichtig: Auch wenn Gaviscon als sicher gilt, solltest du die Einnahme immer mit deinem Frauenarzt, deiner Frauenärztin oder deiner Hebamme besprechen. Sie kennen deine individuelle Situation und können die beste Empfehlung für dich aussprechen.
Wann du vorsichtig sein solltest
In bestimmten Situationen ist besondere Vorsicht oder eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme von Gaviscon erforderlich:
- Natriumarme Diät: Gaviscon enthält Natrium – bei Bluthochdruck oder Wassereinlagerungen solltest du dies mit deinem Arzt besprechen
- Nierenfunktionsstörungen: Die Calciumaufnahme sollte überwacht werden
- Phenylketonurie: Einige Gaviscon-Varianten enthalten Aspartam
- Gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente: Gaviscon kann die Aufnahme mancher Wirkstoffe beeinflussen
📋 Richtige Anwendung von Gaviscon in der Schwangerschaft
Damit Gaviscon optimal wirken kann und du sicher durch die Schwangerschaft kommst, ist die richtige Anwendung entscheidend. Hier erfährst du alles Wichtige zur Dosierung und zum richtigen Timing.
Dosierung und Einnahmehäufigkeit
Die übliche Dosierung für Erwachsene – und damit auch für Schwangere – beträgt:
- Gaviscon Liquid: 10-20 ml nach den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen
- Gaviscon Kautabletten: 2-4 Tabletten nach den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen
- Maximale Tagesdosis: Nicht mehr als 4-mal täglich einnehmen
In der Schwangerschaft gilt grundsätzlich: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Beginne mit der niedrigeren Dosis und steigere nur bei Bedarf. Viele Schwangere kommen gut mit einer Einnahme nach dem Abendessen und vor dem Schlafengehen aus, da Sodbrennen im Liegen oft am stärksten ist.
Der richtige Zeitpunkt
Das Timing der Einnahme ist bei Gaviscon besonders wichtig:
- Nach den Mahlzeiten: Idealerweise 30-60 Minuten nach dem Essen, wenn der Magen noch gut gefüllt ist
- Vor dem Schlafengehen: Auch wenn du nicht gegessen hast, kann eine Dosis helfen, nächtliches Sodbrennen zu verhindern
- Bei akuten Beschwerden: Kann auch bei plötzlich auftretendem Sodbrennen eingenommen werden
- Aufrechte Position: Nimm Gaviscon im Stehen oder Sitzen ein, nicht im Liegen
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Gaviscon kann die Aufnahme einiger Medikamente beeinträchtigen. Besonders wichtig in der Schwangerschaft:
- Eisen-Präparate: Mindestens 2 Stunden Abstand zwischen Gaviscon und Eisentabletten einhalten
- Folsäure: Ebenfalls zeitversetzt einnehmen
- Schilddrüsenhormone: Mindestens 4 Stunden Abstand
- Antibiotika: Je nach Wirkstoff 2-4 Stunden Abstand
Achtung: Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst – egal ob verschreibungspflichtig oder rezeptfrei – informiere deinen Arzt vor der ersten Einnahme von Gaviscon über alle Präparate. So können Wechselwirkungen vermieden werden.
Wie lange darfst du Gaviscon einnehmen?
Grundsätzlich kann Gaviscon über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da es nicht zu Gewöhnungseffekten kommt. In der Schwangerschaft gilt jedoch:
- Bei gelegentlichem Sodbrennen: Einnahme nach Bedarf völlig in Ordnung
- Bei täglicher Einnahme über mehr als 7 Tage: Rücksprache mit dem Arzt empfohlen
- Bei dauerhaften, starken Beschwerden: Ärztliche Abklärung notwendig, um andere Ursachen auszuschließen
🌿 Natürliche Alternativen und ergänzende Maßnahmen
Auch wenn Gaviscon sicher ist, bevorzugen viele Schwangere zunächst natürliche Methoden oder möchten Medikamente mit Hausmitteln kombinieren. Hier findest du bewährte Alternativen und Ergänzungen.
Ernährungsumstellung als Basis
Die richtige Ernährung kann Sodbrennen deutlich reduzieren oder manchmal sogar ganz verhindern:
Lebensmittel, die Sodbrennen fördern (besser meiden):
- Fettige und frittierte Speisen
- Scharfe Gewürze und Chili
- Zitrusfrüchte und saure Säfte
- Tomaten und Tomatenprodukte
- Schokolade und Kakao
- Koffeinhaltige Getränke
- Kohlensäurehaltige Getränke
- Zwiebeln und Knoblauch (bei Empfindlichkeit)
Lebensmittel, die Sodbrennen lindern können:
- Haferflocken und Vollkornprodukte
- Bananen (besonders reife)
- Melonen und Äpfel
- Grünes Gemüge wie Brokkoli, Gurken, grüne Bohnen
- Mageres Geflügel und Fisch
- Ingwer in kleinen Mengen (wirkt beruhigend auf den Magen)
- Mandeln (einige Mandeln langsam kauen kann akut helfen)
- Stilles Wasser oder Kräutertees
Praktische Verhaltenstipps
Kleine Änderungen im Alltag können große Wirkung zeigen:
- Kleinere, häufigere Mahlzeiten: 5-6 kleine Portionen statt 3 große verhindern Überfüllung des Magens
- Langsam und bewusst essen: Gründliches Kauen und Zeit lassen beim Essen
- Nicht direkt nach dem Essen hinlegen: Mindestens 2-3 Stunden aufrecht bleiben
- Oberkörper hochlagern: Mit erhöhtem Kopfteil schlafen (Kissen unter die Matratze oder verstellbarer Lattenrost)
- Lockere Kleidung: Enge Kleidung um den Bauch vermeiden
- Nicht bücken: Lieber in die Knie gehen statt sich nach vorne zu beugen
Bewährte Hausmittel
Diese natürlichen Helfer haben sich bei vielen Schwangeren bewährt:
- Mandelmilch: Ein Glas langsam trinken kann die Magensäure neutralisieren
- Kartoffelsaft: Roher Kartoffelsaft bindet Säure (Geschmack gewöhnungsbedürftig!)
- Heilerde: In Wasser aufgelöst, bindet überschüssige Säure (Einnahme mit Arzt besprechen)
- Kaugummi kauen: Regt Speichelproduktion an, Speichel neutralisiert Säure
- Kamillentee: Beruhigt den Magen, aber in Maßen (nicht literweise)
- Fenchel-Anis-Kümmel-Tee: Wirkt verdauungsfördernd und beruhigend
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich in meiner zweiten Schwangerschaft nachts manchmal mit brennendem Sodbrennen aufgewacht bin. Was mir neben Gaviscon am meisten geholfen hat: Ein extra Kissen unter dem Oberkörper und abends nur noch leichte Kost. Manchmal sind es wirklich die einfachen Dinge, die den größten Unterschied machen.
Akupressur und Entspannung
Einige Schwangere berichten von positiven Erfahrungen mit:
- Akupressur-Punkt Perikard 6: Etwa drei Fingerbreit unterhalb des Handgelenks auf der Innenseite des Unterarms
- Entspannungsübungen: Stress kann Sodbrennen verstärken – Atemübungen, Yoga oder Meditation können helfen
- Osteopathie: Sanfte manuelle Behandlungen können bei einigen Frauen Linderung bringen
⚠️ Wann du zum Arzt solltest
Sodbrennen in der Schwangerschaft ist zwar unangenehm, aber normalerweise harmlos. Es gibt jedoch Warnsignale, bei denen du ärztlichen Rat einholen solltest – auch wenn du bereits Gaviscon einnimmst.
Alarmsignale, die eine ärztliche Abklärung erfordern
| Symptom | Mögliche Bedeutung | Handlung |
|---|---|---|
| Starke Schmerzen hinter dem Brustbein | Könnte auf Ösophagitis (Speiseröhrenentzündung) hinweisen | Zeitnah Arzt aufsuchen |
| Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Schlucken | Mögliche Schädigung der Speiseröhre | Zeitnah Arzt aufsuchen |
| Blut im Erbrochenen oder schwarzer Stuhl | Hinweis auf Blutung im Verdauungstrakt | Sofort zum Arzt/Notaufnahme |
| Starke, anhaltende Übelkeit und Erbrechen | Könnte Hyperemesis gravidarum sein | Zeitnah Arzt aufsuchen |
| Gewichtsverlust trotz Schwangerschaft | Unzureichende Nahrungsaufnahme | Zeitnah Arzt aufsuchen |
| Sodbrennen bessert sich trotz Gaviscon nicht | Eventuell stärkere Medikation nötig | Mit Arzt besprechen |
| Plötzlich auftretende starke Oberbauchschmerzen | Könnte auf Präeklampsie hinweisen (besonders ab 20. SSW) | Sofort zum Arzt/Notaufnahme |
Unterscheidung: Sodbrennen oder etwas Ernsteres?
Manchmal können Symptome, die wie Sodbrennen erscheinen, auch andere Ursachen haben:
Präeklampsie-Warnsignale (besonders ab der 20. Schwangerschaftswoche):
- Starke Schmerzen im rechten Oberbauch
- Begleitet von Kopfschmerzen, Sehstörungen oder plötzlicher Schwellung
- Bluthochdruck
- Eiweiß im Urin
HELLP-Syndrom (seltene, aber ernste Komplikation):
- Starke Oberbauchschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Allgemeines Krankheitsgefühl
- Gelbfärbung der Haut oder Augen
Vertraue deinem Bauchgefühl: Wenn sich die Beschwerden anders anfühlen als "normales" Sodbrennen oder du dir unsicher bist, zögere nicht, deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme zu kontaktieren. Lieber einmal zu viel nachfragen als ein wichtiges Warnsignal übersehen.
Wann eine weiterführende Diagnostik sinnvoll ist
In seltenen Fällen kann bei sehr starkem, therapieresistentem Sodbrennen eine genauere Untersuchung notwendig werden:
- Magenspiegelung (Gastroskopie): Wird in der Schwangerschaft nur bei dringender Indikation durchgeführt
- pH-Metrie: Messung des Säuregehalts in der Speiseröhre über 24 Stunden
- Ultraschall: Zum Ausschluss anderer Ursachen wie Gallensteine
Solche Untersuchungen sind aber wirklich die Ausnahme – bei den allermeisten Schwangeren lässt sich Sodbrennen gut mit Gaviscon und den beschriebenen Maßnahmen in den Griff bekommen.
🍼 Nach der Geburt: Wann verschwindet das Sodbrennen?
Eine der häufigsten Fragen von geplagten Schwangeren: Wann hört das endlich auf? Die gute Nachricht: Bei den meisten Frauen verschwindet das Sodbrennen kurz nach der Geburt wie von selbst.
Zeitlicher Verlauf nach der Entbindung
Die Beschwerden bessern sich typischerweise:
- Unmittelbar nach der Geburt: Der mechanische Druck durch die Gebärmutter fällt weg – viele Frauen spüren sofort Erleichterung
- In den ersten Tagen: Die Hormonumstellung beginnt, der Progesteronspiegel sinkt
- Nach 1-2 Wochen: Bei den meisten Frauen ist das Sodbrennen komplett verschwunden
- Nach 4-6 Wochen: Auch bei Frauen mit sehr starken Beschwerden sollte sich die Situation normalisiert haben
Gaviscon in der Stillzeit
Falls du auch nach der Geburt noch gelegentlich Sodbrennen hast: Gaviscon ist auch in der Stillzeit unbedenklich. Die Wirkstoffe gehen nicht in die Muttermilch über, da sie nicht in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Du kannst es also bedenkenlos weiter verwenden, wenn nötig.
Allerdings solltest du bei anhaltendem Sodbrennen nach der Schwangerschaft ärztlich abklären lassen, ob möglicherweise eine andere Ursache dahintersteckt, etwa:
- Refluxkrankheit (GERD)
- Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
- Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
- Helicobacter-pylori-Infektion
💡 Vorbeugende Maßnahmen: Sodbrennen von Anfang an vermeiden
Auch wenn Sodbrennen in der Schwangerschaft nicht immer komplett verhindert werden kann, gibt es einige Strategien, die das Risiko deutlich reduzieren oder zumindest die Intensität der Beschwerden mindern können.
Präventive Ernährungsstrategien
Schon bevor Sodbrennen zum Problem wird, kannst du mit der richtigen Ernährung vorbeugen:
- Von Anfang an kleine Portionen: Gewöhne dir früh an, lieber öfter und weniger zu essen
- Ausreichend trinken: Mindestens 2 Liter täglich, aber nicht zu den Mahlzeiten (verdünnt Magensäure)
- Basische Lebensmittel bevorzugen: Gemüse, Kartoffeln, Bananen
- Langsam essen und gut kauen: Nimm dir Zeit für Mahlzeiten
- Nicht zu spät essen: Die letzte große Mahlzeit mindestens 3 Stunden vor dem Schlafengehen
Lebensstil-Anpassungen
Diese Gewohnheiten können helfen, Sodbrennen vorzubeugen:
- Gewichtszunahme im empfohlenen Rahmen: Übermäßige Gewichtszunahme erhöht den Druck auf den Magen
- Regelmäßige Bewegung: Sanfte Aktivität wie Schwimmen oder Schwangerschaftsyoga fördert die Verdauung
- Stressreduktion: Stress kann Sodbrennen verschlimmern – gönn dir Ruhepausen
- Rauchverzicht: Rauchen schwächt den Schließmuskel (sollte in der Schwangerschaft ohnehin tabu sein)
- Richtiges Schlafen: Von Anfang an mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen
Trimester-spezifische Tipps
Erstes Trimester:
- Sodbrennen tritt oft noch nicht auf, aber Übelkeit kann ähnlich sein
- Jetzt schon gute Essgewohnheiten etablieren
- Bei Übelkeit: Trockene Kekse oder Zwieback vor dem Aufstehen
Zweites Trimester:
- Sodbrennen beginnt oft in dieser Phase
- Auf wachsenden Bauchumfang mit lockererer Kleidung reagieren
- Schlafposition anpassen (Seitenlage, am besten links)
Drittes Trimester:
- Beschwerden sind oft am stärksten
- Noch kleinere, noch häufigere Mahlzeiten
- Gaviscon griffbereit haben für akute Situationen
- Geduld – es ist bald überstanden!
❓ Häufige Fragen
Kann ich Gaviscon auch im ersten Trimester nehmen?
Ja, Gaviscon gilt in allen Schwangerschaftsphasen als sicher, auch im ersten Trimester. Da die Wirkstoffe rein lokal im Magen-Darm-Trakt wirken und nicht in den Blutkreislauf gelangen, besteht kein Risiko für das Baby. Trotzdem solltest du die Einnahme mit deinem Arzt oder deiner Hebamme besprechen, besonders wenn du auch andere Medikamente einnimmst.
Wie schnell wirkt Gaviscon und wie lange hält die Wirkung an?
Gaviscon wirkt sehr schnell – meist innerhalb von 3-5 Minuten nach der Einnahme spürst du bereits eine Linderung. Die Schutzbarriere, die sich im Magen bildet, hält etwa 4 Stunden an. Deshalb wird empfohlen, Gaviscon nach den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen einzunehmen, um über Nacht geschützt zu sein. Bei akutem Sodbrennen kannst du es auch zwischendurch nehmen.
Kann ich Gaviscon mit anderen Schwangerschaftsvitaminen kombinieren?
Grundsätzlich ja, aber mit zeitlichem Abstand. Gaviscon kann die Aufnahme von Eisen, Folsäure und anderen Nährstoffen beeinträchtigen. Nimm deine Schwangerschaftsvitamine daher mindestens 2 Stunden vor oder nach Gaviscon ein. Am besten nimmst du die Vitamine morgens und Gaviscon bei Bedarf nach den Mahlzeiten oder abends. Besprich die genaue Einnahme mit deinem Arzt.
Gibt es Nebenwirkungen von Gaviscon in der Schwangerschaft?
Gaviscon ist sehr gut verträglich und Nebenwirkungen sind selten. Gelegentlich können auftreten: leichte Verstopfung (durch das enthaltene Calcium), Blähungen oder ein Völlegefühl. Bei sehr hohen Dosen über längere Zeit kann es zu einem Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt kommen, weshalb du die empfohlene Tagesdosis nicht überschreiten solltest. Allergische Reaktionen sind extrem selten. Bei Unverträglichkeiten solltest du die Einnahme beenden und mit deinem Arzt sprechen.
Was ist besser: Gaviscon oder Rennie in der Schwangerschaft?
Beide Präparate gelten in der Schwangerschaft als sicher, wirken aber unterschiedlich. Gaviscon bildet eine mechanische Barriere gegen Magensäure und wird von vielen Ärzten bevorzugt empfohlen, weil es nicht nur neutralisiert, sondern auch den Rückfluss verhindert. Rennie neutralisiert die Magensäure durch Calcium- und Magnesiumcarbonat. Viele Schwangere berichten, dass Gaviscon bei ihnen besser und länger wirkt, besonders bei nächtlichem Sodbrennen. Letztlich ist es eine individuelle Entscheidung – probiere aus, was dir besser hilft, und besprich es mit deinem Arzt.
Schadet häufiges Sodbrennen meinem Baby?
Nein, Sodbrennen selbst schadet deinem Baby nicht. Es ist zwar für dich sehr unangenehm, aber die Magensäure erreicht dein Kind nicht und hat keinen Einfluss auf seine Entwicklung. Allerdings kann starkes Sodbrennen dazu führen, dass du weniger oder unregelmäßig isst, was indirekt die Nährstoffversorgung beeinträchtigen könnte. Deshalb ist es wichtig, die Beschwerden zu behandeln – sei es mit Gaviscon, Ernährungsumstellung oder anderen Maßnahmen – damit du dich wohlfühlst und ausreichend essen kannst. Bei sehr starken, anhaltenden Beschwerden solltest du ärztlichen Rat einholen.
Abschließender Tipp: Sodbrennen gehört zu den häufigsten, aber auch zu den am besten behandelbaren Schwangerschaftsbeschwerden. Mit Gaviscon hast du ein sicheres und wirksames Mittel an der Hand, das dir durch diese Zeit helfen kann. Kombiniere es mit den beschriebenen Ernährungs- und Verhaltenstipps, und du wirst die Beschwerden gut in den Griff bekommen. Und denk daran: Nach der Geburt ist meist alles wieder beim Alten – du musst nur noch ein bisschen durchhalten!
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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